#Gedenkstätte für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes

Chronologisch von oben nach unten: Neugestaltung Platz & Regenbogenbank (2020), Magnus-Hirschfeld-Platz (2019), Stele beschmiert & Gedenkplatz (2019), Vandalismus Gedenkstele (2017), Einweihung Blumenfeld (2016), Einweihung Gedenkstele & Hintergrundbericht Mahnmal (2013)

Neugestaltung Magnus-Hirschfeld-Platz abgeschlossen: Der Nürnberger Community Gedenkort hat ein neues Gesicht bekommen.

Neugestaltung

Die Neugestaltung des Nürnberger Community Gedenkortes am Magnus-Hirschfeld-Platz ist fertig. Pünktlich zum IDAHOBIT Mitte Mai wurden die Zäune abgebaut, welche die gärtnerische Neuanlage seit Monaten geschützt hatten, damit der frisch gesäte Rasen und die jungen Plfanzen in Ruhe anwachsen konnten. Die Gedenkstätte für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus wurde damit deutlich aufgewertet. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) nahm für die Umgestaltung 100.000 Euro für die 500 Quadratmeter große Fläche in die Hand.

Die kleine Grünanlage am Sterntor Parkhaus, umrahmt von Grasersgasse im Westen und Vorderer Sterngasse im Osten, ist Teil des Grünzugs entlang der Stadtmauer in der südlichen Altstadt mit Blick auf das gegenüberliegende Opernhaus. Schon im Jahr 2017 hatte der Arbeitskreis Politik vom Verein Fliederlich die Idee, dem Platz einen würdigen Namen zu geben, inklusive einer gärtnerischen Aufwertung des Gedenkortes. Das stieß auf offene Ohren bei der Stadt mit Bürgermeister Christian Vogel. Bei den fortgeschrittenen Planungen im Frühjahr 2019 gab es auch noch die Möglichkeit, weitere Wünsche aus der Community aufzunehmen. Bei einer Besichtigung beteiligten sich auch einige Aktivisten des CSD Orgateams, hier wurde die Versetzung des Gedenkbeetes angeregt. Damit konnte generell eine Neukonzeption mit Gedenksteinen und Gedenkkugel aus Naturstein um die bestehende Infostele erfolgreich umgesetzt werden.  Nachdem der Stadtrat im Jahr 2019 beschlossen hatte, dem Platz erstmals einen Namen zu geben, erhielt die bisher namenlose Fläche den Namen Magnus-Hischfeld-Platz. Die beschlossene Umgestaltung war aber im Frühjahr 2019 nicht zu schaffen, deshalb gingen die eigentlichen Umbauarbeiten von Oktober bis Dezember über die Bühne. Nach Rodung des bestehenden Gehölzbestandes wurde auf einer Fläche von 130 Quadratmetern ein neues geschwungenes Pflanzbeet angelegt. Die Wahl fiel auf niedrige Bodendecker mit zahlreichen Blühaspekten wie dem Lila Zierlauch (sehr vielversprechend: ‚Allium Gladiator‘), farbigen Tulpenpflanzungen und Rosenstauden. Dichte Felder von Reitergras und ein Zierapfelbaum runden das neue Erscheinungsbild des Gedenkorts ab. Die Hauptblüte soll jedes Jahr Mitte Mai zum IDAHOBIT und zum CSD Nürnberg Anfang August erfolgen. Die immergrüne Hecke im Norden der Anlage verdeckt gleichzeitig optisch die Parkhauseinfahrt. Feuerdornhecken mit Blüten und Beeren werden zukünftig einen Lebensraum für Vögel und Nahrung für Insekten bieten, Fliedersträucher und Zierapfel mit einfachen Blüten als Pollenspender und Nahrung für Insekten. Seit März 2020 sorgt die Regenbogenbank für eine zusätzliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zugleich für ein ausdruckstarkes Signal an dieser Stelle. Die Bank wurde in den Sör-Werkstätten gefertigt. Christian Vogel ist vom Gesamtergebnis überzeugt: „Die erste Blühphase der neu gestalteten Anlage zeigt, dass hier ein würdiger Gedenkort für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus entstanden ist, der zusätzlich mit seiner Namensgebung auf einen Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung verweist. Der aus einer jüdischen Familie stammende deutsche Nervenarzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld war am 14. Mai 1935 – also vor genau 85 Jahren – in seinem Exil in Nizza verstorben. Zuvor hatten die Nationalsozialisten 1933 seine Institutsbibliothek, seine Büste und die von ihm verfassten Bücher und Schriften während der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz vernichtet, woraufhin zahlreiche Mitstreiter Hirschfelds Selbstmord begingen. Wir haben künftig in Nürnberg einen würdigen Platz der Erinnerung an ihn und an homosexuelle Opfer im Dritten Reich.“

