#Das regenbogen-präludium

Nur noch Farbspuren am Boden zeugen von der Kunstaktion "Das Regenbogen-Präludium" auf der Nürnberger Zeppelintribüne.

Regenbogen weggeputzt

Seit Ende Oktober wird in der Frankenmetropole um das Aktionskunstwerk „Das Regenbogen-Präludium“ auf der Nürnberger Zeppelintribüne diskutiert. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer sozialer Medien war begeistert. Allerdings hat die Stadt Nürnberg ganz schnell das Werk von den Blendsäulen wieder entfernen lassen und erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Wegen drohender Schäden am Bauwerk. Nun kontert Bastian Brauwer, geprüfter Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk sowie Vorstand des Fördervereins CSD Nürnberg, dass mit dem Hochdruckreiniger Stein und Image zerstört wurden. Die Stadt Nürnberg betont in einer Stellungnahme gleichzeitig, dass sie sich aber mit der verbundenen Kunstaussage identifiziert. Ein Widerspruch?

 

Damit wurde die ganze Stadt überrascht. In einer nächtlichen Aktion hatte eine anonyme Künstlergruppe die Blendsäulen der denkmalgeschützten Zeppelintribüne oberhalb der „Führerkanzel“ mit wasserlöslicher Farbe bemalt. Somit leuchtete pünktlich am Tag der Kulturhauptstadtentscheidung plötzlich „Das Regenbogen-Präludium“ auf. „Wir betrachten dies als schwer zu missdeutendes Symbol. Und wir haben nicht um Erlaubnis gebeten, denn wir halten diesen Diskursbeitrag für nötig (…) Wir sind mit dem Diskurs zum Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände vertraut - und teilweise einverstanden. Jedoch darf die kuratorische Praxis nicht zu sehr filtern. Sonst wird der Zugang zum Diskurs erschwert. Wir bitten darum unseren Beitrag als respektvoll und lebensbejahend zu begreifen. Denn der Diskurs wiegt schwer, ist anstrengend und schließt viele aus. Unser Regenbogen ist daher auch Ausdruck ernstgemeinter Kritik. Eigentlich ist er ganz leicht zu verstehen – für viele“, so die Erklärung der Künstlergruppe in der Pressemitteilung. Dass die Stadt die Auseinandersetzung mit dem Erbe der NS-Zeit auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände auch mit den Mitteln der Kunst führen möchte, ist schon lange ein zentrales Anliegen. Der Regenbogen, als Zeichen der LGBTTIQ*-Bewegung, entweiht gleichzeitig diese NS-Mauern. Denn tausende homosexuelle Männer wurden in dieser Zeit verfolgt, nach §175 verurteilt und in Konzentrationslager gebracht. Mit diesem Motiv wären auch jene "Touristen" ausgebremst worden, die vor der Zeppelintribüne ihre Gruppenfotos und Selfies anfertigen. Eine sensationelle Idee, einfach und günstig, gleichzeitig ausdrucksstark. Wäre da nicht der Amtsapparat. Normalerweise klagen alle über die Langsamkeit der Behörden und den Amtsschimmel. Gerade in diesem Fall wurde ausnahmsweise mal der Turbo eingeschaltet! Das finden jetzt viele schade.

Nur zwei Tage sichtbar: "Das Regenbogen-Präludium" auf der Nürnberger Zeppelintribüne (Foto: Peter Kunz)

