Denkmal "Stolpersteine"

Chronologische Reihenfolge von oben nach unten: Weitere Stolpersteine 2018, Präsentation Stolpersteine 2017

Verlegung neuer Stolpersteine für homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes in Nürnberg durch Gunter Demnig

Weitere Stolpersteine

Der Berliner Künstler Gunter Demnig war am geschichtsträchtigen Datum 09. November 2018 wieder in der Frankenmetropole, um die im Vorjahres-Oktober begonnene Aktion um sechs weitere Steine mit Messingplatten fortzuführen. Damit wird an homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes erinnert. Am diesem zweiten November-Freitag wurden außerdem zwei Steine zum Gedenken an jüdische Bürger verlegt. Einige Paten aus unserer Community übernahmen die Spendenfinanzierung für die homosexuellen Opfer: Dieter Barth für drei Steine, Manfred Kümmerling & Klaus Höcherl (Bar59), Andreas Hentschel & Bastian Brauwer (CSD Verein) sowie der Verein Fliederlich. Dieser widmet Ralph Hoffmann einen Stein, weil die Recherche der Opfer maßgeblich von ihm mit initiiert wurde. Vertreter von ‚Geschichte für Alle‘ sowie aus der Community begleiteten Gunter Deming durch die Stadt. Sie berichteten, dass an einer Adresse die am Vortag gelockerte Steinplatte des Bürgersteigs von SÖR aus Versehen in Rekordzeit wieder verschlossen wurde. Zu einer überraschenden Begegnung kam es bei der Steinlegung mit einer direkten Verwandten des Ermordeten, obwohl vorab recherchiert wurde und keine Nachkommen der Familie zu finden waren. Ihr wurden nie die Hintergründe erzählt. Ein reiner Zufall, denn die Verlegung dauert nur ein paar Minuten. Derzeit sind 396 Nürnberger Biografien zum §175 als Geschichte bekannt. Paten können weiterhin einen Stein für 120 Euro finanzieren, inklusive Herstellung und Verlegung. Paten-Interessenten melden sich bitte per Mail bei Dr. Pascal Metzger von Geschichte für Alle.

Messingtafeln erinnern an die Opfer des Nazi-Regimes

Richard Pongratz (1910 – 1945), Stolperstein Schuckertplatz 6. Pongratz, in Nürnberg geboren, war kaufmännischer Angestellter. Bereits als junger Mann kam er aufgrund seiner Homosexualität in Konflikt mit Polizei und Justiz. In einem später angefertigten psychologischen Gutachten über ihn heißt es verächtlich, er sei ein „haltloser Homosexueller“, schäme sich dafür jedoch in keiner Weise und fühle sich als „unschuldig Verfolgter“. Ein Bekannter denunzierte ihn, Pongratz wurde verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Sein Rechtsanwalt legte Revision ein, was fatale Folgen hatte: Das Reichsgericht in Leipzig beanstandete in seiner Prüfung des Urteils nicht das Strafmaß, monierte aber, dass bei Pongratz offenkundig ein „Hang zu gleichgeschlechtlichen Verfehlungen“ vorliege und dieser daher möglicherweise als „gefährlicher Gewohnheitsverbrecher“ anzusehen sei. Im Dezember 1942 überstellte man ihn als Sicherungsverwahrten in das KZ Mauthausen, wo er bis Kriegsende verblieb. Er wurde 35 Jahre alt.

Karl Jakob Kolb (1891 – 1942), Stolperstein Herschelstraße 17. Kolb wurde in Bayreuth geboren und zog später nach Nürnberg, wo er als Kaufmann arbeitete. Zwar heiratete er eine Frau und zeugte zwei Kinder, er hatte sein Leben lang aber auch immer wieder sexuelle Beziehungen mit Männern. Er verkehrte unter anderem in der Kneipe „Wirtschaftsraum 3. Klasse“ im Nürnberger Hauptbahnhof, die Ende der 1930er Jahre als Treffpunkt für Homosexuelle galt. Dort lernte Kolb im Juni 1939 einen 20-jährigen Prostituierten kennen. Wenig später verhaftete die Polizei den Prostituierten. Wegen Verstoßes gegen den Paragraphen 175 verurteilte das Gericht Kolb zu einer neunmonatigen Gefängnisstrafe, die dieser in der Folge bis Mai 1940 im Strafgefängnis Ebrach verbüßte. Danach wurde er auf Anweisung der Nürnberger Kriminalpolizei hin in das KZ Dachau eingewiesen. Kolb kam Ende Januar 1942 mit einem „Invalidentransport“ in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim (Oberösterreich). Er wurde 51 Jahre alt.

