Die Savoy Peters: links Wirt Peter Liedl & Savoy Gründerwirt Peter Abram

30 Jahre Savoy Bar

Vom Savoy-Peter zum Savoy-Peter

Am 01. Juli 1983 eröffnete Peter Abram (61) die Savoy Bar in der Bogenstraße 45 als schwule Kneipe, gleich hinter dem Hauptbahnhof. Der Gründerwirt integrierte von Anfang an die Heterogäste. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft noch nicht die Liberalität zeigte wie heute. Egal ob familiäre Verwandtschaft, Hotelgäste von nebenan oder Theatergäste vom Paradies. Er machte ihnen klar, hier küssen sich Männer und wer ein Problem damit hat, müsse ja nicht bleiben. Diese Offenheit und klare Ansage war Anfang der 80er Jahre revolutionär – deshalb gab es auch nie Probleme. Im Gegenteil, sie blieben und feierten regelmäßig mit. Bis heute ist das Publikum schwul, lesbisch, hetero, bi oder trans. Damit ist die Bar Nürnbergs ältestes Szenelokal, das mit wechselnden Wirten durchgängig in Betrieb geblieben ist.

Der Ursprung der heutigen Partybar liegt in der Altstadt. „Ich war eigentlich als Kellner im Savoy Röthenbach/Lauf angestellt. Es war ein ‚stinknormales‘ Lokal“, erinnert sich Peter Abram, der einst Konditor im ehemaligen Cafe Wagner am Rathenauplatz gelernt hatte und nach 14 Jahren in die Kneipengastronomie wechselte. „Von meinem Savoy-Chef wurde ich gefragt, ob ich einmal in der Woche Dienstag im Nürnberger Savoy in der Vorderen Sterngasse aushelfen könnte. Das Geschäft lief dort nicht optimal, aber durch meine Anwesenheit kamen alle meine schwulen Freunde. Ich habe es in eine schwule Kneipe umgewandelt, als ich dort für drei Jahre eine Schwangerschaftsvertretung übernahm.“ Das kleine Lokal mit großer Theke war komplett im gleichen Stil eingerichtet wie das Savoy in Röthenbach. Als Wiedererkennung galt neben dem Namen, als Markenzeichen die Krone und die Bargestaltung aus massivem Mahagoni-Tropenholz. Weil es mit dem Vermieter in der Vorderen Sterngasse Stress gab, aber Peter ein Händchen für das Nachtleben besaß, fragte ihn sein Chef, ob er als Partner in ein neues Objekt mit einstiege. „So wurde das Südstadthaus in der Bogenstraße gekauft. Im Erdgeschoss befand sich vorher eine Wohnung. So gestaltete sich der Umbau mit völlig anderer Raumaufteilung als teuere Angelegenheit. Mit einer inoffiziellen sowie einer offiziellen Feier startete die Partytradition. Auch alle Nachbarn lud ich mit ein, das ersparte Probleme“, erinnert sich Peter Abram, der darüber hinaus auch seine Familie mit Tante, Cousinen und Eltern mit einband. „Sonntags öffnete ich nachmittags das Lokal, um von meiner Mutti hausgemachten Kuchen oder die berühmte Spargelsuppe zu servieren. Es war eine schöne Zeit.“ Zum Highlight wurde die jährliche Busreise mit Übernachtung, die viel Zuspruch durch die Stammgäste fand. Bad Reichenhall, Bayerischer Wald, Floßfahrt auf der Isar oder auch das Münchner Oktoberfest wurden zu beliebten Zielen. Paradies-Gäste mussten nicht mehr auf dem Vorplatz zur nächsten Vorstellung warten, sie kamen ins Savoy. Auch die Liebe fürs Leben startete bisweilen hier. „Vier Paare haben sich bei mir im Lokal kennen gelernt. Außerdem bin ich stolz darauf, noch heute Kontakt zu meinen damaligen Gästen zu haben“, betont Peter, der aktuell als Kellner in der Gaststätte Zeppelinfeld in der Kleingartenkolonie am Frankenstadion arbeitet. „Zu meinen Geburtstagen bekomme ich 100 Anrufe.“ 15 Jahre nach der Eröffnung musste Peter aus Finanzgründen das Savoy an einen Nachfolger abgeben. In einer Zeit des Wandels blieben auch Stammgäste dem Lokal fern. Die am Schluss installierten Spielautomaten lockten zudem noch Einbrecher. „Vielleicht hat es an mir gelegen“, überlegt Peter. „Die Veränderungen durch meinen Nachfolger haben mir jedenfalls wehgetan. Mein Herz hing am ganzen Stil der Kneipe. Für einige Monate konnte ich das Savoy nicht mehr betreten.“