Noch am Entstehungstag untersuchte das Hochbauamt der Stadt die bemalten Stellen an der Zeppelintribüne. „Dabei wurde festgestellt, dass die angebrachte Farbe bei längerer Dauer in den porösen Naturstein der Fassade eindringen und sich somit nicht wieder entfernen lassen würde. Außerdem waren Teile der bemalten Stellen durch das Vordach des Mittelbaus der Tribüne nicht ausreichend der Witterung ausgesetzt, die die angebrachten Farben auf natürliche Weise hätte entfernen können“, so der Wortlaut in der Stellungnahme der Stadt Nürnberg. „Die Zeppelintribüne ist verwaltungsintern dem Liegenschaftsamt der Stadt zugeordnet. Dieser Dienststelle oblag es aufgrund der Tatsache, dass die Künstlergruppe anonym und ohne Wissen und Zustimmung der Stadt gehandelt hat, aus versicherungstechnischen Gründen und zur Wahrung der städtischen Interessen eine Strafanzeige zu stellen.“ Dies sei gängige Vorgehensweise. „Die Stadt identifiziert sich mit der Aussage des Kunstwerks und fordert die anonyme Künstlergruppe zu Gesprächen auf, um gemeinsam zu überlegen, ob der temporäre künstlerische Appell an die Gesellschaft verstetigt und gleichzeitig den Anforderungen des Denkmalschutzes Genüge getan werden kann.“

Bastian Brauwer, Steinmetz- und Bildhauermeister sowie Vorstand Förderverein CSD Nürnberg

In einer Stellungnahme des Fördervereins Christopher-Street-Day Nürnberg e.V spricht der Vorsitzende Bastian Brauwer auch als Steinmetz- und Steinbildhauermeister, staatl. geprüfter Steintechniker und geprüfter Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. „Die von der Stadt Nürnberg behauptete Aussage, dass ein längeres Belassen der Farben auf dem Gestein eine Verbindung von Farbpigmenten und Gestein und damit Gefahr für das Gestein bedeuten würde, ist fachlich betrachtet schlichtweg falsch. Auch mit fortschreitender Zeit ist hierbei keine Verbindung zu erwarten: Die von den Künstlern verwendete Methode des Farbanstrichs – mineralische Farb-Pigmente in Verbindung mit Methylzellulose (Kleister) – ist eine zu 100 % reversible Maßnahme. Ein späteres Entfernen bedeutet keinesfalls eine Verschlechterung der Situation“, erläutert Bastian Brauwer. „Dagegen bereitet mir der übertriebene, unüberlegte Säuberungs-Aktionismus durch die Stadt Nürnberg fachlich deutlich mehr Sorgen. Das mir beschriebene und auf Bildern sichtbare, offensichtliche äußerst unprofessionelle Reinigen mittels Hochdruckreiniger zerstört nachhaltig die Gesteinsoberfläche des doch eigentlich denkmalgeschützten Gebäudes und begünstigt damit dessen Verfall. Das Nichtauffangen des farbigen Reinigungswassers sorgt ebenso für weitere Verschmutzungen, die erneut aufwändig gereinigt werden müssten.“ Als Fazit schließt Bastian Brauwer seine Stellungnahme mit den Worten: „Die Stadt Nürnberg zerstört mit dem Hochdruckreiniger nicht nur das Gestein, sondern auch ihr, über Jahrzehnte mühsam erarbeitetes, positives Image im Umgang mit ihrer historischen NS-Vergangenheit.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Foto/ Text: NK

Foto: Peter Kunz

GAYCON November 2020

Erster Platz für Rosegardens (Foto: Rosegardens)

ERSTER PLATZ:

Rosegardens gewinnt Wettbewerb

GAYCON gratuliert: Oliver & Michael haben erneut den Wettbewerb „Nürnbergs schönstes Weihnachtsgeschäft“ auch 2021 mit ihrem Stil-Juwel Rosegardens (Vordere Sterngasse 24) gewonnen! Zum zweiten Mal hatte die City-Gewerbevereinigung „Erlebnis Nürnberg e.V.“ den Publikumswettbewerb im Advent gestartet. Sie wollten von den Kunden wissen, welches Geschäft die schönste Weihnachts-dekoration im Einzelhandel hat. Die Kunden nominierten über 40 Geschäfte im Stadtgebiet Nürnberg. 10.000 Gewinnspiel-karten wurden in den letzten vier Wochen verteilt. ... +++ Bericht & Fotos auf der DOKU-Seite +++

