France Delon beim CSD Nürnberg 2021: Ihr persönliches Fitness-Rezept ist gute Laune!

“Aufhören ist nicht mein Ding“

‚Die Göttliche‘ France Delon feierte ihren 70sten

Seit 40 Jahren residiert France Delon alias Frank Conrady in Nürnbergs guter Stube, seit 45 Jahren begeistert er das fränkische Publikum. Von hier aus hat er beruflich seit 1994 zwei Drittel der Welt auf dem Schiff durchkreuzt. Ein durch und durch positiv eingestellter Mensch, der auch die Corona-Pause unbeschadet weggesteckt hat, sitzt vor uns. Welche Kraftquellen hat er angezapft? Welches Fitnessprogramm hält ihn jung? Wird es ein Show-Rentnerleben geben? Fragen über Fragen. Die GAYCON Reporter waren auf Spurensuche in seinem Domizil in der Nürnberger Altstadt.

 

„Ich bin der älteste aktive Entertainer in meiner Travestie-Branche! Dass die vorherige Generation so schnell wegstirbt, hätte ich nie gedacht. Alle meine Vorbilder, alle Travestie-Stars. Das habe ich nicht so gewollt, es ist so gekommen…“, betont Frank, dem die eigene Recherche-Erkenntnis schon fast unangenehm ist. „Ich hatte immer gedacht, ich bliebe für immer jung, alt fühle ich mich nie. Das Herz muss einfach nur noch mitmachen. Mein Kopf ist fit und jung. Letztes Jahr hab‘ ich gemerkt, welche Bühnen-Nummern nicht mehr gehen. Jetzt bist du doch alt, dachte ich. Naja, mein Körper ist 70 Jahre in Betrieb!“ Er hat immer viel Spaß auf der Bühne und ist seit 20 Jahren glücklicher Single mit „Happy Sex“. Trotzdem merkt er durchaus seinen Körper, wenn er die schweren Reisekoffer im Altstadthaus ohne Aufzug in seine Wohnung im Dachgeschoß trägt. Das gehört zum Fitnessprogramm, wie auch 20.000 Schritte am Tag laufen, wenn es die Termine zulassen. Am liebsten Wandern in der Fränkischen Schweiz, quasi vor der Haustür. Neben zweieinhalb Stunden Power-Bühnenprogramm ist sein Kern-Fitnesstipp: Immer gut drauf sein. Früher hat er regelmäßig Jogging-Runden gedreht, gerade überlegt er, damit wieder anzufangen.

France Delon denkt überhaupt nicht ans Aufhören!

Kraftquelle & Diagnose

Eine persönliche Bindung zu einem lieben Menschen ist bis heute eine große tägliche Energie- und Kraftquelle. Vor 30 Jahren verstarb der Travestie-Künstler Paul Hawkins. „Jeden Abend gehe ich mit Gedanken an ihn zu Bett und wache am Morgen spürbar damit auf. Wir waren nie ein Paar. Als wir uns damals in Kopenhagen kennenlernten, wollte er mehr von mir, ich hatte es nicht zugelassen. Er war mir zu jung. Jahre später hatte er HIV, ich war zu spät bereit für ihn. Typisch für mich. Paul war mir der innigste Mensch in meinem Leben“, beschreibt Frank die Verbindung. Eine weitere Energie- und Kraftquelle ist sein positives Denken. „Ich bin ein positiver Mensch. Das Beste ist, gut gelaunt aufzuwachen. Allerdings muss man sich von Menschen distanzieren, die Energie abziehen. Besonders von schlecht gelaunten Mitbürgern muss man sich lösen“, so Frank, der lieber in geselliger Runde „Aufs Leben“ anstößt. Auch seine Diagnose Alters-Leukämie konnte die positive Lebens-Einstellung nicht umstoßen. Die teuren Chemo-Tabletten hatten zwar seine Blutwerte verbessert, aber mit den Nebenwirkungen ging es ihm schlechter. Sie machten den Körper kaputt, das Herz schluckte nicht richtig. Deshalb war er auch vor ein paar Monaten im Theresien-Krankenhaus. Inzwischen ist alles wieder unter Kontrolle. „Mir geht’s gut und ich bin super drauf. So ist das Leben und die Natur. Es war nie das Problem. Mehr als tot umfallen kannst du nicht“, betont Frank. „Wir haben nur Zeit bis zum Ende. Mein Lebensmotto ist das Lied ‚Ich liebe das Leben‘ von Vicky Leandros.“

