#Berichte über Die AIDS-Hilfe Nürnberg

Chronologische Reihenfolge von oben nach unten: Weihnachtsfeier (2018), HIV-Selbsttest (2018), S.A.M. - Mein Heimtest (2018), Hair for Care Aktion (2018), Regenbogen Bus (2015), Interview 30 Jahre AH (2015), Bericht Eröffnung AH in der Entengasse (2010)

Himmlischer Besuch: Das Nürnberger Christkind bei der Weihnachtsfeier der AIDS-Hilfe Nürnberg im Tagungszentrum.

Himmlischer Besuch

Wir warten aufs Christkind, live: Am zweiten Dezember-Mittwoch lud die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. zur kleinen Weihnachtsfeier ins Tagungszentrum in der Entengasse. Bei Glühwein, Lebkuchen, Spekulatius, Plätzchen und kleinen deftigen Gebäcktaschen hat sich der Abend mehr als gelohnt, denn das Nürnberger Christkind schaute als Himmels-Bote persönlich vorbei. In einer nicht geprobten Darbietung wurde von einigen Gästen spontan das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ angestimmt. Mit zwei Strophen überraschte der Chor in den schönsten Tönen den himmlischen Gast. Natürlich wurde der berühmte Prolog, mit dem offiziell der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet wird, hier in einem gemütlichen Rahmen vor knapp 30 Leuten dargeboten. Anschließend bot sich die Gelegenheit nicht nur für Pressefotos, sondern auch für schöne Selfies und Schnappschüsse. Eine tolle Weihnachtsfeier, die es so noch nicht bei der AIDS-Hilfe gegeben hat. Schon im September hat Uwe Gerdelmann mit der Organisation begonnen und einen Besuchs-Termin beantragt. Toll, dass es im umfangreichen Terminkalender geklappt hat. Daraus könnte sich eine schöne Tradition entwickeln!

Weihnachtsfeier mit Christkind, AIDS-Hilfe Nürnberg, 12. Dezember 2018

Neu: Der HIV-Selbsttest. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg

Kontrolle

Ein weiteres Segment in der AIDS-Prävention bahnt sich an: Seit 1. Oktober ist der neue HIV-Selbsttest in Deutschland frei verkäuflich und damit über Internet, Apotheken, Drogerien und AIDS-Hilfen erhältlich. Damit entfällt die Hemmschwelle, zu einer Teststelle gehen zu müssen, oder extra weite Strecken zu fahren. Immerhin 13.000 Menschen in Deutschland haben HIV und wissen es nicht. Rund 1000 Betroffene im Jahr bekommen deshalb die HIV- bzw. AIDS-Diagnose so spät, dass ihr Immunsystem bereits schwer geschädigt ist. Aber das soll sich nun ändern. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg.

 