Demo "Queere Rechte sind Menschen Rechte" auf dem Willy-Brandt-Platz (Foto: CSD Nürnberg)

PROTEST ZEIGT ERFOLG

Ein Kommentar in der Nürnberger Zeitung erhitzte die Community

Dank der neuen Ampelkoalition steht einiges im Koalitionsvertrag, welches die jahrelangen staatlichen LGBTIQ*-Diskriminier-ungen endlich beseitigen soll. Das hatten SPD, Grüne und FDP im Wahlkampf versprochen. Darauf kann sich die queere Community freuen. Doch nicht allen gefällt das. Dass ausgerechnet ein Redakteur der Nürnberger Zeitung in einem Kommentar zum neuen Koalitionsvertrag als „Stimme der Normalos“ diese Beseitigung beklagt, während die „Normalbürger“ nur die „Kosten für den linken Gesellschaftsumbau“ tragen sollen, verwundert dann doch. Denn schon vor zehn Jahren wurden regelmäßig queere Themen in der Nürnberger Zeitung veröffentlicht, trotz konservativer Ausrichtung des Blattes. ...

+++ Was war passiert? Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie +++

Neues Angebot: Queer*Treff im Jugendtreff-Container (Foto: Container)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Jugend-Treff

Noch ganz frisch ist ein neues Angebot für queere Jugendliche im Nürnberger Stadtteil Langwasser-Nord gegenüber des Messegeländes. Im dortigen „Jugendtreff Container“ (Karl-Schönleben-Str. 70) findet immer Mittwoch von 17:00 (- 20:00) Uhr der „Queer*Treff“ statt. Für lesbische, schwule, bi, trans* Jugendliche (14 – 27 Jahre), und alle die es noch nicht wissen. Das Angebot entstand auf Wunsch einiger Besucher*innen. Diesen Wunsch hat das Team gerne, mit viel Elan und Herzblut, verwirklicht. Falls sich manche am Anfang nicht alleine trauen vorbeizuschauen, ihr könnt gerne eure Ally/ Allies zur Unterstützung mitbringen. Die Gruppe und das Jugendtreffteam helfen euch beim Kennenlernen der Einrichtung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich! Was wird dort gemacht? Den größten Teil der Zeit verbringt die Gruppe bei netten Gesprächen in den Sofaecken, in Kochgruppen, beim Spielen (Playstation, Karten- und Brettspiele) oder probiert sich im Tonstudio der Einrichtung aus. Außerdem werden auch gemeinsam Angebote und Aktionen geplant. Für neue Ideen sind sie immer offen. Gerne kann auch der Tanz- und Fitnessraum, sowie der Basketballplatz, Skateboards, Kicker oder die Tischtennisplatte genutzt werden.  +++ Ebenfalls NEU: Gruppenabend für queere Menschen von 12 bis 27 Jahren - Jeden Montag von 18:00 (- 20:00) Uhr im Jugendtreff BRiXX (Marienbergstr. 49) - Stadtteil Ziegelstein +++

Auflösung der Gruppe Queer Franken! (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Gruppe aufgelöst

Franken um eine queere Institution ärmer

Eigentlich wäre im Dezember groß gefeiert worden, denn die Gruppe Queer Franken hatte in diesen Tagen ihr 10-jähriges Jubiläum. Normaler-weise wäre bestimmt der Nebenraum in der Kofferfabrik Fürth wieder voller lieber Menschen gewesen plus mindestens einer riesigen Torte. Wäre nicht Corona, und vor allem, wäre nicht der Gründer Marco Berger vor eineinhalb Jahren in den Raum Stuttgart gezogen! Zwar wurde versucht, die Gruppe per Facebook mit dem neuen Namen „Queer Life LSBTIQ*“ (seit Oktober 2020) am Leben zu halten. Doch das hat nicht so wie gewünscht geklappt, auch wegen der Pandemie. Queer Franken lebte nämlich von der Aktivität in der realen Welt, dem Zusammensein, Erleben und Austausch vor Ort. „Der Social-Media Bereich ist dafür nicht geeignet.“ ... +++ Zum vollständigen Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

