#Prävention

Chronologisch von oben nach unten: Sexpert*innen (2019), Chemsex, Bericht Martin Tröbs (2016), Torben geht (2015)

Die neue geschlechtsoffene Präventionsgruppe "Sexpert*innen" der AIDS-Hilfe Nürnberg

Sexpert*innen

Alle stolpern erstmal über den Namen. Es geht um Sex, soviel ist jedem sofort klar. Allerdings geht es um keine Dildo-Party oder um die Sex-Arbeit an der Frauentormauer. Nein, das ist der neue Name des Präventionsteams der AIDS-Hilfe Nürnberg! Als G. P. S. Verkehrshelfer waren sie in den Kneipen oder mit Infoständen auf Partys in der Nürnberger Community bekannt und verteilten fleißig Kondome, Süßigkeiten und Informationen rund um Safer Sex & Co. Schwule und bisexuelle Männer wurden auch an Cruising-Orten bewusst informiert. Als das Team anfing, war der Begriff „queer“ noch nicht sehr bekannt. In den letzten Jahren hat sich aber die schwule Szene zur queeren Community gewandelt. Deshalb wollte das Präventionsteam den Wandel mittragen, denn auch sie sind „queer“! Darum beschlossen sie im Januar, sich einen neuen Namen zu geben: „Sexpert*innen“. Damit öffnen sie sich der queeren Community als geschlechtsoffene Präventionsgruppe. Frisch aus dem Druckershop sind die neuen blauen T-Shirts. Aktuell sind sie damit schon im Einsatz. Natürlich werden sie auf der CSD-Nürnberg-Demo mitlaufen und auf dem Straßenfest am AIDS-Hilfe Infostand Präsenz zeigen. Ihr Einsatzgebiet bleibt gleich. Aufklärung und Information sind weiterhin wichtig, denn zwar sind die HIV-Infektionszahlen rückläufig, dafür steigen die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Das Team ist hoch motiviert: „Mit meinem Engagement die Szene bereichern“, betont Carsten. „Leute aufklären, mich selber aufklären“, betont Pascal. „Meine Motivation ist der Aufklärungsaspekt und damit in der Szene aktiv zu sein“, sagt Markus. „Jungen Menschen die Angst vor dem Sex nehmen“, betont Jörn. Insgesamt will sich die Gruppe für alle öffnen. Denn auch Frauen und Trans*menschen können aufklären. Das aktuelle Männer-Team freut sich auf Nachwuchs aus der queeren Szene. Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit unter der Team- und Einsatzkoordination des hauptamtlichen Sozialpädagogen René Scheuermann. E-Mail: rene.scheuermann@aidshilfe-nuernberg.de

 

Foto / Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2019

Die AIDS-Hilfe Nürnberg ist mit Martin Tröbs Ansprechpartner für Sexsüchtige und Chemsex Betroffene

Lust als Last

In Bezug auf das rechte Maß aller Dinge und deren Schädlichkeit beim Übermaß macht der Sex leider keine Ausnahme. Gerade junge unerfahrene Männer, die plötzlich damit konfrontiert werden, dass sie Alles und das jederzeit bekommen können, rutschen leicht in den Strudel der Sucht ab. Drogen wirken hier als Katalysator bis hin zur Lebensgefährdung. Trotz dieser Gefahren bleibt das Thema Sexsucht und Chemsex (unter Drogen) ein Tabu, auch in der Schwulenszene. Das möchte Martin Tröbs von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. nun aufbrechen. Deshalb gibt es gleich zwei Veranstaltungen mit Diskussionen zu diesem Sachverhalt im Rahmen des CSD Nürnberg an zwei Abenden im Tagungszentrum in der Entengasse. Doch woran erkennt man die Sexsucht?

 