Peter Abram ist im Nürnberger Stadtteil Almoshof im Knoblauchsland aufgewachsen. Statt mit Autos und Eisenbahn wie sein Bruder, hat er lieber mit Kaufladen und der Puppenkiste gespielt. „Ich habe schon immer gewusst, dass etwas anders ist.“ Später stand er mit seiner  Freundin kurz vor der Hochzeit. Für die Bundeswehr musste er mit 21 Jahren genau in dieser Zeit nach Bad Reichenhall. Dort lernte er als schüchternes Mauerblümchen einen Kellner in einem Lokal kennen. Mit – Wartest Du auf mich – blieb Peter bis zum Feierabend. „Liebe, meine erste große Liebe. Jetzt wusste ich Bescheid, dass ich schwul bin“, erinnert sich Peter, der natürlich viele Briefe von Almoshof an seinen Liebsten schrieb. Doch ein Brief wurde offen liegengelassen. „Damit waren das Coming out und die geplante Hochzeit in der Familie erledigt!“ Im Prinzip zählte später das „ganze Dorf inklusive Klassentreffen“ zu seiner Kundschaft. Nach der Bundeswehrzeit  hatte sich Peter die Nürnberger Schwulenszene angeschaut, lernte Wirte kennen und empfand die Gemeinschaft als familiäre Szene. „Ich bin der erste Wirt gewesen, der eine Schwulenkneipe öffentlich gemacht hat, ohne Klingel an der Tür. Alle anderen haben es mir nachgemacht. Ich finde es toll, dass Peter Liedl jetzt den Laden führt, er war damals bei mir schon als Aushilfe tätig.“

So ist also seit 2010 wieder ein ‚Peter’ als vierter Wirt Chef in der Savoy Bar. Einige Stammgäste aus früherer Zeit kommen gerne und feiern regelmäßig. Die Bildergalerie an den Wänden, damals von Peter dem Ersten begonnen, ist stummer bunter Zeitzeuge einer tollen Geschichte. Im Jubiläumsjahr wurden schon länger geplante Veränderungen in die Tat umgesetzt. Eine kleine Tanzfläche mit dazugehörigen modernen Beleuchtungselementen zählt seit einigen Wochen zum Interieur. Hier schwingt nun Jung und Reif, Gay und Hetero, Urgestein und Neu gerne das Tanzbein. Auch die Terrasse vor dem Lokal ist mit neuem Geländer und Pflanzkästen endlich wieder in Betrieb. Nun sucht Peter Liedl nach authentischen goldenen Lampen, die schon vor dreißig Jahren den Glamour ins schwüle Nachtleben brachten. Auf die nächsten schönen Jahre!

Text/Fotos Norbert Kiesewetter

Historische Fotos: von Peter Abram

GAYCON JULI 2013

Savoy Bar Fotos im Jahresvergleich: 1983 und 2013

Noch heute ziert der Savoy-Werbeschriftzug die Hausfassade zur Pillenreuther Straße

Linkes Foto: Auch der heutige Wirt Peter Liedl war schon in den 80er Jahren Gast und sogar Aushilfe in der Savoy Bar. Fotos rechts: Gründerwirt Peter Abram in den 80er Jahren.

