#Queerer Fußballfanclub "Norisbengel"

Chronologisch von oben nach unten: 15. Jahre Jubiläum (205), 25. QFF-Treffen in Nürnberg (2022), CSD Wagen Norisbengel (2015),  FCN Weihnachtsbaum (2014), 15. QFF-Treffen Nürnberg (2014), Regenbogenflagge im Frankenstadion (2014), Gründung Norisbengel (2011)

Jubiläum der norisbengel: Vor 15 Jahren gründeten queere Fußballfans des 1.FCN den Verein. (Foto: GAYCON.DE)

Queer.Laut.Club!

Jubiläumsfeier der norisbengel

GAYCON gratuliert: zu 15 Jahren norisbengel, dem ersten offiziellen queeren Fanclub des 1.FC Nürnberg. Super Stimmung am zweiten November-Freitag bei der Vereins-Jubiläumsfeier in der KABINE-Eventlocation bei der Wöhrder Wiese, in der Nähe des Wöhrder Sees. Der schwule Männerchor, die Trällerpfeifen, sangen, als einer der Höhepunkte des Abends, für eine halbe Stunde einen Ausschnitt aus ihrem aktuellen Programm. Rund 30 Feiernde waren anwesend, außerdem schauten auch Vertretende vom Club persönlich vorbei. Ein Schlemmer-Buffet vom Estragon sowie eine Jubiläums-Torte mit norisbengel-Logo ließen niemanden hungrig. Am 06. November 2010 gründeten sie sich aus einer kleinen Gruppe engagierter Clubfans und machten den Fußball in der Region ein Stück bunter. Seit 15 Jahren stehen sie auf den Rängen, in den Kneipen und auf den Straßen für das Gleiche ein: Leidenschaft für den 1. FC Nürnberg, Respekt für alle Menschen und eine klare Haltung gegen Diskriminierung, ob auf dem Platz, im Stadion oder im Alltag. Inzwischen ist untereinander mehr als nur ein Fanclub entstanden. Freundschaft, Zusammenhalt und manchmal auch ein bisschen Familie. Ihnen ist der gemeinsame Besuch im Stadion, um den Club zu unterstützen, am wichtigsten, u.a. mit Spieltags-Aktionen. Das kann im heimischen Max-Morlock-Stadion sein, aber auch Reisen zu den Auswärtsspielen in andere Städte finden statt. Inzwischen haben sich auch vielfältige Kontakte zu anderen queeren Fanclubs entwickelt. Zum Vereinsleben gehören regelmäßige Stammtische, Ausflüge oder gemeinsame Weihnachtsfeiern. Immer wird dabei gelacht, diskutiert und natürlich der Club gefeiert, eben rot, schwarz und bunt. Aktuell haben die norisbengel 32 Mitglieder und wünschen sich mehr Nachwuchs von Seiten der jungen Generation. Gerne wären sie auch beim CSD Nürnberg mehr präsent, doch da stoßen sie ebenfalls an ihre Mitglieder-Grenzen. Wäre das nicht etwas für tatkräftig engagierte neue queere Clubfans? Schaut nach der Regenbogenflagge beim nächsten Clubspiel! Gerne könnt ihr sie direkt ansprechen. Sie freuen sich über neue Fußballfan-Gesichter. Auf die nächsten Jahre! (NK)

 

Webseite der norisbengel

 