 

NK/ GAYCON Mai 2020

Bilderserie Magnus-Hirschfeld-Platz, Mai 2020

Bürgermeister Christian Vogel enthüllte sein Geschenk: Eine Regenbogenbank für den Gedenkort der queeren Community

 

Überraschung

Am ersten März-Mittwoch lud die Stadt Nürnberg zum Foto-Pressetermin auf den Magnus-Hirschfeld-Platz ein. Als Überraschung enthüllte Bürgermeister Christian Vogel sein Geschenk, eine Regenbogenbank, noch vor Abschluss der Umbauarbeiten an der Gedenkstätte für die homosexuellen Opfer des Nazi-Regimes. Unterstützt wurde Vogel bei der Enthüllung von Bastian Brauwer, Vorstandsvorsitzender des CSD Fördervereins Nürnberg. Seit Herbst 2019 wertet der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) die Grünanlage am Sterntor auf. Gemeinsam wurde mit Fliederlich und dem CSD-OrgaTeam beschlossen, den Gedenkort gleichzeitig neu zu ordnen. Die Lesben-Gedenkkugel wurde ebenso neu positioniert wie das Gedenkbeet. Nur die Gedenkstele blieb an Ort und Stelle, aber einige Pflasterarbeiten heben den Bereich nun zusätzlich optisch hervor. Eine immergrüne Schnitthecke, eine geschwungene Rasenfläche und Blumenbeete runden die Neugestaltung ab. Eine Bank zum Verweilen war geplant. Dass sie nun in Regenbogenfarben aufgestellt wurde, wertet die Anlage als Gedenkort der queeren Community weiter auf. Die Fertigstellung der Anlage mit Abbau der Baustellenzäune ist im Frühling geplant. Die Eröffnung erfolgt zum IDAHOBIT (International Day Against Homo- and Transphobia) zum 17. Mai 2020. (NK/ Fotos: Fliederlich)

GAYCON März 2020

Der Nürnberger Community Gedenkplatz hat ab jetzt einen eigenen Namen: "Magnus-Hirschfeld-Platz"

