#Berichte queere Flüchtlingsarbeit

Chronologisch von oben nach unten: Rosa Asyl (2019), Preisverleihung an Fliederlich (2018), Ablehnung der Asylanträge durch das Bamf (2017) // Queer Café International (2016) // Fliederlich eröffnet erste LGBTI-Flüchtlingsunterkunft (2016)

Das neue EU-Projekt "Rosa Asyl" in Nürnberg: Beratung queerer Flüchtlinge von IMEDANA in Kooperation mit Fliederlich e.V.

Rosa Asyl

Der Verein IMEDANA e.V. war seit 2007 Träger des bisherigen „Internationalen Frauencafés“, eines Projektes, das sich speziell an geflüchtete Frauen richtete. Seit Juli 2018 wird der Schwerpunkt mit einem neuen EU-Projekt erweitert: Unter „Rosa Asyl“ berät der Verein in Kooperation mit Fliederlich e.V. nun auch geflüchtete LSBTIQ (Lesbisch-Schwul-Bisexuell-Trans-Intersexuell-Queer) jeglichen Geschlechts. In einem Pressegespräch Anfang Februar wurde dies nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Während die Gesamtzahl der Flüchtlinge in Deutschland zurückgeht, hat Michael Glas von Fliederlich e.V. einen Rückgang der Beratungsnachfrage von queeren Flüchtlingen noch nicht feststellen können. Sie bleibt stattdessen konstant gleich. „Queere Flüchtlinge haben einen weiterhin hohen Druck, das eigene Land zu verlassen“, betont Michael und verweist auf lange Wartelisten für die wenigen Plätze in den speziellen queeren Unterkünften in Nürnberg, München und bald in Würzburg. Weil die Gesamt-Aufnahmezahl an Flüchtlingen für die Stadt Nürnberg als erfüllt gilt, können queere Menschen nicht mehr ohne weiteres aus anderen Bezirken gezielt in die Noris verlagert werden. Ein weiteres Problem entstand durch die neuen Ankerzentren (Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung) im August 2018. Grundsätzlich gilt für die Bewohner dort eine „Bleibepflicht“. Nur Personen mit guten Aussichten auf einen Asylstatus sollen schnell auf die Kommunen verteilt werden. Damit ist der Informationsaustausch schwieriger geworden. Deshalb will das Projekt Rosa Asyl zukünftig einmal im Monat ein mobiles Beratungscafé in den Bayerischen Ankerzentren anbieten. In 72 Ländern ist Homosexualität strafbar. In zehn Staaten gilt die Todesstrafe, in den anderen drohen Gefängnisstrafen. „Leute fliehen vor Verfolgung nach Deutschland. In ihrem Heimatland sind diese ihren staatlichen Einrichtungen gegenüber mißtrauisch. In Deutschland sollen sie aber vor dem Amt sofort zur ihrer Homosexualität stehen“, erläutert Michael eines der Hauptprobleme. So scheitert der Antrag oft daran, dass die Probanden sich keine vollständigen Aussagen zu machen trauen, oder an den zu gering eingestuften Ereignissen einer Verfolgung im Sinne des deutschen Asylgesetzes. Deshalb landen nun viele abgelehnte Asylverfahren vor dem Verwaltungsgericht. Wie z.B. der von Glib aus der Ukraine. Das BAMF argumentiert die Ablehnung u.a. mit „Grundsätzlich sind Homosexuelle in der Ukraine keiner staatlichen Verfolgung ausgesetzt. Allerdings ist die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Homosexuellen eher ablehnend.“ Das Amt vermisst diesbezügliche Anzeigen bei der örtlichen Polizei, als er geschlagen oder in einem anderen Fall vor ein Auto geschubst wurde. Letztlich rät der Bescheid „durch Wegzug in andere Regionen der Ukraine einer Gefahr aus dem Weg zu gehen, ohne dabei das Land verlassen zu müssen.“ Rosa Asyl gibt Informationen zur Anhörung im Bundesamt und zu weiteren rechtlichen Möglichkeiten. Die Helfer beraten in akuten Notsituationen, wie bei Abschiebungen oder Übergriffen in der Unterkunft. Neben Spenden wird das Projekt auch aus Mitteln der Europäischen Union gefördert. Die Stadt Nürnberg ist mit der Villa Leon beteiligt.