„Es ist schwer, eine Sucht zu definieren. Es geht um Konsum und Ware. Die Gefährdung ist immer vorhanden, jedoch werden z. B. nicht alle Alkoholtrinker auch Alkoholiker. In der Schwulenszene sind vorwiegend diejenigen Männer Sexsucht gefährdet, die sich regelmäßig lange an Cruising-Orten wie Klappen, Saunen und anderen Treffs aufhalten“, betont Martin, der zugibt, selbst in jungen Jahren in diesem Suchtstrudel gefangen gewesen zu sein. „Sucht zeigt sich, wenn der Spaß weniger wird als die unangenehmen Folgen: Wie sieht die Wohnung aus? Immer wieder Geschlechtskrankheiten! Die Freunde werden weniger! Es gibt Probleme in der Arbeit und man will es selbst nicht mehr tun, macht aber trotzdem weiter. Man leidet, war drei Stunden im Park, von Mücken zerstochen und hat irgendwann mit den letzten dahergelaufenen Typen rumgemacht.“ 5 bis 10 Prozent der schwulen Männer sind sexsüchtig. Der Schritt in die Drogenabhängigkeit ist dabei ist nur ein ganz kleiner. Die Einstiegsdroge ist Poppers und die verlangte Steigerung führt beispielsweise mit Chrystal Meth in die so gut wie garantierte Katastrophe. Grundsätzlich sind Männer experimentierfreudiger, und im Rausch steigen der Testosterondruck und die Geilheit. „Sex mit Drogeneinnahme kann ein Teufelskreis werden. Betroffene erklärten, es wäre der beste Sex, den sie je erlebt haben. Der Orgasmus wäre tausendfach besser. Aber Sex ohne Drogen wollten und konnten sie danach nicht mehr ausüben. Die Überzeugung, keine Beziehung mehr führen zu können, tritt ebenfalls ein“, beschreibt Martin. „Deshalb wollen wir als AIDS-Hilfe informieren und aufklären sowie als Ansprechpartner für Betroffene da sein. Ich glaube aber jetzt nicht, dass es zur Gründung einer Selbsthilfegruppe kommen wird, denn betroffene Schwule bezeichnen sich selbst nicht als sexsüchtig“.

 

Termin: Dienstag 02. August 2016 19:30 Uhr Hypersexualität – Wenn Sex zur Sucht wird – Vortrag mit Dipl. Psych. Christopher Knoll & Diskussion. Eintritt frei. +++ Donnerstag 04. August 2016 19:30 Uhr „CHEMSEX“ (GB 2015, Dokufilm, OmU, 83 min, FSK 16) & Diskussion. Eintritt frei. – jeweils im Tagungszentrum der AIDS-Hilfe Nürnberg (Entengasse 2)

 

Text/ Foto Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2016

Martin Tröbs ist der neue Ansprechpartner in der Präventionsarbeit.

Authentische Beratung

Der neue Ansprechpartner in der Präventionsarbeit bei der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. ist ein alter Bekannter: Martin Tröbs. Bereits von 1988 bis 1996 hatte er als Hauptamtlicher im Verein gearbeitet. Martin möchte Bewährtes fortführen, aber auch neue Akzente setzen. Vom G.P.S. – Verkehrshelfer-Team ist er herzlich aufgenommen worden.

 

Frischer Wind hat bereits durchgefegt im Beratungsbüro in der Entengasse, der Raum ist tipptopp aufgeräumt. An der Wand hängt Ralf Königs Zeichnung für ein LP-Cover, einst entworfen für den damaligen Nürnberger schwulen Männerchor „MäNü“, den Martin mitgegründet hatte. Seine selbstständige Arbeit als Paarberater unter dem Namen „Reden hilft“ (GAYCON berichtete) sieht er nun als zweites Standbein. Ohnehin wollte er sich in diesem Jahr noch beruflich erweitern. Dass es die Präventionsstelle in der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. geworden ist, finanziert durch den Freistaat Bayern, da hat der glückliche Faktor Zufall mitgeholfen. „Ich bin froh, dass der Checkpoint so gut angenommen wird. Es kommen viele junge Schwule, aber auch überraschend viele selbstbewusste bisexuelle oder verheiratete Männer“, betont Martin und lobt die offene Atmosphäre. „Das wäre früher undenkbar gewesen. Es gab ja damals keinen Schnelltest. Heute sind Geschlechtskrankheiten deutlich mehr vorhanden als positive HIV – Testergebnisse.“ Er redet heute auch vorsichtiger über Sex und ist nicht mehr auf Provokation aus. Früher bei den Safer Sex Partys, bei den sogenannten ‚Jack off Partys‘, bestand die ganze Amtstracht auch mal nur aus einer roten Schleife um den Penis. So dass auch Polizisten bei Routine-Kontrollen in Fetisch-Szene-Bars lieber schnell wieder das Weite suchten.