Würdiger Name

Nürnberg hat jetzt einen „Magnus-Hirschfeld-Platz“. Am ersten Juli-Freitag erfolgte die Übergabe an die Öffentlichkeit in einem feierlichen Rahmen mit Bürgermeister Christian Vogel. Regenbogenfahnen und eine Girlande wehten im Wind, während Sängerin Joana Zimmer mit stimmgewaltigem Live-Gesang für Gänsehaut Momente sorgte. Etwa 100 Gäste aus der Community ließen es sich nicht nehmen, bei diesem wichtigen Ereignis dabei zu sein und zeigten Präsenz, hitzebedingt lieber im Schatten der großen Platane. Damit hat unser Community Gedenkort, mit der Gedenkstele an die Homosexuellen Opfer des Nazi-Regimes sowie des Pragraphen 175, mit dem Gedenkbeet und der neuen Gedenkkugel, einen würdigen Platznamen bekommen und kann nun besser im Stadtgeschehen verortet werden. Der Zufall wollte es, dass die Einweihung fast auf ein symbolisches Datum traf. Am 06. Juli 1919 gründete Magnus Hirschfeld nämlich sein „Institut für Sexualwissenschaften“ in Berlin. Also vor 100 Jahren. „Es ist ein schönes und wichtiges Zeichen für die Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, betonte Christian Vogel. Er berichtete auch, dass in allen zuständigen Gremien über alle Parteigrenzen hinweg die Platzbenennung quasi als Selbstläufer durchging, was selten der Fall sei. Ein heute in Übersee lebendes Mitglied der Familie Hirschfeld hatte von der Aktion erfahren und ließ Dank ausrichten. Trotz der außerordentlichen Bedeutung Hirschfelds, der nicht nur als Arzt seiner Zeit weit voraus war, gibt es in Deutschland nur wenig nach ihm benannte Orte. Die neuen Platzschilder wurden schon zum IDAHOBIT Gedenktag im Mai angebracht. Dabei wird es nicht bleiben, denn die gesamte Ecke soll insgesamt auch noch gärtnerisch aufgewertet werden. Im Herbst wird die Anlage komplett mit attraktiven Büschen, Sträuchern sowie Stauden in gestalterischem Schwung neu bepflanzt, das Gedenkbeet versetzt, zum Verweilen wird künftig eine Bank einladen (siehe Plan in der Fotogalerie).

Im Herbst 2019 wird der Magnus-Hirschfeld-Platz nach diesem Plan umgestaltet, um die Attraktivität des Gedenkortes zu erhöhen.

Schon vor zwei Jahren wurde im Fliederlich Arbeitskreis Politik überlegt, dem Gedenkort einen Namen zu geben. Das Nürnberger „Bündnis gegen Trans- und Homophobie“ fand es dabei passend, dass dieser Platz nach dem engagierten Kämpfer gegen den Strafrechtsparagraphen 175 benannt wird. Magnus Hirschfeld (* 14. Mai 1868; † 14. Mai 1935) war der Gründer des „Wissenschaftlich-Humanitären Komitees“, das sich ab 1897 für eine Strafrechtsreform einsetzte. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde das Institut für Sexualwissenschaften bereits im Jahr 1933 geschlossen, die Bücher und Schriften wurden vernichtet. Das Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee wurde umgehend aufgelöst. Magnus Hirschfeld selbst war bereits 1932 nach massiven Anfeindungen ins Exil gegangen, wo er 1935 starb. In Nürnberg hatte das Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee eine Anhängerschaft. Es gab den Treffpunkt von hiesigen Mitgliedern im Verein „Silhouette“. Der hier in Nürnberg verlegte „Stürmer“ hatte Magnus Hirschfeld, der jüdisch und homosexuell war, auch als Vorzugsopfer mehrfach ins Visier genommen und sicherlich zu seinem Exil ab 1932 beigetragen. In Deutschland erinnern nur wenige Straßen an der ersten Kämpfer der Homosexuellenbewegung. In Lehnitz bei Oranienburg (Straße) nach Ende des zweiten Weltkrieges, Magnus-Hirschfeld-Ufer (2008/ Berlin), Magnus-Hirschfeld-Weg (2015/ Magdeburg).

 

(Foto/ Text NK)

GAYCON Juli 2019

Bildergalerie zur Einweihung des "Magnus-Hirschfeld-Platz", Nürnberg - 05. Juli 2019