Alfred Zöller (1912 – 1940), Stolperstein Leyher Straße 25. Zöller, in Fürth geboren,  machte eine Lehre zum Tapezierer und Dekorateur. Später arbeitete er in Fürth als Packer bei den Triumph-Werken. Seine Homosexualität lebte Zöller bereits in jungen Jahren relativ offen aus. Ab 1930 besuchte er Treffpunkte der sich damals entwickelnden homosexuellen Szene in Nürnberg. 1934 wurde der damals 22-jährige Zöller erstmals bei einer Polizeirazzia in der Kneipe „Zur Burg“, einem bekannten Homosexuellentreffpunkt in der Nürnberger Innenstadt, festgenommen. Später folgten Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen die ehemaligen Mitglieder des Homosexuellenvereins „Silhouette“. Nachdem er seine Haftstrafe verbüßt hatte, zog Zöller nach Nürnberg und arbeitete als Zeitungsausfahrer. Fortan lebte er unter ständiger Beobachtung durch die Kriminalpolizei. Für Dezember 1939 ist seine Einweisung in das Konzentrationslager Sachsenhausen belegt. Das Lager war dafür bekannt, dass dort Homosexuelle auf besonders grausame Art und Weise gequält und misshandelt wurden. Er wurde 27 Jahre alt.

Adam Schwind (1899 – 1945), Stolperstein Veillodterstraße 21. Schwind, in Bamberg geboren, machte eine Lehre zum Dekorateur. 1929 gab er die elterliche Wohnung in Bamberg auf und zog nach Nürnberg. In den folgenden Jahren bewegte er sich in der homosexuellen Szene. Vor allem im Verein „Silhouette“, in dem sich Homosexuelle vernetzten und gemeinsame Aktivitäten organisierten, war Schwind aktiv. 1933 wurde die Nürnberger Kriminalpolizei deswegen auf ihn aufmerksam. 1936 denunzierte ein Sexualpartner Schwind, der daraufhin unverzüglich festgenommen wurde. Am Ende stand ein mehrtägiger Prozess gegen die ehemaligen „Silhouette“-Mitglieder, der ab dem 24. März 1937 vor dem Landgericht Nürnberg stattfand. Auf die dreijährige Haft folgte für Schwind eine Odyssee durch mehrere Konzentrationslager, die sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hinzog. Er wurde 45 Jahre alt.

Georg Jean Mayer (1902 – 1943), Stolperstein Tucherstraße 14. Mayer, in Nürnberg geboren, arbeitete als Fräser und später als Hausdiener in diversen Hotels. Ab 1930 betrieb er gemeinsam mit seiner Mutter einen Blumenhandel in der Nürnberger Innenstadt. Wegen Verstoßes gegen den Paragraphen 175 wurde Mayer erstmals 1935 durch das Amtsgericht Nürnberg verurteilt. Im Gefängnis lernte Mayer einen Mithäftling kennen, mit dem er eine sexuelle Beziehung unterhielt und über die Haftzeit hinaus in Kontakt blieb. Bei einem Besuch Mayers bei seinem Freund im mittelfränkischen Diepersdorf wurde die Polizei im März 1938 durch eine Denunziation aufmerksam. Die Ermittlungsergebnisse führten zu einer Anklage gegen Mayer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, das ihn im Juni 1938 zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilte. Zusätzlich entschieden die Richter, ihn als „gefährlichen Gewohnheitsverbrecher“ in Sicherungsverwahrung zu nehmen. Auf Anweisung des Reichsjustizministeriums wurde er im Dezember 1942 ins KZ Mauthausen gebracht. Er wurde 40 Jahre alt.

