#SPDqueer Mittelfranken

Chronologisch von oben nach unten: SPDqueer Mittelfranken (2017), Schwusos in Fürth (2015), 10 Jahre Schwusos in Mittelfranken (2012)

Aus den Schwusos wird SPDqueer: Die Arbeitsgemeinschaft für Mittelfranken wurde neu gegründet. Von links: Christian Wonnerth, Dominik Beck und Vanessa Dippel.

Politik reaktiviert

Der Krimi um die historische Entscheidung im Bundestag ist noch ganz frisch im Gedächtnis. Wer die Debatte um die „Ehe für alle“ und die vom Fraktionszwang befreite Abstimmung aller Abgeordneten Ende Juni per Live-Fernsehen beobachten konnte, den überkam plötzlich ein Gefühl gelebter Demokratie. Eine Sternstunde der Politik, denn es wurden nochmal Pro und Contra geäußert und schließlich hat die Mehrheit mit ihrem echten Gewissen positiv gestimmt. Während SPD, Grüne und Linke zu 100 Prozent dafür waren, kamen aus den C-Parteien immerhin 75 Ja-Stimmen. Plötzlich war für den Zuschauer Politik wieder interessant. Vielleicht sollte im Bundestag öfter ohne Meinungsverordnung abgestimmt werden. Vielleicht sollten sich die MdBs eher ihren Wählern verpflichtet fühlen, dann gäbe es wahrscheinlich weniger Politikverdrossenheit im Volk. Nun ist die „Ehe für alle“ erreicht. Auch der Bundesrat hat das Gesetz Anfang Juli gebilligt. Die Ausführungsbestimmungen auch für die Standesämter stehen in den nächsten Monaten noch an. Haben wir als Community jetzt alles erreicht? Brauchen wir kein politisches Engagement mehr? GAYCON besuchte die neue Generation der reaktivierten SPDqueer Mittelfranken in der Nürnberger Nordstadt und suchte nach Antworten.

 

„Es ist eine tolle Sache, dass die ‚Ehe für alle‘ im Bundestag durchgesetzt wurde. Es ist ein erster Schritt mit einem tollen Ergebnis. Wir haben wie viele andere aus der Community diesen Tag gerne gefeiert. Aber natürlich muss die politische Arbeit weitergehen, denn es gibt immer wieder Gegenwind“, betont Christian Wonnerth, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Akzeptanz und Gleichstellung der SPDqueer Mittelfranken. „Wie etwa bei den Schulplänen in Baden-Württemberg. Wo Demonstranten gegen unsere Community mit falschen Fakten die Stimmung vergiften wollten“, bestätigt auch Vanessa Dippel. „Die derzeitige Diskriminierung von Homosexuellen im Blutspende-Gesetz geht so nicht weiter. Auch die Sensibilisierung der Pflegeeinrichtungen bzw. der Pflegekräfte in Altenheimen, Kliniken und Seniorenresidenzen ist noch ein wichtiges Thema“, so Wonnerth weiter. Was unterscheidet die Generationen im Alter? Während sich die Jüngeren gemischte Heime für das Alter vorstellen, bevorzugen aktuell ältere queere Generationen eigene Heime für sich. „Wir wollen uns auch aktiv für eine LSBTI-Flüchtlingsberatungsstelle in Kooperation mit Fliederlich einsetzen. Die Vision wäre eine umfassende Anlaufstelle unter den Aspekten Psychologie, Medizin, Homosexualität, Transsexualität. Gut wäre die Möglichkeit, direkt in Fremdsprachen wie Englisch, Arabisch oder Russisch kommunizieren zu können. Diese professionellen Ansprechpartner für Menschen aus der Flucht könnten den Verein Fliederlich in seiner ehrenamtlichen Arbeit deutlich entlasten“, beschreibt Dominik Beck die Idee. „Weiteres politisches Arbeitsfeld wird das Thema Transsexualität sein. Rein aus medizinischer Sicht gilt diese immer noch als ‚Krankheit‘. Vorbild ist unsere Community, die durch viel Engagement Homosexualität aus dieser alten Sichtweise befreit hat. Thematisch ist auch die Haltung der katholischen Kirche in ihren Betrieben zu ihren LSBTI-Mitarbeitern, nach deren Coming out, sehr grenzwertig. Es kann nicht sein, dass sie sich das Recht nehmen darf, deshalb Kündigungen auszusprechen. Es gibt aktuell schon positive Veränderungen in der Praxis, aber das ist bislang vom Wohnort abhängig.“