Beschmierte Gedenkstele am Nürnberger Sterntor

Stele beschmiert

Die Nürnberger Community ist fassungslos: Erneut wurde der Gedenkort geschändet! Die Gedenkstele für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus und des §175 in der Bundesrepublik am Nürnberger Sterntor wurde mit einem großen A beschmiert. Die Tat wurde vermutlich am dritten Januar-Wochenende verübt. Der oder die Täter sind bislang unbekannt. Benjamin T. hat ein erstes Foto über Facebook am Sonntagnachmittag veröffentlicht. Inzwischen wurde auch SÖR Nürnberg über die Tat informiert. Schon 2017 wurde die Gedenkstele einmal mutwillig beschädigt und die Glasplatte sogar zerstört (GAYCON berichtete). „Wir werten diese Schmiererei als Schädigung des Andenkens an die Opfer und auch als Ausdruck von Homophobie. Wir werden daher Strafanzeige erstatten und hoffen, dass auch die Stadt Nürnberg dies tun wird“ teilen in einer Pressemitteilung Uwe Scherzer, Marco Berger, Michael Glas und Klaus-Dieter Roese vom Koordinierungsgremium des Bündnis gegen Trans- und Homophobie am Montagnachmittag mit und wollen mit der Anzeige verdeutlichen, das die Tat nicht geduldet wird. „Als Bündnis … setzen wir uns für Akzeptanz, Gleichberechtigung und eine offene, bunte Gesellschaft ein. Auch die Beschädigung von Gedenkorten ist ein Anschlag auf diese Gesellschaft und auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte.“

 

NK

GAYCON Januar 2019

Mutwillige Beschädigung der Nürnberger Gedenkstele der homosexuellen Opfer des Nazi Regimes am Sterntor

Vandalismus an der Gedenkstele

Eine unschöne Entdeckung mussten wir GAYCON Reporter auf dem Weg zum Fliederlich Empfang am Mittwochabend den 03. Mai 2017 machen. Eine Seite der Gedenkstele der homosexuellen Opfer des Nazi Regimes wurde offensichtlich mutwillig beschädigt! Ein Stück Sicherheitsglas ist herausgeschlagen, dadurch ist die Scheibe komplett mit Rissen überzogen, der Text ist dadurch unlesbar geworden. Laut Aussagen unserer Freunde war am Maifeiertag noch alles in Ordnung. Die Presseabteilung der örtlichen Polizei hatte für uns noch keinerlei Informationen über die Hintergründe der Tat. Inzwischen wurden die defekten Schutz- und Textscheiben komplett abgebaut. Bürgermeister Christian Vogel wurde von uns informiert und bemüht sich die Schäden bis zum IDAHOT am 17. Mai 2017 zu beseitigen. Hier seine offizielle Stellungnahme zur Tat: „Es ist unverständlich und nicht nachvollziehbar, wie aus reiner Zerstörungswut selbst vor Gedenkstelen nicht halt gemacht wird. Ich verurteile diese Zerstörung auf das Schärfste. Wir werden möglichst schnell eine Reparatur der zerstörten Teile durchführen. Die Erinnerung sollte uns allen Mahnung genug sein. Das Nazi-Regime hat viel Leid und Schande über unser Land gebracht, das darf nicht einfach vergessen werden. Das sind wird den Opfern und den Hinterbliebenen schuldig. Nürnberg ist und bleibt eine Stadt, wo sich jeder daheim und wohlfühlen kann, egal woher er/sie kommt und egal welcher sexuellen Orientierung er/sie sich zugezogen fühlt.Wir bleiben dran!

