#Aktionsplan Queeres nürnberg

Chronologisch von oben nach unten: Aktionsplan Queeres Nürnberg Vol. 2 (2026), 1. Nürnberger Regenbogen Konferenz (2025), Vorstellung Aktionsplan (2022), Stadtrat verabschiedet Aktionsplan Queeres Nürnberg (2022), Antrag Masterplan (2020)

Spontanes Fotoshooting auf der Rathausbrücke im Anschluss an die Stadtratssitzung: Freude über die konstruktive Fortführung des Aktionsplans (Foto: GAYCON.DE)

Regenbogenhaus kommt

Nürnberger Stadtrat beschließt Queeren Aktionsplan Vol.2

Im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung im Nürnberger Rathaus am vierten März-Mittwoch haben, mit Ausnahme einer Partei, alle der Fortschreibung des „Aktionsplan Queeres Nürnberg – Stark durch Vielfalt“ mit einer Laufzeit bis 2029 zugestimmt. Zahlreiche Teilnehmende aus der queeren Community bevölkerten den Balkon über dem großen Sitzungssaal und erlebten fast nur befürwortende, teils emotionale Reden der Stadtratsmitglieder, nur einzelne ablehnende Wortmeldungen. Das ganze Jahr 2025 fanden unterschiedliche Beteiligungsformate mit der queeren Community statt, um den ersten Aktionsplan von 2022 fortzuschreiben. Daraus resultierten 130 Maßnahmen, die nun quer durch die Verwaltung laufen. Neue Bereiche sind Inklusion, Kultur, Antidiskriminierung und Sicherheit. „Warum sind wir hier in einer Verpflichtung? Wir stellen als Kommune, als Stadtverwaltung, wir stellen die Infrastruktur für das Alltagsleben. Wir sind als Staatliche Institution Garant für Gleichbehandlung, verantwortlich für die Umsetzung demokratischer Werte und Grundrechte“, betont an diesem Tag Christine Burmann vom Menschenrechtsbüro/ Beauftragte für Diskriminierungsfragen.  „Und im Aktionsplan geht es darum, dass wir anerkennen, dass für queere Menschen der Grundrechtsschutz noch nicht in gleichem Maße umgesetzt ist wie für viele andere. Es geht also nicht um queere Rechte, sondern um die Gewährleistung von Grundrechten für queere Menschen“.

 

Zahlreiche Maßnahmen im Bereich Kultur, Schule & Sport, Familie/ Jugend und Soziales, Gesundheit sowie im Menschenrechtsbüro sollen umgesetzt werden. Wie z.B.: „Sichtbar und unsichtbar“, queeres Leben in Nürnberg im Stadtmuseum Fembo-Haus; Forumspräsentation „Queeres Nürnberg“ ab 2027 im Museum für Industriekultur; „Queer in der (NS-) Geschichte, Berücksichtigung von Queerness in Ausstellungen im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände; Jährliche Regenbogenkonferenzen mit abwechselnden Schwerpunkten; Fortführung der queeren Partnerstadtarbeit mit Einladung von aktiven Menschen aus den Partnerstädten; Umsetzung von vielfältigen Maßnahmen, um mehr Sicherheit im öffentlichen Raum zu schaffen. Außerdem wurde die Stadtverwaltung schon 2023 beauftragt, geeignete Räumlichkeiten für das Projekt „Ein Regenbogenhaus für Nürnberg“ zu finden. Ein Ort für alle 20 Vereine und Gruppierungen der queeren Community. Die Verwaltung schlägt nun nach sorgfältiger Prüfung die Nachnutzung des Nachbarschaftshaus-Interims in der Dietzstraße als künftiges Regenbogenhaus ab 2030 vor. Es liegt zentral im Innenstadtbereich am Kohlenhof, ist mit der Straßenbahnhaltestelle sowie mit der S-Bahn Station Steinbühl bestens an das ÖPNV-Netz angebunden. Außerdem liegt es nur wenige Schritte vom heutigen Standort des Fliederlich-Zentrums entfernt. Das neue Haus bietet sowohl Büro-, Beratungs- und Gruppenräume, als auch Abstellmöglichkeiten, sowie einen Veranstaltungsort mit Kaffeebetrieb. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der Community die Synergien zu benennen und den Personal- und Finanzbedarf für die Nutzung als Regenbogenhaus bis Frühjahr 2028 zu erarbeiten, um das Ergebnis der Politik zur Entscheidung vorzulegen. Die Community erhält mit dem Einzug des Nachbarschaftshaus-Interims in der Dietzstraße ab 2028 bereits einen Büroraum, um als Förderverein Anträge zu erarbeiten und die Nutzung als künftigen Communityort vorzubereiten. (NK)