Zeigten schon beim Queer Filmfestival Präsenz: SPDqueer

Wandlung und Motivation

Schon 1978 gründete sich in der SPD ein Arbeitskreis schwuler Männer, um sich politisch zu engagieren, unter dem Namen ‚Schwusos‘. Die Aufwertung innerhalb der Partei erfolgte erst 2011 zu einer Arbeitsgemeinschaft. Über die vielen Jahre fanden sich auch viele Lesben, Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle ein und schon lange galt der Kurzname als ausgrenzend. Deshalb wurde der neue Name „SPDqueer – Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung“ auf der Bundeskonferenz 2016 in Schwerin beschlossen. „Am 21. Mai 2017 reaktivierten wir die SPDqueer Mittelfranken in Nürnberg. Weil der ehemalige Vorsitzende Michael Blödel nach Amsterdam auswanderte, ist die bisherige Gruppierung quasi eingeschlafen. Wichtig ist, dass zu unseren Treffen wirklich jeder aus der Community, Szene bzw. aus der Gesellschaft kommen darf“, betont Christian. „Wir haben auch Heterosexuelle Mitstreiter, die sagen, man muss nicht schwul sein, um sich für gleiche Rechte einzusetzen. Auch ein FDP Mitglied hat sich schon angekündigt. Wir freuen uns auf einen spannenden Dialog.“

 Christian Wonnerth (24), gelernter Industriekaufmann, besucht zur Zeit die staatliche BOS Nürnberg, ist seit zwei Jahren politisch aktiv in der SPD. Seine Motivation ist einfach „Gerechtigkeit“. Dominik Beck (23) studiert soziale Arbeit (Bachelor), arbeitet nebenbei in einer Mittelschule mit Ganztagesunterricht. Seit November 2016 ist er in der Partei. Seine Motivation kommt teilweise aus dem familiären Umfeld, weil seine Schwester lesbisch ist. „Hauptgrund meiner heutigen politischen Aktivität war die Studien-Praxis mit männlichen Trans-Prostituierten und deren Rechtslage im Jahr 2015, aber auch in der Szene. Hier möchte ich etwas bewegen.“ Vanessa Dippel (24), staatliche Heilerziehungspflegerin, ist seit 2016 in der Partei. Sozialdemokratie hat in ihrer Familie eine lange Tradition. Persönlich motiviert sieht sie sich jedoch durch ihren gleichaltrigen Freundeskreis. Die Leute gehen nicht wählen, weil ‚es nichts bringt‘, die ‚Stimme nichts nützt‘. „Ich möchte jungen Menschen Politik nahe bringen. Gerechtigkeit auch innerhalb der Community sowie Programme gegen Diskriminierung in der Schulpolitik wären wichtig. Denn junge Menschen sind oft zu früh der Gewalt ausgesetzt.“

 

SPDqueer Mittelfranken: Die AG trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat als öffentlicher „Arbeitstisch“ und immer am dritten Donnerstag als öffentlicher Stammtisch in wechselnden Nürnberger Lokalen. Interessierte sind zur Diskussion und zur gemeinsamen Arbeit eingeladen. Außerdem werden sie am Nürnberger CSD gemeinsam mit den Jusos einen Wagen bei der Demonstration durch die Innenstadt rollen lassen. Wer will kann mitfahren, die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung erfolgt per Mail unter: christian.wonnerth@spdqueer-bayern.de

 

Weitere Infos / Kontakt:

Facebook

Homepage

 

Text/ Fotos Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2017

Schwusos SPD Fürth bringen neue Impulse für die Kleeblattstadt: AG-Vorsitzender Willi Kreß und Stellvertreter Antonios Moumouris. Rechts Lars Heßlinger Vorsitzender der AG Schwusos Mittelfranken.