Noch ist das Pflanzbeet nur grün, im Sommer wird ein 'Rosa Winkel' erblühen

Florales Memoriam

Am IDAHOT Tag um 18:00 Uhr wurde mit Bürgermeister Christian Vogel und CSD-Vorstand Dieter Barth das neue Pflanzbeet an der Gedenkstele mit einer Gedenkminute und Niederlegung eines Blumengestecks eingeweiht. Das Blumenfeld soll gemeinsam mit der Gedenkstele an die Verfolgung von Homosexuellen in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 erinnern. Zum Gedenken an die staatlichen Repressionen durch das Dritte Reich. Im Grünzug am Sterntor ist ein Buchsrahmen, eingefasst mit einem Metallrechteck, entstanden. In der oberen Mitte des Pflanzbeetes wurden Lavendelstauden in Form eines Dreiecks gesetzt. Zukünftig wird pünktlich in jedem Sommer zum CSD Termin hier ein ‚Rosa Winkel‘ blühen. Die Bepflanzung erinnert damit an die Kennzeichnung homosexueller Häftlinge mit rosa Stoffdreiecken an der Kleidung, wie sie in den NS-Konzentrationslagern ab 1936 üblich war. Außerdem stiftete Steinmetz Bastian Brauwer eine selbst gefertigte Gedenktafel mit Inschrift. Hier sollen zukünftig die Blumenkränze niedergelegt werden. Der Förderverein Christopher Street Day e.V. hat die Pflanzpatenschaft übernommen. Der Vereinsvorsitzende Dieter Barth berichtete, dass der Auslöser der Umgestaltung eine heftige Diskussion, ob es sich um eine Gedenk- oder Informationsstele handele, im letzten Jahr bei der CSD-Stadtführung vorangegangen sei. Barth erkundigte sich daraufhin beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör), ob eine Aufwertung des Umfeldes der Stele mittels eines Gedenksteines möglich wäre. Sör-Werksleiter Christian Vogel hatte stattdessen die Idee, an dieser Stelle ein hochwertiges Pflanzbeet zu schaffen. Die Instandhaltung obliege nun für die nächsten 125 Jahre dem CSD-Verein, scherzte Vogel. Die Kollekte aus dem CSD-Queergottesdienst 2015, der CSD Verein und Sponsoren finanzierten die Umgestaltung.

Bildergalerie zur Einweihung des Blumenfelds an der Gedenkstele der homosexuellen Opfer des NS-Regimes - 17. Mai 2016

Zahlreiche Gäste waren bei der Einweihung der Gedenkstele Anwesend

Was lange währt,

wird manchmal zur Reminiszenz des folgenden Jahrtausends. Am 27. Juni wurde die Gedenkstele für die homosexuellen Opfer einer furchtbaren Zeit enthüllt, die sich in Form der Kriminalisierung schwuler Männer bis weit über die Kriegsjahre hinaus hinzog. Unter C-Partei-Führung ließ die junge Republik den ‚175er’ noch über zwei Jahrzehnte stehen. Im Jahr 1969 wurde der Paragraph modifiziert, um erst ein viertel Jahrhundert danach im Jahr 1994 endgültig abgeschafft zu werden. Inzwischen sind weitere 19 Jahre vergangen. Gemessen an der Reaktionseile für andere Opfergruppen eine gefühlte Ewigkeit. Sei’s drum – die Stele steht. Dank eines Antrags der Bündnisgrünen im Stadtrat (Der erste im Jahr 2006 durch Jürgen Wolff), des Einsatzes von Fliederlich e.V. und zahlreicher Helfer hat die ‚Stadt des Friedens und der Menschenrechte’ einen Mosaikstein endlich auch für uns gesetzt. Wir stehen davor in einer besseren Zeit, können öffentlich derer gedenken, die vielfach gar nicht mehr leben. Eine Erinnerung eben, aber auch ein immer noch notwendiges Mahnmal! Zahlreiche Besucher, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Presseleute und sogar TV-Sender waren vor Ort dabei.

Bildergalerie zur Einweihung der Nürnberger Gedenkstele für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes am 27. Juni 2013

