Regisseur Stefan Butzmühlen in der Ausstellung "Matrosen" zur Filmpremiere "Lichtes Meer" im Nürnberger Künstlerhaus

Matrosenliebe

Anfang Februar feierte der Film „Lichtes Meer“, eine schwule Liebesgeschichte zweier Matrosen, die Nürnberg-Premiere im Filmhauskino. Gleichzeitig wurde die Ausstellung „Matrosen“ im Glasbau des Künstlerhauses (Königstr. 93) eröffnet. Hier zeigt der Regisseur Stefan Butzmühlen Fotoarbeiten der Recherche-Reise auf einem Containerschiff. Gespickt mit Videos und Bildfragmenten aus dem Kinofilm. Die Ausstellung ist vom 05. bis 28. Februar 2016 in Nürnberg zu sehen.

 

Es gibt nicht allzu viele Spielfilme mit einer schwulen Handlung aus deutscher Produktion. Gerade deshalb ist es eine besondere Überraschung, dass das Drehbuch von einem echten Franken erdacht und in der Filmregie umgesetzt wurde. Zwar hat das Frankenland mit dem Main-Donau-Kanal eine indirekte (und lange) Verbindung zum Meer, doch die Filmidee wurde nicht am Nürnberger Hafen geboren. „Der Reiz an der Geschichte waren meine eigenen Sehnsüchte nach Ferne, nach Seefahrt, an die großen Seehäfen zu gehen und die Welt zu entdecken. Seit ich in der Jugend am Meer war, seit ich Literatur über diese Sehnsüchte gelesen habe, trage ich sie in mir. Es war spannend, mit den Klischees zu spielen und ich hatte Lust, auf die Reise zu gehen“, erzählt Stefan Butzmühlen, der obendrein noch sein Faible für Schlager mit der Filmmusik ausleben konnte. „Obwohl ich Franke bin, hatte ich als einziger aus dem Filmteam keine Seekrankheit. Dabei erlebten wir einen starken Sturm. Insgesamt schlief ich viel besser auf dem Schiff als an Land!“ Ursprünglich hatte sich Butzmühlen mit Edition Salzgeber überlegt, über welches Thema ein schwuler Film produziert werden könnte. Dabei herausgekommen war der Arbeitstitel Hamburg – Shanghai. Doch weil als Budget nur 120 000 Euro zur Verfügung standen, musste das Drehbuch entsprechend angepasst werden, um die Geschichte flexibel vor Ort zu erzählen zu können. „Weil unser Schauspieler Franzose ist, war es für mich logisch, seinen Start der Schiffsreise ab Frankreich umzusetzen. Er hätte nicht auf ein deutsches oder osteuropäisches Schiff in der Ostsee gepasst“, betont Butzmühlen. Grundsätzlich findet er es spannend, ein Drehbuch zu schreiben und anschließend beim Film auch die Regie zu führen. Insgesamt fünf Wochen lang wurde gedreht. Davon zwölf Tage auf dem Schiff. Lange Wartezeiten auf die Drehgenehmigung, langes Schauspieler-Casting bestimmten die Vorbereitungen.

Stefan Butzmühlen mit Filmhaus Leiterin Christiane Schleindl

Werdegang

Geboren wurde Stefan Butzmühlen 1982 in der oberfränkischen Stadt Pegnitz. Sein Schauspielstudium führte ihn an das Konservatorium in Wien. 2007 begann er das Regie-Studium an der Hochschule für Film- und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg-Postdam. Heute lebt er in Hersbruck. Rund ein Viertel des Jahres verbringt er in Berlin. Hier hat er direkten Kontakt zur Filmbranche. Einen Film mit schwuler Thematik kann er sich durchaus auch am Drehort Nürnberg vorstellen.

Wer im Film „Lichtes Meer“ romantische Matrosen- und Seemannsbilder längst vergangener Tage erwartet, wird im ersten Augenblick ein Gefühl der Ent-Täuschung erleben. Denn der Film zeigt die aktuelle Realität. Doch der Blick auf das endlose Meer, pfeifender Wind, rasende Wolkenformationen, Licht- und Schattenspiele, oft in langen Einstellungen, tragen den Zuschauer in die Geschichte hinein. Man spürt die Zuneigung der zwei unterschiedlichen Seemänner und ist bei den intimen Szenen immer soweit dabei, dass der schlummernde Voyeur gerne noch etwas mehr sähe. „Jeder Ort kann einen romantischen Reiz ausüben, so wie man ihn real vorfindet. Das kann auch ein Autobahnparkplatz sein, je nachdem, was gerade dort passiert“, lacht Butzmühlen.