GAYCON November 2025

Jubiläumsfeier 15. Jahre norisbengel, KABINE Nürnberg, 14. November 2025

25. QFF-Treffen: Tagung der queeren Fußball-Fan-Clubs in Nürnberg - organisiert von den Norisbengeln

25. QFF-Treffen

Tagung der queeren Fußball-Fan-Clubs in Nürnberg

Zum zweiten Mal richteten die Norisbengel, offizieller queerer Fanclub des 1. FCN, die überregionale Tagung am vierten September-Wochenende in der Frankenmetropole aus. Leider waren mit rund 30 Teilnehmenden deutlich weniger nach Nürnberg angereist als ursprünglich erwartet. Als Tagungszentrum fungierte der Saal des Restaurants im Literaturhaus. Queere Themen rund um den Fussball standen im Mittelpunkt. Als Zugabe fand noch ein Kulturprogramm, wie Stadtführungen in der Altstadt und am ehemaligen Reichsparteitagsgelände, ein gemeinsames Mittagessen im Hauptlokal im Erdgeschoss, sowie ein „Feier-Abend“ in einer Szenekneipe, statt. Zum öffentlichen Teil der Veranstaltung am Samstagvormittag kamen einige Personen aus Politik und Gesellschaft vorbei und überbrachten persönliche Grußworte. Mitglieder des Fanprojekts Nürnberg waren „als stille Beobachter“ ebenfalls unter den Gästen dabei. Ein zentrales Thema ist nach wie vor die Diskriminierung im Sport. Nach einer Studie würden queere / trans-Jugendliche deshalb weniger Sport betreiben als heterosexuelle Jugendliche, berichtete Tessa Ganserer (Bündnis’90/ Die Grünen; MdB). Die Diskussion über queerfeindliche Straftaten komme erst darüber auf, wenn ein Opfer stirbt (Malte). Es sei ein gesellschaftliches Problem, dass sich die breite Öffentlichkeit ansonsten nicht dafür interessiere. Politik müsse Haltung zeigen und Vorbild sein. In Deutschland sei es auch einmalig, dass eine Stadt wie Nürnberg mit 500.000 Einwohnern einen queeren Aktionsplan erstellt hat. Eine Grußbotschaft vom 1.FCN Aufsichtsrat und dem Fanbeauftragten des Clubs kam von Katharina Fritsch, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Sie ist inzwischen auch für die Bereiche Mitglieder, Fans und Fußballerlebnis beim Club verantwortlich. „Wir freuen uns, dass die Norisbengel zu den aktivsten Fanclubs des 1.FCN gehören. Bei der Saison-Eröffnung waren sie mit einem Stand am Stadion vertreten. Der 1.FCN ist bunt, alle sind willkommen.“ Grußworte aus dem Landtag gab es von Florian Siekmann (Bündnis‘90/ Die Grünen; MdL). Er würdigte die Arbeit der QFF. „Dass heute Fußballer mit Regenbogenbinde auftreten, ist der Sichtbarkeit und Arbeit von den queeren Fußballfanclubs zu verdanken.“ Grußworte der Stadt Nürnberg überbrachte der 3. Bürgermeister Christian Vogel (SPD): „Der Sport muss offen sein. Vor einem Jahr wurde beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in München von der UEFA verboten, die Allianz-Arena in Regenbogenfarben zu zeigen. Ich hatte daraufhin das Nürnberger Max-Morlock-Stadion angewiesen farbig anzustrahlen. Ein Signal der Stadt Nürnberg als Stadt der Menschenrechte, ein Zeichen der Akzeptanz. Dazu kamen über Facebook neben vielen positiven Rückmeldungen auch einige negative, deutlich unter der Gürtellinie. Vier besonders heftige wurden bei der Polizei angezeigt“, betonte Vogel. “Ein Hinweis an die Fußballfans: Das Max-Morlock-Stadion ist in den letzten Zügen. Eine europaweite Ausschreibung soll für den 1.FCN und die Stadt Nürnberg eine moderne Stadion-Spielstätte sowie eine Entwicklung des Umfelds aufzeigen. Das wird eine große Herausforderung.“, ergänzte der Bürgermeister. Der Fanbeauftragte des 1.FCN Jürgen Bergmann kam später überraschend hinzu und sprach ein paar spontane Worte an die Teilnehmenden der Tagung: „Ihr (die Norisbengel) seid fester Bestandteil der Fanszene des 1.FCN!“ Weitere Grußbotschaften sollten noch am Nachmittag folgen. Persönlich von Birgitt Glöckl (Deutsche Akademie für Fußballkultur) und von Sven Lehmann (Sprecher der Queer Politik der Bundesregierung) per Video.

 

Text/ Fotos: Norbert Kiesewetter

GAYCON September 2022 

Bildergalerie 25. QFF-Treffen, Restaurant Literaturhaus Nürnberg, 24. September 2022

Die Norisbengel und der CSD-Wagen auf dem Frankenstadiongelände

Club gewinnt

NORISBENGEL: Am Tag vor der CSD Nürnberg Demo durfte der Wagen der Norisbengel beim Heimspiel des 1.FCN gegen Heidenheim auf das Frankenstadiongelände vorfahren! Der schwule Fanclub des 1.FCN zeigte somit vor allen Fans Präsenz: Nürnberg hält zusammen - Der Club - die Norisbengel & die Queer Football Fanclubs halten ebenfalls zusammen. Selbstverständlich war die Club-Farbe Rot mit Fahnen und roten Rosen stark vertreten. Wer weiß, ob der Club-Sieg an diesem Tag nicht doch etwas mit den queeren Maskottchen zu tun hatte. Die Norisbengel bedanken sich für die tatkräftige Unterstützung bei Marion, der "Blumenfee"! (NK)