Fotos Norbert Kiesewetter

GAYCON 27. Juni 2013

Ralph Hoffmann zeigt den zukünftigen Standort des Mahnmals

Die Kulturmeile ist auch Gedenkmeile 

Mahnmal für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes kommt 

Am 30. November beschloss der Nürnberger Kulturausschuss einstimmig die Errichtung eines Mahnmales am Sterntor für die schwulen und lesbischen Opfer der Nazizeit. Damit wurde die öffentliche Zusage für eine Gedenkstelle von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly beim CSD-Straßenfest 2012 nun tatsächlich offiziell umgesetzt. Nun wächst die Gedenkmeile entlang des Frauentorgrabens um ein weiteres Mahnmal. Die geschichtliche Achse umfasst sowohl die Straße der Menschenrechte als auch das AOK-Grundstück, wo vor dem zweiten Weltkrieg der Industrie- und Kulturverein stand. Was viele nicht wissen, in dessen Saalbau verkündeten die Nazis die Verschärfung des § 175. Der zukünftige Mahnmal-Standort am Sterntor hat ebenfalls einen geschichtlichen Bezug. In den 30er/40er Jahren war der Bereich ein beliebter Treffpunkt für homosexuelle Männer. Auf dem Gelände des heutigen Maritim-Hotels stand eine Herberge, die überwiegend von der Hitlerjugend genutzt wurde. Von dort aus wurden Schwule „gerne“ beobachtet und denunziert. Es ist auch ein konkreter Fall von Johann Fluhrer dokumentiert, der durch Anzeigen im Jahr 1931 in die Mühlen der staatlichen Behörden geriet und mit dem Prozessurteil die Todesstrafe bekam, welche am 24. März 1944 in München-Stadelheim vollzogen wurde.

„Schon im Jahr 2001 zur Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände entstand über ein Seminar die Zusammenarbeit von Fliederlich und Geschichte für Alle e.V. So wurde die Studie ‚Homosexuelle unterm Hakenkreuz‘ erstellt“, berichtet Ralph Hoffmann (50), Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen. „Es folgte der erste Antrag für einen Nürnberger Opfer-Gedenkstein durch Stadtrat Jürgen Wolff im August 2006. Durch die Diskontinuität in der Wahlperiode 2008 verfielen automatisch alle Vorhaben, die nicht verabschiedet wurden (=gewöhnlicher Vorgang). Deshalb stellte ich einen überarbeiteten Antrag im September 2011.“ Es folgte der übliche Weg durch die Verwaltung, wie Befragung des Baureferats (ob der Untergrund geeignet ist) sowie Stellungnahme der Polizei (wegen eventuellem Vandalismus). „Der Standort ist die schöne kleine Parkanlage, nahe dem historischen Ort. Es wird eine schulterhohe Infostele werden, wobei der Text noch ausgearbeitet werden muss. Nun wird der Künstler beauftragt, einen Entwurf zu liefern“, erklärt Ralph den weiteren Verlauf. „Nach ersten Schätzungen soll das Mahnmal zwischen 10.000 und 25.000 Euro kosten. Fliederlich und ein weiterer Spender würden die Kosten bezuschussen, aber die Stadt fühlt sich selbst in der Verpflichtung.“ Wenn der Zeitrahmen eingehalten wird, soll in etwa eineinhalb Jahren alles fertig sein. Der CSD-Verein überlegt, die Demoroute abzuändern, weil zukünftig das Mahnmal mit Kranzniederlegung einbezogen werden soll. „Ich bin froh und glücklich, dass der Beschluss zum Mahnmal nun einstimmig erfolgte. Wir wissen von 40 namentlich bekannten Nazi-Opfern allein aus Nürnberg. 12 000 bis 15 000 Homosexuelle wurden in den KZs umgebracht oder kastriert“, berichtet Ralph. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher liegt.“ 

Text/ Fotos Norbert Kiesewetter 

GIFT Magazin Januar 2013

Erster Platz für Rosegardens (Foto: Rosegardens)

ERSTER PLATZ:

Rosegardens gewinnt Wettbewerb

GAYCON gratuliert: Oliver & Michael haben erneut den Wettbewerb „Nürnbergs schönstes Weihnachtsgeschäft“ auch 2021 mit ihrem Stil-Juwel Rosegardens (Vordere Sterngasse 24) gewonnen! Zum zweiten Mal hatte die City-Gewerbevereinigung „Erlebnis Nürnberg e.V.“ den Publikumswettbewerb im Advent gestartet. Sie wollten von den Kunden wissen, welches Geschäft die schönste Weihnachts-dekoration im Einzelhandel hat. Die Kunden nominierten über 40 Geschäfte im Stadtgebiet Nürnberg. 10.000 Gewinnspiel-karten wurden in den letzten vier Wochen verteilt. ... +++ Bericht & Fotos auf der DOKU-Seite +++

