#Berichte über Die AIDS-Hilfe Nürnberg

Chronologische Reihenfolge von oben nach unten: Digital Workshops (2021), Allmächd! #wissenverdoppeln Kampagne (2020), Hair for Care Verlosungsanktion (2020), Weihnachtsfeier (2018), HIV-Selbsttest (2018), S.A.M. - Mein Heimtest (2018), Hair for Care Aktion (2018), Regenbogen Bus (2015), Interview 30 Jahre AH (2015), Bericht Eröffnung AH in der Entengasse (2010)

Kostenlose Workshops bei der AIDS-Hilfe Nürnberg unter dem Motto "Schritt für Schritt in die digitale Welt" (Foto: AH)

Neue Workshops in der AIDS-Hilfe

„Schritt für Schritt in die digitale Welt“

Wie jetzt? Braucht es das heutzutage noch? Sind wir nicht schon alle Computer-fit? Leider sind noch immer viele Menschen unsicher in der PC-Handhabung. Genau hier dockt das Projekt an. Mit Unterstützung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern möchten die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und das Queere Zentrum Nürnberg Fliederlich e.V. Personen aus der queeren Community mit kostenlosen Workshops helfen, sicher im Umgang mit dem Computer und dem Internet zu werden. Ende Oktober fand bereits die Einführungsveranstaltung in den Tagungsräumen in der Entengasse statt. Verantwortlich für die Koordination und Organisation sind Vanessa Paprotka und René Scheuermann, die alles ins Rollen gebracht hatten.

 

„Bei der Recherche von Stiftungsgeldern wurde Vanessa auf die Ausschreibung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern aufmerksam. Diese hatte im Jahr 2021 den Schwerpunkt ‚Ehrenamt 4.0: Teilhabe an der digitalisierten Welt‘. Als Kooperationspartner haben wir Fliederlich mit ins Boot geholt, da auch Menschen mit Fluchterfahrung von diesem Angebot profitieren sollen“, berichtet René über die Idee des Projekts. „Für diese Workshops haben wir von der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern 4.500 Euro erhalten. Die Vereine selbst steuerten noch 500 Euro bei. Für insgesamt 5.000 Euro konnten wir die dafür notwendige Technik anschaffen.“ Bereits Anfang des Jahres hatten sie sich um eine Förderung bei der Zukunftsstiftung beworben und eine Zusage erhalten. Mit dem Fördergeld wurden Laptops, Software und Zubehör angeschafft, damit die Kurse vorbereitet werden konnten. „Viele unserer Klient*innen wurden in den Lockdowns bzw. in der Pandemie von der digitalen sozialen Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen, da sie häufig nicht die Möglichkeit haben, sich einen Laptop oder Internetanschluss leisten zu können. Viele haben auch nie richtig gelernt, mit der Technik umzugehen. Auf Grund der besonderen Ausgangslagen wie z. B. Sprachbarrieren, körperlichen Behinderungen und Berührungsängsten, sind sie nicht in der Lage, an den herkömmlichen Schulungsangeboten teilzunehmen“, beschreibt René die Umstände und Motivation, welche hinter diesem Projekt stecken. „Bei den lebensweltorientierten Workshops steht eine individuelle Betreuung der Klient*innen in vertrauter Umgebung im Vordergrund. Dabei werden die besonderen Lebensumstände und Bedürfnisse auf Augenhöhe und vorurteilsfrei berücksichtigt. Durch die Arbeit in den Vereinen (AIDS-Hilfe und Fliederlich) kennen die Ehrenamtlichen die Lebenssituation der Klient*innen und können dadurch gezielt auf die Bedürfnisse eingehen.“

Die Kurse finden in den Tagungsräumen der AIDS-Hilfe Nürnberg statt (Foto: AH)

Digital Native Generation?

Der Fehlgedanke ist, dass man meint, heutzutage sind alle ausnahmslos Computer-fit! Vor allem in unserer queeren Community. Doch auch heute noch gibt es Menschen, die nicht mit einem PC umgehen können. Vielleicht, weil es die Lebensumstände nicht zuließen, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. „Gleich nach Bekanntgabe, dass wir eine Förderung erhalten und noch vor der offiziellen Bewerbung des Projekts, hatten wir mehrere Anmeldungen. Das Angebot hat gleich ein großes Interesse gezeigt. Viele erhoffen sich, etwas selbständiger und auch selbstsicherer zu werden, da ja auch viele Angebote wie beispielsweise Anträge beim Jobcenter online gestellt werden können“, betont René die Resonanz. „Aktuell bieten wir im Wechsel drei Workshops an. Markus widmet sich den EDV-Grundlagen und den Programmen wie beispielsweise Word und Excel. Eva wird auf die Kommunikation im Internet und Social Media eingehen. Carsten wird allen etwas zum sicheren Umgang mit Kennwörtern und Fallen im Internet beibringen. Das Projekt ist vorerst befristet bis zum 31.08.2022.“ Die Leistung von allen dreien erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Auf welchem Gebiet das Wissen am meisten fehlt, war zu pauschal gefragt und konnte so nicht beantwortet werden. Die Teilnehmenden haben sehr unterschiedliche Kenntnisstände. Ein paar wissen schon, was sie mit dem Word-Programm alles tun könnten, können es aber nicht anwenden. Andere haben noch nie einen Laptop benutzt und lernen die ersten Schritte vom Anschalten bis zum Herunterfahren. Manche wissen, wie sie mit anderen via Chat oder sozialen Netzwerken kommunizieren können, aber es fehlt die Einschätzung der Gefahren im Internet. „Die Teilnehmer*innen sollen eigenständige Recherchen durchführen sowie Ergebnisse bewerten können. Des Weiteren sollen sie mit den digitalen Angeboten von Behörden vertraut sein. Ebenso sollen sie in der Lage sein, E-Mails zu versenden, zu empfangen und gängige Betrugsversuche zu erkennen“, betont René die Ziele der Workshops. „Sie sollen fähig sein, online zu kommunizieren, Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Aber das Wichtigste, das vermittelt werden soll ist, dass auch sie ein Teil der Gesellschaft sind und nicht abgehängt werden.“

 

Text: NK

Fotos: AH

GAYCON November 2021

#wissenverdoppeln Kampagne der Nürnberger AIDS-Hilfe zum Welt AIDS Tag 2020 (Foto: AIDS Hilfe Nürnberg)

Allmächd!