„Wir wollen die Dramatisierung abbauen. Wenn HIV rechtzeitig erkannt wird, muss nicht mehr das Drama wie früher durchlebt werden. Mit den heutigen Therapien ist ein normales Leben möglich. Für uns ist der neue Selbsttest auch ein Vorteil, weil wir nun damit zu jeder Beratungszeit eine Möglichkeit anbieten können, ohne einen Arzt im Haus zu haben, wie bei den Labortests am Montag“, freut sich Manfred, der die AIDS-Hilfe den Ratsuchenden als Partner anbietet. Der Selbsttest kann dann auch quasi mit Beratung durchgeführt werden. Nur „dabei helfen“ dürfen die Mitarbeiter aus juristischen Gründen nicht. „Unser Checkpoint wird so gut angenommen, dass aus ganz Nordbayern / Oberpfalz Menschen an diesen Aktionstagen zu uns fahren. Inzwischen bieten wir deshalb wahlweise an, das Ergebnis per Telefon mitzuteilen.“ Eigentlich ist der persönliche Kontakt jedoch besser und schon immer wichtig gewesen, um gerade die Personen mit HIV-positiven Diagnosen emotional besser auffangen zu können. Das war auch der Grund, weshalb die Nürnberger AIDS-Hilfe sehr lange kritisch dem HIV-Selbsttest gegenüber stand. Laut Deutscher AIDS-Hilfe zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern aber, dass Menschen mit positivem Ergebnis sich rasch in medizinische Versorgung begeben und Suizidversuche ausbleiben. Deshalb rät Manfred allen, die eine positive Diagnose beim Selbsttest daheim erhalten und keine Beratung hatten: Macht einen zweiten Test, denn das Ergebnis weist auch Fehlerquoten auf. „Der Selbsttest taugt nicht zur schnellen Vorsorge oder Verhütung bei spontanem Sex!  Erst zwölf Wochen nach dem letzten Risiko-Kontakt sind die Antikörper im Blut sicher nachweisbar. Beim HIV-Labortest genügen bereits sechs Wochen“, betont Manfred. Außerdem können weitere Risiken wie Tripper, Chlamydien oder Hepatitis selbst natürlich nicht festgestellt werden. „Wer eine persönliche Beratung vor Ort scheut, kann sich gerne über die anonyme online/ Chat-Beratung bei uns melden“, ergänzt Manfred. Er vermutet, die meisten werden den Selbsttest online bestellen, weil das persönliche Abholen schon wieder eine emotionale Hürde darstellt. Insgesamt gibt es aktuell drei verschiedene Produkte auf dem Markt. Die AIDS Hilfe Nürnberg hat sich in den Punkten Qualität und Verlässlichkeit für eines entschieden und bietet es zum günstigen Preis von 20 Euro oder im Doppelpack für 35 Euro an. Weil die AIDS-Hilfe keinen Gewinn mit allen Testangeboten macht, die persönliche Beratung grundsätzlich kostenlos ist, spenden viele Probanden freiwillig einen Betrag. Über diese Anerkennung für die Arbeit der AIDS-Hilfe freut sich Manfred Schmidt.

 

Text/ Foto NK

GAYCON Oktober 2018

S.A.M. - Mein Heimtest - Der Checkpoint von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. ist dabei!

Pilotprojekt

Lange Anfahrtswege sind Vergangenheit! Jetzt gibt es den Test auf HIV und Geschlechtskrankheiten im Abo per Post! Die AIDS-Hilfe Nürnberg nimmt Teil am bayernweiten „S.A.M. – Mein Heimtest“ – Pilotprojekt. Ein kleiner Stich in den Finger zur Blutentnahme, eine Urinprobe, einige Abstriche mit Wattestäbchen, die Proben in einem Plastikbeutel verstauen und in die Post geben: So einfach funktioniert das neue Heimtest-System S.A.M. (engl.: Sampling = Probenentnahme) für Checks auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Ab sofort wird das in Bayern für ein Jahr erprobt. Nach einer Online-Registrierung und einem persönlichen Erstgespräch im Checkpoint der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. (oder in München bzw. Regensburg), erhalten Interessierte ein Test-Paket im Abo, je nach Bedarf alle drei, sechs oder zwölf Monate. Die Interessierten erhalten von der AIDS-Hilfe eine Mitteilung per SMS, ob die Ergebnisse negativ waren, oder sie werden um einen Rückruf gebeten. Das Angebot kostet 32 Euro pro Testvorgang. Nach aktueller Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland rund 13.000 Menschen mit HIV ohne es zu wissen. „Bei rechtzeitiger Behandlung haben Menschen mit HIV mittlerweile eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie andere Menschen auch. Bleibt HIV unbehandelt, drohen schwere gesundheitliche Schäden“, betont Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik der Deutschen AIDS-Hilfe. „S.A.M – mein Heimtest“ hat insbesondere Vorteile für Menschen in ländlichen Regionen mit wenig Angeboten und für alle, die ungern eine Teststelle aufsuchen, z.B. weil die Anfahrtswege zu weit sind oder aus Scham. S.A.M. im Netz: www.samtest.de

Traditionelle Benefiz-Haarschneideaktion in der Nürnberger Fußgängerzone

HAIR for CARE 2018

Die Benefiz-Haarschneide-Aktion „HAIR for CARE“ fand zum 22. Mal als Freiluft-Spektakel beim Wetterhäuschen vor der Lorenzkirche statt. Super Sommerwetter sorgte für regen ehrenamtlichen Schnittbetrieb am zweiten Juli-Samstag in der Nürnberger Fußgängerzone! Für eine Mindestspende von 17 Euro ließen sich 204 Passanten eine neue Frisur stylen. So viele wie noch nie zuvor! Insgesamt 36 Friseure aus 16 Salons der Region, unterstützt von 24 zum Großteil ehrenamtlichen Mitarbeitern der AIDS-Hilfe, erzielten eine Spendensumme von 4464,68  Euro für die Arbeit der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Die Schirmherrschaft übernahmen traditionell Katja Strohhacker und Thorsten Brehm, beide aus dem Stadtrat (SPD).