 

GAYCON Juli 2015

Die Norisbengel und Dagmar Wöhrl vor dem "offiziellen FCN-Weihnachtsbaum"

Eröffnung

Seit einigen Jahren steht traditionell in der Sebalder Altstadt Nürnbergs vor dem Laden der „Blumenfee“ (Untere Schmiedgasse 4/ beim Albrecht-Dürer-Platz) der „offizielle FCN Weihnachtsbaum“. Selbstverständlich sind alle aktuellen Club-Spieler auf Schmuck-Karten zu sehen. In diesem Jahr haben die Norisbengel, der queere Fanclub des 1.FCN, diesen Baum am Samstag den 29. November 2014 dekoriert! Neben den klassischen Club-Farben Rot/Schwarz wurde der Baum mit Regenbogenschleifen und Fahne geschmückt. Zur FCN - Baumeröffnung war auch MdB Dagmar Wöhrl zu Gast. Trotz Zusage im Vorfeld fand leider auch diesmal wieder kein Vertreter des 1.FCN den Weg in die Nürnberger Altstadt.

Bildergalerie Eröffnung FCN-Weihnachtsbaum - geschmückt von den Norisbengeln - Die Blumenfee 29. November 2014

Podiumsdiskussion beim 15. Internationalen QFF-Treffen im Marmorsaal des Pressclub Nürnberg

1.FCN kneift beim QFF-Treffen!

Am ersten Wochenende im September fand das 15. Internationale Queer Football Fanclub (QFF) Treffen im großen Marmorsaal des Presseclubs in der Nürnberg Akademie am Gewerbemuseumsplatz statt. Die Ausrichter, der queere Fanclub des 1.FCN „Die Norisbengel“, sorgten rund um die QFF-Tagung für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm im Herzen der Frankenmetropole. Dass der 1.FCN treue Fans mit enttäuschenden Leistungen vor den Kopf stößt, daran hat sich der Franke im Laufe seiner Geschichte derart abgefunden, dass er diese Liebe trotzdem nicht bereut. Doch auch seinen queeren Fanclub, die Norisbengel, blamierte der Club vor rund 100 Teilnehmern aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland mit einer kurzfristigen Absage. Unter der Vorgabe von Termingründen schaffte es der Verein nicht, auch nur einen einzigen aktiven Spieler zur zweistündigen Podiumsdiskussion abzuordnen. Wohlgemerkt an einem spielfreien Wochenende, soll man das glauben? Umso erfreulicher, dass Lizenzspieler Ralph Gunesch (FC Ingolstadt 04, früher St. Pauli) für die Fragen der Teilnehmer aus 25 queeren Fanclubs zur Verfügung stand. Zur großen Diskussion am Samstagnachmittag fanden sich außerdem Christian Mössner vom Fanmagazin „Ya Basta!“, Dirk Brüllau Pressesprecher der Queer Football Fanclubs, Birgitt Glöckl von der dt. Akademie für Fußball Kultur, Alex Schmitt von den Supporters Nürnberg, Hannes Orth Fanbeauftragter des 1.FCN und als Moderator Jens Schadendorf, Autor von „Der Regenbogenfaktor“, auf dem Podium im Marmorsaal ein. Zu Beginn der Diskussion las Jens Schadendorf einige Kostproben aus seinem Buch „Der Regenbogenfaktor“ vor, die auch den queeren Fußball-Fanclubs gewidmet sind. Er geht auf den Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann ein, der Bizarres von sich gab, wie „Hitzlsperger habe ‚von seiner Spielweise‘ her ‚überhaupt nicht den Anlass gegeben‘, dass man ‚hätte denken können, da ist irgendetwas‘.“ Schadendorf zitiert aber auch Meinungsbildner wie Ex-Spiegel-Kulturchef Matthias Mattusek, der sich in einem Beitrag als „homophob. Und das ist auch gut so“ outete oder auf Norbert Blüm, der einmal die Forderung erhob, dass Schwule, Lesben und andere sexuelle Minderheiten nicht die gleichen Rechte wie Heterosexuelle haben sollen.