#TV-TIPPS

+++ 17.01. ARTE 14:15 Ein irrer Typ - Spielfilm // 21:00 TAGESSCHAU24 Schwul in Uniform - Ein Problem? - Doku // 23:00 SWR Krause kommt! Tahnee - Magazin +++ 18.01. TAGESSCHAU24 23:00 Schwul in Uniform - Ein Problem? - Doku +++ 19.01. WDR 23:00 Der schwangere Mann - Doku +++ 21.01. MDR 20:15 Die Schlagercharts 2021 - Show +++ 22.01. SWR 20:15 SWR4 Schlagerfeste - Das Beste aus 2021 - Show +++

Welt AIDS Tag: Gemeinsames Gedenken auf dem Jakobsplatz in der Nürnberger Altstadt

GEDENKEN:

Welt AIDS Tag

Leider geht der Welt-AIDS-Tag auch im zweiten Pandemie-Winter wegen all der Corona-Nachrichten etwas unter. Immerhin war in diesem Jahr wieder etwas mehr möglich. Perfekt organisiert auch diesmal der traditionelle ökumenische Gottes-dienst in der Kirche St. Jakob, unter Corona Hygieneregeln, also u.a. mit viel Abstand in den Bankreihen. In diesem Jahr zum Thema Freiheit. Überraschender Hörgenuss beim Verlassen der Kirche: Star Wars Filmmusik interpretiert auf der Orgel! Anschließend wurde beim DenkRaum auf dem Jakobsplatz der an AIDS verstorbenen Freunde und Mitbürger mit einem großen Kreis gedacht. Rund 35 Menschen wohnten der Zeremonie mit Live-Gesang bei und trotzten den eisigen stürmischen Winden. Gottesdienst und Gedenken organisiert von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und AIDS-Beratung Mittelfranken der Stadtmission Nürnberg. Der anschließend geplante gemeinsame Ausklang in der Jakobstraße mit Verköstigung durch das Restaurant Estragon musste auch in diesem Jahr wieder ausfallen. ...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalere des Welt-AIDS-Tages auf der DOKU-Seite +++

Gedenken für die Opfer von transphober Gewalt zum "Trans Day of Remembrance"

COMMUNITY NÜRNBERG:

Gedenken

Am dritten November-Samstag wurde auf dem Nürnberger Magnus-Hirschfeld-Platz mit einer kleinen Kundgebung plus Gedenk-Minute an die Opfer von transphober Gewalt erinnert. Anlass war der weltweite „Trans Day Of Remembrance“ (TDOR), der Gedenktag für die Opfer von Transphobie am 20. November. Rund ein Dutzend Menschen aus der queeren Community ließen Kerzen für die Opfer leuchten und standen für mehr Sichtbarkeit zusammen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti) wurden zwischen 01. Oktober 2020 und  30. September 2021 laut Statistik weltweit 375 Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität ermordet. 7% mehr als im vorherigen Zeitraum. ...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Titelbild des Monats:

Pressebilder 10 Jahre GAYCON.DE

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Vermutlich ab 2022 wollen wir unsere GAYCON Titelbild-Reihe mit selbstbewussten Models aus der queeren Community neu starten! Wie immer mit jahreszeitlichen Motiven aus dem Stadtgebiet Nürnberg oder der Region. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem Foto-Shooting ablichten zu lassen, kann sich ab sofort wieder bei uns melden. Entweder persönlich, per Facebook oder per E-Mail unter info@gaycon.de! (Bitte mit Foto) Wir freuen uns auf LSBTTIQ*-Bewerbungen - Euer GAYCON Team

+++ Weiter Infos auch auf unserer MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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