 

+++ Beratung für Frauen bei IMEDANA e.V. (Zickstr. 8): Telefonische Sprechzeiten unter 0911 / 4314719 – Di/ Do/ Fr von 10:00 – 12:00 Uhr; Do auch 14:00 – 16:00 Uhr. +++ Offene Beratung für LGBTIQ* bei Fliederlich e.V. (Sandstr.1): Do 12:00 – 15:00 Uhr  / Tel. 0911 / 42345719 +++ Dringende Anfragen per E-Mail an rosa-asyl@gmx.de +++

 

NK

GAYCON Februar 2019

Preisübergabe: 13. Lina-Schneider-Preis für die queere Flüchtlingsarbeit von Fliederlich e.V.

Preisübergabe

Der Kreisverband Nürnberg von Bündnis90/Die Grünen verlieh am zweiten Mai-Donnerstag im gutgefüllten Saal des neuen Fliederlich-Zentrums den 13. Lina-Schneider-Preis an Fliederlich e.V. Die Grünen würdigen damit das ehrenamtliche Engagement zum Schutz queerer Geflüchteter. Kreisvorsitzender und Bezirksrat Daniel Arnold überreichte den mit 1000 Euro dotierten Scheck an Vereinskassier Ulrich Breuling. Der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz sowie Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Verena Osgyan würdigten die Pionierarbeit von Fliederlich. Ulrich Breuling berichtete, dass bei der Renovierung des neuen Fliederlich-Zentrums auch einige betreute Geflüchtete tatkräftig mithalfen. Einer erzählte ihm seine Motivation: „Ich helfe gern, hier fühle ich mich zuhause!“ Etwas wehmütig ergänzte Breuling, dass die LGBTI-Fliederlich-Unterkunft nun geschlossen werden muss, weil kein Nachfolgeobjekt gefunden wurde. Es sei aber nicht dramatisch, weil jetzt die Stadt Nürnberg noch andere queere Unterkünfte betreut. Am Rande der Veranstaltung berichtete uns ein queerer Flüchtling von einem Problem mit Dolmetschern bei seiner Anhörung. Er habe nicht gewusst, dass generell die Möglichkeit besteht, bei Verständigungsproblemen wegen Dialekten auf einem anderen Übersetzer zu bestehen. Damit wurden seine Gefühle, Erklärungen, Ausführungen dem Interviewer der Behörde nicht korrekt mitgeteilt. Ihm wurde deshalb nicht abgenommen, dass er schwul sei. Aktuell ist der Fall bei Gericht. Dass es diesbezügliche Probleme mit der Verständigung gibt, ist leider kein Einzelfall. Geflüchtete sollten sich deshalb vorher ausführlich über ihre Rechte informieren.

Verleihung Lina-Schneider-Preis, Fliederlich-Zentrum Nürnberg, 10. Mai 2018

Von links: Luka, Fliederlich Vorstand Ralph Hoffmann, Edgar, Ivan und AIDS-Hilfe Vorstand Manfred Schmidt

Du bist nicht schwul!

Es besteht nach Informationen durch Fliederlich e.V. die brisante Situation, dass queere Flüchtlinge vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seit der Umstellung zur Beschleunigung der Asylanträge auch mit der Feststellung abgelehnt werden, sie könnten in ihren Herkunftsländern sicher leben oder ihr Schwulsein wäre gelogen. Vorstand Ralph Hoffmann zeigt sich bestürzt über die gängige Praxis. Vor allem weil der Verein, welcher ehrenamtlich auch grundsätzliche Fürsorge-Aufgaben des Bundes erfüllt, an der vorgegebenen sexuellen Identität der Antragsteller keinerlei Zweifel hat. Er sieht als Konsequenz aus dem Aberkennen der sexuellen Identität die grundgesetzlich garantierte Menschenwürde infrage gestellt.