Fritz Drechsler (1898 – 1941), Stolperstein Köhnstraße 50. Drechsler, in Nürnberg geboren, arbeitete als kaufmännischer Angestellter. Von einer Strafverfolgung wegen seiner Homosexualität bleib Drechsler nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten anfangs noch verschont. Dies änderte sich durch einen Vorfall im September 1936: Drechsler suchte in einer Toilettenanlage am Aufseßplatz offenkundig sexuelle Kontakte und unternahm dort Annäherungsversuche bei Personen, die sich zufällig dort aufhielten. Gemeinsam ergriffen die vier Männer Drechsler und brachten ihn zur nächsten Polizeiwache, wo sie Anzeige wegen Belästigung erstatteten. Infolge der beiden Schuldsprüche war Drechsler bis Oktober 1938 in Haft. Nach einem erneuten Vorfall entschied die Nürnberger Kriminalpolizei, ihn in polizeiliche Vorbeugungshaft zu nehmen, also ihn auf unbestimmte Zeit in ein Konzentrationslager einzuweisen. Er wurde 43 Jahre alt.

 

GAYCON November 2018

"Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer in Nürnberg" - Stadtgebiet - 09. November2018

Präsentation der ersten "Stolpersteine" für homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes in Nürnberg. Von links: Uschi Unsinn, Ralph Hoffmann (Fliederlich), Gunter Demnig (Künstler) und Dr. Pascal Metzger (Geschichte für Alle)

Stolpersteine gegen das Vergessen

Das ist der Anfang: Seit Mitte Oktober erinnern vier „Stolpersteine“ an homosexuelle Nazi-Opfer in Nürnberger Straßen. Der Berliner Künstler Gunter Demnig (69) hat die Steine mit den Messingplatten persönlich verlegt. Schirmherr der Aktion ist Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Paten übernehmen die Spendenfinanzierung.

Am Abend des dritten Oktobermontags wurde das Projekt von Geschichte für Alle e.V. und Fliederlich e.V. der Öffentlichkeit im Literaturhaus präsentiert. Im vollbesetzten Salon stellte Deming sein Kunstprojekt vor, musikalisch umrahmt vom Lesben-Chor „Tinitussis“. Begonnen hat er sein Werk 1992, es gilt mit inzwischen 61.000 verlegten „Stolpersteinen“ als das größte dezentrale Denkmal weltweit. Vor allem die Namen jüdischer Opfer der Nazi-Zeit wurden in die Wege und Plätze in 1200 ehemaligen Wohnorten in Deutschland und in zwanzig Ländern Europas eingebracht. Bisher liegen 73 Steine in Nürnberg, auf deren Messingplatten Name und Todestag der Ermordeten stehen. Nun erinnern erstmals vier Exemplare an homosexuelle Opfer in der Frankenhauptstadt. Für Michael Glas, Geschäftsführer von Fliederlich, ist es ein „krönender Abschluss“, denn seit 16 Jahren arbeitet der Verein an diesem Vorhaben. Geschichte für Alle hat die Biografien erforscht. Der §175 stellte in der Weimarer Republik jede homosexuelle Handlung unter Strafe. Die Nationalsozialisten verschärften den Paragraphen 1935, dadurch schnellten Ermittlungsverfahren gegen Homosexuelle in ganz Deutschland in die Höhe. Tausende wurden in dieser Zeit verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Dass sie zu den Opfern nationalsozialistischer Gewalt zählten, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit verdrängt und verschwiegen. Mit der Aktion werden die Opfer aus der Anonymität geholt. Die Steine verhindern das Vergessen des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte.

