#Berichte über Die AIDS-Hilfe Nürnberg

Chronologische Reihenfolge von oben nach unten: Neue Chemsex-Beratung (2022), Hair for Care Aktion (2022), Digital Workshops (2021), Allmächd! #wissenverdoppeln Kampagne (2020), Weihnachtsfeier (2018), HIV-Selbsttest (2018), S.A.M. - Mein Heimtest (2018), Regenbogen Bus (2015), Interview 30 Jahre AH (2015), Bericht Eröffnung AH in der Entengasse (2010)

Neue Chemsex-Beratung bei der AIDS-Hilfe Nürnberg: Ansprechpartner Peter Müllerlei

Chemsex

Neue Beratung bei der AIDS Hilfe Nürnberg

Ein Tabu, über das kaum einer offen spricht. Chemsex ist Sex unter Einfluss von Drogen. Diese psychoaktiven Substanzen (Chems) wirken auf die Wahrnehmung, das Verhalten und die Empfindungen, die sich während des Rausches verändern. Für einige Männer* gehören sie untrennbar zu Sexparties oder Sexdates dazu. Seit Mai bietet die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. dazu eine spezielle Chemsex Beratung an. Bisher gibt es nur in Berlin, Essen, Frankfurt, Köln, Mannheim, München und Stuttgart eine Anlaufstelle. Gehört Nürnberg nun zu den Chemsex-Hotspots? GAYCON sprach u.a. darüber mit dem zuständigen neuen Berater Peter Müllerlei (46).

 

„Es gibt noch nicht viele Beratungsstellen in Deutschland. Viele nehmen die Drogen, um sich sexuell zu stimulieren, um Kontakte anzubahnen oder um ein Wochenende Sexparty durchzuhalten. Um entspannter zu sein, aber auch mutiger, Hemmungen zu verlieren oder um keine Gedanken über die Attraktivität des eigenen Körpers als auch der des Sexpartners zu haben. In klassischer Definition gehört Alkoholkonsum nicht zu Chemsex, doch die Beweggründe sind oft die gleichen“, betont Peter Müllerlei, der aber bestimmt nicht als der ‚böse Oberlehrer‘ daherkommen will. „Meine Aufgabe sehe ich dann, wenn es nicht mehr funktioniert. Wenn es nicht mehr (nur) geil ist oder z.B. eine Abhängigkeit befürchtet wird. Informieren über Risiken und Wechselwirkungen mit anderen Substanzen gehört ebenfalls dazu. Gerade auch im Zusammenhang mit HIV Medikamenten. Gezielt auch dann, wenn eine Sucht entstanden ist. Wo soll es hingehen? Warum nimmst Du es, was gibt dir die Substanz? Aber es geht gar nicht ausschließlich um das Thema Abhängigkeit, sondern z.B. auch darum, sich den eigenen Konsum einfach mal anschauen und beleuchten zu wollen.

 

Für alle da sein

Peter Müllerlei ist Diplom-Sozialpädagoge und hat eine Ausbildung zum Integrativen Sozialtherapeut / Suchtkrankenhilfe mit zehn Jahren Berufserfahrung im Suchtbereich. In seinem Studium war er schon sechs ehrenamtliche Jahre (Praktikum / Prävention), nach dem Studium vier hauptamtliche Jahre als Betreuer im Einzelwohnen, bei der AIDS-Hilfe Nürnberg tätig. Nach einem Werdegang mit Arbeiten in Sozialpsychiatrischem Dienst, Suchtberatung und Reha-Klinik für Alkoholabhängige ist es für Peter nach 14 Jahren ein „Heimkommen! Wieder zurück in der Familie“ bei der AIDS Hilfe Nürnberg, wie er selbst betont. Aber er möchte mit der neuen Aufgabe der Chemsex-Beratung grundsätzlich ein offenes Ohr für alle haben und Gesprächspartner sein. „Einfach auch reinschauen und ‚ich red‘ mal mit jemandem d‘rüber‘. Ich bin aber auch für Angehörige / Partner da, die mehr wissen wollen“, stellt Peter klar. „Für mich persönlich wichtig ist die Frage, was ist das Ziel des Betroffenen, wie kann ich bis zu einem gewissen Punkt Unterstützung bieten? Wofür hat die Person Drogen / Alkohol zu welcher Funktion benutzt? Meinen Job sehe ich darin, zu schauen, wohin der einzelne Ratsuchende will und wie ich mit meinen Ideen dabei eine Unterstützung sein kann.“

 

 

Kontakt:

 

Mo 14:00 bis 20:00 Uhr; Mi 12:00 bis 15:00 Uhr; Fr 09:00 bis 14:00 Uhr;

 

Terminvereinbarung unter Tel: 0911/ 230 90 35 oder per Mail bei der AIDS-Hilfe Nürnberg

 

Text/ Foto: Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2022

Sorgten für viel Aufmerksamkeit: Die Regenbogen-Zelte vor der Lorenzkirche zur Hair for Care Benefiz-Haarschneide-Aktion

HAIR for CARE 2022

Die Benefiz-Haarschneide-Aktion „HAIR for CARE“ fand nach zwei Jahren Pause wieder als Freiluft-Spektakel beim Wetterhäuschen vor der Lorenzkirche statt. Vor mittlerweile über 25 Jahren wurde der „Pop-up“ Salon aus der Taufe gehoben! Super Sommerwetter sorgte für regen ehrenamtlichen Schnittbetrieb am dritten Juli-Samstag in der sehr gut besuchten Nürnberger Fußgängerzone! Die vom CSD Nürnberg ausgeliehenen Regenbogenzelte sorgten für einen bunten Hingucker und für viel Aufmerksamkeit. Stammkunden der Aktion warteten schon am Vormittag, dass der Open Air Schnittbetrieb endlich wieder losgeht! Gegen eine Mindestspende von 17,- Euro ließen 150 Passanten professionell eine neue Frisur stylen. Insgesamt 19 Haarartisten aus 12 Salons der Region, unterstützt von knapp 20 haupt- sowie  ehrenamtlichen Mitarbeitern der AIDS-Hilfe, erzielten eine Spendensumme von 3.200 Euro für die Präventionsarbeit der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Außerdem konnten zusätzliche Spenden in Höhe von 317 Euro gesammelt werden. Die Schirmherrschaft übernahmen traditionell Katja Strohhacker und Thorsten Brehm.