 

Seit 14 Monaten betreut der Verein Fliederlich queere Flüchtlinge im Großraum Nürnberg in einer eigenen Unterkunft, als Betreuer in zwei weiteren bei anderen Betreibern. Hinzu kommt der Beratungsbedarf von Betroffenen aus den üblichen Unterkünften der Metropolregion. Damit summiert sich die Zahl auf rund 60 Personen, überwiegend schwule Männer sowie Transgendern. Der Europäische Gerichtshof hat im Jahr 2013 die Rechte der homosexuellen Flüchtlinge gestärkt, wenn diesen in ihren Herkunftsländern tatsächlich Haftstrafen wegen homosexueller Handlungen verhängt werden. Im Sinn der Genfer Flüchtlingskonvention ist die sexuelle Ausrichtung ein so bedeutsames Merkmal für die Identität eines Menschen, dass sie nicht gezwungen werden sollten, auf diese zu verzichten. Ralph Hoffmann bestätigte, dass bis nach 2015 in der Praxis die Anerkennung des Asylantrages durch das Bamf die Regel war. „Wir begleiten alle unsere Antragsteller zu den Interviews im Bundesamt. Wir können 100%ig bestätigen, dass unsere Schützlinge auch schwul sind. Wir arbeiten mit ihnen, wir wissen wie sie leben. Doch die Entscheidung trifft nun ein Gremium anhand dieser Gesprächs-Protokolle, ohne die Menschen jemals gesehen zu haben. Nun bekamen wir im Beispiel eines Irakers die Absage mit der Begründung, dass dieser nur angeblich homosexuell sei, es bestünden große Zweifel‘“, ärgert sich Hoffmann. Manche würden sogar nur angsterfüllt zugeben, dass sie schwul seien, weil das für sie vorher auch lebensgefährlich sein konnte. „Weiteren wurde geraten, in einer anderen Region ihres Landes zu leben, dort wäre es sicherer.“ Doch aktuell kommen gerade aus Russland/ Tschetschenien Nachrichten über gezielte Verfolgung von schwulen Männern mit Todesopfern bei den westlichen Medien an. Genau dorthin soll der Tschetschene Said (24) zurück, bzw. in eine ‚sichere Region‘. Moskau sei ihm angeraten worden. Als Schwuler und Tschetschene?? Er wäre ursprünglich gerne zuhause geblieben, aber die Jagd der Schlägertrupps und die Folter mit Stromschlägen veranlassten ihn zur Flucht. „Am besten wäre es für mich, wenn sie mich einfach nur umbringen“, betont Said, der nun Einspruch gegen den Bescheid eingereicht hat. Aus Uganda stammt Ivan (28), wo homosexuelle Handlungen unter Strafe stehen. Ihm wurde gedroht, dass er „in Stücke geschnitten wird“. Seine Familie und Freunde wollten ihn totschlagen oder steinigen. Als Unternehmer hatte er ein Visum zur Bio-Fach-Messe nach Nürnberg bekommen. Dass in Uganda eine menschenunwürdige Situation für Lesben und Schwule herrscht, wurde mit der Auszeichnung des Nürnberger Menschenrechtspreises an Kasha Nabagesera 2013 von der Stadt bewusst publik gemacht. Für ihren Kampf um die Rechte ihrer Community. Luka (27) und Edgar (31) aus Armenien hatten in ihrem Heimatland eine Tanzschule. Seit zehn Jahren sind sie ein Paar. Sie flohen ebenfalls vor der alltäglichen Diskriminierung nach Deutschland. „Allein nur, wenn Männer längere Haare tragen, werden diese im Alltag auf der Straße als schwul beschimpft!“. Generell würden alle anwesenden Flüchtlinge zurück in ihr Heimatland gehen, wenn es sichere Lebensverhältnisse gäbe. Aktuell gibt es zehn Asyl-Ablehnungen, drei bis fünf Anerkennungen, obwohl die Flüchtlinge aus den gleichen Ländern stammen. Die überwiegende Antragszahl ist noch in der Warteschleife. Das Bamf wies die Fliederlich-Vorwürfe gegenüber der Deutschen Presseagentur zurück. „Schutz werde gewährt, wenn der Antragsteller glaubhaft mache, dass bei einer Rückkehr in das Herkunftsland schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen drohten.“

 