 

Bewährte Dinge will Martin nicht über den Haufen schmeißen. Neben der selbstverständlichen Beratungsarbeit wird es traditionelle Aktionen wie einen AIDS-Hilfe-Wagen auf dem Nürnberger CSD weiterhin geben. Im G.P.S. (Gay Proud Safe) –Verkehrshelfer-Team sieht er großartige Teamarbeit: „Es freut mich zu sehen, wie motiviert und engagiert sich alle Mitglieder einsetzen. Besonders, dass viele schwule Pärchen dabei sind, finde ich gut. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in dieser tollen Gemeinschaft.“ Zusammenfassend ergänzt er, „es ist der beste Job. Insgesamt kann hier deutlich weniger bürokratisch gearbeitet werden. In der Präventionsarbeit will ich nicht moralisieren. Ich sehe heute die Arbeit der AIDS-Hilfe als Service-Dienstleistung, die Informationen und Tests auch über andere Geschlechtskrankheiten anbietet. Es soll keine Hilfe aufgedrängt werden, sondern wir wollen die Männer insgesamt ermutigen, mehr auf ihre Gesundheit zu achten, aber auch anonyme Beratung ermöglichen.“ Er schätzt, dass neue Themenfelder, wie Alter, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit oder psychische Krankheiten noch stärker in den Vordergrund rücken werden. „Ich sehe auch den Bereich LSBTI-Flüchtlinge als neues Tätigkeitsfeld, das noch auf uns zukommen wird“, vermutet Martin.

Martin (links) sang im legendären Nürnberger Männerchor "MäNü". Dieser war damals der dritte schwule Chor in Deutschland!

Historie

Wie schon beschrieben, war Martin bereits 1988 bis 1996 hauptamtlich bei der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. dabei. Zuerst ausgeliehen vom Gesundheitsamt für das damalige bundesweite „Streetworker“ – Projekt. Später als angestellter Schwulenreferent, der die letzten Jahre auch die Leitung der Beratungsstelle innehatte. „1994 bekam ich die Diagnose, dass ich HIV-positiv bin und brauchte auch Zeit für mich selbst. Deshalb kann ich mich sehr gut in die Betroffenen hineinversetzen, denn ich habe ebenfalls alle psychologischen Phasen durchgemacht“, beschreibt Martin. „Ich suchte dann eine neue Herausforderung und fand sie für 16 Jahre bei pro familia. Die Zeit möchte ich nicht missen, sie hat meinen Erfahrungsschatz in der Beratung enorm vergrößert. Außerdem konnte ich das schwule Thema in die profa hineintragen.“ Doch Martin ist immer noch ein Mensch, der aktiv nach Neuem Ausschau hält, wenn die Zeit dafür reif ist. So hatte er sich vor einem Jahr als Sexual-, Paar- und Lebensberater sowie als freier Trauerredner selbständig gemacht. Durch die regelmäßigen Einsatzzeiten bei der AIDS-Hilfe verzichtet er nun auf den Bereich Trauerreden, der auch spontanes Schreiben über Nacht erfordern würde.

 

Konkrete Pläne

Beim Thema Drogen gibt es in Nürnberg noch Defizite im Vergleich zu anderen Städten. In welcher Sondersituation befinden sich schwule Drogenkonsumenten? Wo können diese Männer sich informieren, beraten und ggf. betreut werden? Wie lässt sich das Risiko für die Übertragung von HIV, Hep C und STI´s unter schwulen Kosumenten mimimieren? Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen bestimmten Drogen und HIV-Medikamenten. Welche Therapiemöglichkeiten haben Schwule, die lernen wollen, wie Sex auch ohne lust- und leistungssteigernde Drogen wieder Spaß machen kann? Die üblichen Drogenberater kennen sich hier selten aus. Das möchte Martin gerne ändern. „Ich möchte in Nürnberg eine Struktur aufbauen, damit untereinander Informationen ausgetauscht werden können und damit die Berater der Mudra, der Stadtmission etc. für das Thema sensibilisieren“, erzählt Martin. „Wohnformen für Schwule im Alter, für Drogenabhängige und HIV-Positive ist ein wichtiges Thema für die Zukunft. Die osteuropäischen Pflegekräfte sind nur auf Heteros geeicht. Hier sollte das Thema bereits in der Ausbildung der Kräfte Einzug halten.“ Bundesweit soll außerdem ein neues Modellprojekt in der Beratung für HIV und Geschlechtskrankheiten gestartet werden: Live-Chat als Online-Beratung zu festen Zeiten. „Wir im G.P.S. – Präventionsteam wären gerne dabei und überlegen gerade, wie wir uns beteiligen.“