Schwusos mobilisieren Fürth

Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der Fürther SPD plant einen Infostand zum Welt-Aids-Tag in der Fürther Fußgängerzone von 10 bis 14 Uhr in der Nähe der Müller-Filiale. Hier werden am Samstag, den 28. November auch Spenden für die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. gesammelt. Außerdem ist geplant, dass ab 2016 im Babylon Kino eine regelmäßige Schwulen-Filmreihe das queere Leben in Fürth attraktiver machen soll. Angedacht ist der vierte Montag jeden Monats. GAYCON war beim offenen Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Fürther Schwusos im Café Maxx in der Gustavstraße dabei.

 

Schon immer gab es geschichtliche Rivalitäten zwischen Nürnberg und Fürth. Aber viel mehr Verbindendes, von der Ersten Deutschen Eisenbahn bis zur modernen U- und S-Bahn. Auch sonst steht die kleinere Nachbarstadt ihrer großen Schwester in nichts nach. Fürth lockt mit liebevoll restaurierten Altstadthäusern, neuen Einkaufsmöglichkeiten und überall wachsen Wohnprojekte in den Himmel. Selbstredend, dass viele queere Bürger sich hier wohl fühlen. Doch für die Community ist Nürnberg mit seinen zahlreichen Veranstaltungen der Schwerpunkt. Hier will die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der Fürther SPD mit eigenen Events punkten.

 

„Ursprünglich gründeten wir den Vorläufer ‚Schwusos Mittelfranken‘ mit Genossen aus Nürnberg und Fürth bereits im Jahr 2002, in Fürth dann 2010. Aus persönlichen Gründen, weil ich meine Mutter pflegen musste, war es um den Fürther AK eher still geworden“, betont Vorsitzender Willi Kreß. „Inzwischen sind wir in Fürth mehr. Deshalb ist es richtig, die bundesweite Umwandlung in sogenannte Arbeitsgemeinschaften auch in Fürth zu vollziehen und das Angebot wieder zu aktivieren.“ Dass die SPD für eine komplette Gleichstellung steht, mit Ehe für alle als Zentralforderung, ist eigentlich bekannt. Die Herausforderung in einer großen Koalition sind die Kompromisse auf beiden Seiten. Mit der aktuellen konservativen Regierungspartei, welche auch die meisten Stimmen aus dem Volk bekam, war dieser Punkt leider nicht durchzusetzen. „Wir wollen die SPD zur nächsten Wahl organisatorisch fit machen. Deshalb will der Kreisverband, dass möglichst alle Arbeitsgemeinschaften gegründet werden, die es in der Partei geben kann. Neben den traditionellen AGs – Jusos, Frauen oder 60plus – sind das jetzt auch die Lesben & Schwulen“, berichtet Matthias Dornhuber, stellvertretender Vorsitzender der SPD Fürth. „Für die Lesben und Schwulen gibt es eine organisatorische Herausforderung: Die AG muss ihre Mitglieder erst selbst suchen – während jedes Mitglied unter 35 Jahren zum Beispiel automatisch bei den Jusos Mitglied ist, alle Frauen bei der AsF und alle über 60 Jahren bei 60plus. Die sexuelle Orientierung wird aber natürlich nicht abgefragt, deshalb muss die AG sich erst ins Bewusstsein bringen.“ Neben einer gezielten Informationspolitik innerhalb der Partei und in sozialen Netzwerken, soll durch spezielle Aktivitäten die Wahrnehmung der Schwusos in Fürth gesteigert werden. „Natürlich sollen Schwule an die Partei herangeführt werden, aber auch intern müssen wir das Thema Homosexualität unter den Genossen sensibilisieren. Weil die Wähler traditionell aus der Arbeiterschicht kommen, ist die Toleranz nicht generell vorhanden“, meint Willi. „Eines der aktuellen Themen ist jetzt Homosexualität und Flüchtlinge. Hier ist es wichtig, einen Abbau der Vorurteile zu leisten. Hier wollen wir auch Kontakte zu Fliederlich vermitteln, damit Toleranz und Akzeptanz zunehmen.“

 