Neue Unterkunft gesucht

Die queere Flüchtlingsunterkunft von Fliederlich braucht neue Räume, die Wohnung war nur als Zwischennutzung gemietet. Nun ist aber kürzlich das ausgemachte neue Nachfolgeobjekt geplatzt. Bis zum Herbst müssen die zehn Bewohner das jetzige Haus verlassen. Während aus Nürnberg die Nachfrage etwas nachlässt, weil die meisten in üblichen Wohnungen untergebracht wurden, verstärkt sich nun die Nachfrage aus dem Umland. „Wir könnten eine Unterkunft für 100 Leute betreiben. Doch Personen aus anderen Zuständigkeitsbereichen dürfen wir nicht helfen. Deshalb wäre es sinnvoll, weitere Zentren in Metropolen zu schaffen, in der Nähe der queeren Gemeinschaft“, betont Ralph Hoffmann. „Während die Stadt Nürnberg etwas hilft, gibt es vom Staat keine Unterstützung. Damit werden die meisten Kosten aus Spendengeldern finanziert, nicht nur aus der queeren Szene. Für den Einsatz der Anwälte sowie Gerichtskosten, bauliche Maßnahmen, laufende Kosten. Ein großer ehrenamtlicher Helferkreis betreut die Flüchtlinge in den Unterkünften. Nur wenn vor Gericht gewonnen wird, fließt das Prozessgeld an uns zurück.“

 

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

GAYCON Mai 2017

Freuen sich über den Gäste-Zuspruch, trotz aktueller Halloween-Gruseldeko im Fliederlich-Zentrum: Michael Glas (Fliederlich, links) und Martin Tröbs (AIDS Hilfe Nürnberg, rechts)

Integrations - Café

Seit Ende September gibt es ein neues Angebot im Fliederlich Zentrum (Sandstr. 7): Das „Queer Café International“. Jeden Donnerstag von 15:00 bis 17:00 Uhr treffen sich im Durchschnitt an die fünfzehn Besucher. Bei Kaffee, Tee, Gebäck und Kuchen ist ein Schutzraum entstanden, in dem die von der heterosexuellen Norm abweichende Identität akzeptiert ist und nicht versteckt werden muss. In den Sprachen deutsch, englisch, oder auch mit Händen und Füßen können sich alle unterhalten und spielerisch näherkommen. Die mehrheitlich schwulen Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern wie z.B. Iran, Irak, Syrien, Russland sind nach Deutschland geflüchtet und durchlaufen derzeit das Asylverfahren. Doch das Café soll insgesamt eine Anlaufstelle für queere Migranten sein, für alle Zugewanderten in der Region. Außerdem ist es als Kontaktstelle für ehrenamtliche Unterstützer und alle, die es werden wollen, gedacht. Das Gemeinschaftsprojekt wird von Fliederlich und der AIDS Hilfe Nürnberg im Wechsel betreut. Von Seiten der AIDS-Hilfe, die das Flüchtlings-WG-Projekt von Fliederlich unterstützen will, steht Sozialpädagoge Martin Tröbs für Gespräche und das Entwickeln von Präventionsangeboten zur Verfügung. Hier bekommen neben Fliederlich-Geschäftsführer Michael Glas auch neue ehrenamtliche Unterstützer die Möglichkeit, den Geflüchteten bei der Orientierung im fremden Land zur Seite zu stehen. Das Kuratorium der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. hatte im Sommer beschlossen, dass sich die AH stärker im Bereich Flüchtlinge engagieren soll. So wurde die Kooperation mit Manfred Schmidt, Fachvorstand der AIDS-Hilfe und Fliederlich e.V. ins Rollen gebracht.

GAYCON Oktober 2016

In der neuen Unterkunft für queere Flüchtlinge im Nürnberger Stadtteil Gostenhof: Fliederlich Vorstand Ralph Hoffmann, Geschäftsführer Michael Glas, bayerische Landtagsabgeordnete Claudia Stamm und Vorstand Ulrich Breuling

Vorbild für Deutschland

Ein Novum in der deutschen LGBTI – Landschaft nimmt in Nürnberg noch vor Berlin Gestalt an. Die bislang erste und einzige Flüchtlingsunterkunft für queere Menschen wird vom schwul lesbischen Verein Fliederlich initiiert. Vorstand Ralph Hoffmann schätzt die Zahl der Betroffenen zwischen 400 bis 600 als Anteil von insgesamt 8000 Flüchtlingen allein in der Frankenmetropole.

 

Voraussichtlich in der ersten Februarwoche können Bewohner in die neue Unterkunft einziehen. Neben der politischen Verfolgung oder Kriegsgründen spielt die sexuelle Orientierung bei Flüchtenden eine wichtige Rolle. Kenia, Uganda, Irak, Afghanistan sind nur einige Beispiele für Herkunftsländer, die für queere Menschen zur Hölle werden, wenn sie sich outen. Transsexuelle Menschen finden in der muslimisch-arabischen Welt keinen Respekt. Nicht selten droht ihnen die Steinigung. Eine große Zahl der homosexuellen Flüchtlinge trägt die Furcht vor dem Outing auch in den hiesigen Unterkünften und sogar bei Amtsauskünften immer mit sich.