 

GAYCON März 2026

 

Hier geht es zum kompletten Aktionsplan Queeres Nürnberg auf der Webseite des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg

Das Diskussionsteam der ersten Nürnberger Regenbogen Konferenz am Stonewall-Tag 28. Juni 2025

“Love is Love“

Das war die erste Regenbogen Konferenz in Nürnberg

Zur Fortschreibung des Aktionsplans „Queeres Nürnberg“ lud das Menschenrechtsbüro am vierten Juni-Samstag zur Tagung ins Haus Eckstein ein. Ziel war es, einen Alltagserfahrungsschatz aus der LSBTIQ*-Community als Impuls für die queere Arbeit vor Ort zu bekommen. „Die 1. Nürnberger Regenbogenkonferenz feierte einen gelungenen Auftakt, der sicherlich Denkanstöße in viele Richtungen gab. Das Ziel, den Aktionsplan im Sinne des: ‚nichts über uns ohne uns‘ und die Verdeutlichung, dass queere Rechte keine gesonderten queeren Rechte sind, sondern lediglich die Gewährleistung von Grundrechten für queere Menschen, fortzuschreiben, ist gelungen“, ist das Fazit der Organisatorin Christine Burmann vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg. „Gefreut hat mich die hohe Resonanz, wir hatten über 100 Anmeldungen, es waren neben Community auch Vertreter*innen aus der Hochschule und nonformaler Bildungseinrichtungen, Sozialverbänden wie der AWO, Stadtmission und Caritas anwesend, ebenso die Vorsitzenden des Behindertenrats der Stadt Nürnberg. Gefreut hat mich zudem der Wunsch vieler Teilnehmender, solch ein Format öfter abzuhalten, einige Teilnehmende haben bereits Themenschwerpunkte für eine nächste Regenbogenkonferenz eingebracht.“

Organisatorin der Konferenz Christine Burmann mit Speaker Janis McDavid

Am Vormittag hielt Speaker Janis McDavid einen Vortrag zu den Möglichkeiten inklusiver und queerer Diversity-Arbeit, aber er betonte auch das Zusam-menstehen. „Wer Love is Love sagt, sollte auch für Access ist Access einstehen“, so Janis McDavid. „Wir sollten uns als unterschiedliche Communities, die für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung stehen, nicht spalten lassen, sondern gemeinsam füreinander ein-stehen.“ Janis ist ohne Arme und Beine auf die Welt gekommen und ist heute auch Rennfahrer im Motorsport. Er nennt sich selbst „leidenschaftlicher Lösungsfinder und sieht Wege, wo für andere Menschen keine erkennbar sind“. „Ich will in einer Welt leben, in der Merkmale, die uns unterscheiden, nicht zur Unterscheidung führen“, so der Leitsatz auf seiner Homepage. Neben dem Vortag und Diskussionen war ein wichtiger Bestandteil der Austausch mit der Stadtverwaltung und der Community am Nachmittag zu den Handlungsfeldern: Familie/ Jugend/ Schule & Sport/ Migration & Integration/ Inklusion/ Sicherheit & Antidiskriminierung/ Kultur & Freizeit/ Queere BestAger Arbeit. „Der Austausch an den World-Café-Tischen hat hervorragend funktioniert. Es ist wichtig, dass wir als Verwaltung regelmäßig informieren, vernetzen und uns austauschen. Es hat sich gezeigt, dass manche Maßnahmen bzw. Aktivitäten der Verwaltung noch nicht bekannt waren, ebenso, dass es jederzeit möglich ist, mit den Kolleg*innen in Kontakt zu kommen und einfach zu Themen nachzufragen“, so Christine Burmann. Nach ersten Rückmeldungen aus der Stadtverwaltung gab es gute Impulse für die Weiterarbeit, die Inhalte der einzelnen Thementische kennt sie derzeit noch nicht. Noch bis September 2025 ist es möglich, Ideen und Bedarfe zum neuen Aktionsplan per E-Mail oder Beteiligungsformular direkt über die Webseite vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg zuzusenden. Von September bis November werden nun alle Vorschläge von den Fachdienststellen geprüft und entsprechende Maßnahmen entwickelt. Im Januar 2026 soll der neue Aktionsplan mit Laufzeit bis 2030, dem Stadtrat vorgelegt „und hoffentlich verabschiedet“ werden. (NK)