 

Nach der Begrüßung der Podiumsgäste entstand eine interessante Diskussion rund um das Veranstaltungsmotto. Dass das Thema Homosexualität im Sport schon lange kein Tabu mehr sei, bemerkt Birgit Glöckl. Sie findet es schade, dass die meisten Medien immer wieder damit von vorne beginnen und etliche Fanprojekte nicht wahrgenommen werden. Statt Tabu Homosexualität scheint es eher ein „Angst“-Thema zu sein. Scheinbar haben die Fußballvereine einfach nur generell Angst, mit dem Thema konfrontiert zu werden. Aber gerade hier in Nürnberg, in der Stadt der Menschenrechte, könnte sich der 1.FCN profilieren und sich erst recht mit dem Thema herausstellen, findet Christian Mössner und bezeichnet die Podiumsabsage vom Club als peinlich und beschämend. Braucht es nach dem Coming-out von Hitzelsperger  weitere Bekenntnisse von aktiven Fußballspielern? Aus der Profisicht von Ralph Gunesch wäre das einerseits kein Problem, weil viele Befürworter hinter dieser Person stehen würden. Doch andererseits, wenn der Betroffene zu Hause als Privatmensch 20.000 Anfeindungen im Internet verkraften muss, steht er damit allein, weshalb Gunesch eher abraten würde. Aus seiner Sicht wäre es vermutlich erträglicher, wenn sich z.B. 15 Spieler gemeinsam outen würden. Sein Abraten sorgt für erregte gegenteilige Meinung aus dem Publikum. Eine Rednerin meint, es könne doch nicht sein, dass 40 Jahre nach dem ersten Straßenkampf für die Rechte von Schwulen und Lesben immer noch vor der Öffentlichkeit der Schwanz eingezogen wird. Die Geschichte brauche auch mutige Einzelkämpfer. Ein anderer Redner findet, dass ein auf Dauer geführtes geheimes Spieler-Doppelleben ebenfalls fatale gesundheitliche Auswirkungen hätte. Gunesch entschuldigt sich fast, weil er sich in dieses Versteckspiel-Gefühl nicht hineinversetzen kann.

 

Alle Podiumsgäste waren insgesamt sehr angetan von dieser fruchtbaren Diskussionsrunde und wollten die Anregungen mit nach Hause nehmen. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Erinnerungspräsent des QFF-Treffen von den Norisbengeln. Ein großes Lob an das engagierte Orgateam, sie haben der Frankenmetropole zu weiterer Strahlkraft verholfen.

 

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

 

GAYCON September 2014

Bildergalerie 15. Internationales QFF-Treffen, Podiumsdiskussion im Marmorsaal Presseclub Nürnberg, 06. September 2014

Norisbengel 2014 von links: Stefan, Andreas, Andreas, Markus, Daniel, Steffen

Regenbogenflaggen im Frankenstadion

Aufgebrachte Debatten um das Coming-out des Ex-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger bestimmten in den letzten Wochen die Medien. Leserbriefe dokumentieren das Pro und Contra der Bevölkerung zu diesem Thema. Darunter sind auch Stimmen, die sich wünschen, dass das Thema Sexualität im Profisport bedeutungslos sein sollte. Wenn es nur so wäre, dann würde ja alles passen. GAYCON traf sich mit Mitgliedern der „Norisbengel“ im Cartoon – dem 1. offiziellen schwul-lesbischen Fanclub des 1.FCN.

 

Die Jungs besuchten die Delegiertenkonferenz des Dachverbandes schwul-lesbischer Fußballfans „Queer Football Fanclubs“ (QFF) vom 10. – 12. Januar in Köln. Die 125 Teilnehmer rückten wegen Hitzlsperger plötzlich ins Rampenlicht des Medieninteresses. „Insgesamt finde ich es positiv, dass ‚Schwulsein im Profifußball‘ endlich draußen ist und in aller Munde diskutiert wird. Andererseits finde ich es schade, dass es überhaupt ein Thema sein muss“, meint Andreas und vermutet, dass das eigentliche Problem die Funktionäre in den Vereinen sind und nicht die Fans. „Es wird immer ein Thema sein, weil es in der Gesellschaft eine eher unangenehme Sache ist. Solange sich nicht das Bewusstsein soweit ändert, dass die Leute aufstehen und negative Ereignisse in den Stadien stoppen“, findet Steffen. „Jeder hat darüber berichtet, alle Zeitungen waren voll – ein richtiger Hype war das Coming out, dass es manchen schon wieder auf den Geist ging. Fünf Kerle haben einen Fußballfan vor einer Kölner Dönerbude angepöbelt. Dieses Rumnörgeln wird immer sein, solange es nicht begriffen wird, dass auch ein schwuler Fußballspieler mit Leidenschaft seinen Beruf bzw. sein Hobby ausübt“, betont Stefan. Er findet auch, dass generell die Fußballclubs nicht wissen, wie sie selbst bzw. die zugehörigen Fans auf das Coming out eines eigenen Spielers reagieren würden.