In diesem Jahr macht die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. mit einer #wissenverdoppeln Kampagne rund um den Welt AIDS Tag auf sich aufmerksam. „Allmächd! HIV ist unter Therapie NICHT übertragbar! Edzerdla wassd es …“ steht in fränkischen Worten auf den blauen Plakaten, die eigentlich auch in Kneipen, Restaurants und Cafés sichtbar sein sollten. Doch nun kam der Corona-Lockdown dazwischen. Deshalb wird nun überwiegend in den sozialen Netzwerken im Internet geworben. Grund für die Kampagne ist eine deprimierende repräsentative Studie der Bundeszentrale für gesund-heitliche Aufklärung vom Frühjahr 2020. Gerade einmal 18 Prozent der Befragten stimmten der Aussage „Mit den gegenwärtigen Behandlungsmöglichkeiten ist es möglich, dass HIV beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen wird“ voll und ganz oder eher zu. Bei der HIV-Therapie unterdrücken die PrEP-Medikamente das Virus im Körper. Das Immunsystem wird nicht geschädigt und verhindert Aids. Bei rechtzeitiger Diagnose und frühem Behandlungsbeginn können die betroffenen Menschen heute dauerhaft und relativ beschwerdefrei mit HIV leben. Durch die Medikamente ist die HIV-Menge im Blut, im Sperma und in den Schleimhäuten von Vagina, Penis und Enddarm nach einiger Zeit so gering, dass sie mit den üblichen Verfahren nicht mehr nachweisbar ist. Alle warten auf einen Impfstoff gegen HIV oder AIDS. Dabei gibt es die gleiche Wirkung mit der HIV-Therapie schon seit zehn Jahren. Das Problem, das Wissen ist in der Bevölkerung noch nicht angekommen. Nach den Erfahrungsberichten von HIV-positiven Menschen aus der Region, im aktuellen Denkraum-Magazin von der AIDS-Hilfe Nürnberg, ist der aktuelle Wissenstand der Ärzteschaft ebenfalls teilweise als mangelhaft zu bezeichnen. Darum wurde auch eine Umfrage über den Wissensstand in unserer Metropolregion Nürnberg gestartet. Weil wegen Corona die Gesundheitsämter und Landeslabore stark ausgelastet sind, landen nun immer mehr Menschen aus der Region beim Nürnberger Checkpoint der AIDS-Hilfe, um einen anonymen HIV-Test zu machen. Praktisch war die Gesetzesänderung Anfang des Jahres, noch vor Ausbruch der Pandemie, dass die Durchführung von Schnelltests, auch Hepatitis C und Syphilis, ohne Anwesenheit von Ärzten erlaubt. Deshalb wurden die Mitarbeiter im Sommer geschult. So kann nun die AIDS-Hilfe die erhöhte Nachfrage terminlich flexibler organisieren und die Gesundheitsämter weiter entlasten.

 

Stadt wirbt für Aktion „#positivarbeiten“

Seit dem Welt-AIDS-Tag wirbt die Stadt Nürnberg unter dem Motto „#positivarbeiten“ für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben und ruft generell zu Respekt und Selbstverständlichkeit im Miteinander mit HIV-Infizierten auf. Die Stadt Nürnberg gehört zu den Erstunterzeichnern der Deklaration „Respekt und Selbstverständlichkeit – Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“, die am 12. Juni 2019 in Hamburg verabschiedet worden ist. „Mit der Unterzeichnung dieser Deklaration will die Stadt ein Zeichen setzen und für andere Arbeitgeber Vorbild sein. Als Oberbürgermeister ist es mir ein großes Anliegen, etwas für den Abbau von Diskriminierung zu erreichen“, betont Oberbürgermeister Marcus König in der Pressemitteilung. Die Deklaration „#positivarbeiten“ haben in Deutschland mittlerweile mehr als 100 Unternehmen und Organisationen unterzeichnet. Unter dem Namen „#workingpositively“ startet das Programm auch in den USA, Österreich und der Tschechischen Republik. Um die Botschaft „Menschen mit HIV sind Kolleg_innen wie alle anderen!“ in die Welt zu tragen, sollen weitere Länder folgen. (NK)

 

GAYCON Dezember 2020

Hair for Care - Haarschneideaktion der AIDS Hilfe Nürnberg - Verlosung mit Thorsten Brehm und Katja Strohhacker

Verlosung

Die Hair for Care – Haarschneideaktion zu Gunsten der AIDS-Hilfe Nürnberg Erlangen Fürth e.V. findet in diesem Jahr am 19. September 2020 in den sieben teilnehmenden Friseursalons statt. Deshalb gab es als Anerkennung am zweiten September-Freitag eine Verlosung von drei Antipasti-Platten vom Restaurant Estragon. Schirmfrau Katja Strohhacker und Schirmherr Thorsten Brehm zogen die Gewinner. Anschließend wurden die Salons besucht, um die Platten persönlich an die Friseur-Teams zu verteilen. Gewinner sind: Flawless Hairdesign in Gostenhof, Kamm Kunst in Zabo und Friseur Weltmeisterin in Diepersdorf. Herzlichen Glückwunsch! Wegen der Corona-Pandemie muss die Hair for Care - Aktion in die Salons verlagert werden, auch um den finanziellen Ausfall zu begrenzen. Die AIDS-Hilfe Nürnberg wird durch das Wegbrechen von solchen Aktionstagen ihr Jahresspendenziel nicht erreichen können. Denn auch das beliebte Classic for Charity Dinner im Grand Hotel fällt aus. Doch die Beratungsarbeit bleibt auf einem hohen Stand. Deutlich über 3000 Beratungstermine auf alle Medienkanälen sowie persönlich wurden vom Team umgesetzt. Weil wegen der Corona-Krise die Gesundheitsämter keine Zeit haben, werden praktisch alle HIV Tests in der Nürnberger AIDS Hilfe Nürnberg praktiziert. Doch neue Ideen, wie das Haarscheiden direkt in den Läden, werden zukünftig vermutlich beibehalten. Denn viele kleine Friseursalons hatten früher an dem Aktionstag schließen müssen, weil sie komplett vor Ort an der Lorenzkirche waren. Einige sagten deshalb die Teilnahme ab.