 

GAYCON Juli 2025

Vorstellung und Diskussion "Aktionsplan queeres Nürnberg" im Presseclub 2022

Diskussion

Vorstellung Aktionsplan

Die Verwaltung der Stadt Nürnberg präsentierte am ersten Mai-Mittwoch den „Aktionsplan Queeres Nürnberg“ im Nürnberger Presseclub. Als erste Stadt Bayerns hat die Frankenmetropole einen eigenen Aktionsplan zu den Belangen von Lesben, Schwulen, Bi*, Trans* und Interpersonen erstellt, mit Hilfe der queeren Community. Rund 50 Menschen waren im Saal und lauschten den Redebeiträgen. Zuerst begrüßte Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke die Anwesenden, denn mit seinem Antrag im Stadtrat vor zwei Jahren kam alles ins Rollen. Organisatorin des Abends Christine Burmann übernahm gemeinsam mit Lukas Geyer die Moderation. Gleich zum Anfang berichtete Tessa Ganserer (MdB), dass die neue Bundesregierung den Reformstau mit dem gesellschaftspolitischen Stillstand auflösen will. Viele Forderungen der queeren Community stehen im Koalitionsvertrag. Wie etwa eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes, die Gleichstellung der Elternschaft oder ein bundesweiter Aktionsplan. Auch der Fördertopf „Demokratie leben“, der viele queere Projekte finanziell unterstützt, soll mit weiteren 15 Millionen Euro ausgestattet werden. Auf dem Podium war zum Nürnberger Aktionsplan immer wieder vom Geist der Uschi Unsinn zu hören, denn sie hat sich bei der Ausarbeitung des Planes maßgeblich engagiert gehabt. Die Verwaltung hat auch zugegeben, dass es noch viele ‚Dicke Bretter“ zu bohren gilt. Von der Sammlung der queeren Geschichte, inklusive Straßenbenennungen nach queeren Aktivisten, bis zur sexuellen Aufklärung und Weiterbildung reichen die Maßnahmen. Im Erstellungsprozess des Aktionsplanes fiel den Beteiligten auch die Hilflosigkeit bei Lehrkräften im schulischen Bereich bei dem Thema auf. Maßgeblicher Erfolg liegt unter anderem in der Motivation der Lehrkräfte. Vor allem aber auch in der Einbindung der Elternverbände. Viele queere Lehrer haben keine Angst vor dem Coming out gegenüber Kollegen oder Kindern, sondern vor den Eltern. Im Jugendbereich sind erste Queer Treffs schon entstanden und werden gut angenommen. Im Seniorenbereich soll eine erste Fachtagung die Beteiligten sensibilisieren. Die beschlossene Pension für queere Obdachlose schleppt sich aktuell mit der Umsetzung, weil noch keine passende Immobilie gefunden wurde. Christine Burmann betonte nochmal ausdrücklich, falls es eine Form der Diskriminierung in irgendeiner Art geben sollte, dies auch der Verwaltung zu melden. Nur dann kann die Stadt tätig werden. Außerdem soll eine Delegation aus der Stadt Nürnberg den CSD in Krakau besuchen, inklusive der Möglichkeit, dass auch Personen aus der Community an der Fahrt teilnehmen können. Fazit der Verwaltung: Es gibt schon viel, aber man kann noch mehr tun. (NK)

 

GAYCON Mai 2022    

Nürnberg schreibt Geschichte: Als erste Stadt in Bayern hat sie einen queeren Aktionsplan. Darüber freut sich auch Oberbürgermeister Marcus König (Foto: GAYCON Archiv)

Städtepremiere

Stadtrat verabschiedet Aktionsplan „Queeres Nürnberg“

Ein historischer Moment in der queeren Geschichte der Frankenmetropole: Am letzten Februar-Mittwoch hat der Nürnberger Stadtrat mit sehr großer Mehrheit den bayernweit ersten und bislang einzigen kommunalen Aktionsplan zur besseren Berücksichtigung der Belange von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Interpersonen (LSBTIQ*) beschlossen. Ziel ist, die Verwaltung für spezifische Belange queerer Menschen zu sensibilisieren und städtische Angebote für alle zugänglich zu machen.