Der Regenbogenbus rollt durch die Frankenmetropole! von links: Katja Strohhacker, Anja Mittra, Christian Vogel, Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger und Michael Glas

Regenbogenbus

Zeitlich optimal abgestimmt auf den CSD Nürnberg und auf das 30-jährige Jubiläum der örtlichen AIDS-Hilfe stellte Bürgermeister Christian Vogel die Verwirklichung einer Idee vor: Ein Linienbus der VAG wird für mindestens vier Wochen in Regenbogenfarben in der Stadt unterwegs sein. CSD Vorstandsvorsitzender Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger (VAG), Katja Strohhacker (Stadtreklame Nürnberg GmbH), Anja Mittra (Picaart Werbeagentur), Michael Glas von Fliederlich e.V., Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe sowie einige Presse- und Medienvertreter nahmen schon mal Platz im symbolträchtigen Gefährt der Menschenrechtsstadt. Der Bus wird am Samstag den 01. August 2015 als Teil der Demo durch die Innenstadt fahren und anschließend kann er auch beim Straßenfest am Jakobsplatz bewundert werden. Nach den vielen Ampelmännchen in anderen deutschen Städten eine tolle Idee! Fährt doch der Bus durch die gesamte Stadt, hat eine plakative Größe und wird als Novum von viel mehr Bürgern wahrgenommen. Das Foto einer Regenbogen-Straßenbahn der Kölner Verkehrsbetriebe, welches Bürgermeister Vogel im Internet entdeckte, war Auslöser für die Aktion. „Es ist ein Signal an ein buntes Publikum und passt zu Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, betont er stolz. „Ich freue mich und danke den beteiligten Sponsoren, die es möglich gemacht haben“.

 

PS: Wie sich inzwischen herausstellte, war die Kölner Tram eine Fotomontage als Gruß zum Kölner CSD. Trotzdem gut für Nürnberg, unser Regenbogen-Linienbus ist echt! Übrigens, der einzige in ganz Deutschland!

Präsentation Regenbogenbus Nürnberg Juli 2015

Pioniergründer der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. = Lissy Gundel & Michael Aue

30 Jahre AIDS-Hilfe

Anfang der 1980er Jahre breitete sich schlagartig die neue Krankheit ‚Acquired Immune Deficiency Syndrome‘ aus, die scheinbar nur die Schwulen betraf. Zudem wurden die Übertragungswege in der Gesellschaft drastisch überschätzt. Um etwas dagegen zu unternehmen, gründeten sich überall selbstorganisierte AIDS-Hilfen als Gruppen und Vereine, um neues Wissen zu bündeln und als Aufklärung und Information weiterzugeben, sowie die Kranken zu unterstützen. Vor 30 Jahren war es auch in Nürnberg soweit: Am 10. Oktober 1985 fand sich zuerst eine zwanglose Selbsthilfegruppe zusammen. Daraus entstand die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. GAYCON sprach mit zwei Pionieren über die Anfangszeit bis heute: Lissy Gundel (68) und Michael Aue (64).

Das Gründungsteam der AIDS-Hilfe

„Bernhard Pasche und sein Kumpel Peter Schmidt luden mich und andere Freunde zu Kaffee und Kuchen in Bernhards Wohnung ein. Sie wollten wissen, ob wir uns einen AIDS-Selbsthilfeverein in Nürnberg vorstellen könnten. Ich lehne normalerweise Vereinsmeierei ab, aber ich fand die Idee gut“, erinnert sich Michael Aue an den Sommer 1985. „Meine Motivation mitzumachen kam aus dem persönlichen Bereich, weil beste Freunde aus San Francisco und Berlin seit Anfang der 1980er Jahre an AIDS erkrankt und Schlag auf Schlag verstorben waren. Wenn man die Zeit nicht selbst erlebt hat, kann man sich das heute nicht mehr vorstellen. Meine Befürchtungen gingen sogar so weit, dass ich dachte, die Schwulen könnten aussterben.“ Michael Aue war sieben Jahre lang der erste Gründungs-Vorstand der AIDS-Hilfe Nürnberg, anschließend weitere sechs Jahre aktiv in der Schwulengruppe des Vereins tätig.