 

Die organisierte Fußballfankultur über Vereine gibt es nur in Deutschland, hier hat fast jeder Bundesligaverein auch einen schwul-lesbischen Fanclub. Queere ausländische Fanclubs gibt es nur in der Schweiz mit Zürich, Basel und Bern, in Spanien mit Barcelona und in Holland mit Den Haag. Bayern ist mit Nürnberg, Augsburg und gleich zweimal München gut in der QFF vertreten. Das Motto „Getrennt in den Farben – vereint in der Sache“ wird von allen queeren Fanclubs in der Praxis gelebt. „Wir Norisbengel sind sehr reisefreudig und begleiten regelmäßig unseren Club zu den Auswärtsspielen. Oft treffen wir vor oder nach dem Spiel den ortsansässigen queeren Fanclub und gehen zusammen ein Bier trinken. Die Rivalität bleibt dann draußen, so dass es ‚Heterofans‘ schon nicht mehr nachvollziehen können, wie man mit dem ‚Gegner‘ feiern kann“, lacht Steffen. „Ganz besonders verbunden sind wir mit ‚Andersrum auf Schalke‘. Sie haben uns mit einem Norisbengel-Schild direkt vom Bahnhof abgeholt. In der Stammkneipe der Kölner wurde unsere Club-Hymne gespielt.“

 

Im Stadionalltag bei Bundesligaspielen haben die Norisbengel keinerlei Anfeindungen von Heterofans erlebt. Nur Sprüche wie „Schau hie, da iss a Norisbengel – die schaun gar nicht so schwul aus!“. Andere queere Fanclubs organisierten zusammen mit den Ultras schon gemeinsame Aktionen gegen Diskriminierung. Hier wollen die Norisbengel künftig auch aktiv werden. „Einen eigenen Schlachtruf haben wir nicht, weil im Rang unter uns die Ultras lautstark Stadionstimmung verbreiten“, betont Steffen. „Es fehlt insgesamt eine bundesweite Kampagne in den Stadien. Zwanziger hat viel bewegt, der Neue redet nur, greift aber das Thema nicht wirklich auf. Man muss nur auf die kommende WM in Katar schauen, bei der Fans laut Fifa-Chef Blatter ihre Homosexualität während der WM nicht ausleben sollen.“ Die Fußballspieler werden manchmal auch wegen ihrer Nationalität oder Glaubenszugehörigkeit diskriminiert. Wenn die Mannschaft in ein arabisches Land fährt, kann es vorkommen, dass der jüdische Sportler daheim bleiben muss, weil es so gewünscht wird. „Grundsätzlich ist das Thema schwule Fußballer oder Schiedsrichter kein Thema innerhalb der Gruppen. Problematisch ist die Masse der Zuschauer und die Rolle der Medien, weil man nicht weiß wie diese reagieren“, betont Stefan. „Mein persönliches Ziel ist es, vor dem Clubspiel auch eine riesige Regenbogenfahne mit Norisbengel-Logo auf dem Stadionrasen zu schwenken. Denn dann haben wir es geschafft und das Thema ist Normalität.“ Auch Steffen bleibt optimistisch und denkt, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt wie die letzten zwanzig Jahre. „Wir kommen dort hin. Dann kann ein Schwuler schwul sein und es interessiert niemand mehr“. Die Norisbengel wollen nun generell offensiver im Stadion mehr Farbe bekennen. Bei den nächsten Club-Spielen soll die Regenbogenfahne dabei sein und beim Nürnberger CSD möchten sie als Fußgruppe oder mit Wagen teilnehmen. Das Highlight wird natürlich die nächste QFF-Tagung Anfang September 2014: Dann wird die Delegiertenkonferenz des Dachverbandes in der Frankenmetropole abgehalten. Wer weiß, vielleicht kommt auch Thomas Hitzlsperger als Gastredner dazu. Die Norisbengel würden sich freuen. www.norisbengel.de

 

Text/Foto Norbert Kiesewetter

 

GAYCON Januar 2014

 

Foto 1.FCN Club-Gelände: Norisbengel

Mit der Urkundenübergabe sind die Norisbengel ein 'offizieller' Fanclub des 1.FC Nürnberg!

Bricht das Tabu von außen?