 

„Dieser Aktionsplan ist das Ergebnis eines Prozesses, der, unter Corona-Bedingungen, in den Jahren 2020 und 2021 von vielen engagierten Menschen aus der Zivilgesellschaft und aus der Verwaltung erarbeitet wurde. Er wird dazu beitragen, die Sichtbarkeit queeren Lebens zu erhöhen, Beratungsstrukturen zu stärken, die Verwaltung zu öffnen und die Kooperation zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung zu stärken. Denn Sichtbarkeit und Repräsentanz schaffen Akzeptanz und Sicherheit“, so Oberbürgermeister Marcus König in der Stadtratssitzung. „Dieser Prozess ist deshalb erfolgreich und umfassend, weil viele Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse Eingang in den Plan gefunden haben und kontinuierlich weiter finden werden. Nürnberg ist eine bunte und diverse Stadt – und Diskriminierung abzubauen ist nicht zuletzt als Stadt des Friedens und der Menschenrechte unsere Aufgabe.“ In dem 44seitigen Plan werden rund 100 Maßnahmen aus diversen Handlungsfeldern aufgeführt: Kinder, Jugend und Familie; Senior*innen und Vielfalt in der Pflege; Leben mit Behinderungen; Gesundheit; Bildung und Aufklärungsarbeit; Kultur, Freizeit und Tourismus; Migration und Integration; Diskriminierungsschutz und Zusammenhalt; Öffentlichkeitsarbeit, Dialog und Sichtbarkeit fördern, sowie die Stadt als Arbeitgeberin. Mit Beteiligung aus Zivilgesellschaft, Community, Fachwelt, Politik und Vertretungsorganisationen haben Mitglieder des Stadtrats und Mitarbeitende der Stadtverwaltung in einem breiten Beteiligungsprozess den Aktionsplan gemeinsam erarbeitet, erläutert Christine Burmann von der Stabstelle Menschenrechtsbüro und Gleichstellungsstelle, bei der das Projekt angesiedelt ist. Geplant sind u.a., dass die Verwaltung  in den nächsten vier Jahren die Community auf dem Weg zu einem sicher finanzierten, queeren Zentrum und der Schaffung einer sozialpädagogischen Fachstelle umfassend unterstützt. Eine internationale Konferenz mit den Partnerstädten und dem Rainbow Cities Network zu LSBTIQ*-Themen soll in Nürnberg im Vorfeld des CSD-Termins ausgerichtet werden. Zweijährig werden LSBTIQ*-Personen aus den Partnerstädten zum CSD eingeladen, als Austausch zwischen den Communitys. In den geraden Jahren besucht eine Delegation aus Nürnberg die Partnerstädte. Weitere Perspektiven in Beispielen: mehr Regenbogenbänke, mehr Beflaggung oder Beleuchtung von Gebäuden in Regenbogenfarben zum CSD, eine Regenbogenstraßenbahn, Sattelschutz in Regenbogenfarben für Fahrräder, der Bildungscampus mit Stadtbibliothek integriert das Thema LSBTIQ* in seinem Programm, queere Geschichte sichern im Stadtarchiv in Kooperation mit dem Netzwerk von der Community (auch durch Übernahme von privaten Beständen), Vernetzung mit lokalen LSBTIQ*-Gruppen zum Thema Alter und Pflege.