Hair for Care - Haarschneideaktion der AIDS Hilfe Nürnberg - Verlosung mit Thorsten Brehm und Katja Strohhacker
Himmlischer Besuch: Das Nürnberger Christkind bei der Weihnachtsfeier der AIDS-Hilfe Nürnberg im Tagungszentrum.

Himmlischer Besuch

Wir warten aufs Christkind, live: Am zweiten Dezember-Mittwoch lud die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. zur kleinen Weihnachtsfeier ins Tagungszentrum in der Entengasse. Bei Glühwein, Lebkuchen, Spekulatius, Plätzchen und kleinen deftigen Gebäcktaschen hat sich der Abend mehr als gelohnt, denn das Nürnberger Christkind schaute als Himmels-Bote persönlich vorbei. In einer nicht geprobten Darbietung wurde von einigen Gästen spontan das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ angestimmt. Mit zwei Strophen überraschte der Chor in den schönsten Tönen den himmlischen Gast. Natürlich wurde der berühmte Prolog, mit dem offiziell der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet wird, hier in einem gemütlichen Rahmen vor knapp 30 Leuten dargeboten. Anschließend bot sich die Gelegenheit nicht nur für Pressefotos, sondern auch für schöne Selfies und Schnappschüsse. Eine tolle Weihnachtsfeier, die es so noch nicht bei der AIDS-Hilfe gegeben hat. Schon im September hat Uwe Gerdelmann mit der Organisation begonnen und einen Besuchs-Termin beantragt. Toll, dass es im umfangreichen Terminkalender geklappt hat. Daraus könnte sich eine schöne Tradition entwickeln!

Weihnachtsfeier mit Christkind, AIDS-Hilfe Nürnberg, 12. Dezember 2018

Neu: Der HIV-Selbsttest. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg

Kontrolle

Ein weiteres Segment in der AIDS-Prävention bahnt sich an: Seit 1. Oktober ist der neue HIV-Selbsttest in Deutschland frei verkäuflich und damit über Internet, Apotheken, Drogerien und AIDS-Hilfen erhältlich. Damit entfällt die Hemmschwelle, zu einer Teststelle gehen zu müssen, oder extra weite Strecken zu fahren. Immerhin 13.000 Menschen in Deutschland haben HIV und wissen es nicht. Rund 1000 Betroffene im Jahr bekommen deshalb die HIV- bzw. AIDS-Diagnose so spät, dass ihr Immunsystem bereits schwer geschädigt ist. Aber das soll sich nun ändern. GAYCON sprach mit Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe Nürnberg.

 

„Wir wollen die Dramatisierung abbauen. Wenn HIV rechtzeitig erkannt wird, muss nicht mehr das Drama wie früher durchlebt werden. Mit den heutigen Therapien ist ein normales Leben möglich. Für uns ist der neue Selbsttest auch ein Vorteil, weil wir nun damit zu jeder Beratungszeit eine Möglichkeit anbieten können, ohne einen Arzt im Haus zu haben, wie bei den Labortests am Montag“, freut sich Manfred, der die AIDS-Hilfe den Ratsuchenden als Partner anbietet. Der Selbsttest kann dann auch quasi mit Beratung durchgeführt werden. Nur „dabei helfen“ dürfen die Mitarbeiter aus juristischen Gründen nicht. „Unser Checkpoint wird so gut angenommen, dass aus ganz Nordbayern / Oberpfalz Menschen an diesen Aktionstagen zu uns fahren. Inzwischen bieten wir deshalb wahlweise an, das Ergebnis per Telefon mitzuteilen.“ Eigentlich ist der persönliche Kontakt jedoch besser und schon immer wichtig gewesen, um gerade die Personen mit HIV-positiven Diagnosen emotional besser auffangen zu können. Das war auch der Grund, weshalb die Nürnberger AIDS-Hilfe sehr lange kritisch dem HIV-Selbsttest gegenüber stand. Laut Deutscher AIDS-Hilfe zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern aber, dass Menschen mit positivem Ergebnis sich rasch in medizinische Versorgung begeben und Suizidversuche ausbleiben. Deshalb rät Manfred allen, die eine positive Diagnose beim Selbsttest daheim erhalten und keine Beratung hatten: Macht einen zweiten Test, denn das Ergebnis weist auch Fehlerquoten auf. „Der Selbsttest taugt nicht zur schnellen Vorsorge oder Verhütung bei spontanem Sex!  Erst zwölf Wochen nach dem letzten Risiko-Kontakt sind die Antikörper im Blut sicher nachweisbar. Beim HIV-Labortest genügen bereits sechs Wochen“, betont Manfred. Außerdem können weitere Risiken wie Tripper, Chlamydien oder Hepatitis selbst natürlich nicht festgestellt werden. „Wer eine persönliche Beratung vor Ort scheut, kann sich gerne über die anonyme online/ Chat-Beratung bei uns melden“, ergänzt Manfred. Er vermutet, die meisten werden den Selbsttest online bestellen, weil das persönliche Abholen schon wieder eine emotionale Hürde darstellt. Insgesamt gibt es aktuell drei verschiedene Produkte auf dem Markt. Die AIDS Hilfe Nürnberg hat sich in den Punkten Qualität und Verlässlichkeit für eines entschieden und bietet es zum günstigen Preis von 20 Euro oder im Doppelpack für 35 Euro an. Weil die AIDS-Hilfe keinen Gewinn mit allen Testangeboten macht, die persönliche Beratung grundsätzlich kostenlos ist, spenden viele Probanden freiwillig einen Betrag. Über diese Anerkennung für die Arbeit der AIDS-Hilfe freut sich Manfred Schmidt.