Demo "Queere Rechte sind Menschen Rechte" auf dem Willy-Brandt-Platz (Foto: CSD Nürnberg)

PROTEST ZEIGT ERFOLG

Ein Kommentar in der Nürnberger Zeitung erhitzte die Community

Dank der neuen Ampelkoalition steht einiges im Koalitionsvertrag, welches die jahrelangen staatlichen LGBTIQ*-Diskriminier-ungen endlich beseitigen soll. Das hatten SPD, Grüne und FDP im Wahlkampf versprochen. Darauf kann sich die queere Community freuen. Doch nicht allen gefällt das. Dass ausgerechnet ein Redakteur der Nürnberger Zeitung in einem Kommentar zum neuen Koalitionsvertrag als „Stimme der Normalos“ diese Beseitigung beklagt, während die „Normalbürger“ nur die „Kosten für den linken Gesellschaftsumbau“ tragen sollen, verwundert dann doch. Denn schon vor zehn Jahren wurden regelmäßig queere Themen in der Nürnberger Zeitung veröffentlicht, trotz konservativer Ausrichtung des Blattes. ...

+++ Was war passiert? Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie +++

Neues Angebot: Queer*Treff im Jugendtreff-Container (Foto: Container)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Jugend-Treff

Noch ganz frisch ist ein neues Angebot für queere Jugendliche im Nürnberger Stadtteil Langwasser-Nord gegenüber des Messegeländes. Im dortigen „Jugendtreff Container“ (Karl-Schönleben-Str. 70) findet immer Mittwoch von 17:00 (- 20:00) Uhr der „Queer*Treff“ statt. Für lesbische, schwule, bi, trans* Jugendliche (14 – 27 Jahre), und alle die es noch nicht wissen. Das Angebot entstand auf Wunsch einiger Besucher*innen. Diesen Wunsch hat das Team gerne, mit viel Elan und Herzblut, verwirklicht. Falls sich manche am Anfang nicht alleine trauen vorbeizuschauen, ihr könnt gerne eure Ally/ Allies zur Unterstützung mitbringen. Die Gruppe und das Jugendtreffteam helfen euch beim Kennenlernen der Einrichtung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich! Was wird dort gemacht? Den größten Teil der Zeit verbringt die Gruppe bei netten Gesprächen in den Sofaecken, in Kochgruppen, beim Spielen (Playstation, Karten- und Brettspiele) oder probiert sich im Tonstudio der Einrichtung aus. Außerdem werden auch gemeinsam Angebote und Aktionen geplant. Für neue Ideen sind sie immer offen. Gerne kann auch der Tanz- und Fitnessraum, sowie der Basketballplatz, Skateboards, Kicker oder die Tischtennisplatte genutzt werden.  +++ Ebenfalls NEU: Gruppenabend für queere Menschen von 12 bis 27 Jahren - Jeden Montag von 18:00 (- 20:00) Uhr im Jugendtreff BRiXX (Marienbergstr. 49) - Stadtteil Ziegelstein +++

Auflösung der Gruppe Queer Franken! (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Gruppe aufgelöst

Franken um eine queere Institution ärmer

Eigentlich wäre im Dezember groß gefeiert worden, denn die Gruppe Queer Franken hatte in diesen Tagen ihr 10-jähriges Jubiläum. Normaler-weise wäre bestimmt der Nebenraum in der Kofferfabrik Fürth wieder voller lieber Menschen gewesen plus mindestens einer riesigen Torte. Wäre nicht Corona, und vor allem, wäre nicht der Gründer Marco Berger vor eineinhalb Jahren in den Raum Stuttgart gezogen! Zwar wurde versucht, die Gruppe per Facebook mit dem neuen Namen „Queer Life LSBTIQ*“ (seit Oktober 2020) am Leben zu halten. Doch das hat nicht so wie gewünscht geklappt, auch wegen der Pandemie. Queer Franken lebte nämlich von der Aktivität in der realen Welt, dem Zusammensein, Erleben und Austausch vor Ort. „Der Social-Media Bereich ist dafür nicht geeignet.“ ... +++ Zum vollständigen Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