Die ersten vier Steine erinnern an Nürnberger homosexuelle Opfer

Rudolf Brinkmann (1908 – 1941), Stolperstein Frauentorgraben 17. Brinkmann, in Stettin geboren, lebte 1933 zwecks Studium in Berlin, wo er 1934 nach einer Razzia der Gestapo in der dortigen schwulen Szene als Homosexueller ins KZ Lichtenburg verschleppt wurde. Als verurteilter Homosexueller durfte er weder sein Studium noch seine Lehre als Buchhändler abschließen. 1938 fand er eine Arbeitsstelle im Amtlichen Bayerischen Reisebüro in Nürnberg. Brinkmann lebte ein zurückgezogenes Leben. Zum Verhängnis wurde ihm eine Bekanntschaft mit einem 23-jährigen, der Brinkmann nach seinem Outing bei der Polizei denunzierte. 1939 wurde Brinkmann zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Danach kam er nicht frei, sondern wurde ins KZ Flossenbürg eingewiesen. Er wurde 33 Jahre alt.

Andreas Hitzler (1906 – 1940), Stolperstein Seuffertstraße 5. Hitzler, in Nürnberg geboren, war gelernter Bäcker, arbeitete einige Zeit als Bäckergehilfe. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt als Bauhilfsarbeiter im Brückenbau. Hitzler lebte seine Homosexualität vor der Nazi-Diktatur ziemlich offen aus, in der beginnenden schwulen Subkultur Nürnbergs der 1930er Jahre. Er war Mitglied im Verein „Silhouette“, wo sich schwule Männer heimlich vernetzten, um einer Strafe zu entgehen. 1932 erfolgte die erste Verurteilung Hitzlers wegen dem §175. Weil sein Sexualpartner ihn 1936 denunzierte, nahm ihn die Polizei fest. Daraufhin kam Hitzler ins KZ Dachau, die Freiheit sah er nach der Strafe trotzdem nicht wieder, denn 1939 wurde er ins KZ Mauthausen verlegt. Durch die Zwangsarbeit ausgebeutet, wurde er ebenfalls nur 33 Jahre alt.

Karl Friedrich Kloss (1895 – 1944), Stolperstein Hallplatz 21. Kloss, in Steuden geboren, arbeitete nach der Berufsschulzeit in verschiedenen Städten als Büfettgehilfe. Später wechselte er ins Hotelgewerbe und war als Hotelportier tätig. Die vielen Ortswechsel halfen ihm, sein Schwulsein heimlich auszuleben. 1936,1938, 1939 erfolgten erste Haftstrafen wegen dem §175. 1940 kam Kloss nach Nürnberg, arbeitete und wohnte im Hotel „Goldenen Adler“ am Hallplatz. Er wurde 1944 an seinem Arbeitsplatz festgenommen, die von der Polizei gefundenen Liebesbriefe führten zu einer Anklage als „gefährlichen Gewohnheitsverbrecher“ vor einem Sondergericht. Weil Kloss in diesem Schauprozess ein Todesurteil wegen Verstoßes gegen den §175 erwartete, erhängte er sich in seiner Zelle, noch bevor das Urteil gesprochen wurde. Er wurde 49 Jahre alt.

Rudolf Koch (1918 – 1986), Stolperstein Untere Talgasse 6. Koch, in Nürnberg geboren, war Elektroinstallateur. Weil sich Homosexuelle nur an heimlichen Treffpunkten begegnen konnten, wurde er 1935 zum ersten Mal in der Toilette des „Kaufhauses Weißer Turm“ polizeilich aufgegriffen. Als Koch 1939 im Waffenhof, einem bekannten Szene-Treffpunkt der Stadt, wieder aufgegriffen wurde, erfolgte ein Verbot, nachts seine Wohnung zu verlassen. Nach dem Verstoß gegen die Auflagen wurde er in „polizeiliche Vorbeugungshaft“ genommen. Das bedeutete, Koch wurde auf unbestimmte Zeit ins Konzentrationslager eingewiesen. Zuerst im KZ Sachsenhausen, anschließend im KZ Flossenbürg. Er sah den einzigen Ausweg wie viele seiner Rosa Winkel Mithäftlinge: Koch ließ sich mit 23 Jahren entmannen. Weil er nun „keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstelle“, wurde er einige Monate später entlassen. 1942 zog er in die Wehrmacht ein, überlebte den Krieg und kam zurück nach Nürnberg. Koch starb mit 68 Jahren.