 

Text/ Foto NK

GAYCON Oktober 2018

S.A.M. - Mein Heimtest - Der Checkpoint von der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. ist dabei!

Pilotprojekt

Lange Anfahrtswege sind Vergangenheit! Jetzt gibt es den Test auf HIV und Geschlechtskrankheiten im Abo per Post! Die AIDS-Hilfe Nürnberg nimmt Teil am bayernweiten „S.A.M. – Mein Heimtest“ – Pilotprojekt. Ein kleiner Stich in den Finger zur Blutentnahme, eine Urinprobe, einige Abstriche mit Wattestäbchen, die Proben in einem Plastikbeutel verstauen und in die Post geben: So einfach funktioniert das neue Heimtest-System S.A.M. (engl.: Sampling = Probenentnahme) für Checks auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Ab sofort wird das in Bayern für ein Jahr erprobt. Nach einer Online-Registrierung und einem persönlichen Erstgespräch im Checkpoint der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. (oder in München bzw. Regensburg), erhalten Interessierte ein Test-Paket im Abo, je nach Bedarf alle drei, sechs oder zwölf Monate. Die Interessierten erhalten von der AIDS-Hilfe eine Mitteilung per SMS, ob die Ergebnisse negativ waren, oder sie werden um einen Rückruf gebeten. Das Angebot kostet 32 Euro pro Testvorgang. Nach aktueller Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland rund 13.000 Menschen mit HIV ohne es zu wissen. „Bei rechtzeitiger Behandlung haben Menschen mit HIV mittlerweile eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie andere Menschen auch. Bleibt HIV unbehandelt, drohen schwere gesundheitliche Schäden“, betont Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik der Deutschen AIDS-Hilfe. „S.A.M – mein Heimtest“ hat insbesondere Vorteile für Menschen in ländlichen Regionen mit wenig Angeboten und für alle, die ungern eine Teststelle aufsuchen, z.B. weil die Anfahrtswege zu weit sind oder aus Scham. S.A.M. im Netz: www.samtest.de

Traditionelle Benefiz-Haarschneideaktion in der Nürnberger Fußgängerzone

HAIR for CARE 2018

Die Benefiz-Haarschneide-Aktion „HAIR for CARE“ fand zum 22. Mal als Freiluft-Spektakel beim Wetterhäuschen vor der Lorenzkirche statt. Super Sommerwetter sorgte für regen ehrenamtlichen Schnittbetrieb am zweiten Juli-Samstag in der Nürnberger Fußgängerzone! Für eine Mindestspende von 17 Euro ließen sich 204 Passanten eine neue Frisur stylen. So viele wie noch nie zuvor! Insgesamt 36 Friseure aus 16 Salons der Region, unterstützt von 24 zum Großteil ehrenamtlichen Mitarbeitern der AIDS-Hilfe, erzielten eine Spendensumme von 4464,68  Euro für die Arbeit der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Die Schirmherrschaft übernahmen traditionell Katja Strohhacker und Thorsten Brehm, beide aus dem Stadtrat (SPD).

Der Regenbogenbus rollt durch die Frankenmetropole! von links: Katja Strohhacker, Anja Mittra, Christian Vogel, Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger und Michael Glas

Regenbogenbus

Zeitlich optimal abgestimmt auf den CSD Nürnberg und auf das 30-jährige Jubiläum der örtlichen AIDS-Hilfe stellte Bürgermeister Christian Vogel die Verwirklichung einer Idee vor: Ein Linienbus der VAG wird für mindestens vier Wochen in Regenbogenfarben in der Stadt unterwegs sein. CSD Vorstandsvorsitzender Dieter Barth, Elisabeth Seitzinger (VAG), Katja Strohhacker (Stadtreklame Nürnberg GmbH), Anja Mittra (Picaart Werbeagentur), Michael Glas von Fliederlich e.V., Manfred Schmidt von der AIDS-Hilfe sowie einige Presse- und Medienvertreter nahmen schon mal Platz im symbolträchtigen Gefährt der Menschenrechtsstadt. Der Bus wird am Samstag den 01. August 2015 als Teil der Demo durch die Innenstadt fahren und anschließend kann er auch beim Straßenfest am Jakobsplatz bewundert werden. Nach den vielen Ampelmännchen in anderen deutschen Städten eine tolle Idee! Fährt doch der Bus durch die gesamte Stadt, hat eine plakative Größe und wird als Novum von viel mehr Bürgern wahrgenommen. Das Foto einer Regenbogen-Straßenbahn der Kölner Verkehrsbetriebe, welches Bürgermeister Vogel im Internet entdeckte, war Auslöser für die Aktion. „Es ist ein Signal an ein buntes Publikum und passt zu Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, betont er stolz. „Ich freue mich und danke den beteiligten Sponsoren, die es möglich gemacht haben“.

 

PS: Wie sich inzwischen herausstellte, war die Kölner Tram eine Fotomontage als Gruß zum Kölner CSD. Trotzdem gut für Nürnberg, unser Regenbogen-Linienbus ist echt! Übrigens, der einzige in ganz Deutschland!