Wie Fliederlich am Montag, 25. Januar 2016, in der Pressekonferenz mitteilte, hat der Verein zwei Etagen eines leerstehenden Hinterhofgebäudes im Nürnberger Stadtteil Gostenhof angemietet. Die Stadt Nürnberg unterstützt das Vorhaben unbürokratisch mit einem Tagessatz, der die Kostenneutralität sicherstellt. In diesen zwei Wohnungen werden aktuell auf ehrenamtlicher Basis Trennwände eingezogen, um aus den großflächigen 200 Quadratmetern kleinere Räume für die insgesamt acht bis maximal zehn Asylbewerber bieten zu können. In einer Gemeinschaftsküche werden die Bewohner dann als Selbstversorger zusammen kochen. Dazu wird es eine größere Gemeinschaftsfläche geben. Aus versicherungs- und brandschutztechnischen Gründen ist die Nutzung des Galeriebereichs aufgrund fehlender Nottreppen leider nicht möglich.

In der zweiten Etage ist die Küche und der Gemeinschaftsraum geplant. Mit einer Trennwand wird weiterer Raum gewonnen.

Angstfrei leben

„In den bestehenden Notunterkünften herrschen besonders aufgrund der Enge ethnische Konflikte unter den Bewohnern. Dadurch sind die homosexuellen Flüchtlinge im Dauerstress. Für viele, besonders aus muslimischen Ländern, ist schon die Anwesenheit von Schwulen und Lesben ein Affront“, berichtet Hoffmann. „Zwei Kurden erzählten, dass sie vom Regen in die Traufe kamen. Sie wollten nach Deutschland, um hier angstfrei queer leben zu können. Doch in den Heimen herrscht die gleiche Situation wie in ihrer Heimat.“ Der Verein berichtet weiter, dass sich in den letzten drei Monaten, ohne spezielle Informationen oder Werbung dazu, 25 Homosexuelle direkt bei Fliederlich per Telefon oder persönlich im Zentrum gemeldet hatten. „Sie alle suchen einen sicheren Rahmen, wo sie keine Pöbelei befürchten müssen. Wo sie nicht bedroht werden. Darum kamen wir zum Entschluss, wir müssen für diese Leute eine sichere Unterkunft bieten“, betont Michael Glas, Geschäftsführer von Fliederlich. „Es werden Adressen gesammelt und gemeinsam mit den Ämtern der Stadt Nürnberg und den Behörden der Regierung von Mittelfranken die zukünftigen Bewohner ausgesucht. Es wird der offizielle Weg beschritten und dann werden die Bewohner zugewiesen. Damit wird auch die Berechtigung sichergestellt.“ Außerdem steht zum Projekt ein ehrenamtlicher Helferkreis in den Startlöchern. Dieser soll zukünftig die queeren Flüchtlinge begleiten und betreuen. Fliederlich freut sich über die positive Resonanz aus der Community in Bezug auf materielle Unterstützung. Die Unterkunft ist eine Zwischennutzung der Räumlichkeiten. Im Sommer/ Herbst müssen neue Räume gefunden werden, weil der Eigentümer das Haus umbauen will. Die genaue Adresse der Unterkunft soll aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht werden.

In der ersten Etage werden noch Trennwände eingezogen

Staatsaufgaben

Claudia Stamm, bayerische Landtagsabgeordnete der Grünen, kritisiert, dass Städte und Vereine hier für eine Aufgabe zuständig sind, die eigentlich der Staat tragen müsste. Sie zieht verbal den Hut vor der großartigen Aufgabe, die Fliederlich an dieser Stelle übernimmt. Und fordert in ihrer Funktion als Sprecherin für grüne Gleichstellungspolitik eine bayernweite Anlaufstelle für queere Flüchtlinge. In einem Antrag im bayerischen Landtag wurde angeregt, diese generell in den beiden Metropolstädten unterzubringen, doch es folgte die Ablehnung mit der Begründung, dass das sowieso gemacht würde. „Fakt ist, das stimmt nicht, denn ich erhalte viele Mails von Betroffenen auf dem Land. Dabei hätte die Umsetzung nichts gekostet“, betont Stamm. „Homosexuelle Flüchtlinge sind momentan am besten in Nürnberg oder München unterzubringen, weil es nur dort Beratung und Kontakt zur Szene gibt.“ Sie fügt an, dass religiöse Intoleranz mit den Folgen langjähriger Strafen oder sogar der Todesstrafe gleichfalls mit Koran oder Bibel begründet werden und die Betroffenen zur Flucht bewegt.