Der 1. FC Nürnberg hat nun auch einen queeren Fanclub 

Was für die aktiven Spieler trotz Öffnung des DFB leider noch immer ein inzwischen einsames Tabu darstellt, haben die Fans schon lange bundesweit für sich geklärt. Seit 10 Jahren bekennen sich die schwul-lesbischen Bundesliga-Begeisterten offen zum Thema „Homosexualität und Fußball“. Der erste schwul-lesbische Fanclub gründete sich im August 2001 im Berliner Olympiastadion. Die schwulen Fußballfans hatten es satt, sich verstecken zu müssen. Die LEO-Autoren Norbert Kiesewetter und Klaus Hafner sprachen mit den Gründern Andreas Saller (34) und Markus Bär (31) von den seit Jahreswechsel existierenden „Norisbengeln“.

 

Seit über einem Jahrzehnt sind Markus und Andreas echte „Club“-Fans und verfolgen jedes Heimspiel des 1. FCN in der Fankurve des Nürnberger Frankenstadions. Ihr Schwulsein behielten sie dabei für sich. Damals kannten sich der Chemielaborant Andreas und der Versicherungsfachwirt Markus noch nicht. 

Wir sind nicht allein

Im Jahr 2006 lernten sich die beiden über das Internetforum Gayromeo kennen. Als Gleichgesinnte genießen sie mit einem weiteren Freund und langjährigen Clubfan viele Auswärtsspiele des FCN im Rahmen verlängerter Städtetouren mit Besichtigungsprogramm. Dadurch wurden sie auf den queeren Fanclub „Hertha-Junxx“ in Berlin aufmerksam. „Wir fanden das eine tolle Idee. Somit spielten wir seit Sommer 2009 mit dem Gedanken, auch in Nürnberg einen schwul-lesbischen Fanclub zu gründen“, erinnert sich Andreas. „Wir hatten zuerst große Bedenken, uns im Stadion zu outen, wegen der homophoben Fangesänge und der negativen Sprüche“, meint Markus. Über das Internet fanden sie den QFF-Verband (Queer Football Fanclubs) und damit die Auflistung aller deutschen Vereinigungen. „Es entstand ein sehr intensiver Kontakt zu den ,Meenzelmännern‘ in Mainz. Markus Delnef, Präsident bei ,Meenzelmänner‘ und auch im QFF-Dachverband aktiv, sprach uns natürlich direkt auf einen möglichen schwul-lesbischen Fanclub in Nürnberg an,“ erzählt Andreas. „Wir wurden zum 7. QFF-Treffen nach Hamburg eingeladen, um die anderen Vertreter kennen zu lernen. Wir bekamen dabei viele Tipps für die Club-Gründung.“ 

 

Irritationen mit dem Ursprungsnamen

Im November 2010 kam alles ins Rollen, zwei weitere Nürnberger Gründungsmitglieder kamen dazu und die Satzung für einen queeren Fanclub des 1.FCN wurde entworfen. Für die Region Nürnberg wurde der Name „Noris“ gewählt, in einer Fußballmannschaft ist der „Stürmer“ ein wichtiger Spieler auf dem Rasen. Als „Norisstürmer“ meldeten sie sich daraufhin im QFF-Dachverband an. „Der Noris-Club wurde aufgenommen, doch bei persönlichen Gesprächen kam heraus, dass Nürnbergs braune Vergangenheit in Zusammenhang mit unserem Fanclub-Namen gebracht wurde. Das führte zu Bedenken,“ erzählt Andreas. „Wir waren überrascht, dass wir mit der damaligen Nazi-Zeitung ‚Der Stürmer‘ in Verbindung gebracht wurden. Obwohl sich unsere schwul-lesbische Gesinnung eindeutig dagegenstellt“, so Markus. Um anderen Verwechslungsfällen vorzubeugen, beschlossen die Mitglieder Anfang Februar 2011 ihren Club-Namen in „Norisbengel“ umzutaufen. „Wir hatten einfach keine Lust auf weitere Erklärungen und Rechtfertigungen zu unserem Namen“, meint Andreas. 

 

Ziele des Fanclubs

Einer der obersten Leitsätze, über die Vereinsfarben hinaus, ist die Zusammenarbeit mit den anderen Fanclubs gegen Diskriminierungen. Außerdem sind Projekte und Aktionen bei Stadion-Treffen geplant, um die Toleranz für das Thema „Schwule im Fußball“ bzw. den Abbau der Klischees zu fördern. „Natürlich wollen wir auch anderen schwulen Fans eine Anlaufstelle für Gespräche im Rahmen sportlicher Fairness bieten,“ meint Andreas. Am 19. Februar 2011 wurden die „Norisbengel“ nun in die offizielle Riege der Fanclubs des 1. FCN aufgenommen. Diesen Fanclubs werden in der Regel zuerst die Kartenkontingente der Auswärtsspiele angeboten. Die ersten weiteren „Norisbengel“-Mitglieder kommen übrigens aus München, Friedberg bei Augsburg und Berlin!Der hauptamtliche Fanbeauftragte des 1.FCN Jürgen Bergmann hat die Gründung des schwul-lesbischen Fanclubs für den Nürnberger Traditionsverein sehr positiv aufgenommen. „Ich habe schon länger darauf gewartet, da schon bei vielen Bundesligavereinen ein solcher Fanclub besteht,“ so Bergmann. www.norisbengel.de 