Impulse

„Als stellvertretender Vorsitzender in der Fürther SPD liegen mir alle Arbeitsgemeinschaften am Herzen. Von ihnen erwarte ich, dass wertvolle Impulse für die Partei kommen. Ich wünsche mir möglichst viele Anlaufpunkte, wo sich Bürger mit ihren Gedanken und Ideen einbringen und mitmachen können“, ist Matthias Dornhubers Anforderung. „Dass die Akzeptanz und Toleranz der schwulen Lebensform vorankommt und generell schwule Themen an die Partei herangetragen werden“, wünschen sich AG-Vorsitzender Willi Kreß und sein Stellvertreter Antonios Moumouris. „Wir werben um weitere tatkräftige Unterstützer und neue Ideen, damit es in Fürth blüht und gedeiht.“

Neben der geplanten regelmäßigen Kooperation mit dem Babylon Kino ab Januar 2016 und der Filmreihe „Rainbow Movie“, sind noch weitere Veranstaltungen wie etwa Vorträge zu LGBTI-Themen in Fürth langfristig geplant. Deshalb wünschen sich Willi und Toni noch mehr engagierte Fürtherinnen und Fürther, damit möglichst viele Ideen in die Tat umgesetzt werden können. Übrigens, man muss nicht in der SPD Mitglied oder lesbisch/ schwul sein, um an den regelmäßigen Treffen teilnehmen zu können.

 

Offenes Treffen der Lesben & Schwulen in der Fürther SPD. Regelmäßig im Café Maxx (Gustavstraße 42). Infos unter www.spd-fuerth.de oder Termine erfragen per Mail: schwusos@spd-fuerth.de

 

Text/ Foto Norbert Kiesewetter

GAYCON November 2015

10 Jahre Schwusos Mittelfranken - von links Marcel Maik Beck, Rosemarie Gebhardt, Katharina Neureiter, Ulf Schröder, Michael Frank, Gertrud Fetzner-Wengatz

10 Jahre Schwusos Mittelfranken

Vom Arbeitskreis zur Arbeitsgemeinschaft

 

Sie gilt als eine der ältesten schwul-lesbischen Organisationen in Deutschland. Seit 35 Jahren mischen die queeren SPD-Mitglieder als ‚Schwusos‘ in der Politik mit. Während heute in manch anderen Parteien die selbst organisierten schwul-lesbischen Parteifreunde eher als unbequemes Anhängsel gesehen werden, sind die Schwusos bei den Sozialdemokraten vollwertig integriert. 

Vor zehn Jahren gründete eine kleine Gruppe von SPD-Mitgliedern um Adelheid Rupp die Struktur des Arbeitskreises Mittelfranken. „Vorbild waren die Münchner, die schon einige Jahre Vorsprung hatten. Mit Unterstützung der Parteifreunde aus dem Süden wurde der Arbeitskreis für Nürnberg/Mittelfranken gebildet“, berichtet Marcel Maik Beck, stellv. Landesvorsitzender der AG Schwusos in der Bayern SPD. Damit konnte ein Jahr später der Bayerische Landesverband der Schwusos gegründet werden. „Ein Beleg der kontinuierlichen Arbeitsweise ist, dass im zehnjährigen Zeitraum lediglich vier Vorsitzende den Mittelfrankenkreis führten. Jeden dritten Dienstag im Monat treffen wir uns im Fliederlich-Zentrum zur Sitzung. Jedes Mitglied, jeder Bürger und Interessierte ist herzlich eingeladen“, so Michael Blödel, Vorsitzender der AG Schwusos Mittelfranken. Jahrelang mischten sich die Mitglieder auf Diskussionsbasis in die Parteipolitik ein, aber ohne Rechte und Pflichten. Doch die queeren Genossen wollten mehr. Deshalb wurde vor zwei Jahren begonnen, eine höhere Gewichtung innerhalb der Partei einzufordern. „Die Delegierten stimmten zu 99 Prozent zu“, betont der Landesvorsitzende Ulf Schröder. „Obwohl es unter den vielen Parteimitgliedern wenig Berührungspunkte und konservativ eingestellte Menschen gibt. Das war einfach genial.“ Die Arbeitsgemeinschaften sind keine Ausschüsse, sondern stellen weitgehend selbständige Gliederungen der SPD mit eigenen Vorständen, Mitgliederversammlungen und Satzungen dar. Sie sind mit eigenen Bezirks-, Landes, Bundesverbänden auch in der überregionalen Politik aktiv und Teil des SPD-Vorstandes der betreffenden Ebene. Die Schwusos haben sich am 28. Juli 2012 im Nürnberger Karl-Bröger-Zentrum in Anwesenheit von Florian Pronold (Vorsitzender der BayernSPD) als Landesarbeitsgemeinschaft gegründet. „Die Anerkennung bedeutet mehr Rechte, aber auch mehr Verpflichtungen“, betont Ulf Schröder. „Aber dieses höhere Arbeitspensum wollen wir gerne leisten.“ Am ersten Oktoberwochenende findet in Leipzig die Gründungskonferenz der Bundes AG Schwusos statt. Damit ist der Wandel bundesweit vollzogen. 