France Delon beim "Cook & Classic for Charity" zugunsten der AIDS-Hilfe im Grand Hotel Nürnberg 2018

Vor der Fummellaufbahn

Frank Conrady, geboren im niedersächsischen Schwarmstedt, hatte ursprünglich eine Ausbildung als Hotelkaufmann in Köln absolviert. Aber schon 1968 führte ihn seine Leidenschaft auf die Bühne, anfangs als Sänger und Tänzer. Im Hamburger Pulverfass war er Partner bei einer Travestie-Nummer. „Damals war Travestie nichts für mich! Ich wurde dann aber eines Tages von Kollegen überredet, es mal auszuprobieren. Unerkannt von Fass-Direktor Leers lieferte ich eine Solo-Show. Danach wurde mir sofort ein Vertrag angeboten!“, erinnert sich Frank. Geburtsstunde für die später ‚Göttliche France Delon’. Frank erkannte, dass er in einer Fummel-Rolle mehr Möglichkeiten hat und sich außerdem viel mehr traut. Ein Glück fürs Publikum, dass seine Freunde schon vor ihm erkannten, dass Improvisation eine seiner großen Stärken auf der Bühne ist. „Heute habe ich bei meinen Auftritten nur einen roten Faden, alles andere ist frei“, freut sich Frank. „Ich beobachte die Tagespolitik, lese Tageszeitungen und beachte die TV-Nachrichten. Danach informiere ich mich ortsbezogen, wo und in welcher Stadt ich auf die Bühne gehe. Ich stelle mich auf Leute, Land und Niveau ein.“ Lieder werden meistens für France Delon geschrieben. „Da bin ich eine faule Sau. Das Auswendiglernen der Lieder ist schon schwer genug!“

France Delon beim CSD Nürnberg 2021 mit OB Marcus König

Corona Pause & Zukunft

Die Corona-Krise hat er im positiven Sinne gemeistert. „Ja, es ging mir blendend. Hätte ich nie gedacht. Die zwölf Monate in meiner Nürnberger Wohnung waren mega gewesen. Ich bin in kein Psycho-Loch gefallen, hatte stattdessen viel Spaß. Meine Laune und Psyche hat es nicht kaputt gemacht. Wie alle in stressigen Termin-Berufen, hat die Phase mich ebenso entschleunigt“, betont Frank, der sogar aus der Monate langen Zwangspause etwas Positives herausleiten kann. „Trotz Regen war die Stimmung am CSD Nürnberg Samstag im August auf der Wöhrder Wiese super. Auch alle weiteren Auftritte in Deutschland sowie auf dem Schiff waren mega. Das Publikum ist total ausgehungert nach Events.“ Für einen typischen Witz halten es die Zuschauer aktuell, wenn die Grand Dame ihr Alter zur Sprache bringt. ‚Simply the Best‘ zeigt nun mal kaum Abnutzungserscheinungen. France Delon arbeitet mit fünf oder 5.000 Zuschauern. Live Musik ist ihre Sache und gibt ihr Power. Ihre Spontanität zwischen den Songs ist ihr Kapital. Kleine freche, frivole Geschichten, mit lokalem Wiedererkennungswert. Improvisationspfeile in die Menge, auf die Person, vor die Bühne wie hinter die Bühne, welche kitzeln, aber nie verletzen. Ihre musikalischen Vorbilder sind Neal Diamond, Bette Midler und Tina Turner. Mit denen würde sie gerne mal eine Show rocken. Als Fan von Tina zieht France alle Register auf der Bühne. Das honoriert das Publikum. Durch die AIDA Schiffsreisen seit 27 Jahren hat sie zwei Drittel der Welt gesehen. Das fehlende Drittel, wo sie noch nicht war, will sie sich (nachdenklich) gerne ersparen. Das berufliche Vorbild der gereiften und absolut von Allüren freien Diva ist Johannes Hesters. „Ich arbeite bis zum Schluss. Mein Plan ist Gesundheit. Aufhören ist nicht mein Ding“.