„Durch einen schwulen Freund und eine lesbische Cousine habe ich mich frühzeitig mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. Ich wollte Menschen helfen, die diskriminiert werden. Es gab ausschließlich schwule Männer bei der AIDS-Hilfe und ich habe trotzdem mitgemacht, auch wenn ich mir anfangs schwergetan habe“, erinnert sich Lissy. „Aber Michael ist ‚schuld‘, dass ich bis heute dabei bin. Er hat mir immer wieder Mut gemacht.“ Viele waren damals überzeugt, dass eine Selbsthilfegruppe nur funktioniert bzw. die Kompetenz hat, wenn die Betroffenen alles selber machen, homosexuell sind oder die AIDS-Krankheit selbst erlebt haben. Deshalb wurden in der Anfangszeit helfende Frauen auch diskriminiert und beschimpft („Was wollt ihr denn hier?“). Ebenso umstritten war es 1987, als die ersten hauptamtlichen Mitarbeiter (Sozialpädagogin & ein Psychologe) eingestellt wurden, die ebenfalls diese Punkte nicht erfüllten. Für Ehrenamtliche war das Problem die fehlende Zeit. Aber das Arbeitsvolumen wuchs durch die viele Anfragen aus Politik, Kliniken und Veranstaltungen.

Die prekären Umstände schweißten zusammen

Neue Volksseuche?

Die ersten Räume fand das Gründungsteam im Stadtteiladen Nürnberg Nord (KUNO) in der Wurzelbauerstraße. Es war damit die erste Anlaufstelle für ganz Nordbayern. „Wir hatten zwar 15 bis 20 Leute, die bereit waren mitzumachen, aber das größte Problem war, wir hatten kein Geld für das Drucken von Flugblättern, für Telefonkosten und für einfachste Büro-Utensilien wie Kugelschreiber und Papier“, betont Michael die Start-Problematik. „Weil die alternative Jugend- und Drogenhilfe Mudra von Anfang an mit dabei war, wegen ihrer HIV- und AIDS-Betroffenen unter den Junkies, konnten sie uns beim Ausarbeiten des  Förderantrags zum Alternativ-Topf der Stadt Nürnberg helfen. So bekamen wir tatsächlich 3000 DM. Doch wir waren so sparsam, dass wir im ersten Haushaltsjahr nicht alles ausgegeben hatten und deshalb Geld zurückzahlen mussten. Auch Rosa- und Rumpel Druck unterstützten uns.“ Anfangs wurde in den Medien und durch die Politik auch regelrechte Panikmache verbreitet. Eine HIV-Übertragung sei angeblich auch über Händeschütteln oder durch Trinken vom gleichen Glas möglich. Übertragungswege waren noch nicht abschließend erforscht. Sogar eine Volksseuche wurde nicht ausgeschlossen. In der Münchner Szene wurden Saunen von Amts wegen geschlossen. „Gauweiler wollte alle Betroffenen in Bayern am liebsten zwecks Seuchenbekämpfung auf einer Insel oder an einem abgeschotteten Ort konzentrieren. Durch das drohende Berufsverbot bekamen wir viele freiwillige Pfleger aus dem Krankenhausbereich und Medizin-Studenten, die bei uns ein Praktikum absolvierten. Somit entstand eine solidarische Bewegung für die Freiheit“, betont Lissy. „Letztlich kam die geplante Meldepflicht für alle doch nicht. Es gab aber auch Anfeindungen („Ihr Schweine!“) aus der Bevölkerung über das Beratungstelefon. Deshalb waren wir immer zu zweit im Telefondienst eingeteilt. Weil viele keine Erfahrung in Beratungsgesprächen hatten, wurden wir zuerst vom City Dienst, später von der Deutschen AIDS-Hilfe geschult“, erzählt Lissy weiter. „Die Stadt Nürnberg hat uns immer unterstützt. Alle Beamten im Freistaat sollten auf HIV zwangsgetestet werden. Die Stadt hat sich der Anweisung widersetzt.“ Ab 1987 ging die AIDS-Hilfe auch in die Justizvollzugsanstalt. Weil viele Inhaftierte Drogen konsumierten, entstand ein großes HIV-Problem, von dem niemand ahnte. Zusätzlich wurde unter den Inhaftierten und vom Personal die Diskriminierung regelrecht ausgelebt. „Die Betreuung in der JVA war einfacher, weil die Leute pünktlich zum Termin kamen“, schmunzelt Lissy. „Aber die Beratung war damals insgesamt sehr schwierig. Die ängstliche Frage war überall: wann und wie muss ich sterben? Es war keine schöne Zeit, auch nicht für uns Berater“, betont Lissy nachdenklich. „Die Angst war groß, sich überhaupt testen zu lassen, auch wegen der drohenden Meldepflicht. Dies änderte sich ab 1988 mit der anonymen Test-Möglichkeit in den Gesundheitsämtern und bei den AIDS-Hilfen. Sogar wir waren vorher gegen den HIV-Test, wegen den drohenden Strafverfahren. Solange die Betroffenen nichts wussten, blieben sie straffrei, wenn sie andere infizierten.“