 

Text/ Foto Norbert Kiesewetter

Foto Privat

GAYCON März 2016

Torben Schultes etablierte das Präventionsteam "G.P.S. - Die Verkehrshelfer" der AIDS-Hilfe in der Nürnberger Community

Torben geht

Als evangelischer Diakon im Einsatz für die Präventionsarbeit bei der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. war Torben Schultes sechs Jahre lang Ansprechpartner für die Nürnberger Community. Das Präventionsteam „G.P.S. - Verkehrshelfer“ (Gay Proud Safe) hat er als Marke im Nürnberger Szeneleben etabliert. Nun fand er ein neues Aufgabengebiet als Diakon in den Kirchengemeinden Christuskirche und Seeleinsbühl - Leyh. Deshalb ist am 28. Dezember 2015 sein letzter Arbeitstag bei der AIDS-Hilfe.

 

Diakone sind einerseits theologisch ausgebildet, haben aber auch eine staatlich anerkannte Berufsausbildung im Sozialbereich. Torben, gelernter Erzieher und Krankenpflegehelfer, stammt aus Weiden in der Oberpfalz. Während er in unserer Community eher als schwuler Mann in der Präventionsarbeit für die AIDS-Hilfe oder aus dem ökumenischen Gottesdienst beim Welt-AIDS-Tag in der St. Jakob Kirche bekannt ist, reicht sein Engagement noch viel weiter. Neben seinen hauptamtlichen Tätigkeiten war er über zehn Jahre lang aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim. Im Landkreis München übernahm er als Fachberater die Seelsorge für die Einsatzkräfte. Diese Erfahrungen bündelte er in der Notfallseelsorge hier in Nürnberg. Damit hat Torben auch ein tief gründendes Verständnis für alle Hilfesuchenden bei seiner Montags-Arbeit im Checkpoint Nürnberg der AIDS-Hilfe. „Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass jeder Mensch sich beim Sex fallen lassen will. Biologisch gesehen schaltet der Körper in sexueller Erregung automatisch Gehirnregionen aus, die wir eigentlich für die Prävention bräuchten, zum Beispiel um an das Kondom zu denken. Deshalb stellt sich für mich die Frage nach Schuld nicht“, betont Torben. „Das kann fast jedem Menschen passieren. Inzwischen geht es nicht nur um HIV und AIDS. Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg der anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Deshalb raten wir zu den Untersuchungen, um hier seinen Gesundheitszustand nicht aus den Augen zu verlieren.“ Will man es verhindern, dass der Sexualtrieb das rationale Denken zu sehr beeinflusst, kann man beispielsweise die Verwendung des Kondoms zu einem Ritual im Vorspiel machen. Gewohnheiten brennen sich leichter als Erinnerung in die Gehirnstrukturen ein. Irgendwann wird es zu einer selbstverständlichen Handlung wie das Fahrrad- oder Autofahren.

"Die Verkehrshelfer" beim Saure Zipfel Benefiz Essen im Einsatz

Marke entwickelt

„Als ich bei der AIDS-Hilfe begonnen hatte, war es mein Ziel, hier neue Ideen einzubringen. Ich erkannte aus dem Straßenverkehrszeichen ‚Verkehrshelfer‘ die passende Doppeldeutigkeit des Wortes für unsere wichtige Arbeit in der Szene“, erzählt Torben über die durch ihn aufgebaute und erfolgreiche ‚Marke‘. „Nun hat jeder im ‚GPS-Verkehrshelfer‘ – Team (Gay, Proud, Safe = schwul, stolz, sicher) als Erkennungszeichen das gleiche blaue T-Shirt mit unserem Logo an, wenn wir in der Nürnberger Kneipenwelt, auf Discopartys oder weiteren Veranstaltungen unterwegs sind. Gleichzeitig können wir in Nürnberg die bundesweiten IWWIT (Ich weiß was ich tu) – Kampagnen der Deutschen AIDS-Hilfe umsetzen und sind Ansprechpartner der Wirte, Saunabesitzer und anderer Veranstalter.“ Derzeit besteht das ehrenamtliche Team aus rund zehn Jungs. Durch die Bekanntheit in der Community melden sich inzwischen Helfer von allein oder durch Mund zu Mund Propaganda. Neben Verteilen von Informationsbroschüren, Kondomen und Flyern sind die persönlichen Gespräche gerade auch an den Cruising Plätzen der Stadt ganz wichtig. Außerdem bieten sie auch im Internet bei Gayromeo eine Beratung an. Das Präventionsteam ist gemeinsam mit einem Kneipenwirt auch auf dem Nürnberger Faschingsumzug mit einem eigenen Wagen dabei. Hier wird getanzt und gefeiert, es werden Bonbons in die Zuschauermenge geworfen. „Ich hoffe, dass mein Nachfolger die erfolgreiche Arbeit der ‚Verkehrshelfer‘ fortführen wird! Trotzdem hat er natürlich Spielraum für eigene Ideen. Außerdem sollte er sich mit den Themen AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten gut auskennen“, betont Torben. „Ich bin nur bei der AIDS-Hilfe weg, aber nicht aus Nürnberg! Selbstverständlich werde ich in meiner Freizeit weiterhin die Szenekneipen oder Partys besuchen. So können mich Bekannte und liebgewonnene Freunde weiterhin sehen.“