Nürnberg will u.a. mehr Regenbogenflaggen (Foto: GAYCON Archiv)

Hintergrund

Nach der Kommunalwahl im März 2020 beauftragte die SPD-Stadtratsfraktion im Mai 2020 die Stadtverwaltung Nürnberg, einen Masterplan „Queeres Nürnberg“ zu entwickeln. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Stabsstelle Menschenrechtsbüro den Bereich Kultur einbezogen, ebenso die Aktivitäten der Stadt Nürnberg als Arbeitgeberin. Ein noch offener Antrag von Bündnis90/Die Grünen aus dem Jahr 2019 „Erstellung kommunaler Leitlinien für den Umgang und die Arbeit mit LGBTIQ*-Kindern und -Jugendlichen in kommunalen Einrichtungen“ wurde in die Bearbeitung des Prozesses eingebunden, genauso wie der Ergänzungsantrag zum Masterplan „Queeres Nürnberg“ von DIE LINKE vom Juni 2020. So haben sich aus den drei Anträgen letztlich die Handlungsfelder definiert, die mit Zivilgesellschaft, Fachgruppen und der Verwaltung nun intensiv beleuchtet wurden. Mit Verabschiedung des Aktionsplans Queeres Nürnberg durch den Stadtrat gibt sich die Verwaltung ein definiertes Arbeitspaket bis zum Jahr 2025. Neben konkreten Aktivitäten und Maßnahmen, die umgesetzt werden, ist auch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit LSBTIQ*-Belangen als Querschnitt der täglichen Arbeit Inhalt des Aktionsplans. Weil durch die Folgen der Pandemie die Stadt Nürnberg finanziell nicht mehr so gut ausgestattet ist, werden viele wünschenswerte Projekte aus dem Plan mit der Umsetzung jedoch länger dauern.

 

Fotos/ Text: Norbert Kiesewetter

GAYCON Februar 2022

 

Hier geht´s zum kompletten Aktionsplan Queeres Nürnberg

Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke hat einen Antrag für einen "Masterplan Queeres Nürnberg" beim Oberbürgermeister eingereicht (Foto: Privat/ GAYCON Archiv)

Masterplan Queer

Überraschung aus dem Nürnberger Rathaus: Kaum sind die Unterschriften in der Neuauflage der Großen Rathaus-Koalition zwischen CSU und SPD getrocknet, schon prescht die SPD Stadtratsfraktion mit einem Antrag für einen „Masterplan Queeres Nürnberg“ beim neuen Oberbürgermeister Marcus König vorneweg. Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke hat am 13. Mai 2020 einen Antrag gestellt, in dem die Stadtverwaltung aufgefordert wird, gemeinsam mit den vorhandenen Einrichtungen in und für die Queer-Szene einen Masterplan zu entwickeln. „Von zentraler Bedeutung ist, dass das auf Augenhöhe geschieht und mit der Szene erarbeitet wird, nicht in Gesprächen ‚über‘ die Szene. Mir ist wichtig, dass wir in den nächsten Jahren einen konzeptionellen Schritt nach vorne machen, um dann Stück für Stück die vielen Projekte und Beratungsansätze anzugehen, die schon lange als Idee existieren, aber bisher nicht umgesetzt werden konnten“, so Blaschke, dem dieser Antrag ein persönliches Herzensanliegen ist. „Klar ist auch: In Corona-Zeiten wird es nicht leicht, zusätzliche Mittel bereitzustellen. Aber ein ausformulierter Masterplan kann auch dabei helfen.“ Es geht um die Unterstützung queerer Menschen in allen Lebenslagen und ihre angemessene Beachtung aus der Perspektive städtischer Zuständigkeiten.

Langjähriger Ansprechpartner für die queere Community: Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke (links) (Foto: GAYCON Archiv)

Es geht um Sicherung, Verstetigung und Ausbau der bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebote und schützender Räume für queere Menschen in Nürnberg, insbesondere durch eine Stärkung der hauptamtlichen Tätigkeit in diesen Bereichen; Beibehaltung der Selbstverwaltung und Eigenverantwortlichkeit der Szeneeinrichtungen; Angebot einer Notschlafstelle im Rahmen der Krisenintervention; Angebot einer queeren Jugend-WG im Rahmen der Jugendhilfe; Angebot geschützter Aufnahmeeinrichtungen für Schutzsuchende bei Verfolgung aus geschlechtsspezifischen Gründen bzw. aufgrund der sexuellen Orientierung; Zielgruppenorientierte kulturelle und soziale Angebote für queere Menschen aller Altersgruppen, einschließlich generationenübergreifender Wohn- und Betreuungsprojekte; Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten (soweit erforderlich); Finanzielle, organisatorische und ideelle Unterstützung für die Durchführung des CSD in Nürnberg als prominente und wahrnehmbare Demonstration und Veranstaltung für die Akzeptanz von Vielfalt in der Stadt der Menschenrechte; Berücksichtigung der Ausstrahlungswirkung und Mitversorgungsfunktion der Nürnberger Einrichtungen über das Stadtgebiet hinaus; Aktives Eintreten der Stadtverwaltung für LGBTIQ*-Belange; Maßnahmen zur Erhöhung der Sensibilität für LGBTIQ*-Belange beim städtischen Verwaltungshandeln, bei den städtischen Töchtern und städtischen Angeboten.