Das erste Büro im KUNO in der Wurzelbauerstraße

Leichtsinn durch Medikamente?

Durch die inzwischen entwickelten Medikamente haben die betroffenen Personen heute eine deutlich höhere Lebensqualität. Während früher eine Hand voll verschiedener Tabletten genommen werden musste, einige sogar alle zwei Stunden, reichen heute manchmal zwei Tabletten am Tag. Allerdings wirken sie nur, wenn die Behandlung so früh wie möglich beginnt. Deshalb raten heute alle Gesundheitsämter und AIDS-Hilfen zu einem HIV-Test. „Leider steigt seit einiger Zeit wieder die Rate der Neuinfektionen gerade im Schwulenbereich. Trotz Aufklärung verlassen sich viele auf die neuen Medikamente. Etliche Patienten haben heute durch die Immunschwäche bedingt zusätzliche Probleme mit Hepatitis C“, berichtet Lissy. „Ein großes Plus ist aber, wer unter der Nachweisgrenze bleibt, gilt als nicht infektiös. Während in der Anfangszeit unsere Arbeit eher eine Sterbebegleitung war, steht heute die Beschäftigung vieler Betroffener im Vordergrund. Bei etlichen Patienten kommt eine psychische Erkrankung hinzu, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder nicht mehr ausüben können.“ Um zu vermeiden, dass sie in ein Loch fallen, bietet die AIDS-Hilfe regelmäßig Ausflüge in die Region, Kulturabende, Spaziergänge und auch begleitete Reisen an. Finanziert durch die Spenden. „Viele sind fast nicht fähig, selbst aktiv zu werden oder etwas zu unternehmen. Sie sind Frührentner geworden und haben oft wenig Geld. Es sind manchmal nicht ganz einfache Leute, deshalb wird Alkohol von uns nicht finanziert“, betont Lissy, die für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Frühjahr den „EhrenWert“-Preis der Stadt Nürnberg verliehen bekam. „Betroffene, denen es gut geht, die aktiv im Erwerbsleben stehen, kommen nicht zu uns. Deshalb ist das Beschäftigungsprojekt der AIDS-Hilfe, das Restaurant Estragon, so wichtig. Hier sind die Anforderungen geringer als auf dem freien Markt, es werden auch Ausbildungsstellen angeboten.“ Weitere Aufklärung ist wichtig, denn auch im Jahr 2015 gibt es noch einzelne Fälle in Kliniken, wo HIV-Patienten als hochinfektiös eingestuft, in extra Räume gelegt oder als letzte Patienten in der Reihe der Untersuchung drankommen. Hier kann es schon passieren, dass der verantwortliche Chefarzt einen roten Kopf bekommt, wenn er von der AIDS-Hilfe mit den Tatsachen konfrontiert wird. Aber leider halten viele Patienten aus falscher Scham den Mund. Die AIDS-Hilfe will Mut machen, sich nirgends diskriminieren zu lassen und solche Vorkommnisse mitzuteilen.