Hair for Care Haarschneide-Aktion, vor der Lorenzkirche, 16. Juli 2022

Kostenlose Workshops bei der AIDS-Hilfe Nürnberg unter dem Motto "Schritt für Schritt in die digitale Welt" (Foto: AH)

Neue Workshops in der AIDS-Hilfe

„Schritt für Schritt in die digitale Welt“

Wie jetzt? Braucht es das heutzutage noch? Sind wir nicht schon alle Computer-fit? Leider sind noch immer viele Menschen unsicher in der PC-Handhabung. Genau hier dockt das Projekt an. Mit Unterstützung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern möchten die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und das Queere Zentrum Nürnberg Fliederlich e.V. Personen aus der queeren Community mit kostenlosen Workshops helfen, sicher im Umgang mit dem Computer und dem Internet zu werden. Ende Oktober fand bereits die Einführungsveranstaltung in den Tagungsräumen in der Entengasse statt. Verantwortlich für die Koordination und Organisation sind Vanessa Paprotka und René Scheuermann, die alles ins Rollen gebracht hatten.

 

„Bei der Recherche von Stiftungsgeldern wurde Vanessa auf die Ausschreibung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern aufmerksam. Diese hatte im Jahr 2021 den Schwerpunkt ‚Ehrenamt 4.0: Teilhabe an der digitalisierten Welt‘. Als Kooperationspartner haben wir Fliederlich mit ins Boot geholt, da auch Menschen mit Fluchterfahrung von diesem Angebot profitieren sollen“, berichtet René über die Idee des Projekts. „Für diese Workshops haben wir von der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern 4.500 Euro erhalten. Die Vereine selbst steuerten noch 500 Euro bei. Für insgesamt 5.000 Euro konnten wir die dafür notwendige Technik anschaffen.“ Bereits Anfang des Jahres hatten sie sich um eine Förderung bei der Zukunftsstiftung beworben und eine Zusage erhalten. Mit dem Fördergeld wurden Laptops, Software und Zubehör angeschafft, damit die Kurse vorbereitet werden konnten. „Viele unserer Klient*innen wurden in den Lockdowns bzw. in der Pandemie von der digitalen sozialen Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen, da sie häufig nicht die Möglichkeit haben, sich einen Laptop oder Internetanschluss leisten zu können. Viele haben auch nie richtig gelernt, mit der Technik umzugehen. Auf Grund der besonderen Ausgangslagen wie z. B. Sprachbarrieren, körperlichen Behinderungen und Berührungsängsten, sind sie nicht in der Lage, an den herkömmlichen Schulungsangeboten teilzunehmen“, beschreibt René die Umstände und Motivation, welche hinter diesem Projekt stecken. „Bei den lebensweltorientierten Workshops steht eine individuelle Betreuung der Klient*innen in vertrauter Umgebung im Vordergrund. Dabei werden die besonderen Lebensumstände und Bedürfnisse auf Augenhöhe und vorurteilsfrei berücksichtigt. Durch die Arbeit in den Vereinen (AIDS-Hilfe und Fliederlich) kennen die Ehrenamtlichen die Lebenssituation der Klient*innen und können dadurch gezielt auf die Bedürfnisse eingehen.“

Die Kurse finden in den Tagungsräumen der AIDS-Hilfe Nürnberg statt (Foto: AH)

Digital Native Generation?

Der Fehlgedanke ist, dass man meint, heutzutage sind alle ausnahmslos Computer-fit! Vor allem in unserer queeren Community. Doch auch heute noch gibt es Menschen, die nicht mit einem PC umgehen können. Vielleicht, weil es die Lebensumstände nicht zuließen, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. „Gleich nach Bekanntgabe, dass wir eine Förderung erhalten und noch vor der offiziellen Bewerbung des Projekts, hatten wir mehrere Anmeldungen. Das Angebot hat gleich ein großes Interesse gezeigt. Viele erhoffen sich, etwas selbständiger und auch selbstsicherer zu werden, da ja auch viele Angebote wie beispielsweise Anträge beim Jobcenter online gestellt werden können“, betont René die Resonanz. „Aktuell bieten wir im Wechsel drei Workshops an. Markus widmet sich den EDV-Grundlagen und den Programmen wie beispielsweise Word und Excel. Eva wird auf die Kommunikation im Internet und Social Media eingehen. Carsten wird allen etwas zum sicheren Umgang mit Kennwörtern und Fallen im Internet beibringen. Das Projekt ist vorerst befristet bis zum 31.08.2022.“ Die Leistung von allen dreien erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Auf welchem Gebiet das Wissen am meisten fehlt, war zu pauschal gefragt und konnte so nicht beantwortet werden. Die Teilnehmenden haben sehr unterschiedliche Kenntnisstände. Ein paar wissen schon, was sie mit dem Word-Programm alles tun könnten, können es aber nicht anwenden. Andere haben noch nie einen Laptop benutzt und lernen die ersten Schritte vom Anschalten bis zum Herunterfahren. Manche wissen, wie sie mit anderen via Chat oder sozialen Netzwerken kommunizieren können, aber es fehlt die Einschätzung der Gefahren im Internet. „Die Teilnehmer*innen sollen eigenständige Recherchen durchführen sowie Ergebnisse bewerten können. Des Weiteren sollen sie mit den digitalen Angeboten von Behörden vertraut sein. Ebenso sollen sie in der Lage sein, E-Mails zu versenden, zu empfangen und gängige Betrugsversuche zu erkennen“, betont René die Ziele der Workshops. „Sie sollen fähig sein, online zu kommunizieren, Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Aber das Wichtigste, das vermittelt werden soll ist, dass auch sie ein Teil der Gesellschaft sind und nicht abgehängt werden.“

 

Text: NK

Fotos: AH

GAYCON November 2021

#wissenverdoppeln Kampagne der Nürnberger AIDS-Hilfe zum Welt AIDS Tag 2020 (Foto: AIDS Hilfe Nürnberg)

Allmächd!