Volles Literaturhaus bei der Präsentation

Man „stolpert mit Kopf und Herzen“ in den öffentlichen Straßen über das Kunstprojekt. Ursprünglich waren einmal Wandtafeln geplant, doch die Absage von Hausbesitzern wäre deutlich vorauszusehen gewesen. „Die Passanten wollen die Namen auf den Messingplatten lesen, deshalb verbeugen sie sich vor den Opfern“, betont Demnig seine Motivation. Als Wiedererkennungseffekt haben alle Steine die gleiche Größe, und werden individuell von Hand gefertigt. Weil Passanten über die Messingplatten laufen, werden diese automatisch poliert. Solange es geht, will Demnig weitermachen, aber er hat schon eine Stiftung gegründet, die die Erinnerungsarbeit fortsetzten wird. Demnig berichtete, dass nicht alle Städte mit dem Projekt einverstanden sind. In München werden die Steine deshalb nur auf privatem Grund verlegt.

 

Geschichte für Alle e.V. betont, dass alle Opfergruppen bedacht werden können. Derzeit sind 396 Nürnberger Biografien mit dem §175 als Geschichte bekannt. Paten können einen Stein für 120 Euro finanzieren inklusive Herstellung und Verlegung. Paten-Interessenten melden sich bitte per Mail bei Dr. Pascal Metzger von Geschichte für Alle.

 

www.stolpersteine.eu

 

Text/ Fotos Norbert Kiesewetter

GAYCON Oktober 2017

Präsentation "Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer in Nürnberg" - Literaturhaussalon Nürnberg - 16.Oktober 2017

Die ersten vier Stolpersteine für homosexuelle Opfer der Nazi-Zeit in Nürnberger Straßen
Sendereihe über die Zerrissenheit innerhalb der queeren Community (Foto: RadioGays)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neue Serie & Podcast Reihe bei den RadioGays

Mit der Ausstrahlung Ende Februar startete eine insgesamt sechsteilige Radioserie mit begleitendem Podcast, die beleuchtet, warum ausgerechnet die queere Community, die so laut nach Toleranz schreit, selbst im inneren so intolerant ist. „Innenansichten – Queer & Zerrissen ist eine wissenschaftlich begleitete Radioserie der Redaktion RadioGays bei Radio Z, die innergemeinschaftliche Konflikte in queeren Communitys analysiert und verständlich einordnet. Ziel ist nicht Polarisierung, sondern Differen-zierung und Konfliktfähigkeit“, betont Frank Mann von den RadioGays Nürnberg. „Queere Communitys sind gesellschaftlich sichtbarer denn je. Gleichzeitig werden interne Konflikte zunehmend öffentlich ausge-tragen, insbesondere über soziale Medien. Das Projekt reagiert auf diese Entwicklung und schafft einen Raum für Reflexion statt Polarisierung.“... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Tommy, das Gesicht der neuen DATE 6 Bar in der Nürnberger Altstadt (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neue queere Bar in der Altstadt

Nach zahlreichen Schließungen in der Vergangenheit gibt es seit Mitte Mai nun eine neuen queeren Kneipen-Treffpunkt für die Nürnberger Community: Mit der Eröffnung der „DATE 6“ Bistro und Musik Bar (Mostgasse 6) starten Thomas Abernethy (39) und Reinhard Andreas (78) ihr erstes gemeinsames Projekt. „Wir wollten etwas Neues und Anderes. Nur ein paar Wochen dauerte die Suche nach dem Lokal. Ein paar Tage nach der Besichtigung war alles unterschrieben“, erzählt Tommy, das Gesicht hinter der Bar, die Vorlaufzeit. „Wir wollten für die Community etwas machen. Mit den Nachbarn in der Straße sind aktuell noch weitere gemeinsame Aktionstermine geplant“. Der Name „DATE 6“ leitet sich ab vom sprachlichen Gebrauch für das Wort Treffen oder Verabredung. Die Zahl benennt die Hausnummer sechs in der Mostgasse, wenn man auch vielleicht etwas Doppeldeutiges vermutet. Die Bar ist in einer ruhigen Seitenstraße zwischen Plärrer und Jakobsplatz gelegen. Zahlreiche Fachwerkhäuser sind in der Gasse noch erhalten... +++ Hier geht´s zum Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