 

Fotos/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Dezember 2015

Der CSD Nürnberg präsentierte Motto & Plakatmotoiv 2022

CHRISTOPHER STREET DAY:

Ein Motto für 10 Bayerische Christopher Street Days

Der CSD Nürnberg präsentierte im Rahmen des Rosa Montags auf dem Frühlingsfest das Motto 2022 und das dazugehörige Plakatmotiv: „Sicht-barkeit schafft Sicherheit“. Es war der Leitspruch der verstorbenen Polit-Dragqueen Uschi Unsinn alias Szeneaktivist und Stadtrat Uwe Scherzer. Damit nicht genug! Der CSD Nürnberg initiiert dieses Motto mit neun weiteren bayerischen CSDs - mit der überspannenden Schirmherr-schaft von Karl Freller, dem 1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Direktor Stiftung Bayerischer Gedenkstätten. „Zusammen setzen wir damit ein Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit für Uschis unermüdlichen politischen und gesellschaftlichen Einsatz für die regionale und überregionale queere Community und ein Zeichen des Zusammenhaltes der bayerischen LSBTIQ*-Community.“ ... +++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Foto-Flashmob-Aktion am Tag der lesbischen Sichtbarkeit

COMMUNITY AKTION:

Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Am letzten April-Dienstag organisierte das OrgaTeam vom dyke*march Nürnberg zum weltweiten „Tag der lesbischen Sichtbarkeit“ (26. April – Lesbians Visibility Day) eine Foto-Flashmob-Aktion im Stadtgraben beim Magnus-Hirschfeld-Platz. Geplant war, ein „L“ aus Menschen darzustellen. Als Grundlage wurden zahlreiche verschiedene Transparente und Fahnen wie die Regenbogenflagge als Buchstabe L auf dem Boden ausgelegt. Obwohl die Wetterprognose nicht gerade positiv für diese Abendstunde ausfiel, kamen immerhin knapp 30 Personen aus der Community vorbei. Diese stellten sich an den Rand der Flaggen. Damit zeigten alle zusammen symbolisch lesbische Sichtbarkeit in der Frankenmetropole. Doch allen Wetterprognosen zum Trotz: Während der Aktion fiel kein einziger Regentropfen. Na, wenn das kein positives Zeichen ist! +++ Weitere Fotomotive auf der DOKU-Seite +++

Das war der Rosa Montag / Rosa Trachtennacht auf dem Nürnberger Frühlingsfest 2022

FRÜHLINGSFEST:

Rosa Volksfest

Super Stimmung und viel Freude beim Rosa Montag / Rosa Trachtennacht im Festzelt Papert am letzten April-Montag 2022 auf dem Nürnberger Frühlingsfest! Nach zwei Jahren Pandemie-Pause große Wiedersehensfreude bei der LGBTIQ*-Community & Friends. Viele lagen sich nach langer Zeit wieder freundschaftlich in den Armen. Das Papert Festzelt hatte einen neuen Standplatz auf dem Volksfest, auch die Bühne hatte mit der Zeltspitze einen besseren Platz als die letzten Jahre. Die Band Frankenbengel heizte mit ordentlicher Stimmungs-musik an, Schlagersänger Marcus Faber war zum ersten Mal dabei. Die Travestie-Show war endlich wieder live dabei, Jessica Ravell & Friends (u.a. Baby Bubble aus München) waren die bunten Knallbonbons an dem Abend. Wir freuen uns, dass so zahlreiche fesche Trachtenmänner und Frauen im Dirndl oder im Trachten-Look vorbeischauten! Wir waren auch wieder fleißig und haben den Abend in vielen Bildern festgehalten. Viel Spaß beim Anschauen!