 

Die Angebote von Fliederlich e.V. und der Aids-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. sind die wohl prominentesten, aber nicht einzigen Beispiele hierfür. Die Existenz dieser Angebote darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in der Vergangenheit vielfach gegen den Widerstand öffentlicher Stellen eingerichtet werden mussten und dass öffentliche Zuschüsse nicht immer verlässlich waren. Dass die Strukturen aus der eigenen Szene heraus entstanden sind, bildet sich bis heute in einem hohen Ehrenamtsanteil ab, der einerseits Stärke und Chance ist, andererseits aber der Weiterentwicklung enge Grenzen zieht. Vor diesem Hintergrund besteht eindeutig Nachholbedarf hinsichtlich einer Verstetigung auch mit öffentlichen Mitteln und im Bereich hauptamtlicher Tätigkeit. „Ich bin stolz darauf, dass wir als SPD das aktive Eintreten für die Belange von queeren Menschen in der Kooperationsvereinbarung von CSU und SPD für die Jahre 2020 bis 2026 verankern konnten. Dieser Antrag ist nun ein erster konkreter Schritt zur Umsetzung, dem weitere folgen werden.“

 

GAYCON Mai 2020

Sendereihe über die Zerrissenheit innerhalb der queeren Community (Foto: RadioGays)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neue Serie & Podcast Reihe bei den RadioGays

Mit der Ausstrahlung Ende Februar startete eine insgesamt sechsteilige Radioserie mit begleitendem Podcast, die beleuchtet, warum ausgerechnet die queere Community, die so laut nach Toleranz schreit, selbst im inneren so intolerant ist. „Innenansichten – Queer & Zerrissen ist eine wissenschaftlich begleitete Radioserie der Redaktion RadioGays bei Radio Z, die innergemeinschaftliche Konflikte in queeren Communitys analysiert und verständlich einordnet. Ziel ist nicht Polarisierung, sondern Differen-zierung und Konfliktfähigkeit“, betont Frank Mann von den RadioGays Nürnberg. „Queere Communitys sind gesellschaftlich sichtbarer denn je. Gleichzeitig werden interne Konflikte zunehmend öffentlich ausge-tragen, insbesondere über soziale Medien. Das Projekt reagiert auf diese Entwicklung und schafft einen Raum für Reflexion statt Polarisierung.“... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

"Charity Styling" mit Marcel Schneider und Akin Akbas in Salon By Marcel (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war das Charity Styling

Marcel Schneider mit seinem Team, sowie Akin Akbas, luden am dritten Juni-Samstag-Nachmittag zum „Charity Styling“ in den Salon By Marcel (Löwenberger Str. 34) nach Nürnberg-Altenfurt ein. Gute Stimmung, tolle Frisuren und ein volles Spendenglas! Trotz Hochsommer - Temperaturen wurden 40 Personen frisiert. Für den guten Zweck stylte und schnitt das gesamte Team, bis die Scheren glühten. Stattliche 3.200 Euro kamen als Spendensumme zusammen für den Engelein Verein. „Der Erlös kommt zu 100 Prozent krebskranken Kindern und deren Familien in unserer Region zu Gute", betont Marcel. Sein Ehemann Heinz sorgte mit für volle Häppchenplatten: belegte Baquette-Scheiben mit Salami, Käse und Paprikastückchen. Käsespieße mit Weintrauben durften nicht fehlen... +++ Hier geht´s zum Berich & Bilder auf der DOKU-Seite +++  

Neue Happy Hour in der DATE 6 Bar Nürnberg! (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Happy