 

Text/ Fotos: Norbert Kiesewetter

GAYCON Oktober 2021   

Das war das "Grünkohl-Community & Friends Essen" im Literaturhaus (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Heitere Stimmung beim Community & Friends Essen

Seit etwa fünf Jahren ist es Tradition, dass sich die queere Community & Friends im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6) gemeinsam zum Grünkohl-Essen trifft. In diesem Jahr am vierten Februar-Montag, mit 50 Teilnehmenden, inzwischen mit deutlich mehr Zuspruch! Das erste Grünkohl-Essen startete mit rund 20 Besuchenden, wie uns Bernd verraten hat. Das Wintergemüse ist mehr in Norddeutschland bekannt, aber inzwischen öffnen sich auch die Franken dafür. Ein schöner Abend mit bester Laune und guter Stimmung, sowie vielen Gesprächen untereinander. Im Mittelpunkt stand das Grünkohl-Wintergemüse mit Kartoffeln zu Schinken und geräucherter Wurst. Mit Nachschlagmöglichkeit für alle, die noch Platz im Magen hatten. Ergänzt mit einem feinen Dessert aus Vanille Eis, Sahne und einer Streuselschnitte. Bernd bedankte sich bei Organisator Bert Hogeweg mit einem Grünkohl-Tulpen-Blumenstrauß. Wir hielten den Abend mit einigen Impressionen fest. Inzwischen ist die Bildergalerie online

Wirt Uwe Richling in seinem neuen Lokal "Uwe's Gärtla" (Foto: GAYCON.DE)(Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Fränkische Küche in Uwe’s Gärtla

Viele aus der queeren Community bedauerten das Ende der Weinbar s’Weinbeisl in der Nürnberger Altstadt Mitte November 2025, nach nur dreieinhalb Jahren. Doch Wirt Uwe Richling (51) hat inzwischen sein neues Gastronomie Projekt „Uwe‘s Gärtla“ (Kieslingstr. 73) im Kleingarten-verein Klingenwald 2 am Nürnberger Nordostbahnhof geöffnet. Wirtschaftliche Gründe erforderten im Herbst 2025 eine gastronomische Neuorientierung. Sein neues Zuhause außerhalb der Innenstadt hatte er schnell gefunden. „Es war purer Zufall. Ich hab‘ online gesucht und nur Sekunden später gleich das Lokal gefunden. Nach den Bildern kam sofort der Gedanke, da könnte was gehen. Die Kontaktleute kannte ich auch noch von früher. Ein paar Nachrichten geschrieben, besichtigt und ein paar Tage später war alles durch und abgeschlossen“, betont Uwe erleichtert. „Es ist hier ein ganz anderes Miteinander. Man kann über alles auf Augenhöhe reden und es wird gegenseitig geholfen.“....

+++ Hier geht's zum vollständigen Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

"Winter Hair for Care" zugunsten des ASB-Wünschewagens (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war „Winter Hair for Care“ im Rosegardens

Am Rosenmontag stylten fünf fleißige Friseurmeisterinnen zugunsten des ASB Wünschewagens in „Nürnbergs schönstem Laden“. Insgesamt 74 Köpfe bekamen einen neuen Haarschnitt, eine deutliche Steigerung zum letzten Jahr (55). Die Termin-Plätze waren schon kurz vor dem Aktionstag alle vergeben. Insgesamt kamen 3.170 Euro im Spendenglas für den Wünschewagen zusammen. „Eine tolle Leistung, die da an Kamm, Schere und Fön vollbracht wurde – vor allem mit soooooo vielen strahlenden Gesichtern – ein echt tolles Team“, schwärmt Michael Heidrich auf Facebook. Selbstverständlich wurden den ganzen Tag wieder leckere Rosegardens-Häppchen kredenzt. Das Schnitt-Team bestand aus Petra Bogner, Sonja Fischer, Petra Meier, Ani Umeiers und Zelka Codobra. Der Wünschewagen stand vor dem Laden in der Fußgängerzone und konnte besichtigt werden... Die nächste Hair for Care Aktion ist in den Prideweeks zum CSD Nürnberg am 03. August 2026.