Die Rosegardens-Jungs Oliver & Michael organisierten einen "Bunten Abend"

RESTAURANT LITERATURHAUS:

Emotionen und viele Überraschungen

Das war der einmalige wie unvergessliche „Bunte Unterstütz-ungs-Abend“ am letzten April-Sonntag mit acht Gängen Tapas & Antipasti im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6). Nach dem Einbruch (wir berichteten), bei dem die Einnahmen entwendet wurden und zudem ein hoher Sachschaden entstand, ist es den Rosegardens-Jungs Michael & Oliver gelungen, einen Überraschungs-Abend für Bernhard Rings auf die Beine zu stellen. Alle angefragten Kunstschaffenden hatten sofort für diese Marathon-Nacht (sieben Stunden!) ohne Gage zugesagt. Katja & Stanley, Gitti Rüsing, Luna Mittig mit The Folkettes + Gents, Zauberer Mäd Schick, Hildegard Pohl & Yogo Pausch. Anette Röckl begeisterte das Publikum mit ihren Erzählungen aus den Büchern im fränkischen Dialekt. Überrasch-ungs-Gäste Andy Maine und André Sultan-Sade sorgten für Emotionen, nicht nur bei Bernd. Ebenfalls überraschend anwesend waren Bernds Bruder mit Ehefrau und sein langjähriger bester Freund Hans. Emotionen pur! Das Restaurant-Team hat sagenhafte Arbeit geleistet, denn insgesamt wurden 150 Menschen kulinarisch verwöhnt und umsorgt. Das Team hatte schon im Vorfeld für die Planung und Umsetzung viel Freizeit geopfert, manchen Urlaub unterbrochen oder eine Doppelschicht übernommen. Respekt! ...

+++ Hier geht´s zum Bericht mit Bildergalerie +++

Festbankett Diamond Classics Tennisturnier im Restaurant Literaturhaus +++ Picture Gallerie - Please click on the photo!

INTERNATIONALES TENNISTURNIER:

Diamond Indoor Classic 2022

Nach der Pandemie-Pause endlich wieder in der Stadt: Das war das achte internationale Tennis-Hallenturnier „Diamond Indoor Classic“ in Nürnberg. Es war eine Station der GLTA (Gay & Lesbian Tennis Alliance) World Tour. Rund 100 Teilnehmende aus 35 Ländern, überwiegend aus ganz Europa, aber aus allen Kontinenten und aller Spielstärken, hatten sich vom 15. bis 18. April in Einzel- und Doppel-Wettbewerben auf fränkischem Boden gemessen. In der größten Hallen-Tennisanlage Süd-deutschlands vom Tennis Center Noris (TCN) in Nürnberg Gebersdorf, wurden alle Spiele auf den insgesamt 16 Hallenplätzen entschieden. Durch die aktuelle weltweite Corona-Pandemie, den Krieg zwischen Russland / Ukraine  und die Verschiebung des traditionellen Turnier-Termins von Februar auf Ostern, konnten in diesem Jahr deutlich weniger Sportbegeisterte mitmachen. Insgesamt 80 Gäste nahmen am Festbankett teil. Inzwischen ist unsere Bildergalerie vom Dinner am Ostersonntag im Restaurant Literaturhaus Nürnberg online. +++ That was the eighth Indoor Tennis Tournament „Diamond Indoor Classic“ in Nuremberg. Here are our picture gallerie of dinner at Restaurant Literaturhaus. +++

#TV-TIPPS

+++ 16.05. BR 22:00 Lebenslinien: Pfarrer Schießler - Magazin +++ 17.05. SRF1 23:55 Die Erbinnen - Spielfilm +++ 18.05. ZDFINFO 19:30 Liebe und Sex in Russland - Tradition, Gewalt und Widerstand - Doku // 21:55 ARTE 120 BPM - Spielfilm // 00:10 ARTE Es war einmal... Act Up Paris - Doku +++ 19.05. KINOWELT TV 21:55 Odette Toulemonde - Spielfilm +++ 20.05. ARTE 21:45 Barbra Streisand - Geburt einer Diva - Doku // 22:45 ONE Eldorado KaDeWe - Jetzt ist unsere Zeit (4) / 23:30 (5) / 00:15 (6) - Serie +++ 21.05. MDR 18:00 3 Blocks: Erik Leuthäuser - Doku +++ 22.05. KINOWELT TV 16:25 Mein wunderbarer Waschsalon - Spielfilm +++