 

Text/ Foto: Norbert Kiesewetter 

 

LEO-Magazin März 2011

Das war das "Grünkohl-Community & Friends Essen" im Literaturhaus (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Heitere Stimmung beim Community & Friends Essen

Seit etwa fünf Jahren ist es Tradition, dass sich die queere Community & Friends im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6) gemeinsam zum Grünkohl-Essen trifft. In diesem Jahr am vierten Februar-Montag, mit 50 Teilnehmenden, inzwischen mit deutlich mehr Zuspruch! Das erste Grünkohl-Essen startete mit rund 20 Besuchenden, wie uns Bernd verraten hat. Das Wintergemüse ist mehr in Norddeutschland bekannt, aber inzwischen öffnen sich auch die Franken dafür. Ein schöner Abend mit bester Laune und guter Stimmung, sowie vielen Gesprächen untereinander. Im Mittelpunkt stand das Grünkohl-Wintergemüse mit Kartoffeln zu Schinken und geräucherter Wurst. Mit Nachschlagmöglichkeit für alle, die noch Platz im Magen hatten. Ergänzt mit einem feinen Dessert aus Vanille Eis, Sahne und einer Streuselschnitte. Bernd bedankte sich bei Organisator Bert Hogeweg mit einem Grünkohl-Tulpen-Blumenstrauß. Wir hielten den Abend mit einigen Impressionen fest. Inzwischen ist die Bildergalerie online

Wirt Uwe Richling in seinem neuen Lokal "Uwe's Gärtla" (Foto: GAYCON.DE)(Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Fränkische Küche in Uwe’s Gärtla

Viele aus der queeren Community bedauerten das Ende der Weinbar s’Weinbeisl in der Nürnberger Altstadt Mitte November 2025, nach nur dreieinhalb Jahren. Doch Wirt Uwe Richling (51) hat inzwischen sein neues Gastronomie Projekt „Uwe‘s Gärtla“ (Kieslingstr. 73) im Kleingarten-verein Klingenwald 2 am Nürnberger Nordostbahnhof geöffnet. Wirtschaftliche Gründe erforderten im Herbst 2025 eine gastronomische Neuorientierung. Sein neues Zuhause außerhalb der Innenstadt hatte er schnell gefunden. „Es war purer Zufall. Ich hab‘ online gesucht und nur Sekunden später gleich das Lokal gefunden. Nach den Bildern kam sofort der Gedanke, da könnte was gehen. Die Kontaktleute kannte ich auch noch von früher. Ein paar Nachrichten geschrieben, besichtigt und ein paar Tage später war alles durch und abgeschlossen“, betont Uwe erleichtert. „Es ist hier ein ganz anderes Miteinander. Man kann über alles auf Augenhöhe reden und es wird gegenseitig geholfen.“....

+++ Hier geht's zum vollständigen Bericht auf der INTERVIEW-Seite +++

"Winter Hair for Care" zugunsten des ASB-Wünschewagens (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war „Winter Hair for Care“ im Rosegardens

Am Rosenmontag stylten fünf fleißige Friseurmeisterinnen zugunsten des ASB Wünschewagens in „Nürnbergs schönstem Laden“. Insgesamt 74 Köpfe bekamen einen neuen Haarschnitt, eine deutliche Steigerung zum letzten Jahr (55). Die Termin-Plätze waren schon kurz vor dem Aktionstag alle vergeben. Insgesamt kamen 3.170 Euro im Spendenglas für den Wünschewagen zusammen. „Eine tolle Leistung, die da an Kamm, Schere und Fön vollbracht wurde – vor allem mit soooooo vielen strahlenden Gesichtern – ein echt tolles Team“, schwärmt Michael Heidrich auf Facebook. Selbstverständlich wurden den ganzen Tag wieder leckere Rosegardens-Häppchen kredenzt. Das Schnitt-Team bestand aus Petra Bogner, Sonja Fischer, Petra Meier, Ani Umeiers und Zelka Codobra. Der Wünschewagen stand vor dem Laden in der Fußgängerzone und konnte besichtigt werden... Die nächste Hair for Care Aktion ist in den Prideweeks zum CSD Nürnberg am 03. August 2026.