Online-Aktion „Queer“ – für mehr Vielfalt und Toleranz - der Nürnberger Stadtbibliothek

AKTION QUEER: Die Stadtbibliothek Nürnberg engagiert sich für gesellschaftliche Vielfalt und möchte dazu beitragen, Vorurteile gegenüber Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen abzubauen. Mit der Online-Aktion „Queer“ will sie ein Zeichen für ein faires Miteinander setzen. Die ursprünglich geplanten Aktionen zum IDAHOBIT konnten wegen der Corona-Krise nicht alle umgesetzt werden. Trotzdem soll die Vielfalt und Toleranz gestärkt werden. Die Aktion „Lebende Bibliothek“ ist weiterhin online! Sprich mit Deinen Vorurteilen! So lautet das Prinzip einer „Lebenden Bibliothek“. Statt eines normalen Buchs „leiht“ man einen Menschen für ein Gespräch unter vier Augen aus und lernt so dessen Geschichte kennen. Die Lebende Bibliothek bietet Gespräche mit Menschen an, die oft in Schubladen gesteckt werden und deshalb mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Queere Menschen sind bei dieser Aktion die Lebenden Bücher. Die persönlichen Gespräche sind aktuell nicht möglich. Dafür sind jetzt kurze Videos der Menschen auf der Webseite der Nürnberger Stadtbibliothek online!

Unser GAYCON Pressefoto vom "dyke*march 2019" ist in der Ausstellung

ONLINE AUSSTELLUNG: Unser GAYCON Pressefoto geht um die Welt! Im Rahmen der online Ausstellung 2020 "Lesbische Sichtbarkeit" des Rainbow Cities Network ("Lesbian Visibility 2020") repräsentiert unser GAYCON Pressefoto vom "dyke*march Nürnberg 2019" die Stadt Nürnberg international! Neben deutschen Städten wie Berlin, Köln, München wird die Ausstellung nämlich u.a. in Wien, Mexico City, Genua, Zürich, Rotterdam, Brüssel und Sao Paulo besonders präsentiert. Auf der Homepage der Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule, Transidente, Bi- und Intersexuelle - Gleichstellungsstelle der Stadt Nürnberg - findet Ihr den Zugang. ... Zum Bericht auf der DOKU-Seite

Regenbogenfahne am Kulmbacher Rathaus (Foto: Uferlos Bamberg)

Kulmbach: Am letzten Juni-Wochenende war das oberfränkische Kulmbacher Rathaus „als Zeichen der Solidarität mit der LGBTIQ-Community“ mit der Regenbogenfahne beflaggt. Es sollte den diesjährigen Ausfall der Christopher Street Day Demos wegen der Corona Pandemie kompensieren und die Wahrnehmung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt unterstützen. „Die Sichtbarkeit für queere Menschen verliert damit ihren wichtigsten Faktor“, betont Stadträtin Constanze Milbrad in der Tageszeitung Frankenpost. Die Idee der Extra-Beflaggung hatte die Grüne Jugend. Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hatte den Vorschlag an den Oberbürgermeister weitergeleitet und freut sich über die unbürokratische Umsetzung. Das Datum wurde bewusst gewählt, denn in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 stießen die Beamten der New Yorker Polizei bei einer Razzia im Schwulenlokal „Stonewall Inn“ in der Christopher Street erstmals auf heftigen Widerstand der LGBTTI*-Community.

Maskenpflicht in Bayern: In Geschäften & ÖPNV

MASKENPFLICHT: +++ Wegen der Corona-Pandemie gilt in ganz Bayern seit Ende April 2020 bis auf weiteres eine Maskenpflicht in Geschäften, Bankfilialen und Supermärkten sowie in Bussen und Bahnen (schon an der Haltestelle) des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. Alternativ kann auch mit Schals und Halstüchern die Mund-Nasenabdeckung umgesetzt werden. Umweltfreundlich sind Masken, die nach dem Tragen mindestens bei 60 Grad gewaschen werden können. Bügeln mit Hitze und Dampf hilft ebenfalls zur Desinfektion. Die medizinischen FFP-Masken werden von dem klinischen und pflegerischen Personal allerdings dringender benötigt. +++