Tommy ab sofort eine neue Happy Hour! Montag bis Sonntag von 14:00 bis 19:00 Uhr gibt es zehn Prozent Rabatt mit dem „Date 6 Armband“ auf Flaschenbier, Long Drinks, Cocktails, Wein und Weinschorle. Als Friday & Saturday Night Special von 23:59 bis 02:00 Uhr zehn Prozent Rabatt auf Long Drinks und Cocktails. Als Sunday Special immer Sonntags von 19:00 bis 23:00 Uhr Rotkäppchen Sekt (0,75 L) für 12,- Euro. Die Date 6 Bar liegt in einer Nebenstraße zwischen Plärrer und Jakobsplatz in der Nürnberger Altstadt. +++ Hier ist der GAYCON Hintergrundbericht auf der INTERVIEW Seite +++

Das war das gemeinsame Spargelessen im Restaurant Literaturhaus (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Spargelessen im Literaturhaus

Viel Freude beim gemeinsamen Spargelessen mit der Community & Friends am ersten Juni-Montag im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6). 100 fröhliche Menschen ließen sich das vorzügliche Spargel-Menü schmecken. Die Küchen-Crew kredenzte Spargelcreme-süppchen, als Hauptgericht Schnitzel „Wiener Art“, Prager Schinken und Nürnberger Rostbratwürste, dazu frischen Stangenspargel, Frühkartoffeln und Soße Hollandaise. Zum Nachtisch schlemmten alle ein Erdbeer-Schokolade-Vanille-Dessert. Viel Spaß und tolle Wiedersehens-Stimmung unter den zahlreichen Teilnehmenden. Die vor vielen Jahren noch kleine Runde hat sich inzwischen zu einem Community-Traditionsfest entwickelt. Restaurant-Chef Bernd Rings bedankte sich bei seinem langjährigen Freund Bert Hogeweg mit einem selbstgebundenen Blumenstrauß für die Organisation. Ein Event, das man gerne in vielen Erinnerungsbildern bewahrt. Leider konnten nicht alle, die gerne gekommen wären, dabei sein, denn die Küchen-Kapazitätsgrenze war erreicht. Also im nächsten Jahr früher reservieren! +++ Hier geht es zur Bildergalerie vom Spargelessen +++

Das war die DinnerShow "Herren Wunderlich" im Restaurant Literaturhaus (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das waren die Dinner-Shows mit den Herren Wunderlich

Am letzten Mai-Wochenende verwöhnte das Restaurant im Literaturhaus (Luitpoldstr. 6) an zwei Tagen über 100 Teilnehmende mit einem köstlichen Drei-Gang-Menü plus der Darbietung „Drei Stimmen und ein Piano“ von „Die Herren Wunderlich“. Anmoderiert von Michael Heidrich vom Rosegardens, der diese Showabende leidenschaftlich und ehrenamtlich mitinszeniert, brachte das österreichische Trio aus Kufstein das fränkische Publikum in Hochstimmung. Im perfekt sitzenden Frack sowie mit stilgerecht harmonischer Akustik ließen die Tenöre Herbert Oberhofer und Georg Anker sowie Pianist und Bariton Josef Hacklinger die Goldenen 1920er Jahre und unvergessliche Evergreens bis in die 1960er Jahre wieder auferstehen... +++ Hier geht´s zum Bericht & Bilder auf der DOKU-Seite +++

Das war der "BE LOUD" Talk in der Roten Galerie Nürnberg (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war der „BE LOUD“ Talk in der Roten Galerie

Im Rahmenprogramm der Ausstellung „Männer unter Strom“ lud Künstler Herbert Maria Wojsik mit seinem Mann Erwin Vogel am letzten Mai-Samstag zum „BE LOUD“ Talk in die Rote Galerie Nürnberg (Kobergerstr. 57/ 59) ein. Rund zwei Dutzend Teilnehmende kamen und der Galerie-Raum war voll belegt. Christine Burmann, Marian Wild und Torben Starke diskutierten mit dem Publikum. „Ein Jahr wurde die Ausstellung vorbereitet. Die Vernissage war grandios. Junges, diverses Publikum war da. Davon waren 95 Prozent vorher noch nie in der Roten Galerie. Die roten Punkte zeigen, die Werke werden gekauft“, betont Herbert euphorisch. „Ich habe ein warmes Gefühl am richtigen Ort zu sein. Nürnberg kann Berlin!“ Diskutiert wurde zum Thema: „Queere Menschen haben alles erreicht. Jetzt könnt ihr leiser sein!“... +++ Hier geht es zum Bericht auf der DOKU-Seite +++