 

Fotos Privat

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2015

Straßenfest in der Jakobstraße

Jubiläums Straßenfest

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und 10 Jahre Restaurant Estragon findet in der Jakobstraße/ Ecke Entengasse direkt vor dem AIDS-Hilfe-Haus ein Straßenfest statt. Am Samstag den 25. Juli 2015 von 12:00 bis 22:00 Uhr gibt es Musik und Showprogramm. Zahlreiche Künstler werden den ganzen Tag mit ihrem Programm für gute Unterhaltung sorgen: Irvina Gass, Jetpack Elephants, KanDo, Superskank, Die Trällerpfeifen, Sambagruppe Vincivi, A-Tension, TanzBühne, Sanjola – Coro Mix de Gospel African, Special Guest: Gloria Viagra. Moderation: Susanne Hofmann-Fraser. Übrigens, der Hauptpreis bei der Tombola ist ein Hin- und Rückflug nach Paris für zwei Personen! Kulinarische Köstlichkeiten und kühle Getränke kommen vom Restaurant Estragon. Die Schirmherrschaft haben Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Dr. Florian Janik und Dr. Thomas Jung übernommen.

Manfred Schmidt vor dem frisch renoviertem AIDS-Hilfe Haus

„Gesundheitszentrum“  für Männer

 

25 Jahre AIDS-Hilfe Nürnberg

 

Das aufkommende HIV-Problem in der schwulen Community war 1985 der Anlaß für die Gründung der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Viele Menschen wollten dem Leid nicht mehr tatenlos zusehen und eine Anlaufstelle zur Selbsthilfe/ Prävention ermöglichen. Damals hatte die bayerische Politik aus der Landeshauptstadt noch „Gauweilerische“ Töne gespuckt und mehr Steine in den Weg geräumt als umgekehrt. Wer hätte gedacht, dass 25 Jahre später das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit die Präventionsarbeit fördert: Zielgruppe MSM = Männer, die Sex mit Männern haben. 

„Anfang der 90er Jahre war noch verstärkt Pflegepersonal nötig, welches ebenfalls die AIDS-Hilfe organisierte. In den letzten Jahren wurden neue Medikamente entwickelt, so dass Infizierte heute einen ganz anderen Krankheitsverlauf durchleben“, erklärt uns Fachvorstand Manfred Schmidt. Die Basis der Krankenpflege ging dadurch zurück, stattdessen überlegte sich der Verein, wie die Negativ-Spirale der Betroffenen aus dem Arbeitsleben in Richtung Hartz IV aufgehalten werden könnte. Wie es der Zufall wollte, war die ehem. Szene-Bar Walfisch mit dem angeschlossenen Hotel in der Jakobstraße frei. Die Vermieter waren sofort einverstanden. Das Hotel wurde zuerst weitergeführt und die Idee des Restaurants Estragon als gastronomische Beschäftigungsmaßnahme aus der Taufe gehoben. „Als der Mietvertrag für die AIDS-Hilfe Räume in der Bahnhofstraße 2006 auslief, entschieden sich die Verantwortlichen, das Hotel über dem Restaurant Estragon aufzugeben und die Vereinsräume an diesem zentralen Punkt der Nürnberger Altstadt zu konzentrieren“, so Manfred. Der jetzige Erweiterungsbau des Gebäudekomplexes war schon lange geplant, weil die Küche des Restaurants Estragon von Anfang an zu klein war. Stattdessen konnte mit unerwarteten Zuschüssen aus dem Städtebauförderungsprogramm alles noch größer realisiert werden. Aktuell beklagt Manfred, dass sich andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Hepatitis B verstärkt ausbreiten, „weil die Menschen zu sorglos mit dem Thema umgehen und mögliche Impfungen nicht wahrnehmen. Deshalb wäre auch ein Impfstoff gegen AIDS selbst, sollte er denn jemals entwickelt werden, stark von der Akzeptanz abhängig“. Unter einem Dach im neuen AIDS-Hilfe-Haus werden das Psychosoziale Beratungszentrum Checkpoint Nürnberg, Betreutes Einzelwohnen, Beschäftigungsprojekt Restaurant Estragon und das Beschäftigungsprojekt Tagungszentrum/ Hausservice vereint.