+++ Hier geht´s zum Bericht mit Bildern auf der DOKU-Seite +++

Polit Talk im Casablanca Filmkunsttheater (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war der Polit Talk zur Kommunalwahl 2026

Über 40 Teilnehmende lauschten am ersten Februar-Sonntagnachmittag im großen Kino des Casablanca Filmkunsttheaters dem Polit Talk zur Kommunalwahl 2026. Auf dem Podium saßen die Kandidaten des Nürnberger Stadtrats mit Thia Bauer (Die Linke/ Listenplatz 11), Matti Stockmann (Die Grünen/ Listenplatz 26), Thorben Starke (SPD/ Listenplatz 21) und Theo Deinlein (CSU/ Listenplatz 15). Organisiert vom Arbeitskreis AK Queer Politik Fliederlich, welcher auch mit Klaus Pölloth und Moderation von Tiffany mit am Podium saß. Zu den Hauptthemenfeldern Bildung/ Schule, Sicherheit und Gesundheit gingen Fragen an die Politiker. Das Thema Gesundheit wurde dabei nochmal unterteilt in Projekt Trans* MVZ sowie Diskriminierungserfahrungen aus der Community in Kliniken und Praxen. Die Reihenfolge der Kandidatenbefragung entschied vorher der Würfel...

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Aufatmen beim Trägerverein des queeren Zentrums (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY REGION:

Queeres Zentrum Erlangen kann weiterarbeiten

Erlangen: Mit sehr knapper Mehrheit verabschiedete der Erlanger Stadtrat den Haushalt für 2026 am vierten Januar-Donnerstag. Damit ist das Queere Zentrum in seiner Existenz gesichert, die Gelder können ausgezahlt werden. „Der Notbetrieb kann weitergehen“, so erleichtert Lukas Geyer vom Verein MakeYourTownQueer. Durch einen Antrag der SPD im Herbst konnten die geplanten weiteren Kürzungen für das Queere Zentrum zurück-genommen werden. Grüne Liste, ÖDP, KlimaListe und Linke hatten dem Antrag zugestimmt. Durch den Beschluss der Haus-haltssatzung kann nun wieder der Zuschuss von 75.000 Euro auch in diesem Jahr ausgezahlt werden. (Das ist vergleichsweise so viel wie eine Planstelle im Öffentlichen Dienst von einer Person.) Doch das Zentrum muss davon Mitarbeitende sowie alle Nebenkosten bezahlen, wie Strom, Miete, Wärme etc. Darum ist aktuell nur der Notbetrieb weiterhin möglich, der echte große Jubel vom Trägerverein MakeYourTownQueer bleibt deshalb aus....

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

TV-Tipps

+++ 16.03. RTL2 00:15 Uhr Reeperbahn Privat - Das wahre Leben auf dem Kiez: Gästemangel auf dem Kiez - Doku +++ 18.03. DAS ERSTE/ ORF2 20:15 Uhr So haben wir dich nicht erzogen - Spielfilm // 01:50 Uhr SAT.1 GOLD Richterin Barbara Salesch: Parken verboten - Serie +++ 21.03. NDR 20:15 Uhr Total Normal - Doku // 21:50 Uhr ZDFNEO Besser geht's nicht - Spielfilm // 02:15 Uhr SWR Krocketpartie - Spielfilm +++

Neuer Rosa Panther Vorstand (Foto: RP)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Der Verein Rosa Panther startet ins neue Jahr

Bereits bei der Mitglieder-versammlung im September 2025 wurde ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Der besteht aus fünf Personen: Bernd Krauter, Timur Güler, Sven Dobke, Laura Baumann und Stefanie Warnecke. Peter Wiendl ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Am 08. Februar 2026 gibt es ein großes Treffen mit der Abteilungsleitung des Vereins im Café Fatal, wo auch die Jahresplanung 2026 festgezurrt wird. Aktuell hat der Rosa Panther 280 Mitglieder und neun Abteilungen. Davon ist die Yoga Gruppe mit den Kursen „Sanftes Yoga“ und „Dynamic Yoga“ mit fast insgesamt 70 Mitgliedern inzwischen die größte des Vereins. Aktuell planen sie ab Herbst noch einen dritten Kurs in den Wintermonaten anzubieten. Stark gewachsen ist auch die Badminton Gruppe, wo inzwischen noch ein zweiter Trainingstermin am Freitag angeboten wird...

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Aktuelles Titelbild:

März in der Stadt (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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