 

Zahlreiche Hindernisse

„Der Produzent teilte kurz vor den Dreharbeiten mit, dass unser geplantes Schiff nicht fährt. Es wäre viel attraktiver gewesen. Auf so einem super Containerfrachter mit einer großen Mannschaft hatte ich auch meine Recherche absolviert“, erzählt der fränkische Regisseur. „Insgesamt sind aber wegen der modernen Logistik nicht mehr viele Leute als Besatzung dabei. Nur noch die Maschinisten im Motorenraum, ein paar Matrosen, Offiziere und der Kapitän. Fremdarbeiter in den Häfen leisten die Arbeiten beim Be- und Entladen.“ Nach zahlreichen Bemühungen für eine Drehgenehmigung und entsprechender Absagen verschwieg die Produktion, dass es sich um ein schwules Thema handelt. Doch das änderte wenig an der Einstellung der Schifffahrtsgesellschaften. Letztendlich ging es um die Sicherheit an Bord. In den Containern findet sich bisweilen auch illegale Fracht, die man nicht gerne von Filmleuten dokumentiert haben möchte. „Es gibt einige schwule Mitarbeiter auf den Schiffen, sie sind jedoch meistens nicht geoutet. Natürlich sind viele sexuell ausgehungerte Männer an Bord. Irgendwie weiß auch jeder, dass es das Schwulsein gibt, nur spricht keiner darüber. Auch wir haben während der Produktion nicht jedem auf die Nase gebunden, welche Szene gerade gedreht wird“, betont Butzmühlen mit einem breiten Grinsen. „Es wird lieber ein Mörder gespielt als ein Mann, der einen anderen Mann liebt und küsst! Obwohl es in der Filmbrache viele schwule Männer gibt, haben die Agenturen der Schauspieler oft ein Problem mit solchen Filmrollen und raten ihnen ab. Deshalb arbeite ich viel mit Laiendarstellern und entdecke sie über Straßen-Casting.“ Die Abneigung gegen schwule Rollen kommt nicht aus dem Schauspielbereich, sondern steckt hinter dem System Filmindustrie insgesamt, vermutet Butzmühlen. Er meint, es sei im Vergleich schwieriger, einen schwulen Film zu drehen, der eben immer ein Nischenprodukt ist. Regisseur- Kollegen feixen: „Jetzt hast Du schon wieder einen schwulen Film gedreht!“ Butzmühlen findet das eher komisch, denn bei den in Massen produzierten Standard-Heterowerken käme niemand auf die Idee, das in entsprechende Schubladen zu stecken.

 

Fotos/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Februar 2016

Ausstellung "Matrosen" zum Film "Lichtes Meer" im Nürnberger Künstlerhaus: 05. bis 28. Februar 2016

Der Fliederlich Vorstand 2021

COMMUNITY:

Vorstands - Wahl

Bei der Mitgliederversammlung am zweiten Juli-Mittwoch wurde fast der komplette amtierende Fliederlich-Vorstand von 21 anwesenden Vereinsmitgliedern für ein weiteres Jahr bestätigt: Robert Huber, Anett Buchmann (auf dem Foto per Handybild zu sehen), Sabine Klöss und Ulrich Breuling bleiben im Amt. Herbert Hacker ist auf eigenen Wunsch wegen gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. Dafür nahm Ian-Philip Dorn die Vorstandsrolle nach langjähriger Pause wieder an. Nach dem Vereinsbericht wurde mitgeteilt, dass der Freundeskreis Transmänner anscheinend nicht mehr aktiv ist, welcher sich gerne im Fliederlich-Zentrum getroffen hatte. Die Eltern & Freunde queerer Kids berichten über neue internationale Kontakte, welche auch ausgebaut werden sollen. Der Polit-AK sucht Leute auch zum Aufbau eines Aktions-Teams. ... Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite

Trauer um Manfred "Manne" Tamschik (Foto: Privat)

TRAUER COMMUNITY:

Herzensgut

Die Nürnberger Community trauert: Manfred Tamschik ist tot. Vielen wird er eher unter seinem Spitznamen „Manne“, als Wirt in den legendären Nürnberger Gay Lokalen der 90er Jahre „Walfisch“ in der Jakobstraße, anschließend im „Vicking-Club“ in der Kolpinggasse, bekannt sein. Er ist am Freitag den 21. Mai 2021 im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer Lungenkrebs-Erkrankung von uns gegangen. Dabei bekam er die  Diagnose erst im Januar 2021. Die Chemotherapie hatte er mit Nebenwirkungen wie Lungen-entzündung und Herzinfarkt eigentlich gut weggesteckt. Er war in den letzten Wochen wieder voller Elan und Optimismus, doch der Krebs war leider stärker.... Zum vollständigen Bericht-Nachruf über "Manne" auf der GAYCON Gedenkseite

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20 Jahre Olaf & Thomas im Cartoon: Mit Udo (Foto: Privat)

JUBILÄUM SZENE:

20 Jahre

GAYCON gratuliert: Olaf & Thomas Schulmeistrat führen seit 01. Juli 2001, also seit zwanzig Jahren, den beliebten queeren Com-munity-Treffpunkt Café Bar Cartoon (An der Sparkasse 6) bei der Lorenzkirche in Nürnberg. Die Wurzeln reichen aber noch viel weiter zurück, denn schon seit 32 Jahren ist das Lokal ein wichtiger Anlaufpunkt in der Stadt. Damals noch überwiegend für schwule Männer. Doch Olaf und Thomas setzten vor 20 Jahren ihr neues Konzept um, dass das Lokal offen für alle etabliert wurde. Damalige Kritiker schätzten das Durch-haltevermögen der beiden neuen Wirte auf maximal ein halbes Jahr. Gottseidank ein Irrtum der Geschichte, denn sie haben nicht nur die Internet-, die Gay-Dating-, die bayerische Rauchverbots-, sondern sogar die Corona-Pandemiezeit überlebt. Im Gegenteil, sie nutzten die jüngsten Lockdown-Phasen für Renovier-ungen in den Lokal-Räumen oder Anschaffungen wie eine neue Bestuhlung der Terrasse. Unsere GAYCON Berichte über das Cartoon, auch über die Historie ("25 Jahre"), sind weiterhin auf der DOKU-Seite online.

Online Fragebogen zum "Masterplan Queeres Nürnberg"

MASTERPLAN UMFRAGE:

Fragebogen

Die Arbeiten zum „Masterplan Queeres Nürnberg“ gehen weiter! Ab sofort ist ein Fragebogen auf der Webseite der Stadt Nürnberg online geschaltet. Nun können sich alle aus der queeren Community daran beteiligen, die nicht bei einem Workshop teilnehmen können! Hintergrund: In diesem Jahr will die Stadt Nürnberg gemeinsam mit der queeren Community einen sogenannten Maßnahmen- oder auch Arbeitsplan für LSBTIQ*-Leben in der Frankenmetropole erarbeiten. Das Ergebnis soll die Verwaltung in den Handlungsfeldern Kinder und Familie/ Jugend/ Senior*innen/ Vielfalt in der Pflege/ Leben mit Behinderungen/ Gesundheit/ Bildung und Aufklärungsarbeit/ Kultur, Freizeit und Tourismus/ Migration und Integration/ Diskriminierung/ Öffentlichkeits-arbeit, Dialog und Sichtbarkeit fördern/ in den nächsten fünf Jahren umsetzen können. 2025 wird der Plan evaluiert und fortgeschrieben. Bislang haben nur wenige Städte solch einen queeren Aktionsplan und noch weniger Städte haben diesen mit der Community erarbeitet. Hier entsteht also ein wegweisendes Projekt, nicht nur für Nürnberg! Macht mit!

#TV-TIPPS

+++ 19.07. KABEL 1 CLASSICS 15:10 Männer wie wir - Spielfilm // 20:15 SAT.1 Mein Date, mein bester Freund & ich - Dating Show // 22:15 ARTE Soeur Sourire - Die singende Nonne - Spielfim // 22:15 MDR Fakt ist! Reizthema Gendern - Talk // 00:20 ARTE Soeur Sourire - Wer tötete die singende Nonne? - Doku +++ 20.07. SAT.1 GOLD 23:50 Ungelöst und unvergessen: War Homophobie der Grund für den Mord? - Doku +++ 21.07. RBB 14:30 Zwei Seiten der Liebe - Spielfilm // 20:15 SAT.1 Der Schuh des Manitu - Extra Large - Spielfim // 21:50 KABEL 1 CLASSICS Sterben für Anfänger - Spielfilm // 23:15 PRO SIEBEN Frau Jordan stellt gleich: Lesben und Katholikinnen - Doku +++ 22.07. RBB 23:25 Küss mich - Spielfilm +++ 24.07. 3SAT 12:00 Sam Smith: Live in London - Konzert // 23:05 MDR MDR Sputnik präsentiert: Friends of ... Nicolas Puschmann - Talk +++ 25.07. KABEL EINS DOKU 16:40 Elton John: A Singular Man - Doku // 17:35 KABEL EINS DOKU The Million Dollar Piano - Konzert // 22:00 MDR Sex und Identität - Eine diverse Geschichte - Doku // 22:45 MDR Coming out - Doku // 23:50 MDR Unter Männern - Schwul iin der DDR - Doku +++