In diesem Jahr macht die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. mit einer #wissenverdoppeln Kampagne rund um den Welt AIDS Tag auf sich aufmerksam. „Allmächd! HIV ist unter Therapie NICHT übertragbar! Edzerdla wassd es …“ steht in fränkischen Worten auf den blauen Plakaten, die eigentlich auch in Kneipen, Restaurants und Cafés sichtbar sein sollten. Doch nun kam der Corona-Lockdown dazwischen. Deshalb wird nun überwiegend in den sozialen Netzwerken im Internet geworben. Grund für die Kampagne ist eine deprimierende repräsentative Studie der Bundeszentrale für gesund-heitliche Aufklärung vom Frühjahr 2020. Gerade einmal 18 Prozent der Befragten stimmten der Aussage „Mit den gegenwärtigen Behandlungsmöglichkeiten ist es möglich, dass HIV beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen wird“ voll und ganz oder eher zu. Bei der HIV-Therapie unterdrücken die PrEP-Medikamente das Virus im Körper. Das Immunsystem wird nicht geschädigt und verhindert Aids. Bei rechtzeitiger Diagnose und frühem Behandlungsbeginn können die betroffenen Menschen heute dauerhaft und relativ beschwerdefrei mit HIV leben. Durch die Medikamente ist die HIV-Menge im Blut, im Sperma und in den Schleimhäuten von Vagina, Penis und Enddarm nach einiger Zeit so gering, dass sie mit den üblichen Verfahren nicht mehr nachweisbar ist. Alle warten auf einen Impfstoff gegen HIV oder AIDS. Dabei gibt es die gleiche Wirkung mit der HIV-Therapie schon seit zehn Jahren. Das Problem, das Wissen ist in der Bevölkerung noch nicht angekommen. Nach den Erfahrungsberichten von HIV-positiven Menschen aus der Region, im aktuellen Denkraum-Magazin von der AIDS-Hilfe Nürnberg, ist der aktuelle Wissenstand der Ärzteschaft ebenfalls teilweise als mangelhaft zu bezeichnen. Darum wurde auch eine Umfrage über den Wissensstand in unserer Metropolregion Nürnberg gestartet. Weil wegen Corona die Gesundheitsämter und Landeslabore stark ausgelastet sind, landen nun immer mehr Menschen aus der Region beim Nürnberger Checkpoint der AIDS-Hilfe, um einen anonymen HIV-Test zu machen. Praktisch war die Gesetzesänderung Anfang des Jahres, noch vor Ausbruch der Pandemie, dass die Durchführung von Schnelltests, auch Hepatitis C und Syphilis, ohne Anwesenheit von Ärzten erlaubt. Deshalb wurden die Mitarbeiter im Sommer geschult. So kann nun die AIDS-Hilfe die erhöhte Nachfrage terminlich flexibler organisieren und die Gesundheitsämter weiter entlasten.

 

Stadt wirbt für Aktion „#positivarbeiten“

Seit dem Welt-AIDS-Tag wirbt die Stadt Nürnberg unter dem Motto „#positivarbeiten“ für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben und ruft generell zu Respekt und Selbstverständlichkeit im Miteinander mit HIV-Infizierten auf. Die Stadt Nürnberg gehört zu den Erstunterzeichnern der Deklaration „Respekt und Selbstverständlichkeit – Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“, die am 12. Juni 2019 in Hamburg verabschiedet worden ist. „Mit der Unterzeichnung dieser Deklaration will die Stadt ein Zeichen setzen und für andere Arbeitgeber Vorbild sein. Als Oberbürgermeister ist es mir ein großes Anliegen, etwas für den Abbau von Diskriminierung zu erreichen“, betont Oberbürgermeister Marcus König in der Pressemitteilung. Die Deklaration „#positivarbeiten“ haben in Deutschland mittlerweile mehr als 100 Unternehmen und Organisationen unterzeichnet. Unter dem Namen „#workingpositively“ startet das Programm auch in den USA, Österreich und der Tschechischen Republik. Um die Botschaft „Menschen mit HIV sind Kolleg_innen wie alle anderen!“ in die Welt zu tragen, sollen weitere Länder folgen. (NK)

 

GAYCON Dezember 2020

Himmlischer Besuch: Das Nürnberger Christkind bei der Weihnachtsfeier der AIDS-Hilfe Nürnberg im Tagungszentrum.

Himmlischer Besuch

Wir warten aufs Christkind, live: Am zweiten Dezember-Mittwoch lud die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. zur kleinen Weihnachtsfeier ins Tagungszentrum in der Entengasse. Bei Glühwein, Lebkuchen, Spekulatius, Plätzchen und kleinen deftigen Gebäcktaschen hat sich der Abend mehr als gelohnt, denn das Nürnberger Christkind schaute als Himmels-Bote persönlich vorbei. In einer nicht geprobten Darbietung wurde von einigen Gästen spontan das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ angestimmt. Mit zwei Strophen überraschte der Chor in den schönsten Tönen den himmlischen Gast. Natürlich wurde der berühmte Prolog, mit dem offiziell der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet wird, hier in einem gemütlichen Rahmen vor knapp 30 Leuten dargeboten. Anschließend bot sich die Gelegenheit nicht nur für Pressefotos, sondern auch für schöne Selfies und Schnappschüsse. Eine tolle Weihnachtsfeier, die es so noch nicht bei der AIDS-Hilfe gegeben hat. Schon im September hat Uwe Gerdelmann mit der Organisation begonnen und einen Besuchs-Termin beantragt. Toll, dass es im umfangreichen Terminkalender geklappt hat. Daraus könnte sich eine schöne Tradition entwickeln!

Weihnachtsfeier mit Christkind, AIDS-Hilfe Nürnberg, 12. Dezember 2018

Neu: Der HIV-Selbsttest. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg

Kontrolle

Ein weiteres Segment in der AIDS-Prävention bahnt sich an: Seit 1. Oktober ist der neue HIV-Selbsttest in Deutschland frei verkäuflich und damit über Internet, Apotheken, Drogerien und AIDS-Hilfen erhältlich. Damit entfällt die Hemmschwelle, zu einer Teststelle gehen zu müssen, oder extra weite Strecken zu fahren. Immerhin 13.000 Menschen in Deutschland haben HIV und wissen es nicht. Rund 1000 Betroffene im Jahr bekommen deshalb die HIV- bzw. AIDS-Diagnose so spät, dass ihr Immunsystem bereits schwer geschädigt ist. Aber das soll sich nun ändern. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg.