Präsentation Regenbogenbus Nürnberg Juli 2015

Pioniergründer der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. = Lissy Gundel & Michael Aue

30 Jahre AIDS-Hilfe

Anfang der 1980er Jahre breitete sich schlagartig die neue Krankheit ‚Acquired Immune Deficiency Syndrome‘ aus, die scheinbar nur die Schwulen betraf. Zudem wurden die Übertragungswege in der Gesellschaft drastisch überschätzt. Um etwas dagegen zu unternehmen, gründeten sich überall selbstorganisierte AIDS-Hilfen als Gruppen und Vereine, um neues Wissen zu bündeln und als Aufklärung und Information weiterzugeben, sowie die Kranken zu unterstützen. Vor 30 Jahren war es auch in Nürnberg soweit: Am 10. Oktober 1985 fand sich zuerst eine zwanglose Selbsthilfegruppe zusammen. Daraus entstand die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. GAYCON sprach mit zwei Pionieren über die Anfangszeit bis heute: Lissy Gundel (68) und Michael Aue (64).

Das Gründungsteam der AIDS-Hilfe

„Bernhard Pasche und sein Kumpel Peter Schmidt luden mich und andere Freunde zu Kaffee und Kuchen in Bernhards Wohnung ein. Sie wollten wissen, ob wir uns einen AIDS-Selbsthilfeverein in Nürnberg vorstellen könnten. Ich lehne normalerweise Vereinsmeierei ab, aber ich fand die Idee gut“, erinnert sich Michael Aue an den Sommer 1985. „Meine Motivation mitzumachen kam aus dem persönlichen Bereich, weil beste Freunde aus San Francisco und Berlin seit Anfang der 1980er Jahre an AIDS erkrankt und Schlag auf Schlag verstorben waren. Wenn man die Zeit nicht selbst erlebt hat, kann man sich das heute nicht mehr vorstellen. Meine Befürchtungen gingen sogar so weit, dass ich dachte, die Schwulen könnten aussterben.“ Michael Aue war sieben Jahre lang der erste Gründungs-Vorstand der AIDS-Hilfe Nürnberg, anschließend weitere sechs Jahre aktiv in der Schwulengruppe des Vereins tätig.

„Durch einen schwulen Freund und eine lesbische Cousine habe ich mich frühzeitig mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. Ich wollte Menschen helfen, die diskriminiert werden. Es gab ausschließlich schwule Männer bei der AIDS-Hilfe und ich habe trotzdem mitgemacht, auch wenn ich mir anfangs schwergetan habe“, erinnert sich Lissy. „Aber Michael ist ‚schuld‘, dass ich bis heute dabei bin. Er hat mir immer wieder Mut gemacht.“ Viele waren damals überzeugt, dass eine Selbsthilfegruppe nur funktioniert bzw. die Kompetenz hat, wenn die Betroffenen alles selber machen, homosexuell sind oder die AIDS-Krankheit selbst erlebt haben. Deshalb wurden in der Anfangszeit helfende Frauen auch diskriminiert und beschimpft („Was wollt ihr denn hier?“). Ebenso umstritten war es 1987, als die ersten hauptamtlichen Mitarbeiter (Sozialpädagogin & ein Psychologe) eingestellt wurden, die ebenfalls diese Punkte nicht erfüllten. Für Ehrenamtliche war das Problem die fehlende Zeit. Aber das Arbeitsvolumen wuchs durch die viele Anfragen aus Politik, Kliniken und Veranstaltungen.

Die prekären Umstände schweißten zusammen

Neue Volksseuche?

Die ersten Räume fand das Gründungsteam im Stadtteiladen Nürnberg Nord (KUNO) in der Wurzelbauerstraße. Es war damit die erste Anlaufstelle für ganz Nordbayern. „Wir hatten zwar 15 bis 20 Leute, die bereit waren mitzumachen, aber das größte Problem war, wir hatten kein Geld für das Drucken von Flugblättern, für Telefonkosten und für einfachste Büro-Utensilien wie Kugelschreiber und Papier“, betont Michael die Start-Problematik. „Weil die alternative Jugend- und Drogenhilfe Mudra von Anfang an mit dabei war, wegen ihrer HIV- und AIDS-Betroffenen unter den Junkies, konnten sie uns beim Ausarbeiten des  Förderantrags zum Alternativ-Topf der Stadt Nürnberg helfen. So bekamen wir tatsächlich 3000 DM. Doch wir waren so sparsam, dass wir im ersten Haushaltsjahr nicht alles ausgegeben hatten und deshalb Geld zurückzahlen mussten. Auch Rosa- und Rumpel Druck unterstützten uns.“ Anfangs wurde in den Medien und durch die Politik auch regelrechte Panikmache verbreitet. Eine HIV-Übertragung sei angeblich auch über Händeschütteln oder durch Trinken vom gleichen Glas möglich. Übertragungswege waren noch nicht abschließend erforscht. Sogar eine Volksseuche wurde nicht ausgeschlossen. In der Münchner Szene wurden Saunen von Amts wegen geschlossen. „Gauweiler wollte alle Betroffenen in Bayern am liebsten zwecks Seuchenbekämpfung auf einer Insel oder an einem abgeschotteten Ort konzentrieren. Durch das drohende Berufsverbot bekamen wir viele freiwillige Pfleger aus dem Krankenhausbereich und Medizin-Studenten, die bei uns ein Praktikum absolvierten. Somit entstand eine solidarische Bewegung für die Freiheit“, betont Lissy. „Letztlich kam die geplante Meldepflicht für alle doch nicht. Es gab aber auch Anfeindungen („Ihr Schweine!“) aus der Bevölkerung über das Beratungstelefon. Deshalb waren wir immer zu zweit im Telefondienst eingeteilt. Weil viele keine Erfahrung in Beratungsgesprächen hatten, wurden wir zuerst vom City Dienst, später von der Deutschen AIDS-Hilfe geschult“, erzählt Lissy weiter. „Die Stadt Nürnberg hat uns immer unterstützt. Alle Beamten im Freistaat sollten auf HIV zwangsgetestet werden. Die Stadt hat sich der Anweisung widersetzt.“ Ab 1987 ging die AIDS-Hilfe auch in die Justizvollzugsanstalt. Weil viele Inhaftierte Drogen konsumierten, entstand ein großes HIV-Problem, von dem niemand ahnte. Zusätzlich wurde unter den Inhaftierten und vom Personal die Diskriminierung regelrecht ausgelebt. „Die Betreuung in der JVA war einfacher, weil die Leute pünktlich zum Termin kamen“, schmunzelt Lissy. „Aber die Beratung war damals insgesamt sehr schwierig. Die ängstliche Frage war überall: wann und wie muss ich sterben? Es war keine schöne Zeit, auch nicht für uns Berater“, betont Lissy nachdenklich. „Die Angst war groß, sich überhaupt testen zu lassen, auch wegen der drohenden Meldepflicht. Dies änderte sich ab 1988 mit der anonymen Test-Möglichkeit in den Gesundheitsämtern und bei den AIDS-Hilfen. Sogar wir waren vorher gegen den HIV-Test, wegen den drohenden Strafverfahren. Solange die Betroffenen nichts wussten, blieben sie straffrei, wenn sie andere infizierten.“