Gutes Ende nach Panne bei der Benefiz-Show für und mit dem Paradies-Revue-Theater (Foto: Paradies)

BENEFITS COMMUNITY:

Rosegardens feat. Paradies hat doch noch perfekt geklappt

+++ Update: Die Paradies-Crew konnte ihr Glück gar nicht in Worte fassen. Alle Karten wurden erneut bezahlt und darüber hinaus gab es auch noch zahlreiche freiwillige Spenden. Die Postfächer waren voll von dankbarem Feedback. So die Mitteilung auf Facebook. Vorangegangen war eine Panne im System, wie wir berichteten. +++ Das hatten sich die Jungs von Rosegardens (Vordere Sterngasse 24) ganz anders vorgestellt. Ihr allererster virtueller Benefiz-Abend für und mit dem Paradies-Revue Theater Nürnberg wurde am ersten Juni-Samstag über die Bühne online gestreamt. Doch nach einem technischen Fehler bei Facebook ist die Show „rausgeflogen“. Wie Michael berichtet, konnten die Techniker relativ schnell alles wieder on Air bringen, doch Facebook hatte kurzerhand einfach alle Tickets rückabgewickelt .... Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite

Online Petition für einen Bayerischen "Preis für lesbische Sichtbarkeit"

COMMUNITY:

Online Petition

Schon gesehen? Die Online-Petition "Bayerischer Preis für lesbische Sichtbarkeit" hat inzwischen knapp 9500 Unterschriften erhalten! Am Tag der lesbischen Sichtbarkeit (Ende April), hatte der Dyke March Nürnberg diese Petition gestartet. Denn lesbische Sichtbarkeit wirkt Diskriminierung entgegen und unterstützt die leider nach wie vor zahlreichen Lesben*, die sich nicht trauen, offen lesbisch zu leben. Unterschreibt eifrig, damit das Ziel von 10.000 erreicht wird!

Hier geht´s zur Online Petition

#VORSCHAU 2021:

PREMIERE von Andy Maine in Nürnberg! (Foto: GAYCON Archiv)

VORSCHAU HERBST:

Dinner Show

+++ Update: wegen großer Nachfrage und weniger Platz wegen der aktuellen Hygiene-regeln nun ein zweiter Termin! +++ PREMIERE des Programms „Das Beste am Leben“ mit Andy Maine in Nürnberg: Am Samstag den 04. und Sonntag den 05. September 2021 um jeweils 19:00 Uhr steigt das Jubiläumskonzert von Andy Maine inklusive einem 3-Gang-Menü im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6). Die Travestie Chansonette und Kunstpfeiferin präsentiert an dem Abend ihre schönsten Songs aus 35 Jahren. Der Sonntag ist ausverkauft (verschoben vom Frühjahr Termin)! Ab sofort gibt es wieder Karten für 49,- Euro pro Person für Samstag den 04. September. Inklusive Konzert, Menü und Begrüßungsgetränk. Karten-vorverkauf direkt im Restaurant Literaturhaus! Tel: 0911/ 2342658.

Reporter des Monats:

GAYCON Titelbild Juli 2021 - Norbert & Klaus - Pressebilder 10 Jahre GAYCON.DE

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Vermutlich ab Sommer 2021 wollen wir unsere GAYCON Titelbild-Reihe mit selbst-bewussten Models aus der queeren Community neu starten! Wie immer mit jahreszeitlichen Motiven aus dem Stadtgebiet Nürnberg oder der Region. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem Foto-Shooting ablichten zu lassen, kann sich ab sofort wieder bei uns melden. Entweder persönlich, per Facebook oder per E-Mail unter info@gaycon.de! (Bitte mit Foto) Wir freuen uns auf LSBTTIQ*-Bewerbungen - Euer GAYCON Team

+++ Weiter Infos auch auf unserer MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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