+++ Hier geht´s zum Bericht mit Bildern auf der DOKU-Seite +++

Polit Talk im Casablanca Filmkunsttheater (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war der Polit Talk zur Kommunalwahl 2026

Über 40 Teilnehmende lauschten am ersten Februar-Sonntagnachmittag im großen Kino des Casablanca Filmkunsttheaters dem Polit Talk zur Kommunalwahl 2026. Auf dem Podium saßen die Kandidaten des Nürnberger Stadtrats mit Thia Bauer (Die Linke/ Listenplatz 11), Matti Stockmann (Die Grünen/ Listenplatz 26), Thorben Starke (SPD/ Listenplatz 21) und Theo Deinlein (CSU/ Listenplatz 15). Organisiert vom Arbeitskreis AK Queer Politik Fliederlich, welcher auch mit Klaus Pölloth und Moderation von Tiffany mit am Podium saß. Zu den Hauptthemenfeldern Bildung/ Schule, Sicherheit und Gesundheit gingen Fragen an die Politiker. Das Thema Gesundheit wurde dabei nochmal unterteilt in Projekt Trans* MVZ sowie Diskriminierungserfahrungen aus der Community in Kliniken und Praxen. Die Reihenfolge der Kandidatenbefragung entschied vorher der Würfel...

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Aufatmen beim Trägerverein des queeren Zentrums (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY REGION:

Queeres Zentrum Erlangen kann weiterarbeiten

Erlangen: Mit sehr knapper Mehrheit verabschiedete der Erlanger Stadtrat den Haushalt für 2026 am vierten Januar-Donnerstag. Damit ist das Queere Zentrum in seiner Existenz gesichert, die Gelder können ausgezahlt werden. „Der Notbetrieb kann weitergehen“, so erleichtert Lukas Geyer vom Verein MakeYourTownQueer. Durch einen Antrag der SPD im Herbst konnten die geplanten weiteren Kürzungen für das Queere Zentrum zurück-genommen werden. Grüne Liste, ÖDP, KlimaListe und Linke hatten dem Antrag zugestimmt. Durch den Beschluss der Haus-haltssatzung kann nun wieder der Zuschuss von 75.000 Euro auch in diesem Jahr ausgezahlt werden. (Das ist vergleichsweise so viel wie eine Planstelle im Öffentlichen Dienst von einer Person.) Doch das Zentrum muss davon Mitarbeitende sowie alle Nebenkosten bezahlen, wie Strom, Miete, Wärme etc. Darum ist aktuell nur der Notbetrieb weiterhin möglich, der echte große Jubel vom Trägerverein MakeYourTownQueer bleibt deshalb aus....

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

TV-Tipps

+++ 16.03. RTL2 00:15 Uhr Reeperbahn Privat - Das wahre Leben auf dem Kiez: Gästemangel auf dem Kiez - Doku +++ 18.03. DAS ERSTE/ ORF2 20:15 Uhr So haben wir dich nicht erzogen - Spielfilm // 01:50 Uhr SAT.1 GOLD Richterin Barbara Salesch: Parken verboten - Serie +++ 21.03. NDR 20:15 Uhr Total Normal - Doku // 21:50 Uhr ZDFNEO Besser geht's nicht - Spielfilm // 02:15 Uhr SWR Krocketpartie - Spielfilm +++

Neuer Rosa Panther Vorstand (Foto: RP)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Der Verein Rosa Panther startet ins neue Jahr

Bereits bei der Mitglieder-versammlung im September 2025 wurde ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Der besteht aus fünf Personen: Bernd Krauter, Timur Güler, Sven Dobke, Laura Baumann und Stefanie Warnecke. Peter Wiendl ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Am 08. Februar 2026 gibt es ein großes Treffen mit der Abteilungsleitung des Vereins im Café Fatal, wo auch die Jahresplanung 2026 festgezurrt wird. Aktuell hat der Rosa Panther 280 Mitglieder und neun Abteilungen. Davon ist die Yoga Gruppe mit den Kursen „Sanftes Yoga“ und „Dynamic Yoga“ mit fast insgesamt 70 Mitgliedern inzwischen die größte des Vereins. Aktuell planen sie ab Herbst noch einen dritten Kurs in den Wintermonaten anzubieten. Stark gewachsen ist auch die Badminton Gruppe, wo inzwischen noch ein zweiter Trainingstermin am Freitag angeboten wird...

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Aktuelles Titelbild:

März in der Stadt (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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