Auf dem SPD Landesparteitag am 21. Oktober in Nürnberg wird der Spitzenkandidat Christian Ude für die Landtagswahl im nächsten Jahr nominiert. Mit dem Münchner Oberbürgermeister an der Spitze wollen die Parteigenossen besonders das Thema Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft im Wahlkampf herausstellen. „Wir wollen eine Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen auf Landesebene etablieren. Als Ansprechpartner für Städte und Ämter, um die Diskriminierung im bayerischen Raum abzustellen“ betont Ulf Schröder. Aber zuerst wird gefeiert. Am 22. September 2012 im S’Blödels (Venatoriusstr. 6) in Nürnberg Kornburg. 50 geladene Gäste feiern 10 Jahre Schwusos Mittelfranken.

 

Text/ Foto Norbert Kiesewetter 

GIFT Magazin Oktober 2012

Sendereihe über die Zerrissenheit innerhalb der queeren Community (Foto: RadioGays)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neue Serie & Podcast Reihe bei den RadioGays

Mit der Ausstrahlung am letzten Februar-Donnerstag 2026 startete eine insgesamt sechsteilige Radioserie mit begleitendem Podcast, die beleuchtet, warum ausgerechnet die queere Community, die so laut nach Toleranz schreit, selbst im inneren so intolerant ist. „Innenansichten – Queer & Zerrissen ist eine wissenschaftlich begleitete Radioserie der Redaktion RadioGays bei Radio Z, die innergemeinschaftliche Konflikte in queeren Communitys analysiert und verständlich einordnet. Ziel ist nicht Polarisierung, sondern Differenzierung und Konfliktfähigkeit“, betont Frank Mann von den RadioGays Nürnberg. „Queere Communitys sind gesellschaftlich sichtbarer denn je. Gleichzeitig werden interne Konflikte zunehmend öffentlich ausgetragen, insbesondere über soziale Medien. Das Projekt reagiert auf diese Entwicklung und schafft einen Raum für Reflexion statt Polarisierung.“... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

"NLC goes" - die neue unterwegs Reihe mit dem Nürnberger Lederclub (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

NLC lud ins Kino ein

Mit rund zehn Teilnehmern wurde die neue Unterwegs-Reihe „NLC goes“ vom Nürnberger Lederclub am letzten März-Samstag mit einem Kinobesuch des neuen schwulen Fetisch-Films „Pillion“ im Casablanca Kino aus der Taufe gehoben. Die Jungs waren von dem Film ganz begeistert und überrascht von der Freizügigkeit, die über die Leinwand flimmerte. Sie wollen den Schluss des Films nicht verraten. Aber auf jeden Fall ist „Pillion“ sehr sehenswert, versicherten alle. Mit „NLC goes Cinema“ war der Kinobesuch im Fetisch-Outfit nur der Auftakt. Geplant ist, die Reihe regelmäßig für die Fetisch-Community anzubieten. Mindestens einmal im Quartal will der Nürnberger Lederclub unterwegs sein, aber die Wunschvorgabe geht doch in Richtung eines monatlichen Treffens. Es können neben Kino Freizeitaktivitäten aller Art sein, jedenfalls gemeinsam im Fetisch-Outfit. Sollte es mal der Sandstrand am Wöhrder See sein, gibt’s neue Bilder von uns! Haltet die Augen auf, wir werden rechtzeitig im Vorfeld darüber informieren. (NK)

+++ Weitere GAYCON Berichte über den NLC auf der DOKU-Seite +++

Freude über die Fortführung des Aktionsplans (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Nürnberger Stadtrat beschließt Queeren Aktionsplan Vol.2