Udo Gries, einer der Mitbegründer des Café Bar Cartoon Nürnberg ist verstorben (Foto: Privat)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Udo Gries ist verstorben

Die queere Community Nürnberg trauert: Nach einer längeren Krebs-Erkrankung ist Udo Gries im Alter von nur 65 Jahren am 19. Mai 2026 verstorben. Udo ist in der Region vor allem als Ur-Pächter und Mitbegründer der legendären Nürnberger queeren Szenekneipe Café Bar Cartoon bekannt. Er und sein damaliger Lebenspartner Reinhard Härtel eröffneten 1989 das Lokal mit den großen Schaufenstern, welches in dieser Zeit als revolutionär galt für eine Community, die sich eher versteckt hielt mit Klingeln an der Tür und eher nicht einsehbaren Fenstern. Das Cartoon wurde mit der Zeit einer der bekanntesten und beständigsten LGBTIQ*-Treffpunkte für die Stadt und die Region. Zahlreiche Motto-Partys und Aufsehen erregende Akt-Fotoausstellungen machten es zum Hotspot der Community. Nach der Abgabe des Lokals 2001 an Olaf und Thomas arbeitete Udo lange Jahre als Verkäufer in einem Lotto- & Tabakgeschäft. Nun ist er über die Regenbogenbrücke gegangen. Danke für Deinen Beitrag für die queere Community in Nürnberg. +++ Stille Urnen-beisetzung am Montag 08. Juni 2026 um 10:30 Uhr auf dem Friedhof St. Peter in Nürnberg. Auf Trauerkleidung sowie Blumen-spenden kann verzichtet werden. +++ Hier geht es zu den Hintergrundberichten über das Szenelokal Cartoon +++

Das war die 80er Schlagernacht mit Nicki im Burgersgarten Schwabach (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war die 80er Schlagernacht im Burgersgarten

Schwabach: In den 1980er und 90er Jahren war sie aus den Charts nicht wegzudenken, trat unter anderem dutzende Male in der ZDF-Hitparade auf, belegte immer wieder erste Plätze – und hat es auch heute noch so richtig drauf, wie sie am dritten Mai-Samstag im Schwabacher Burgersgarten live bewies: Nicki, das bayerische Cowgirl mit der unverwechselbaren Mundart, dem großen Herzen und der immer guten Laune. So meldete Wirt Holger Stark auch schon seit Wochen den Ausverkauf des Showabends. Auf ihr kurzes Resümee der 80er mit der Frage, ob wir denn nicht wirklich eine schöne Zeit hatten, erntete sie johlende Zustimmung. Ihre Lieder wie etwa „Wenn i mit dir tanz“, „I bin a bayrisches Cowgirl“ oder „Samstag Nacht“, um nur einige aus der langen Liste zu nennen, singt das Publikum auch heute noch textsicher mit... +++ Zum vollständigen Bericht & Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Eröffnung der Ausstellung "Männer unter Strom" bei der Roten Galerie (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war die Eröffnung der Ausstellung in der Roten Galerie

Am dritten Mai-Freitag fand die Vernissage der Ausstellung „Männer unter Strom“ in der Roten Galerie Nürnberg in der Nordstadt statt. Rund 150 Menschen kamen und bevölkerten die Straßenecke vor den großen Schaufenstern. Sie verwandelten den Ort für ein paar Stunden in ein buntes rauschendes Pop-up Straßenfest für mehr Sichtbarkeit und Vielfalt. Überglücklich und fröhlich über den gelungenen Auftakt schritt Künstler Herbert Maria Wojsik von einem Gespräch zum nächsten. Neben einigen Stadtratsmitgliedern wie Michael Ziegler, Verwalter der Roten Galerie, war auch der frisch gekürte dritte Bürgermeister von Nürnberg Dr. Nasser Ahmed vor Ort... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht & Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Das war der IDAHOBIT 2026 am Tugendbrunnen (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY REGION:

Aktion zum Internationalen Tag gegen Queerfeindlichkeit

Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit am Sonntag den 17. Mai beteiligte sich die Nürnberger Community mit verschiedenen Aktionen in der Frankenmetropole schon einen Tag vorher, am Samstag den 16. Mai, organisiert vom Nürnberger Bündnis gegen Trans- und Homophobie. Schon am Nachmittag zeigten sie sichtbare Präsenz bei der Kundgebung in der Fußgängerzone am Tugendbrunnen, neben der Lorenzkirche. Grußworte aus der Politik kamen u.a. von Britta Walthelm (Gesundheit und Umwelt), Karl Freller (Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten) und Elisabeth Ries (Soziales, Jugend und Familie). Musikalische Auflockerung  gab‘s von Julia Kempken (Rote Bühne). Weitere Redebeiträge folgten von... +++ Zum Bericht & Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Das Savoy öffnet ab sofort wieder um 17:00 Uhr! (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY REGION:

Garten

Neues aus der Nürnberger Südstadt: Am Donnerstag den 21. Mai 2026 stellt Wirt Peter Liedl die Uhren auf Sommerzeit um! Ab diesem Termin hat die Savoy Bar (Bogenstr. 45) wieder von Donnerstag bis Montag schon ab 17:00 Uhr geöffnet! Damit wird der Savoy-Garten „offiziell“ wieder zur Großstadt-Oase! Besonders die Freiluft-Fans kommen dabei auf ihre Kosten, kann doch die schöne Terrasse nun wieder deutlich früher in Beschlag genommen werden. Blumen, Markise und die Straßenbahn in der Aussicht. Gemütlicheres urbanes Feeling für die queere Community & Friends kann man kaum haben. Da schmeckt nicht nur die Sommerbowle besonders gut. Auf zum Peter in die Südstadt.

TV-Tipps

+++ 16.06. ONE 20:55 Uhr Velvet: Mit fremden Federn - Serie +++ 17.06. ZDFINFO 16:30 Uhr Legendäre Piraten: Anne Bony & Mary Read - Doku // 21:45 Uhr DAS ERSTE Donna Leon: Auf Treu und Glauben - Spielfilm // 22:17 Uhr TAGESSCHAU24 Echtes Leben: Queer in der Provinz - Magazin // 23:30 Uhr SWR Mordkommission Istanbul: Ausgespielt - Krimi // 02:50 Uhr 3SAT Pink Lake - Vielfalt am Wörthersee - Doku +++ 18.06. ZDFNEO 23:35 Uhr Verblendung - Spielfilm +++ 20.06. 3SAT 19:20 Uhr Queer Pop - Ikonen, Codes und Kommerz: Pink Pony Club - Doku +++ 21.06. ARTE 23:05 Uhr Benedetta - Spielfilm // 23:05 Uhr SWR Kick It Like Backham - Spielfilm +++

Das traditionelle NLC Charity Grillfest auf der Pegnitzwiese (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war das NLC-Charity-Grillfest

Am zweiten Mai-Donnerstag, traditionell am Christi-Himmelfahrt-Feiertag, fand das elfte LGBTIQ*-Grillfest des Nürnberger Lederclubs (NLC) im westlichen Pegnitztal statt. Die Pegnitzwiese beim Westbad wird seit 2014 einmal im Jahr (nur während der Pandemie wurde pausiert) von der Community in Beschlag genommen. Die Wetterprognose meinte es in diesem Jahr nicht so gut mit den Jungs. Deshalb schauten auch nur knapp 15 Teilnehmer zum Grillen vorbei. Während sich anfangs die Sonne mit Wolkenfeldern bei frischem Wind abwechselte, zogen am Spätnachmittag die großen Regenwolken auf... +++ Zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Aktuelles Titelbild:

CSD Pride Monate in der Stadt & Region (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

GAYCON-Aufrufe seit Start 07.02.2011

GAYCON-Aufrufe seit dem 02.06.2026

Druckversion | Sitemap
© gaycon.de 2026

Diese Homepage wurde mit IONOS MyWebsite erstellt.