 

„Wir wollen die Dramatisierung abbauen. Wenn HIV rechtzeitig erkannt wird, muss nicht mehr das Drama wie früher durchlebt werden. Mit den heutigen Therapien ist ein normales Leben möglich. Für uns ist der neue Selbsttest auch ein Vorteil, weil wir nun damit zu jeder Beratungszeit eine Möglichkeit anbieten können, ohne einen Arzt im Haus zu haben, wie bei den Labortests am Montag“, freut sich Manfred, der die AIDS-Hilfe den Ratsuchenden als Partner anbietet. Der Selbsttest kann dann auch quasi mit Beratung durchgeführt werden. Nur „dabei helfen“ dürfen die Mitarbeiter aus juristischen Gründen nicht. „Unser Checkpoint wird so gut angenommen, dass aus ganz Nordbayern / Oberpfalz Menschen an diesen Aktionstagen zu uns fahren. Inzwischen bieten wir deshalb wahlweise an, das Ergebnis per Telefon mitzuteilen.“ Eigentlich ist der persönliche Kontakt jedoch besser und schon immer wichtig gewesen, um gerade die Personen mit HIV-positiven Diagnosen emotional besser auffangen zu können. Das war auch der Grund, weshalb die Nürnberger AIDS-Hilfe sehr lange kritisch dem HIV-Selbsttest gegenüber stand. Laut Deutscher AIDS-Hilfe zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern aber, dass Menschen mit positivem Ergebnis sich rasch in medizinische Versorgung begeben und Suizidversuche ausbleiben. Deshalb rät Manfred allen, die eine positive Diagnose beim Selbsttest daheim erhalten und keine Beratung hatten: Macht einen zweiten Test, denn das Ergebnis weist auch Fehlerquoten auf. „Der Selbsttest taugt nicht zur schnellen Vorsorge oder Verhütung bei spontanem Sex!  Erst zwölf Wochen nach dem letzten Risiko-Kontakt sind die Antikörper im Blut sicher nachweisbar. Beim HIV-Labortest genügen bereits sechs Wochen“, betont Manfred. Außerdem können weitere Risiken wie Tripper, Chlamydien oder Hepatitis selbst natürlich nicht festgestellt werden. „Wer eine persönliche Beratung vor Ort scheut, kann sich gerne über die anonyme online/ Chat-Beratung bei uns melden“, ergänzt Manfred. Er vermutet, die meisten werden den Selbsttest online bestellen, weil das persönliche Abholen schon wieder eine emotionale Hürde darstellt. Insgesamt gibt es aktuell drei verschiedene Produkte auf dem Markt. Die AIDS Hilfe Nürnberg hat sich in den Punkten Qualität und Verlässlichkeit für eines entschieden und bietet es zum günstigen Preis von 20 Euro oder im Doppelpack für 35 Euro an. Weil die AIDS-Hilfe keinen Gewinn mit allen Testangeboten macht, die persönliche Beratung grundsätzlich kostenlos ist, spenden viele Probanden freiwillig einen Betrag. Über diese Anerkennung für die Arbeit der AIDS-Hilfe freut sich Manfred Schmidt.

 

Text/ Foto NK

GAYCON Oktober 2018

S.A.M. - Mein Heimtest - Der Checkpoint von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. ist dabei!

Pilotprojekt

Lange Anfahrtswege sind Vergangenheit! Jetzt gibt es den Test auf HIV und Geschlechtskrankheiten im Abo per Post! Die AIDS-Hilfe Nürnberg nimmt Teil am bayernweiten „S.A.M. – Mein Heimtest“ – Pilotprojekt. Ein kleiner Stich in den Finger zur Blutentnahme, eine Urinprobe, einige Abstriche mit Wattestäbchen, die Proben in einem Plastikbeutel verstauen und in die Post geben: So einfach funktioniert das neue Heimtest-System S.A.M. (engl.: Sampling = Probenentnahme) für Checks auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Ab sofort wird das in Bayern für ein Jahr erprobt. Nach einer Online-Registrierung und einem persönlichen Erstgespräch im Checkpoint der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. (oder in München bzw. Regensburg), erhalten Interessierte ein Test-Paket im Abo, je nach Bedarf alle drei, sechs oder zwölf Monate. Die Interessierten erhalten von der AIDS-Hilfe eine Mitteilung per SMS, ob die Ergebnisse negativ waren, oder sie werden um einen Rückruf gebeten. Das Angebot kostet 32 Euro pro Testvorgang. Nach aktueller Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland rund 13.000 Menschen mit HIV ohne es zu wissen. „Bei rechtzeitiger Behandlung haben Menschen mit HIV mittlerweile eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie andere Menschen auch. Bleibt HIV unbehandelt, drohen schwere gesundheitliche Schäden“, betont Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik der Deutschen AIDS-Hilfe. „S.A.M – mein Heimtest“ hat insbesondere Vorteile für Menschen in ländlichen Regionen mit wenig Angeboten und für alle, die ungern eine Teststelle aufsuchen, z.B. weil die Anfahrtswege zu weit sind oder aus Scham. S.A.M. im Netz: www.samtest.de

Der Regenbogenbus rollt durch die Frankenmetropole! von links: Katja Strohhacker, Anja Mittra, Christian Vogel, Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger und Michael Glas

Regenbogenbus

Zeitlich optimal abgestimmt auf den CSD Nürnberg und auf das 30-jährige Jubiläum der örtlichen AIDS-Hilfe stellte Bürgermeister Christian Vogel die Verwirklichung einer Idee vor: Ein Linienbus der VAG wird für mindestens vier Wochen in Regenbogenfarben in der Stadt unterwegs sein. CSD Vorstandsvorsitzender Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger (VAG), Katja Strohhacker (Stadtreklame Nürnberg GmbH), Anja Mittra (Picaart Werbeagentur), Michael Glas von Fliederlich e.V., Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe sowie einige Presse- und Medienvertreter nahmen schon mal Platz im symbolträchtigen Gefährt der Menschenrechtsstadt. Der Bus wird am Samstag den 01. August 2015 als Teil der Demo durch die Innenstadt fahren und anschließend kann er auch beim Straßenfest am Jakobsplatz bewundert werden. Nach den vielen Ampelmännchen in anderen deutschen Städten eine tolle Idee! Fährt doch der Bus durch die gesamte Stadt, hat eine plakative Größe und wird als Novum von viel mehr Bürgern wahrgenommen. Das Foto einer Regenbogen-Straßenbahn der Kölner Verkehrsbetriebe, welches Bürgermeister Vogel im Internet entdeckte, war Auslöser für die Aktion. „Es ist ein Signal an ein buntes Publikum und passt zu Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, betont er stolz. „Ich freue mich und danke den beteiligten Sponsoren, die es möglich gemacht haben“.

 

PS: Wie sich inzwischen herausstellte, war die Kölner Tram eine Fotomontage als Gruß zum Kölner CSD. Trotzdem gut für Nürnberg, unser Regenbogen-Linienbus ist echt! Übrigens, der einzige in ganz Deutschland!