 

Die AIDS-Hilfe lädt anlässlich ihres 25jährigen Bestehens und der Neueröffnung ihres Hauses zum Straßenfest am Freitag, den 09. Juli 2010 von 16-22 Uhr in die Jakobstraße ein! +++ 16:00 Eröffnung des Straßenfestes durch den Nürnberger OB Dr. Ulrich Maly und den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Markus Söder. Musikalisch begleitet von Anja Hackl, Andrea Wurzer, Alexandra Völkl, Janet M. Christel +++ 18:00 Modenschau präsentiert von Liliths Laden +++ 19:00 Party pur! Live on Stage: El Cartel feat. America Rodriguez, kubanische Salsarhythmen. Ikenna Beney Amachi, internationaler Travestiestar. Moderation des Straßenfestes: Lilo Wanders

 

Fotos & Text: Norbert Kiesewetter 

LEO-Magazin Juli 2010

Die Trällerpfeifen beim umjubelten Doppelkonzert im großen Saal des Stadtteilzentrums Südpunkt

DOPPELKONZERT: Am ersten Mai-Wochenende präsentierte der Nürnberger Männerchor sein schwules Chorvergnügen 2019 im großen Saal des Stadtteilzentrums Südpunkt. Trotz Blauer Nacht war der Samstag ausverkauft, am Sonntag blieben auch nur die hintersten Reihen leer. Wie immer verstehen es die Jungs auch in ihrem neuesten Werk, große Geschichten des Lebens mit einer gehörigen Portion heiterer schwuler Selbstironie zu würzen. ‚Freiheit‘ erzählt die Geschichte des jungen Michael, dessen hinter DDR-Mauern ersehnter Traum von der großen weiten Welt durch die Grenzöffnung Wahrheit zu werden scheint. ... Zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite

Schillerndes Fest: Benefiz-Matinée "Nie wieder Ausgrenzung!" im Theater Rote Bühne

BENEFIZ-MATINÉE: Am Nachmittag des letzten April-Sonntags lud die Rote Bühne zur Benefiz-Matinée „Nie wieder Ausgrenzung!“ in ihr Theater im Nürnberger Stadtteil Gleißhammer. Über zwanzig Künstler sorgten für ein schillerndes Fest, alle traten ohne Gage für die Zuschauer auf. Ehrenamtliche Küchen-Gruppen sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Zahlreiche Sachspenden sorgten für eine reich bestückte Tombola. Rund 70 Gäste folgten dem Ruf und erlebten einen heiteren Nachmittag. ...

Zum vollständigen Bericht mit Bilderauswahl an Impressionen des Benefiz-Nachmittags

#TV-TIPPS

+++ 20.05. RTLII 22:10 Naked Attraction - Dating hautnah - Show // 23:15 Exklusiv - Die Reportage: u.a. Am liebsten Nackt! - Report +++ 21.05. ARD 23:35 Mord mit Aussicht: Einer muss singen - Krimi // 01:00 SIXX Paranormal Witness - Unerklärliche Phänomene: Knochen im Laub - Krimi +++ 22.05. HR 22:30 Die Akte General - Spielfilm +++ 23.05. NITRO 20:15 American Ninja Warrior - Show // 00:15 SWR Fassbinder - Doku +++ 24.05. MDR 20:15 Schlager meiner Heimat - Musik +++ 26.05. ONE 10:30 Denver Clan ohne Maske: Die Reise beginnt - (1) - Doku // 11:00 ONE Denver Clan ohne Maske: Der Kuss (2) - Doku // 23:30 ARTE Sprich mit ihr  - Spielfilm +++

Grand Prix / ESC Party - Café Bar Cartoon
IDAHOBIT 2019 - Magnus-Hirschfeld-Platz

#Partyticker

Freitag 24. Mai:

22:00 Culturama Party - Der Cult Nachtclub

Mittwoch 29. Mai:

21:00 Vor-Feiertags-Party - Bar59

Freitag 31. Mai:

Bamberg: 22:00 Love-Night-Party - Live Club

Samstag 01. Juni:

20:00 Offener Abend mit DJ Basti - Fliederlich-Zentrum (Sandstr. 1) // 21:00 NLC-Keller-Party - Dresscode! Men only! - NLC-Vereinskeller (Schnieglinger Str. 264) // 23:00 Große Liebe Party - Haus33

Hof: 22:30 Queerbeat - P-Club

Würzburg: 23:00 Popular - GayDisco - Kellerperle

Freitag 07. Juni:

23:00 Pink Avenue - Avenue Club

Sonntag 09. Juni:

23:00 Pink Nugget - Golden Nugget Club

Samstag 15. Juni:

21:00 Ulla´s Crazy Party - Bar59

Mittwoch 19. Juni:

23:00 Pink Nugget - Golden Nugget Club

Samstag 29. Juni:

Ab 15:00 Pigalle Straßenfest mit Showact Sarah Barelly - Pigalle (Pfeifergasse 2a)

Sonntag 30. Juni:

Ab 15:00 Sommerfest Ausklang mit DJ Romeo - Pigalle (Pfeifergasse 2a)

+++++++ Termine an info@gaycon.de

Rosa Trachtennacht 2 - Frühlingsvolksfest 2019
Konzert "Freiheit" Trällerpfeifen - Südpunkt

#Vorschau:

Jetzt anmelden! Campus des NLC 2019

NLC CAMPUS 2019: Der Campus des Nürnberger Lederclubs (NLC) findet vom 29. Mai - 02. Juni 2019 in der Bayerischen Rhön statt und dauert damit aufgrund des Feiertags (Himmelfahrt) einen Tag länger. Eine Mitgliedschaft im NLC oder der ECMC oder der LFC ist KEINE Voraussetzung für die Teilnahme. Männer & Kerle, Blockhäuser, Wandern, Motorrad-Touren, plus Lagerfeuerromantik! Anmeldung direkt über die Homepage des NLC

CSD Nürnberg Demo am 03. August 2019

Jetzt anmelden! CSD NÜRNBERG DEMO am Samstag 03. August 2019 - Motto „50 Jahre Pride – Danke für …“ - An alle Organisationen, Lokale, Gruppen, Vereine die mit Fußgruppen, LKW oder PKW Präsenz zeigen möchten: Ab sofort ist das Formular zur Anmeldung sowie die Teilnahmebedingungen auf der CSD-Nürnberg Seite online: https://www.csd-nuernberg.de/download Diese ausgefüllt zurücksenden per Mail an demo@csd-nuernberg.de!

CSD Nürnberg Finale am 03. & 04. August 2019

CSD Nürnberg 2019: Zum 50 jährigen PRIDE Jubiläum wird in diesem Jahr an ZWEI Tagen auf dem Jakobsplatz gefeiert! +++ CSD Nürnberg Finale am Samstag den 03. August 2019 von 13:00 bis 22:00 Uhr & Sonntag 04. August 2019 von 13:00 bis 19:00 Uhr +++ Motto 2019: "50 Jahre Pride - Danke für ..." +++ Das CSD-Finale, also die CSD - Kundgebung, mit Info- und Gastroständen sowie ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit verschiedenen Künstlern auf dem Jakobsplatz in der Nürnberger Altstadt. Ihr wollt ein Info- oder Gastrostand auf dem CSD Finale am Jakobsplatz? Jetzt beim Förderverein bewerben! Formulare findet Ihr auf der Webseite des Vereins: Anmeldung CSD Finale Weil es diesmal zwei Tage sind, beachtet bitte die geänderten Bedingungen!

Frauenpaar des Monats:

GAYCON Titelmodels Alexandra & Nina - Mai 2019 - Frühling in Franken: Fotoshooting am Bauhofs-Weiher von Cadolzburg

Unsere GAYCON Titelbilder sollen das selbstbewusste queere Stadtleben der Frankenmetropole widerspiegeln.  Von 18 bis 99 geben wir allen queeren Paaren (Beziehung, Freunde, Kumpels etc) oder Einzelpersonen aus der Region die Möglichkeit, einmal Titelpaar/ Person des Monats zu sein und jedes Jahr im April an der MR & MISS WAHL teilzunehmen. Das Outfit passen wir immer der Jahreszeit an.

Habt Ihr Lust, mal dabei zu sein? Bewerbt Euch mit Foto per E-Mail unter info@gaycon.de oder über gaycon.de Facebook

Hinweis: Weil sich aktuell soviele Models bzw. Paare beworben haben, sind die GAYCON Titelbilder bis Oktober 2019 ausgebucht!!

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

GAYCON-Aufrufe seit Start 07.02.2011

GAYCON-Aufrufe seit dem 02.05.2019

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