#TV-TIPPS

+++ 17.01. ARTE 14:15 Ein irrer Typ - Spielfilm // 21:00 TAGESSCHAU24 Schwul in Uniform - Ein Problem? - Doku // 23:00 SWR Krause kommt! Tahnee - Magazin +++ 18.01. TAGESSCHAU24 23:00 Schwul in Uniform - Ein Problem? - Doku +++ 19.01. WDR 23:00 Der schwangere Mann - Doku +++ 21.01. MDR 20:15 Die Schlagercharts 2021 - Show +++ 22.01. SWR 20:15 SWR4 Schlagerfeste - Das Beste aus 2021 - Show +++

Welt AIDS Tag: Gemeinsames Gedenken auf dem Jakobsplatz in der Nürnberger Altstadt

GEDENKEN:

Welt AIDS Tag

Leider geht der Welt-AIDS-Tag auch im zweiten Pandemie-Winter wegen all der Corona-Nachrichten etwas unter. Immerhin war in diesem Jahr wieder etwas mehr möglich. Perfekt organisiert auch diesmal der traditionelle ökumenische Gottes-dienst in der Kirche St. Jakob, unter Corona Hygieneregeln, also u.a. mit viel Abstand in den Bankreihen. In diesem Jahr zum Thema Freiheit. Überraschender Hörgenuss beim Verlassen der Kirche: Star Wars Filmmusik interpretiert auf der Orgel! Anschließend wurde beim DenkRaum auf dem Jakobsplatz der an AIDS verstorbenen Freunde und Mitbürger mit einem großen Kreis gedacht. Rund 35 Menschen wohnten der Zeremonie mit Live-Gesang bei und trotzten den eisigen stürmischen Winden. Gottesdienst und Gedenken organisiert von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und AIDS-Beratung Mittelfranken der Stadtmission Nürnberg. Der anschließend geplante gemeinsame Ausklang in der Jakobstraße mit Verköstigung durch das Restaurant Estragon musste auch in diesem Jahr wieder ausfallen. ...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalere des Welt-AIDS-Tages auf der DOKU-Seite +++

Gedenken für die Opfer von transphober Gewalt zum "Trans Day of Remembrance"

COMMUNITY NÜRNBERG:

Gedenken

Am dritten November-Samstag wurde auf dem Nürnberger Magnus-Hirschfeld-Platz mit einer kleinen Kundgebung plus Gedenk-Minute an die Opfer von transphober Gewalt erinnert. Anlass war der weltweite „Trans Day Of Remembrance“ (TDOR), der Gedenktag für die Opfer von Transphobie am 20. November. Rund ein Dutzend Menschen aus der queeren Community ließen Kerzen für die Opfer leuchten und standen für mehr Sichtbarkeit zusammen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti) wurden zwischen 01. Oktober 2020 und  30. September 2021 laut Statistik weltweit 375 Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität ermordet. 7% mehr als im vorherigen Zeitraum. ...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Titelbild des Monats:

Pressebilder 10 Jahre GAYCON.DE

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Vermutlich ab 2022 wollen wir unsere GAYCON Titelbild-Reihe mit selbstbewussten Models aus der queeren Community neu starten! Wie immer mit jahreszeitlichen Motiven aus dem Stadtgebiet Nürnberg oder der Region. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem Foto-Shooting ablichten zu lassen, kann sich ab sofort wieder bei uns melden. Entweder persönlich, per Facebook oder per E-Mail unter info@gaycon.de! (Bitte mit Foto) Wir freuen uns auf LSBTTIQ*-Bewerbungen - Euer GAYCON Team

+++ Weiter Infos auch auf unserer MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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