Im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung im Nürnberger Rathaus am vierten März-Mittwoch haben, mit Ausnahme einer Partei, alle der Fortschreibung des „Aktionsplan Queeres Nürnberg – Stark durch Vielfalt“ mit einer Laufzeit bis 2029 zugestimmt. Zahlreiche Teilnehmende aus der queeren Community bevölkerten den Balkon über dem großen Sitzungssaal und erlebten fast nur befürwortende, teils emotionale Reden der Stadtratsmitglieder, nur einzelne ablehnende Wortmeldungen. Das ganze Jahr 2025 fanden unterschiedliche Beteiligungsformate mit der queeren Community statt, um den ersten Aktionsplan von 2022 fortzuschreiben. Daraus resultierten 130 Maßnahmen, die nun quer durch die Verwaltung laufen. Neue Bereiche sind Inklusion, Kultur, Antidiskriminierung und Sicherheit ... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Frank ist ganz begeistert von der neuen Ersatzbus-Linie E8 (Fotos: GAYCON Archiv)

COMMUNITY REGION:

Einfachso weiterhin gut erreichbar

Seit Dienstag den 24. März ist die Allersberger Straße wegen einer Großbaustelle der Stadt Nürnberg zwischen den Kreuzzungen Wölkernstraße/ Schweiggerstraße und Wodanstraße für den Verkehr gesperrt. Das bedeutet, dass aktuell auch keine Straßenbahn zwischen Hauptbahnhof und Meistersingerhalle fahren kann. Die Umgestaltungs-Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Frühsommer 2027. Betroffen davon ist auch Frank mit seinem Team von der Einfachso Pils Bar in der Wodanstraße 26. Aber es gibt eine sehr gute Ersatzbus-Linie E8 von der Frankenstraße über Maffeiplatz, Gudrunstraße, Wodanstraße bis zum Doku-Zentrum. Damit ist auch eine Umsteigemöglichkeit in die U-Bahn möglich. Die Ersatzbushaltestelle Richtung Doku-Zentrum ist Ecke Ritter - von - Schuh - Platz (Gudrunstraße)/ Pillenreuther Straße am Maffeiplatz, direkt am U-Bahnzugang. Wie gewohnt bei der Haltestelle „Holzgartenstraße“ aussteigen, dann sind es nur noch zwei Minuten Fußweg ins Einfachso. Frank und Team freuen sich auf euch. Es ist jeden Tag ab 15:00 Uhr geöffnet!

Auch der CSD Nürnberg gratulierte Marcus König (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY BAYERN:

Spannende Stichwahlen in Bayern

Am dritten März-Sonntag hat das Volk nochmal per Stichwahlen teilweise für große Überraschungen in den Rathäusern gesorgt. Mit der Schnapszahl 55,5 Prozent gewann Oberbürgermeister Marcus König in Nürnberg und konnte zum ersten Mal als CSU Kandidat das Amt verteidigen. Nasser Ahmed nahm’s cool, holte er doch immerhin 44,5 Prozent, gratulierte dem Amtsinhaber und bekräftigte eine weiterhin gute Zusammenarbeit für die Stadt. König will den gemeinsamen eingeschlagenen Weg mit der queeren Community in der Frankenmetropole weitergehen, bekräftigt er auch mit Handschlag beim CSD Nürnberg Vorstand, nach dem großen Presserummel im Marmorsaal des Nürnberger Presseclubs.... +++ Hier geht's zun Bericht auf der DOKU-Seite +++

Der neue Fliederlich Vorstand: Samira, Marco, Alieb, Lukas und Gwen (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Mitglieder-versammlung bei Fliederlich

Bei der Jahreshauptversammlung am zweiten März-Mittwoch im Vereins-Zentrum stand traditionell auch die Wahl einer neuen Vorstandschaft auf der Tagesordnung: Samira, Marco, Alieb, Lukas und Gwen führen durch die neue Amtsperiode. Die anwesenden 28 Mitglieder haben eindeutig votiert. Ulrich Breuling (52) scheidet auf eigenen Wunsch nach 33 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Bereich Finanzen aus. Er könnte sich aber vorstellen, als Kassenprüfer den Fliederlich Verein ab 2027 weiter zu unterstützen. Marco Ebert hat Ulrich ein Jahr lang über die Schulter geguckt und wird nun das Finanz-Ressort übernehmen. Er möchte in der Zukunft einige strukturelle Änderungen vornehmen, um die Finanz-verwaltung noch übersichtlicher zu gestalten. Aktuell hat der Verein 240 Mitglieder insgesamt. Umfangreiche Informationen über die vergangene Amtsperiode aus den einzelnen Gruppen gingen auch in diesem Jahr der Wahl voraus...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Alexander Fortunato (IHK Nürnberg) überreichte die Ehrenurkunde an Michael und Oliver (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war die Rosegardens Jubiläumsgala