Das erste Büro im KUNO in der Wurzelbauerstraße

Leichtsinn durch Medikamente?

Durch die inzwischen entwickelten Medikamente haben die betroffenen Personen heute eine deutlich höhere Lebensqualität. Während früher eine Hand voll verschiedener Tabletten genommen werden musste, einige sogar alle zwei Stunden, reichen heute manchmal zwei Tabletten am Tag. Allerdings wirken sie nur, wenn die Behandlung so früh wie möglich beginnt. Deshalb raten heute alle Gesundheitsämter und AIDS-Hilfen zu einem HIV-Test. „Leider steigt seit einiger Zeit wieder die Rate der Neuinfektionen gerade im Schwulenbereich. Trotz Aufklärung verlassen sich viele auf die neuen Medikamente. Etliche Patienten haben heute durch die Immunschwäche bedingt zusätzliche Probleme mit Hepatitis C“, berichtet Lissy. „Ein großes Plus ist aber, wer unter der Nachweisgrenze bleibt, gilt als nicht infektiös. Während in der Anfangszeit unsere Arbeit eher eine Sterbebegleitung war, steht heute die Beschäftigung vieler Betroffener im Vordergrund. Bei etlichen Patienten kommt eine psychische Erkrankung hinzu, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder nicht mehr ausüben können.“ Um zu vermeiden, dass sie in ein Loch fallen, bietet die AIDS-Hilfe regelmäßig Ausflüge in die Region, Kulturabende, Spaziergänge und auch begleitete Reisen an. Finanziert durch die Spenden. „Viele sind fast nicht fähig, selbst aktiv zu werden oder etwas zu unternehmen. Sie sind Frührentner geworden und haben oft wenig Geld. Es sind manchmal nicht ganz einfache Leute, deshalb wird Alkohol von uns nicht finanziert“, betont Lissy, die für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Frühjahr den „EhrenWert“-Preis der Stadt Nürnberg verliehen bekam. „Betroffene, denen es gut geht, die aktiv im Erwerbsleben stehen, kommen nicht zu uns. Deshalb ist das Beschäftigungsprojekt der AIDS-Hilfe, das Restaurant Estragon, so wichtig. Hier sind die Anforderungen geringer als auf dem freien Markt, es werden auch Ausbildungsstellen angeboten.“ Weitere Aufklärung ist wichtig, denn auch im Jahr 2015 gibt es noch einzelne Fälle in Kliniken, wo HIV-Patienten als hochinfektiös eingestuft, in extra Räume gelegt oder als letzte Patienten in der Reihe der Untersuchung drankommen. Hier kann es schon passieren, dass der verantwortliche Chefarzt einen roten Kopf bekommt, wenn er von der AIDS-Hilfe mit den Tatsachen konfrontiert wird. Aber leider halten viele Patienten aus falscher Scham den Mund. Die AIDS-Hilfe will Mut machen, sich nirgends diskriminieren zu lassen und solche Vorkommnisse mitzuteilen.

 

Fotos Privat

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Juli 2015

Straßenfest in der Jakobstraße

Jubiläums Straßenfest

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und 10 Jahre Restaurant Estragon findet in der Jakobstraße/ Ecke Entengasse direkt vor dem AIDS-Hilfe-Haus ein Straßenfest statt. Am Samstag den 25. Juli 2015 von 12:00 bis 22:00 Uhr gibt es Musik und Showprogramm. Zahlreiche Künstler werden den ganzen Tag mit ihrem Programm für gute Unterhaltung sorgen: Irvina Gass, Jetpack Elephants, KanDo, Superskank, Die Trällerpfeifen, Sambagruppe Vincivi, A-Tension, TanzBühne, Sanjola – Coro Mix de Gospel African, Special Guest: Gloria Viagra. Moderation: Susanne Hofmann-Fraser. Übrigens, der Hauptpreis bei der Tombola ist ein Hin- und Rückflug nach Paris für zwei Personen! Kulinarische Köstlichkeiten und kühle Getränke kommen vom Restaurant Estragon. Die Schirmherrschaft haben Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Dr. Florian Janik und Dr. Thomas Jung übernommen.

Manfred Schmidt vor dem frisch renoviertem AIDS-Hilfe Haus

„Gesundheitszentrum“  für Männer

 

25 Jahre AIDS-Hilfe Nürnberg

 

Das aufkommende HIV-Problem in der schwulen Community war 1985 der Anlaß für die Gründung der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. Viele Menschen wollten dem Leid nicht mehr tatenlos zusehen und eine Anlaufstelle zur Selbsthilfe/ Prävention ermöglichen. Damals hatte die bayerische Politik aus der Landeshauptstadt noch „Gauweilerische“ Töne gespuckt und mehr Steine in den Weg geräumt als umgekehrt. Wer hätte gedacht, dass 25 Jahre später das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit die Präventionsarbeit fördert: Zielgruppe MSM = Männer, die Sex mit Männern haben. 

