#Gedenkstätte flossenbürg

Chronologisch von oben nach unten: Bericht Gedenkstein, Vernissage Ausstellung Egidienkirche 2020

Sichtbares Zeichen zum Gedenken an die homosexuellen Opfer in der Gedenkstätte Flossenbürg: Steinmetz Bastian Brauwer mit dem Entwurf, Julius Scharnetzky (Gedenkstätte) und Michael Glas (Fliederlich)

Gedenkstein

Bei der Informationsveranstaltung zum geplanten Denkmal für die Männer, die als Homosexuelle im KZ Flossenbürg inhaftiert waren, erschien am dritten Februar-Donnerstag viel interessiertes Publikum aus der queeren Community im Nürnberger Fliederlich-Zentrum. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Julius Scharnetzky von der Gedenkstätte gab einen historischen Abriss der Verfolgung schwuler Männer in der Zeit der Nationalsozialisten. Anschließend wurde das geplante Denkmal von Steinmetz Bastian Brauwer vorgestellt.

 

Durch die Verschärfung des §175 im Jahr 1935 war jede körperliche „gleichgeschlechtliche Handlung“ strafbar, sogar bloßes Anblicken oder Berühren führte zur Verfolgung. In der Ideologie der NS-Zeit sollten Körper gesund und stark sein, Homosexuelle gehörten nicht dazu. Den Untergang des alten Griechenlands stellte man sich als Folge homosexueller Lebensart vor. Deshalb hatten die Nazis auch die Befürchtung, Homosexuelle könnten irgendwann an politischen Schaltstellen die Macht übernehmen und auch die Auslöschung des deutschen Volkes herbeiführen. Außerdem entzögen sie sich bewusst der Fortpflanzung. Maßgeblich für die Verschärfung der Verbrechen an Schwulen kam eine Verschiebung des Machtgefüges innerhalb der NSDAP hinzu, die Homophobie eskalierte. Die Überzeugung, dass lesbische Frauen als heilbar durch Geschlechtsverkehr angesehen wurden, hielt deren Opferzahlen im Vergleich sehr niedrig. Ebenso wurde Homosexualität in annektierten Ländern weniger scharf verfolgt, denn dort war die Dezimierung durch Nicht-Fortpflanzung willkommen. 70.000 Verurteilungen homosexueller Männer sind mit Akten protokolliert. Nach Schätzungen sind davon etwa 5.000 bis 10.000 in den Konzentrationslagern umgebracht worden. Nach Protokollen waren im KZ Flossenbürg 378 Männer als vergleichsweise kleine Haftgruppe untergebracht, davon sind 25% dort gestorben. Im Vergleich lag die Sterbequote in anderen Lagern bei 50%.

Gedenken der homosexuellen Opfer mit Kranzniederlegung im "Tal des Todes" der Gedenkstätte Flossenbürg

Probleme der Forschung

Weil der §175 nach 1945 unerträglich lange seine Gültigkeit nicht verlor, hatte niemand Interesse daran, die homosexuellen Opfergeschichten zu hören. „Deshalb gibt es nur ganz wenige schriftliche Erinnerungen. Es ist kein Rosa Winkel im Original aus der Zeit erhalten geblieben, viele Opfer wollten sich nach der Befreiung schützen“, erzählt Scharnetzky aus seiner Forschungsarbeit. „Nach unseren Erkenntnissen sind sie nicht vergessen, es war eine nicht gewollte Opfergruppe.“ Homosexuelle Gefangene wurden nicht nur von der SS, sondern auch von anderen Gefangenen in den Lagern bedroht und waren von überlebenswichtigen Positionen ausgeschlossen. Absichtlich wurden Vorurteile zwischen allen Insassen geschürt, auch deshalb die Idee der Nazis mit den verschiedenen Winkel-Markierungen: Die Struktur der Endsolidarisierung gegeneinander. Nur so war es möglich, dass 3000 Gefangene von 300 Wärtern in den Lagern kontrolliert werden konnten. Manche Homosexuelle gingen Zwangsbeziehungen etwa mit dem Blockältesten ein, um zu überleben. So sicherten sie sich eine notwendige Essensration. Sie begaben sich damit aber auch in eine lebensbedrohliche Abhängigkeit, ein Bekanntwerden wäre das Todesurteil gewesen. „In eigenen Reihen gingen die Nazis ebenfalls streng vor. Nach unseren Protokollen wurde ein hochrangiger SS-Offizier ebenfalls wegen §175 nach Flossenbürg inhaftiert“, berichtet Scharnetzky. „Ein Täter wurde zum Opfer.“  Weil die Gefangenen im Konzentrationslager Flossenbürg bei Weiden im Oberpfälzer Wald mit Steinbrucharbeiten, also mit viel Schmutz und Staub zu tun hatten, wurde der Rosa Winkel ab 1941 dort abgeschafft. Die rosa Farbe war nicht mehr zu erkennen. Deshalb wurde mit einer Mischung aus Schwarzen und Grünen Winkeln mit gelben Strichen gearbeitet. Lange hatte das für Rätsel in der Forschungsarbeit gesorgt.