Rund 100 Eingeladene kamen am ersten März-Samstag ins Restaurant Literaturhaus und feierten mit einer großen Jubiläumsgala die Rosegardens-Jungs. Man mag es kaum glauben, aber vor 30 Jahren, am 08. März 1996 eröffneten Oliver Spiller und Michael Heidrich ihren ursprünglichen Laden „Green Box“ in der Inneren Laufer Gasse. Nach ein paar Jahren wechselten sie aus Platzgründen zum heutigen Standort in der Vorderen Sterngasse und gaben ihrem Laden gleichzeitig einen neuen Namen: „Rosegardens“. Übrigens, diese „Rosengärten“ haben inzwischen in Kunden-Wettbewerben den Zusatz „Nürnbergs schönster Laden“ verliehen bekommen. Auch wenn es die Gala-Teilnehmenden nicht wirklich merkten, im Hintergrund hat Michaels Abendplan nicht ganz so geklappt, wie er sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Zahlreiche kurzfristige Absagen, u.a. wegen Krankheit sowohl bei den Geladenen als auch aus dem Bereich der Kunstschaffenden, erforderten ein kurzfristiges Umplanen. Außerdem gab‘s natürlich auch schöne Überraschungen...

+++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

TV-Tipps

+++ 07.04. HR 22:00 Uhr Y-History: Die Syphilis ist zurück - Doku +++ 08.04. KABEL EINS CLASSICS 11:20 Uhr Rocketman - Spielfilm // 20:15 Uhr SUPER RTL Downtown Abbey - Spielfilm  // 22:40 Uhr ARTE Klandestin - Spielfilm // 23:40 Uhr NDR Twist: Roma zwischen Stolz und Vorurteil - Doku +++ 09.04. NITRO 00:50 Uhr Die schlimnsten Serienkiller der Welt: Colin Ireland - Doku // 01:15 Uhr ZDF Femme - Spielfilm // 01:50 Uhr DAS ERSTE Kommissar Wallander: Vor dem Frost - Spielfilm +++ 11.04. 3SAT 21:30 Uhr Die Küblböck-Story - Eure Lana Kaiser - Doku // 22:35 Uhr ARTE Nurejew - Ballett // 23:00 Uhr RTL Take Me Out: Girls Girls Girls - Show (1 & 2) +++

Das war das "Grünkohl-Community & Friends Essen" im Literaturhaus (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Heitere Stimmung beim Community & Friends Essen

Seit etwa fünf Jahren ist es Tradition, dass sich die queere Community & Friends im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6) gemeinsam zum Grünkohl-Essen trifft. In diesem Jahr am vierten Februar-Montag, mit 50 Teilnehmenden, inzwischen mit deutlich mehr Zuspruch! Das erste Grünkohl-Essen startete mit rund 20 Besuchenden, wie uns Bernd verraten hat. Das Wintergemüse ist mehr in Norddeutschland bekannt, aber inzwischen öffnen sich auch die Franken dafür. Ein schöner Abend mit bester Laune und guter Stimmung, sowie vielen Gesprächen untereinander. Im Mittelpunkt stand das Grünkohl-Wintergemüse mit Kartoffeln zu Schinken und geräucherter Wurst. Mit Nachschlagmöglichkeit für alle, die noch Platz im Magen hatten. Ergänzt mit einem feinen Dessert aus Vanille Eis, Sahne und einer Streuselschnitte. Bernd bedankte sich bei Organisator Bert Hogeweg mit einem Grünkohl-Tulpen-Blumenstrauß. Wir hielten den Abend mit einigen Impressionen fest. Inzwischen ist die Bildergalerie online

Aktuelles Titelbild:

Volksfestzeit in der Stadt (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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