Präsentation Regenbogenbus Nürnberg Juli 2015

Pioniergründer der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. = Lissy Gundel & Michael Aue

30 Jahre AIDS-Hilfe

Anfang der 1980er Jahre breitete sich schlagartig die neue Krankheit ‚Acquired Immune Deficiency Syndrome‘ aus, die scheinbar nur die Schwulen betraf. Zudem wurden die Übertragungswege in der Gesellschaft drastisch überschätzt. Um etwas dagegen zu unternehmen, gründeten sich überall selbstorganisierte AIDS-Hilfen als Gruppen und Vereine, um neues Wissen zu bündeln und als Aufklärung und Information weiterzugeben, sowie die Kranken zu unterstützen. Vor 30 Jahren war es auch in Nürnberg soweit: Am 10. Oktober 1985 fand sich zuerst eine zwanglose Selbsthilfegruppe zusammen. Daraus entstand die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. GAYCON sprach mit zwei Pionieren über die Anfangszeit bis heute: Lissy Gundel (68) und Michael Aue (64).

Das Gründungsteam der AIDS-Hilfe

„Bernhard Pasche und sein Kumpel Peter Schmidt luden mich und andere Freunde zu Kaffee und Kuchen in Bernhards Wohnung ein. Sie wollten wissen, ob wir uns einen AIDS-Selbsthilfeverein in Nürnberg vorstellen könnten. Ich lehne normalerweise Vereinsmeierei ab, aber ich fand die Idee gut“, erinnert sich Michael Aue an den Sommer 1985. „Meine Motivation mitzumachen kam aus dem persönlichen Bereich, weil beste Freunde aus San Francisco und Berlin seit Anfang der 1980er Jahre an AIDS erkrankt und Schlag auf Schlag verstorben waren. Wenn man die Zeit nicht selbst erlebt hat, kann man sich das heute nicht mehr vorstellen. Meine Befürchtungen gingen sogar so weit, dass ich dachte, die Schwulen könnten aussterben.“ Michael Aue war sieben Jahre lang der erste Gründungs-Vorstand der AIDS-Hilfe Nürnberg, anschließend weitere sechs Jahre aktiv in der Schwulengruppe des Vereins tätig.

„Durch einen schwulen Freund und eine lesbische Cousine habe ich mich frühzeitig mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. Ich wollte Menschen helfen, die diskriminiert werden. Es gab ausschließlich schwule Männer bei der AIDS-Hilfe und ich habe trotzdem mitgemacht, auch wenn ich mir anfangs schwergetan habe“, erinnert sich Lissy. „Aber Michael ist ‚schuld‘, dass ich bis heute dabei bin. Er hat mir immer wieder Mut gemacht.“ Viele waren damals überzeugt, dass eine Selbsthilfegruppe nur funktioniert bzw. die Kompetenz hat, wenn die Betroffenen alles selber machen, homosexuell sind oder die AIDS-Krankheit selbst erlebt haben. Deshalb wurden in der Anfangszeit helfende Frauen auch diskriminiert und beschimpft („Was wollt ihr denn hier?“). Ebenso umstritten war es 1987, als die ersten hauptamtlichen Mitarbeiter (Sozialpädagogin & ein Psychologe) eingestellt wurden, die ebenfalls diese Punkte nicht erfüllten. Für Ehrenamtliche war das Problem die fehlende Zeit. Aber das Arbeitsvolumen wuchs durch die viele Anfragen aus Politik, Kliniken und Veranstaltungen.

Die prekären Umstände schweißten zusammen

Neue Volksseuche?

Die ersten Räume fand das Gründungsteam im Stadtteiladen Nürnberg Nord (KUNO) in der Wurzelbauerstraße. Es war damit die erste Anlaufstelle für ganz Nordbayern. „Wir hatten zwar 15 bis 20 Leute, die bereit waren mitzumachen, aber das größte Problem war, wir hatten kein Geld für das Drucken von Flugblättern, für Telefonkosten und für einfachste Büro-Utensilien wie Kugelschreiber und Papier“, betont Michael die Start-Problematik. „Weil die alternative Jugend- und Drogenhilfe Mudra von Anfang an mit dabei war, wegen ihrer HIV- und AIDS-Betroffenen unter den Junkies, konnten sie uns beim Ausarbeiten des  Förderantrags zum Alternativ-Topf der Stadt Nürnberg helfen. So bekamen wir tatsächlich 3000 DM. Doch wir waren so sparsam, dass wir im ersten Haushaltsjahr nicht alles ausgegeben hatten und deshalb Geld zurückzahlen mussten. Auch Rosa- und Rumpel Druck unterstützten uns.“ Anfangs wurde in den Medien und durch die Politik auch regelrechte Panikmache verbreitet. Eine HIV-Übertragung sei angeblich auch über Händeschütteln oder durch Trinken vom gleichen Glas möglich. Übertragungswege waren noch nicht abschließend erforscht. Sogar eine Volksseuche wurde nicht ausgeschlossen. In der Münchner Szene wurden Saunen von Amts wegen geschlossen. „Gauweiler wollte alle Betroffenen in Bayern am liebsten zwecks Seuchenbekämpfung auf einer Insel oder an einem abgeschotteten Ort konzentrieren. Durch das drohende Berufsverbot bekamen wir viele freiwillige Pfleger aus dem Krankenhausbereich und Medizin-Studenten, die bei uns ein Praktikum absolvierten. Somit entstand eine solidarische Bewegung für die Freiheit“, betont Lissy. „Letztlich kam die geplante Meldepflicht für alle doch nicht. Es gab aber auch Anfeindungen („Ihr Schweine!“) aus der Bevölkerung über das Beratungstelefon. Deshalb waren wir immer zu zweit im Telefondienst eingeteilt. Weil viele keine Erfahrung in Beratungsgesprächen hatten, wurden wir zuerst vom City Dienst, später von der Deutschen AIDS-Hilfe geschult“, erzählt Lissy weiter. „Die Stadt Nürnberg hat uns immer unterstützt. Alle Beamten im Freistaat sollten auf HIV zwangsgetestet werden. Die Stadt hat sich der Anweisung widersetzt.“ Ab 1987 ging die AIDS-Hilfe auch in die Justizvollzugsanstalt. Weil viele Inhaftierte Drogen konsumierten, entstand ein großes HIV-Problem, von dem niemand ahnte. Zusätzlich wurde unter den Inhaftierten und vom Personal die Diskriminierung regelrecht ausgelebt. „Die Betreuung in der JVA war einfacher, weil die Leute pünktlich zum Termin kamen“, schmunzelt Lissy. „Aber die Beratung war damals insgesamt sehr schwierig. Die ängstliche Frage war überall: wann und wie muss ich sterben? Es war keine schöne Zeit, auch nicht für uns Berater“, betont Lissy nachdenklich. „Die Angst war groß, sich überhaupt testen zu lassen, auch wegen der drohenden Meldepflicht. Dies änderte sich ab 1988 mit der anonymen Test-Möglichkeit in den Gesundheitsämtern und bei den AIDS-Hilfen. Sogar wir waren vorher gegen den HIV-Test, wegen den drohenden Strafverfahren. Solange die Betroffenen nichts wussten, blieben sie straffrei, wenn sie andere infizierten.“

Das erste Büro im KUNO in der Wurzelbauerstraße

Leichtsinn durch Medikamente?