 

Nach wie vor ist es der große Traum von Fliederlich, ein Haus-Gesamtprojekt für den Verein zu verwirklichen. Dort sollen im Wesentlichen das Vereinszentrum mit ausreichenden Büro- und Gruppenräumen, Wohnmöglichkeiten für altersbedingt ausgegrenzte queere Menschen, für LGBTI-Flüchtlinge und eine Notschlafstelle für Jugendliche in der Coming-out Phase vereint werden. Bevorzugt als Dauerlösung wäre natürlich eine eigene Immobilie, aber auch eine Anmietung käme in Betracht. Eine Innenstadtlage wäre das Tüpfelchen auf dem i.

 

Text/Fotos Norbert Kiesewetter

GAYCON Januar 2016

Die Trällerpfeifen beim umjubelten Doppelkonzert im großen Saal des Stadtteilzentrums Südpunkt

DOPPELKONZERT: Am ersten Mai-Wochenende präsentierte der Nürnberger Männerchor sein schwules Chorvergnügen 2019 im großen Saal des Stadtteilzentrums Südpunkt. Trotz Blauer Nacht war der Samstag ausverkauft, am Sonntag blieben auch nur die hintersten Reihen leer. Wie immer verstehen es die Jungs auch in ihrem neuesten Werk, große Geschichten des Lebens mit einer gehörigen Portion heiterer schwuler Selbstironie zu würzen. ‚Freiheit‘ erzählt die Geschichte des jungen Michael, dessen hinter DDR-Mauern ersehnter Traum von der großen weiten Welt durch die Grenzöffnung Wahrheit zu werden scheint. ... Zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite

Schillerndes Fest: Benefiz-Matinée "Nie wieder Ausgrenzung!" im Theater Rote Bühne

BENEFIZ-MATINÉE: Am Nachmittag des letzten April-Sonntags lud die Rote Bühne zur Benefiz-Matinée „Nie wieder Ausgrenzung!“ in ihr Theater im Nürnberger Stadtteil Gleißhammer. Über zwanzig Künstler sorgten für ein schillerndes Fest, alle traten ohne Gage für die Zuschauer auf. Ehrenamtliche Küchen-Gruppen sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Zahlreiche Sachspenden sorgten für eine reich bestückte Tombola. Rund 70 Gäste folgten dem Ruf und erlebten einen heiteren Nachmittag. ...

Zum vollständigen Bericht mit Bilderauswahl an Impressionen des Benefiz-Nachmittags

#TV-TIPPS

+++ 20.05. RTLII 22:10 Naked Attraction - Dating hautnah - Show // 23:15 Exklusiv - Die Reportage: u.a. Am liebsten Nackt! - Report +++ 21.05. ARD 23:35 Mord mit Aussicht: Einer muss singen - Krimi // 01:00 SIXX Paranormal Witness - Unerklärliche Phänomene: Knochen im Laub - Krimi +++ 22.05. HR 22:30 Die Akte General - Spielfilm +++ 23.05. NITRO 20:15 American Ninja Warrior - Show // 00:15 SWR Fassbinder - Doku +++ 24.05. MDR 20:15 Schlager meiner Heimat - Musik +++ 26.05. ONE 10:30 Denver Clan ohne Maske: Die Reise beginnt - (1) - Doku // 11:00 ONE Denver Clan ohne Maske: Der Kuss (2) - Doku // 23:30 ARTE Sprich mit ihr  - Spielfilm +++

Grand Prix / ESC Party - Café Bar Cartoon
IDAHOBIT 2019 - Magnus-Hirschfeld-Platz

#Partyticker

Freitag 24. Mai:

22:00 Culturama Party - Der Cult Nachtclub

Mittwoch 29. Mai:

21:00 Vor-Feiertags-Party - Bar59

Freitag 31. Mai:

Bamberg: 22:00 Love-Night-Party - Live Club

Samstag 01. Juni:

20:00 Offener Abend mit DJ Basti - Fliederlich-Zentrum (Sandstr. 1) // 21:00 NLC-Keller-Party - Dresscode! Men only! - NLC-Vereinskeller (Schnieglinger Str. 264) // 23:00 Große Liebe Party - Haus33