Elvira Shchemur, Aktivistin des CSD Charkiw, ist tot (Foto: Kharkiv-Pride)

UKRAINE:

Opfer des Wahnsinns

Nürnberg macht sich weiterhin sorgen um die ukrainische Partnerstadt Charkiw, im Nordosten des Landes. Die 1,5 Millionen Einwohner große Stadt wird weiterhin stark beschossen, von Wohngebieten am Stadtrand bis in die Innenstadt. Die Christopher Street Day Organisation des Charkiw Pride (Kharkiv Pride) hat nun mitgeteilt, dass bei der Bombardierung der Stadtverwaltung die queere Aktivistin Elvira Shchemur getötet wurde. Sie engagierte sich dort ehrenamtlich. „Sie hat nicht nur unser Team, sondern alle ehrenamtlich inspiriert und motiviert. Sie wurde von Menschen gezeichnet und stand Seite an Seite zur Verteidigung von Freiheit und Gleichheit. Und als sie lächelte, lächelten andere Menschen mit ihr“, schreiben die Aktivisten des Kharkiv-Pride auf Facebook. „Elya war eine Aktivistin und Patriotin, sie nahm an allen möglichen Aktionen und demokratischen Ereignissen in Kharkiw teil." Die Situation vor Ort bleibt schwierig, sie erfahren von immer mehr Toten und Vermissten lokaler Aktivisten, mit denen sie zusammengearbeitet hatten. Kompliziert ist vor allem die Beschaffung von   Lebensmitteln und Medikamenten. NGO Sphere Team arbeitet weiterhin für die LGBTQ*-Community für Charkiw und der Ostukraine und versucht alles Mögliche, um die Folgen des Krieges für die Community und die ukrainische Gesellschaft zu lindern. Das Team hilft der Community derzeit mit Lebensmitteln, Medikamenten und Handyrechnungen. Sie versuchen die Ausgaben so transparent wie möglich auf Facebook zu melden. Außerdem führen sie Online-Krisen-Unterstützungsgruppen, psychologische Online-Chats und beteiligen sich an Projekten zur humanitären Hilfe für die Bevölkerung.

Spenden direkt an Charkiw Pride: (Achtung, Überweisungsgebühr ins Ausland rund 40 Euro!) Name of your bank: JSC CB “PRIVATBANK” - City and country where bank is located: KYIV, UKRAINE - Kontoinhaber: NGO Kharkiv Women Association "Sphere" - Kontonummer: UA283515330000026006052214124 - BIC/Bank/routing/SWIFT - code: PBANUA2X +++ Auch der Europäische Dachverband der EuroPrides / Europäischen CSDs, ist in Kontakt zu den queeren Communitys in Kiew und Charkiw. Sie rufen ebendfalls zu Spenden auf! +++ Oder über den Nürnberger Verein Fliederlich sind auch Spenden möglich: Sparkasse Nürnberg IBAN: DE03 7605 0101 0013 7511 85  - BIC: SSKNDE77XXX - Vermerk "Ukraine" - Der Verein leitet die Spenden an das Konto von SPHERE in der Ukraine weiter bzw. verwenden sie zur Unterstützung von queeren Menschen die aus der Ukraine nach Nürnberg gelfüchtet sind.

Titelbild des Monats:

ESC Zeit in der Stadt - 11 Jahre Pressebilder GAYCON.DE

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Vermutlich ab 2022 wollen wir unsere GAYCON Titelbild-Reihe mit selbstbewussten Models aus der queeren Community neu starten! Wie immer mit jahreszeitlichen Motiven aus dem Stadtgebiet Nürnberg oder der Region. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem Foto-Shooting ablichten zu lassen, kann sich ab sofort wieder bei uns melden. Entweder persönlich, per Facebook oder per E-Mail unter info@gaycon.de! (Bitte mit Foto) Wir freuen uns auf LSBTTIQ*-Bewerbungen - Euer GAYCON Team

+++ Weiter Infos auch auf unserer MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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