Durch die inzwischen entwickelten Medikamente haben die betroffenen Personen heute eine deutlich höhere Lebensqualität. Während früher eine Hand voll verschiedener Tabletten genommen werden musste, einige sogar alle zwei Stunden, reichen heute manchmal zwei Tabletten am Tag. Allerdings wirken sie nur, wenn die Behandlung so früh wie möglich beginnt. Deshalb raten heute alle Gesundheitsämter und AIDS-Hilfen zu einem HIV-Test. „Leider steigt seit einiger Zeit wieder die Rate der Neuinfektionen gerade im Schwulenbereich. Trotz Aufklärung verlassen sich viele auf die neuen Medikamente. Etliche Patienten haben heute durch die Immunschwäche bedingt zusätzliche Probleme mit Hepatitis C“, berichtet Lissy. „Ein großes Plus ist aber, wer unter der Nachweisgrenze bleibt, gilt als nicht infektiös. Während in der Anfangszeit unsere Arbeit eher eine Sterbebegleitung war, steht heute die Beschäftigung vieler Betroffener im Vordergrund. Bei etlichen Patienten kommt eine psychische Erkrankung hinzu, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder nicht mehr ausüben können.“ Um zu vermeiden, dass sie in ein Loch fallen, bietet die AIDS-Hilfe regelmäßig Ausflüge in die Region, Kulturabende, Spaziergänge und auch begleitete Reisen an. Finanziert durch die Spenden. „Viele sind fast nicht fähig, selbst aktiv zu werden oder etwas zu unternehmen. Sie sind Frührentner geworden und haben oft wenig Geld. Es sind manchmal nicht ganz einfache Leute, deshalb wird Alkohol von uns nicht finanziert“, betont Lissy, die für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Frühjahr den „EhrenWert“-Preis der Stadt Nürnberg verliehen bekam. „Betroffene, denen es gut geht, die aktiv im Erwerbsleben stehen, kommen nicht zu uns. Deshalb ist das Beschäftigungsprojekt der AIDS-Hilfe, das Restaurant Estragon, so wichtig. Hier sind die Anforderungen geringer als auf dem freien Markt, es werden auch Ausbildungsstellen angeboten.“ Weitere Aufklärung ist wichtig, denn auch im Jahr 2015 gibt es noch einzelne Fälle in Kliniken, wo HIV-Patienten als hochinfektiös eingestuft, in extra Räume gelegt oder als letzte Patienten in der Reihe der Untersuchung drankommen. Hier kann es schon passieren, dass der verantwortliche Chefarzt einen roten Kopf bekommt, wenn er von der AIDS-Hilfe mit den Tatsachen konfrontiert wird. Aber leider halten viele Patienten aus falscher Scham den Mund. Die AIDS-Hilfe will Mut machen, sich nirgends diskriminieren zu lassen und solche Vorkommnisse mitzuteilen.

 

Fotos Privat

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2015

Straßenfest in der Jakobstraße

Jubiläums Straßenfest

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und 10 Jahre Restaurant Estragon findet in der Jakobstraße/ Ecke Entengasse direkt vor dem AIDS-Hilfe-Haus ein Straßenfest statt. Am Samstag den 25. Juli 2015 von 12:00 bis 22:00 Uhr gibt es Musik und Showprogramm. Zahlreiche Künstler werden den ganzen Tag mit ihrem Programm für gute Unterhaltung sorgen: Irvina Gass, Jetpack Elephants, KanDo, Superskank, Die Trällerpfeifen, Sambagruppe Vincivi, A-Tension, TanzBühne, Sanjola – Coro Mix de Gospel African, Special Guest: Gloria Viagra. Moderation: Susanne Hofmann-Fraser. Übrigens, der Hauptpreis bei der Tombola ist ein Hin- und Rückflug nach Paris für zwei Personen! Kulinarische Köstlichkeiten und kühle Getränke kommen vom Restaurant Estragon. Die Schirmherrschaft haben Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Dr. Florian Janik und Dr. Thomas Jung übernommen.

Manfred Schmidt vor dem frisch renoviertem AIDS-Hilfe Haus

„Gesundheitszentrum“  für Männer

 

25 Jahre AIDS-Hilfe Nürnberg

 

Das aufkommende HIV-Problem in der schwulen Community war 1985 der Anlaß für die Gründung der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Viele Menschen wollten dem Leid nicht mehr tatenlos zusehen und eine Anlaufstelle zur Selbsthilfe/ Prävention ermöglichen. Damals hatte die bayerische Politik aus der Landeshauptstadt noch „Gauweilerische“ Töne gespuckt und mehr Steine in den Weg geräumt als umgekehrt. Wer hätte gedacht, dass 25 Jahre später das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit die Präventionsarbeit fördert: Zielgruppe MSM = Männer, die Sex mit Männern haben. 

„Anfang der 90er Jahre war noch verstärkt Pflegepersonal nötig, welches ebenfalls die AIDS-Hilfe organisierte. In den letzten Jahren wurden neue Medikamente entwickelt, so dass Infizierte heute einen ganz anderen Krankheitsverlauf durchleben“, erklärt uns Fachvorstand Manfred Schmidt. Die Basis der Krankenpflege ging dadurch zurück, stattdessen überlegte sich der Verein, wie die Negativ-Spirale der Betroffenen aus dem Arbeitsleben in Richtung Hartz IV aufgehalten werden könnte. Wie es der Zufall wollte, war die ehem. Szene-Bar Walfisch mit dem angeschlossenen Hotel in der Jakobstraße frei. Die Vermieter waren sofort einverstanden. Das Hotel wurde zuerst weitergeführt und die Idee des Restaurants Estragon als gastronomische Beschäftigungsmaßnahme aus der Taufe gehoben. „Als der Mietvertrag für die AIDS-Hilfe Räume in der Bahnhofstraße 2006 auslief, entschieden sich die Verantwortlichen, das Hotel über dem Restaurant Estragon aufzugeben und die Vereinsräume an diesem zentralen Punkt der Nürnberger Altstadt zu konzentrieren“, so Manfred. Der jetzige Erweiterungsbau des Gebäudekomplexes war schon lange geplant, weil die Küche des Restaurants Estragon von Anfang an zu klein war. Stattdessen konnte mit unerwarteten Zuschüssen aus dem Städtebauförderungsprogramm alles noch größer realisiert werden. Aktuell beklagt Manfred, dass sich andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Hepatitis B verstärkt ausbreiten, „weil die Menschen zu sorglos mit dem Thema umgehen und mögliche Impfungen nicht wahrnehmen. Deshalb wäre auch ein Impfstoff gegen AIDS selbst, sollte er denn jemals entwickelt werden, stark von der Akzeptanz abhängig“. Unter einem Dach im neuen AIDS-Hilfe-Haus werden das Psychosoziale Beratungszentrum Checkpoint Nürnberg, Betreutes Einzelwohnen, Beschäftigungsprojekt Restaurant Estragon und das Beschäftigungsprojekt Tagungszentrum/ Hausservice vereint.