„Anfang der 90er Jahre war noch verstärkt Pflegepersonal nötig, welches ebenfalls die AIDS-Hilfe organisierte. In den letzten Jahren wurden neue Medikamente entwickelt, so dass Infizierte heute einen ganz anderen Krankheitsverlauf durchleben“, erklärt uns Fachvorstand Manfred Schmidt. Die Basis der Krankenpflege ging dadurch zurück, stattdessen überlegte sich der Verein, wie die Negativ-Spirale der Betroffenen aus dem Arbeitsleben in Richtung Hartz IV aufgehalten werden könnte. Wie es der Zufall wollte, war die ehem. Szene-Bar Walfisch mit dem angeschlossenen Hotel in der Jakobstraße frei. Die Vermieter waren sofort einverstanden. Das Hotel wurde zuerst weitergeführt und die Idee des Restaurants Estragon als gastronomische Beschäftigungsmaßnahme aus der Taufe gehoben. „Als der Mietvertrag für die AIDS-Hilfe Räume in der Bahnhofstraße 2006 auslief, entschieden sich die Verantwortlichen, das Hotel über dem Restaurant Estragon aufzugeben und die Vereinsräume an diesem zentralen Punkt der Nürnberger Altstadt zu konzentrieren“, so Manfred. Der jetzige Erweiterungsbau des Gebäudekomplexes war schon lange geplant, weil die Küche des Restaurants Estragon von Anfang an zu klein war. Stattdessen konnte mit unerwarteten Zuschüssen aus dem Städtebauförderungsprogramm alles noch größer realisiert werden. Aktuell beklagt Manfred, dass sich andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Hepatitis B verstärkt ausbreiten, „weil die Menschen zu sorglos mit dem Thema umgehen und mögliche Impfungen nicht wahrnehmen. Deshalb wäre auch ein Impfstoff gegen AIDS selbst, sollte er denn jemals entwickelt werden, stark von der Akzeptanz abhängig“. Unter einem Dach im neuen AIDS-Hilfe-Haus werden das Psychosoziale Beratungszentrum Checkpoint Nürnberg, Betreutes Einzelwohnen, Beschäftigungsprojekt Restaurant Estragon und das Beschäftigungsprojekt Tagungszentrum/ Hausservice vereint.

 

Die AIDS-Hilfe lädt anlässlich ihres 25jährigen Bestehens und der Neueröffnung ihres Hauses zum Straßenfest am Freitag, den 09. Juli 2010 von 16-22 Uhr in die Jakobstraße ein! +++ 16:00 Eröffnung des Straßenfestes durch den Nürnberger OB Dr. Ulrich Maly und den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Markus Söder. Musikalisch begleitet von Anja Hackl, Andrea Wurzer, Alexandra Völkl, Janet M. Christel +++ 18:00 Modenschau präsentiert von Liliths Laden +++ 19:00 Party pur! Live on Stage: El Cartel feat. America Rodriguez, kubanische Salsarhythmen. Ikenna Beney Amachi, internationaler Travestiestar. Moderation des Straßenfestes: Lilo Wanders

 

Fotos & Text: Norbert Kiesewetter 

LEO-Magazin Juli 2010

Neuer Vorstand Rosa Panther Sportverein

COMMUNITY NÜRNBERG:

Neuer Vorstand

Der Nürnberger schwul-lesbische Sportverein Rosa Panther e.V. hat bereits auf der Mitglieder-versammlung Ende Oktober einen neuen Vorstand gewählt. Nun führen Bernd Krauter, Timur Güler, Roland Beck und David Harmansa die Geschicke des Sportvereins. Die Vorstandswahl war nötig, weil die bisherigen Amtsinhaber Daniel und Erwin aus persönlichen Gründen schon früher aus ihren Ämtern zurückgetreten waren. Darum standen die Neuwahlen im Mittelpunkt der Versammlung. Über einen Aufruf auf der Rosa Panther Homepage wurden bereits im Vorfeld der Veranstaltung neue Vorstands-willige gesucht, damit der Verein in seiner Existenz gesichert ist. So konnten nun vier neue Kandidaten präsentiert werden, die dann auch einstimmig von allen Mitgliedern gewählt wurden....

Hier geht´s zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite

Zipfelkönig 2021: Adi I. & das Präventionsteam der AIDS-Hilfe Nürnberg (Foto: AH)

COMMUNITY NÜRNBERG:

König Adi I.

GAYCON gratuliert: Der fünfte Nürnberger Zipfelkönig ist Adi I. – Beim traditionellen „Blaue-Zipfel-Essen“ zugunsten der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. am zweiten November - Samstag wurde wieder deftig gespeist. Das Präventions-Team „Sexpert*innen“ legte sich ins Zeug und kredenzte das typisch fränkische Gericht, im Essigsud gegarte Bratwurst, in der Bert´s Bar (Wiesenstr. 85). Etwa 30 Portionen gingen gegen eine Mindestspende an die hungrigen Gäste, dabei kamen 280 Euro zusammen. In diesem Jahr kamen die Zipfel aus dem Restaurant Grüne Au zum Breznwirt aus Ziegelstein. Seit einigen Jahren ist es auch eine spaßige Tradition, an diesem Abend einen Zipfelkönig zu ernennen, so auch in diesem Jahr. Vorgänger Dieter I. reichte nach einer Lokalrunde und einer rührenden Ansprache an das Volk die Krone an Adolf Schäfer weiter...

Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite

Kostenlose Workshops bei der AIDS-Hilfe Nürnberg (Foto: AH)

COMMUNITY NÜRNBERG:

„Schritt für Schritt in die digitale Welt“

Wie jetzt? Braucht es das heutzutage noch? Sind wir nicht schon alle Computer-fit? Leider sind noch immer viele Menschen unsicher in der PC-Handhabung. Genau hier dockt das Projekt an. Mit Unterstützung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern möchten die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. und das Queere Zentrum Nürnberg Fliederlich e.V. Personen aus der queeren Community mit kostenlosen Workshops helfen, sicher im Umgang mit dem Computer und dem Internet zu werden. Ende Oktober fand bereits die Einführungs-veranstaltung in den Tagungsräumen in der Entengasse statt. Verantwortlich für die Koordination und Organisation sind Vanessa Paprotka und René Scheuermann, die alles ins Rollen gebracht hatten. ...