Hof: 22:30 Queerbeat - P-Club

Würzburg: 23:00 Popular - GayDisco - Kellerperle

Freitag 07. Juni:

23:00 Pink Avenue - Avenue Club

Sonntag 09. Juni:

23:00 Pink Nugget - Golden Nugget Club

Samstag 15. Juni:

21:00 Ulla´s Crazy Party - Bar59

Mittwoch 19. Juni:

23:00 Pink Nugget - Golden Nugget Club

Samstag 29. Juni:

Ab 15:00 Pigalle Straßenfest mit Showact Sarah Barelly - Pigalle (Pfeifergasse 2a)

Sonntag 30. Juni:

Ab 15:00 Sommerfest Ausklang mit DJ Romeo - Pigalle (Pfeifergasse 2a)

+++++++ Termine an info@gaycon.de

Rosa Trachtennacht 2 - Frühlingsvolksfest 2019
Konzert "Freiheit" Trällerpfeifen - Südpunkt

#Vorschau:

Jetzt anmelden! Campus des NLC 2019

NLC CAMPUS 2019: Der Campus des Nürnberger Lederclubs (NLC) findet vom 29. Mai - 02. Juni 2019 in der Bayerischen Rhön statt und dauert damit aufgrund des Feiertags (Himmelfahrt) einen Tag länger. Eine Mitgliedschaft im NLC oder der ECMC oder der LFC ist KEINE Voraussetzung für die Teilnahme. Männer & Kerle, Blockhäuser, Wandern, Motorrad-Touren, plus Lagerfeuerromantik! Anmeldung direkt über die Homepage des NLC

CSD Nürnberg Demo am 03. August 2019

Jetzt anmelden! CSD NÜRNBERG DEMO am Samstag 03. August 2019 - Motto „50 Jahre Pride – Danke für …“ - An alle Organisationen, Lokale, Gruppen, Vereine die mit Fußgruppen, LKW oder PKW Präsenz zeigen möchten: Ab sofort ist das Formular zur Anmeldung sowie die Teilnahmebedingungen auf der CSD-Nürnberg Seite online: https://www.csd-nuernberg.de/download Diese ausgefüllt zurücksenden per Mail an demo@csd-nuernberg.de!

CSD Nürnberg Finale am 03. & 04. August 2019

CSD Nürnberg 2019: Zum 50 jährigen PRIDE Jubiläum wird in diesem Jahr an ZWEI Tagen auf dem Jakobsplatz gefeiert! +++ CSD Nürnberg Finale am Samstag den 03. August 2019 von 13:00 bis 22:00 Uhr & Sonntag 04. August 2019 von 13:00 bis 19:00 Uhr +++ Motto 2019: "50 Jahre Pride - Danke für ..." +++ Das CSD-Finale, also die CSD - Kundgebung, mit Info- und Gastroständen sowie ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit verschiedenen Künstlern auf dem Jakobsplatz in der Nürnberger Altstadt. Ihr wollt ein Info- oder Gastrostand auf dem CSD Finale am Jakobsplatz? Jetzt beim Förderverein bewerben! Formulare findet Ihr auf der Webseite des Vereins: Anmeldung CSD Finale Weil es diesmal zwei Tage sind, beachtet bitte die geänderten Bedingungen!

Frauenpaar des Monats:

GAYCON Titelmodels Alexandra & Nina - Mai 2019 - Frühling in Franken: Fotoshooting am Bauhofs-Weiher von Cadolzburg

Unsere GAYCON Titelbilder sollen das selbstbewusste queere Stadtleben der Frankenmetropole widerspiegeln.  Von 18 bis 99 geben wir allen queeren Paaren (Beziehung, Freunde, Kumpels etc) oder Einzelpersonen aus der Region die Möglichkeit, einmal Titelpaar/ Person des Monats zu sein und jedes Jahr im April an der MR & MISS WAHL teilzunehmen. Das Outfit passen wir immer der Jahreszeit an.

Habt Ihr Lust, mal dabei zu sein? Bewerbt Euch mit Foto per E-Mail unter info@gaycon.de oder über gaycon.de Facebook

Hinweis: Weil sich aktuell soviele Models bzw. Paare beworben haben, sind die GAYCON Titelbilder bis Oktober 2019 ausgebucht!!

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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