 

Die AIDS-Hilfe lädt anlässlich ihres 25jährigen Bestehens und der Neueröffnung ihres Hauses zum Straßenfest am Freitag, den 09. Juli 2010 von 16-22 Uhr in die Jakobstraße ein! +++ 16:00 Eröffnung des Straßenfestes durch den Nürnberger OB Dr. Ulrich Maly und den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Markus Söder. Musikalisch begleitet von Anja Hackl, Andrea Wurzer, Alexandra Völkl, Janet M. Christel +++ 18:00 Modenschau präsentiert von Liliths Laden +++ 19:00 Party pur! Live on Stage: El Cartel feat. America Rodriguez, kubanische Salsarhythmen. Ikenna Beney Amachi, internationaler Travestiestar. Moderation des Straßenfestes: Lilo Wanders

 

Fotos & Text: Norbert Kiesewetter 

LEO-Magazin Juli 2010

Das war das traditionelle gemeinsame Spargelessen im Literaturhaus Nürnberg

COMMUNITY NÜRNBERG:

Spargelessen im Literaturhaus

Neue Rekordbeteiligung beim gemeinsamen Spargelessen mit der Community & Friends am vierten Mai-Mittwoch im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6). Ausverkauftes Haus, so viele waren wie noch nie zuvor dabei! Rund 120 Gäste ließen sich das vorzügliche Spargel-Menü schmecken. Nach dem Begrüßungssekt kredenzte die Küchen-Crew Spargelcreme-süppchen mit Lachspraline, als Hauptgericht Schnitzel „Wiener Art“, Prager Schinken und Nürnberger Rostbratwürstchen, dazu Stangenspargel, Früh-kartoffeln und Soße Hollandaise. Zum Nachtisch wurde eine Dessert-Komposition mit Erd-beeren und Eis als Überraschung gereicht...  +++ Hier geht es zum Bericht & Bildergalerie vom Spargelessen +++

France Delon & das Ensemble des Paradies Theater im Literaturhaus beim Show-Dinner.

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war die Dinner-Jubiläums-Show „46 Jahre Paradies Theater“

Gala-Abend der Extraklasse am dritten Mai-Sonntag im Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6). Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr war allen klar, das muss wiederholt werden. Insgesamt 130 Personen waren dabei, das Show-Dinner war seit Wochen praktisch ausverkauft. Chef Thomas Heber vom Paradies Theater kam mit seinem Mai-Ensemble zum Restaurant-Chef Bernd Rings in die Altstadt herüber. Die Rosegardens-Jungs übernahmen wieder den Ticketverkauf sowie die Planung der Tische und Plätze. Die Küchen-Crew um Sandu kredenzte ein Drei-Gänge-Spargel-Menü....

+++ Bericht & Bilder auf der DOKU-Seite +++

IDAHOBIT 2024: Abschlusskundgebung auf dem Magnus-Hirschfeld-Platz, am Sterntor

COMMUNITY NÜRNBERG:

Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit

Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit am Freitag 17. Mai, beteiligte sich die Nürnberger Community mit verschiedenen Aktionen in der Frankenmetropole. Schon am Nachmittag zeigten sie Präsenz in der Fußgängerzone am Tugendbrunnen, u.a. mit einem Beitrag von den Eltern queerer Kids, von Schulpro / Fliederlich sowie mit Drag Queen Spektra Black. Danach die traditionelle Kurzandacht in der Lorenzkirche, in diesem Jahr mit Pfarrer Thomas Zeitler, Ekamjot und Pfarrerin Silvia Jühne.... +++ Bericht & Bilder auf der DOKU-Seite +++

Tolle Show: "Stars der Travestie" im Areal Burgersgarten in Schwabach

COMMUNITY REGION:

Das war die Open Air Show "Stars der Travestie"

Schwabach: Super Stimmung bei der "Stars der Travestie" Sause im Areal Burgersgarten (Badstr. 24) am zweiten Mai-Samstag. Wirt Holger Stark und sein Mann Sven luden in die Goldschlägerstadt ein. Einmal mehr funkelte und glitzerte sein Event-Biergarten im schönen Schwabachtal. Ganz nach dem neuen Burgersgarten Motto-Abend Konzept. Wahl-Nürnbergerin Jessica Ravell organisierte das Programm und brachte Jessica Hart, Gizie Surpreme, Ottilie S., Baby Bubble und den gebürtigen New Yorker Kitt Baker, der seit vielen Jahren in Berlin lebt, mit... +++ Zum Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Das traditionelle NLC-Charity Grillfest auf der Pegnitzwiese beim Westbad (Foto: NLC)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war das NLC-Charity-Grillfest

Am zweiten Mai-Donnerstag, diesmal der Christi-Himmelfahrt-Feiertag, fand das neunte LGBTIQ*-Grillfest des Nürnberger Lederclubs (NLC) im westlichen Pegnitztal statt. Die Pegnitzwiese, zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Westbad, wurde wieder von der queeren Community in Beschlag genommen. „Besser könnte so ein freier Tag nicht laufen. Tolles Wetter, tolle Freunde und tolle Gäste“, schwärmt der Nürnberger Lederclub auf seinem Facebook Profil dazu. „Unser diesjähriges Grillfest ist ein voller Erfolg. Danke an alle Teilnehmenden.“ .... +++ Bericht & Bilder auf der DOKU-Seite +++

Das Fliederlich Zentrum am Nürnberger Plärrer zum traditionellen Jahresempfang

COMMUNITY REGION:

Fliederlich lud ein

Das war der traditionelle Jahresempfang, am ersten Mai-Freitag im queeren Fliederlich-Zentrum. Rund 50 Gäste, auch aus Politik, vom Bayerischen Landtag und Nürnberger Stadtrat, sowie zahlreiche Vertretende aus der Community kamen in die Vereinsräume am Plärrer. Nach persönlichen Grußworten von Aurelia Andresen aus dem Vorstand, zeigte Geschäftsführer Michael Glas einen kleinen Jahresrückblick von 2023 als Powerpoint-Präsentation... +++ Bericht & Bildergalerie sind auf der DOKU-Seite online +++

Die Trällerpfeifen begeisterten mit einem Doppelkonzert im Südpunkt Nürnberg

COMMUNITY REGION:

Besucherrekord beim Doppelkonzert

Schwules Chorvergnügen 2024 am letzten April-Wochenende im Stadtteilzentrum Südpunkt in der Nürnberger Südstadt. Die Trällerpfeifen begeisterten mit ihrem neuen Progamm „MaleDIVEN“, mit Werken u.a. von Elton John, Freddie Mercury, Wham oder Cole Porter. Lieder von schwulen Komponisten und Liedermachern. „Zungenyoga“ war erforderlich beim Einüben eines französischen Vortrags. Auch diesmal wieder gesanglich wie auch optisch perfekt in Anzügen und Glitzerjacken mit einer ausgeklügelten Choreografie. Manche Texte werden von ihrem Chorleiter Hans auch queerfreundlich in die deutsche Sprache übersetzt. Da wird aus „Wake me up…“ von Wham der Mitlacher „Pflaumensturz“. Eröffnung der Show im Revue-Stil, mit viel Glitzer, Pumps und Make up mit dem Song „Willkommen“ aus dem Musical Cabaret. Chorleiter Hans Leinberger im Frack und für diese Performance auch geschminkt. ...

+++ Zum Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite +++

Gedenk-Aktion am Tag der lesbischen Sichtbarkeit auf dem Magnus-Hirschfeld-Platz

COMMUNITY NÜRNBERG:

Tag der lesbischen Sichtbarkeit in Nürnberg

Das OrgaTeam vom dyke*march Nürnberg organisierte zum „Internationalen Tag der lesbischen Sichtbarkeit“ (Lesbian Visibility Day) am vierten April-Freitag zum vierten Mal eine Aktion in der Altstadt. Treffpunkt war der Magnus-Hirschfeld-Platz am Nürnberger Sterntor. Rund 60 Teilnehmende sind dem Aufruf heuer gefolgt. Diesmal wurde zum ersten Mal mit einer Kranzniederlegung bei der Gedenkkugel an die lesbischen Opfer des Nazi-Regimes gedacht... +++ Inzwischen ist der Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite online! +++

Männer-Modeladen feierte Jubiläum: 25 Jahre Harald Lehmeier

COMMUNITY NÜRNBERG:

Modeladen Jubiläum Harald Lehmeier

Am dritten April-Samstag lud Harald Lehmeier in sein Männer-Mode-geschäft zum 25jährigen Jubiläum ein. Zahlreiche Stammkunden kamen über den Tag verteilt herein, natürlich auch viele aus dem engsten Freundeskreis. So schauten auch Ex-Nationaltorwart Andreas Köpke und der fränkische Kabarettist Bernd Regenauer privat vorbei. Das wechselhafte Wetter gönnte dem Publikum auch viele Sonnenstrahlen für die Raucher vor dem Laden, extra zur Feier des Tages. Mit DJ Musik, Sekt/ Getränken, Fingerfood und Glücksrad verwöhnte Harald seine Gäste... +++ Zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der INTERVIEW-Seite +++

TV-Tipps

+++ 10.06. NDR 00:45 Uhr Männer sind wie Schokolade - Spielfilm +++ 11.06. ZDF 20:15 Uhr Das letzte Tabu: Fußballer und ihr Coming out - Doku // 02:45 Uhr ZDFNEO TerraX: Deutschland in den Goldenen Zwanzigern - Doku +++ 13.06. ZDFINFO 12:45 Uhr Die Sitte - Wie Staat und Polizei über die Moral wachten (1 & 2) // 22:15 Uhr WDR Alice (1 & 2) - Spielfilm +++ 14.06. ARTE 02:25 Uhr Meine alles außer gewöhnliche Familie - Doku +++ 15.06. TAGESSCHAU24 12:15 Uhr Der "Schwulenparagraf" - Geschichte einer Verfolgung - Doku // 20:15 Uhr ONE Der Bozen-Krimi: Familienehre - Krimi // 21:02 Uhr TAGESSCHAU24 Ulrich Timm im Gespräch: Vor 30 Jahren - §175 StGB wird abgeschafft - Talk // 21:30 Uhr TAGESSCHAU24 Mein wunder-bares West-Berlin - Doku // 22:30 Uhr SAT.1 (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 - Spielfilm // 22:55 Uhr 3SAT Eine Nacht in Rom - Spielfilm +++ 16.06. SAT.1 20:15 Uhr Bullyparade - Der Film - Spielfilm // 00:05 Uhr DAS ERSTE Mother´s Day - Liebe ist kein Kinderspiel - Spielfilm // 02:40 Uhr RTL CSI Vegas: Die leiden des jungen Carl - Krimi +++

Das Cartoon hat vorrübergehend geschlossen (Foto: Cartoon)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Cartoon geschlossen

Der Osterhase schaute natürlich auch in unserer Community vorbei und überbrachte uns einige Überraschungs-Ostereier! Ein trauriges erhielten wir zum Thema Café Bar Cartoon (An der Sparkasse 6): Wie uns Olaf persönlich mitgeteilt hatte, bleibt das beliebte Szenelokal bis auf weiteres vorrübergehend geschlossen, aus gesund-heitlichen Gründen! Damit sind vorerst alle geplanten Veran-staltungen abgesagt. Feststeht: Olaf und Thomas wollen sich aus dem Geschäft zurückziehen. Sie bitten um Verständnis. Diese Nachricht zieht inzwischen überregionale Kreise! Wir wünschen auf jeden Fall gute Besserung! +++

Titelbild des Monats:

PRIDE / CSD Zeit in den Städten (Foto: GAYCON Archiv)

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Seit 2024 haben wir unsere GAYCON Titelbild - Reihe mit selbstbewussten Models (oder Paaren) aus der queeren Community neu gestartet! Mit Hintergrund Motiven u.a. von aktuellen Veranstaltungen oder Interview-Terminen, wo wir als Reporter aktuell unterwegs sind. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem spontanen Foto-Shooting auf den Events ablichten zu lassen, kann sich generell bei uns melden. Gerne persönlich direkt vor Ort. Sprecht uns an! Euer GAYCON Team +++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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