+++ Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite +++

Queer Work in Nürnberg: Jobs frei/ Aushilfen gesucht (Fotos: GAYCON Archiv)

Queer Work:

Lust in der Nürnberger Community zu arbeiten?

In der queeren Community Nürnberg sind aktuell einige Jobs/ Stellen frei! Wir haben eine kleine Übersicht zusammengestellt. Du hast Interesse? Am besten gleich bei den entsprechenden Kontaktdaten melden! +++ Das Café Bar Cartoon (An der Sparkasse 6) hat aktuell Personalengpässe. Deshalb ist nun Montags Ruhetag. Gesucht werden Aushilfen für die Abendstunden sowie für das Wochenende. Du hast Lust in der heterofreundlichen Gastronomie zu arbeiten? Dann komm in die Cartoon-Team-Familie! Melde Dich bei Wirt Olaf Schulmeistrat per Mail cafebarcartoon@gmail.com. +++ Das Restaurant im Literaturhaus (Luitpoldstr. 6) ist ebenfalls von Personalengpässen betroffen. Deshalb sucht „ein buntes Haus mit einem bunten Team“ engagierte Verstärkung! Sowohl im Service beim Bedienen der Gäste, als auch hinter dem Tresen mit Barista-Aufgaben. Die Arbeits-zeit wäre eine geregelte Fünf-Tagewoche (kein Teildienst). Außerdem bieten sie die Übernahme der betrieblichen Altersversorgung sowie ÖPNV-Fahrtkosten an. Du hast Lust in der queer freundlichen Gastronomie zu arbeiten? Dann komm in das Restaurant-Literaturhaus-Team! Melde Dich bei Bernhard Rings per Tel: 0911/ 234 26 58 oder per E-Mail unter info@rilh.de +++ Der Laden Vom Fass Nürnberg (Königstr. 25 – 27) sucht über die Vorweihnachtszeit Verstärkung. Du möchtest etwas dazu verdienen und arbeitest gerne mit Menschen? Dann komm in das Vom Fass Team! Zeitraum wäre November bis Dezember 2021. Stundenlohn 12,- Euro. Sowohl Vollzeit, Teilzeit oder auf 450,- Euro Basis sind möglich. Melde Dich bei Eduard Stöber per Tel: 0911/ 234 213 69 oder per Mail info@vomfassnuernberg.de. +++

#TV-TIPPS

+++ 29.11. PHOENIX 17:15 Queer-Point Deutschland - Doku // 20:15 RTLII Adam such Eva - Dating Show // 00:20 RTLII Sexklinik: Wie gerade sollte ein Penis sein? - Doku // 00:25 ONE Beginners - Spielfilm +++ 30.11. MDR 12:30 Mann, oh Mann, oh Mann! - Spielfilm // 20:15 SAT.1 GOLD Die schockierendsten Verbrechen Großbritanniens: Mörderischer Neujahrsvorsatz - Doku +++ 01.12. ARTE 20:15 Sorry Angel - Spielfilm // 22:25 ARTE 40 Jahre AIDS - Schweigen = Tod - Doku // 01:50 TAGESSCHAU24 Heute im Osten - Reportage: Tanz in die Freiheit - Doku +++ 02.12. RTL 20:15 Surprise! Die Bruce Darnell Show - Überraschungs-Show +++ 03.12. ORF3 17:40 Schnell ermittelt: Klaus Karner - Krimi // 20:15 VOX 22:15 Princess Charming - Lesbische Dating Show // 20:15 MDR Schlager des Monats - Show +++

CSD in Erlangen: Demo durch die Innenstadt sowie Abschlusskundgebung im Röthelheimpark

CHRISTOPHER STREET DAY:

Das war der CSD Erlangen 2021

Die mittelfränkische Universitäts-stadt Erlangen mit über 100.000 Einwohnern feierte am vierten Oktober-Samstag ihren zweiten Christopher Street Day. Dabei zog zum ersten Mal eine CSD-Demonstration durch die Innenstadt. Aus der ganzen Region kam die queere Community nach Erlangen, um das Motto „Vereint in Vielfalt“ auszuleben. Der organisierende Verein MakeYourTownQueer hatte bei der Stadt im Vorfeld 700 Menschen für die Demo angemeldet gehabt. Die Erlangener Polizei ging von 1000 aus. Tatsächlich waren dann nach Polizei-Schätzungen jedoch 2700 Personen auf den Straßen der Stadt! ...

 +++ Hier geht´s zum Bericht mit Bildergalerie der CSD Erlangen Demo & Kundgebung +++

Reporter des Monats:

Pressebilder 10 Jahre GAYCON.DE

GAYCON TITELMODELS:

Titelbild

Vermutlich ab 2022 wollen wir unsere GAYCON Titelbild-Reihe mit selbstbewussten Models aus der queeren Community neu starten! Wie immer mit jahreszeitlichen Motiven aus dem Stadtgebiet Nürnberg oder der Region. Wer Lust hat, sich alleine oder zu zweit (Paar & Freundschaft) von uns in einem Foto-Shooting ablichten zu lassen, kann sich ab sofort wieder bei uns melden. Entweder persönlich, per Facebook oder per E-Mail unter info@gaycon.de! (Bitte mit Foto) Wir freuen uns auf LSBTTIQ*-Bewerbungen - Euer GAYCON Team

+++ Weiter Infos auch auf unserer MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

GAYCON-Aufrufe seit Start 07.02.2011

GAYCON-Aufrufe seit dem 18.11.2021

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