Das war der Fliederlich Empfang in den Vereinsräumen am Plärrer (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war der Fliederlich-Empfang

Am letzten Mai-Freitag lud Fliederlich zum traditionellen Jahresempfang in die Zentrums-Räume am Nürnberger Plärrer ein. Bei sommerlichen Temperaturen kamen an die 50 Teilnehmende. Vertretende aus der Politik, dem Nürnberger Stadtrat und dem Bayerischen Landtag, Vereinsmitglieder sowie Leute aus der queeren Community zeigten gemeinsame Präsenz. „Geh in ein queeres Zentrum oder queeren Treffpunkt“, würde heute Sibylle Steinhauer (Leitung AG SPDqueer) ihrem damaligen Ich als „Tritt in den Hintern“ mit auf dem Weg geben. „Es hilft so viel! Vielen Dank an Fliederlich für das Engagement“, betont sie in ihren Grußworten. „Wir vermissen Uschi Unsinn und freuen uns über den neuen Queeren Aktionsplan mit dem Regenbogenhaus, welches bald kommt“, betont Andrea Friedel, Fraktionsvorsitzende Bündnis90/ Die Grünen in ihren Grußworten... +++ Hier geht´s zum Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

TV-Tipps

+++ 06.07. ZDFINFO 19:30 Uhr Legendäre Piraten: Anne Bonny & Mary Read - Doku // 20:15 Uhr ONE Frida - Spielfim // 01:40 Uhr MDR Sex - Spielfilm +++ 07.07. RBB 20:15 Uhr Thadeusz lang & breit: mit Anna Lührmann - Talk +++ 08.07. ARD ALPHA 21:00 Uhr Was glaubst du? u.a. mit der queeren Maike - Doku +++ 09.07. BR 23:15 Uhr Fireworks - Spielfilm +++ 10.07. ARTE 19:40 Uhr Re: Mein Leben mit K-Pop - Magazin // 21:00 Uhr TAGESSCHAU24 Re: Queer und verfolgt in der Türkei - Magazin // 00:00 Uhr MDR Little Trouble Girls - Spielfilm +++ 12.07. ORF3 17:05 Uhr Charleys Tante - Spielfilm // 21:45 Uhr DAS ERSTE Brokenwood - Mord in Neu-seeland: Mit Volldampf in den Tod - Krimi +++

Tommy, das Gesicht der neuen DATE 6 Bar in der Nürnberger Altstadt (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neue queere Bar in der Altstadt

Nach zahlreichen Schließungen in der Vergangenheit gibt es seit Mitte Mai nun eine neuen queeren Kneipen-Treffpunkt für die Nürnberger Community: Mit der Eröffnung der „DATE 6“ Bistro und Musik Bar (Mostgasse 6) starten Thomas Abernethy (39) und Reinhard Andreas (78) ihr erstes gemeinsames Projekt. „Wir wollten etwas Neues und Anderes. Nur ein paar Wochen dauerte die Suche nach dem Lokal. Ein paar Tage nach der Besichtigung war alles unterschrieben“, erzählt Tommy, das Gesicht hinter der Bar, die Vorlaufzeit. „Wir wollten für die Community etwas machen. Mit den Nachbarn in der Straße sind aktuell noch weitere gemeinsame Aktionstermine geplant“. Der Name „DATE 6“ leitet sich ab vom sprachlichen Gebrauch für das Wort Treffen oder Verabredung. Die Zahl benennt die Hausnummer sechs in der Mostgasse, wenn man auch vielleicht etwas Doppeldeutiges vermutet. Die Bar ist in einer ruhigen Seitenstraße zwischen Plärrer und Jakobsplatz gelegen. Zahlreiche Fachwerkhäuser sind in der Gasse noch erhalten... +++ Hier geht´s zum Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

Aktuelles Titelbild:

CSD Pride Monate in der Stadt & Region (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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