In the Mix Party - Café Bar Cartoon
After-Faschingszug-Party - La Bas

#TV-TIPPS

+++ 06.07. RTLII 01:00 Exklusiv - Die Reportage: Unternehmen Erotik - Doku +++ 07.07. RBB 14:30 Herzlichen Glückwunsch - Spielfilm +++ 08.07. SIXX 21:40 Paula kommt: Aus Freundschaft wurde Liebe - Talk // 22:10 KABEL1 CLASSICS Love, Simon - Spielfilm +++ 09.07. ARTE 13:45 Wilde Herzen - Spielfilm // 23:20 KABEL EINS Die spektakulärsten Kriminalfälle: Mord an Walter Sedlmayr - Doku // 23:30 RBB La bella saison - Eine Sommerliebe - Spielfilm // 00:15 Express Yourself - Die Tänzer der Queen of Pop - Doku +++ 10.07. ARTE 21:45 Pop Utopia: u.a. Träume der LGBT-Community - Doku // 22:10 N-TV Let´s talk about Sex - Das Jahrhundert der Aufklärung - Doku // 00:10 SAT1 GOLD Lenßen & Partner: Adoption mit Hindernissen - Krimi // 00:20 MDR Dallas Buyers Club - Spielfilm // 00:45 ARTE Tracks: u.a. Queer & GayPop - Magazin // 01:20 ARTE Mapplethorpe: Look at the Picture - Doku +++ 11.07. HR 00:40 Leb wohl, meine Königin - Spielfilm +++ 12.07. RTL PLUS 17:05 Law & Order: Auch ein hohes Tier bleibt ein Tier - Krimi +++

Faschingsparty - Savoy Bar
Queere Faschingsparty - Café Bar Cartoon

#CSD/ PRIDE:

Aktion: Gesichtsmasken im CSD Design

Aktion: Gesichtsmasken im CSD Nürnberg Design! Tu Dir, Community-Läden und dem CSD-Verein etwas Gutes! Für mindestens 15 Euro Spende an den CSD-Förderverein kannst Du eine CSD-NBG-Gesichtsmaske erwerben. Davon gehen mindestens 5 EUR an die Läden. +++ In diesen Nürnberger Community-Läden gibt’s die CSD-Design-Masken: Café Bar Cartoon (An der Sparkasse 6), Chocolat Laden & Café, C.RAUCH'sche Buchhandlung (Jakobstr. 40), Restaurant Estragon (Jakobstr. 19), Café Herrlich, Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6), Rosegardens (Vordere Sterngasse 24), Fachgeschäft Vom Fass (Königstr. 25 – 27) und im CSD-Nürnberg Online-Shop. +++ Info: Oli & Micha vom Fachgeschäft Rosegardens haben beschlossen, den Erlös aus ihrem Laden an das Nürnberger Paradies Theater zu spenden, weil es weiterhin geschlossen bleiben muss. Dem schließt sich Michael vom Café Herrlich an. +++

Präsentation CSD Nürnberg Plakat 2020 (Foto: CSD Förderverein)

CSD Nürnberg

CSD Nürnberg Motto 2020: „Queer Europe - kein Schritt zurück!“ Deutschland und Europa ist bunt - überall in allen EU-Ländern - und das muss so bleiben und noch viel weiter wachsen! Darum gilt es weiter zu kämpfen für LGBTTIQ* hier und in Europa! +++ Update: Der CSD Nürnberg in der gewohnten Form mit Demo, Rahmenprogramm und Finale ist wegen der Corona-Krise abgesagt! Nach Alternativen wird gesucht. +++

Maskenaktion

Satirisches GAYCON Maskenaktions Collagen-Titelbild Juli 2020 +++ Corona-Krise: Aufgrund der aktuellen Lage pausieren die üblichen Monatstitelbilder bis auf weiteres!

Maskenaktion

#Dritte und letzte Runde im Juli 2020# Aus aktuellen Gründen werden wir die übliche GAYCON Titelbild-Reihe mit selbstbewussten Models aus der queeren Community vorrübergehend aussetzen. Stattdessen wird mit einer satirischen Fotomaskenaktion als Alternative der aktuellen Maskenpflicht mit einem Schmunzeln begegnet. Wobei hier mehr der Spaß und originelle Ideen im Vordergrund stehen sollen. Unter dem Motto „#wirbleibencommunity“ zeigen wir seit Mai 2020 aus allen Bildern, die wir bekommen haben, Fotocollagen als GAYCON Titelbilder für die Webseite, als auch im Panorama für Facebook und Instagram. Danke für die rege Beteiligung!

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

GAYCON-Aufrufe seit Start 07.02.2011

GAYCON-Aufrufe seit dem 17.06.2020

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