 

Denkmal

Nun soll in der Gedenkstätte Flossenbürg ein Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus errichtet werden. Auch viele Nürnberger Schwule waren darunter. Ein Prisma aus Wachenzeller Dolomit in Dreiecksform mit einer Höhe von 170 cm soll es nun werden. Als Erinnerung an die Häftlingswinkel wird der Stein so abgeschrägt, dass die Schnittstelle ein gleichseitiges Dreieck darstellt. Ein polierter Feinschlief wird diese Fläche glatt ausfallen lassen, während die Säule insgesamt in poröser Oberfläche bleibt. Ursprünglich sollte ein rosa Jura verwendet werden, doch nach der aktuellen Forschung, dass einerseits die rosa Winkel in Flossenbürg abgeschafft wurden und dass andererseits Juragestein für die frostigen Winter in Flossenbürg weniger geeignet ist, änderte Steinmetz Bastian Brauwer die Gesteinsart. Die Gedenkstätte wünscht sich die Aufstellung im Tal des Todes. Ein Mustermodell aus Pappe soll jedoch den genauen Standort abschließend klären, weil das Denkmal im Vergleich zu anderen Erinnerungsstelen sehr filigran ausfällt. Wenn alles reibungslos klappt, wäre die Einweihung dieses Jahr zum 75. Tag der Befreiung im April 2020. Das Denkmal wird rund 6.000 Euro kosten. Die queere Community Nürnberg hat bereits die Hälfte über Spenden gesammelt. Weitere Spenden sind erwünscht.

 

Foto/ Text: Norbert Kiesewetter

GAYCON Februar 2020

 

Spendenkonto beim Verein Fliederlich:

„Gedenkplatte KZ Flossenbürg“

IBAN: DE76 0501 0100 1375 1185

BIG: SSKNDE77XXX

 

Spendenquittungen ab einer Spende von 100 Euro werden ausgestellt bei:

Fliederlich e.V. Sandstr. 1, 90443 Nürnberg, Tel: 0911/ 4234580

Ausstellungseröffnung "Schwules Leiden im KZ Flossenbürg" in der Nürnberger Egidienkirche: Mit Pfarrer Thomas Zeitler, Kurator Prof. Hans Simon Pelanda und Organisatorin Uschi Unsinn

Vernissage

Am letzten Januar-Freitag wurde die beachtenswerte Ausstellung „Schwules Leiden im KZ Flossenbürg“ in der St. Egidien-Kirche (Egidienplatz 12) eröffnet. Rund 80 Gäste verfolgten die bewegende Vernissage mit Konzert. Kurator Prof. Hans Simon Pelanda war ebenfalls zu Gast. Musikalisch umrahmt hat das Ensemble Einklang u.a. mit Werken wie der Mauthausen-Kantate von Mikis Theodorakis, Musik aus dem KZ Theresienstadt und einer Eigenkomposition von Marcel Rode. In der beeindruckenden Akustik der St. Egidienkirche kam die Aufführung besonders zur Geltung. Zwischen den Musikstücken zitierte Michael Aue detailreiche schreckliche Erlebnisse schwuler Männer aus dem Buch „Die Männer mit dem Rosa Winkel“. An dieser Stelle wurde sicher jedem Anwesenden noch mehr bewusst, wie wichtig das Erinnern ist. Die Ausstellung zeigt Werke der beiden Künstler Hugo Walleitner und Richard Grune, die wegen ihrer Homosexualität im KZ Flossenbürg inhaftiert waren und ihre Erfahrungen nach 1945 künstlerisch verarbeiteten. Im KZ standen die Gefangenen mit dem „Rosa Winkel“, mit dem sie wegen ihrer Homosexualität nach dem § 175 verfolgt, gefangen genommen und stigmatisiert wurden, in der Hierarchie auf der untersten Stufe. Oftmals wurden sie zusätzlich gequält und besonders schikaniert. Der Maler Richard Grune (1903-1983), ein Bauhausschüler u.a. bei W. Kandinsky und P. Klee, sowie der österreichische Designer und Zeichner Hugo Walleitner (1909-1982) schufen mit ihren Lithographien und Zeichnungen beeindruckende Zeugnisse ihrer eigenen, aber auch der Erfahrungen anderer Leidensgenossen mit Demütigung, Erniedrigung und schließlich Ermordung vieler Kameraden. Organisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der „Arbeitsgemeinschaft ehem. KZ Flossenbürg e. V.“ dem Bündnis gegen Trans- und Homophobie und dem queeren Zentrum Fliederlich e. V. +++ Öffnungszeiten täglich bis 23. Februar 2020 von 11:00 bis 16:00 Uhr. +++

Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke hat einen Antrag für einen "Masterplan Queeres Nürnberg" eingereicht (Foto: Privat/ GAYCON Archiv)

MASTERPLAN: Überraschung aus dem Nürnberger Rathaus: Kaum sind die Unterschriften in der Neuauflage der Großen Rathaus-Koalition zwischen CSU und SPD getrocknet, schon prescht die SPD Stadtratsfraktion mit einem Antrag für einen „Masterplan Queeres Nürnberg“ beim neuen Oberbürgermeister Marcus König vorneweg. Stadtrat Dr. Ulrich Blaschke hat am 13. Mai 2020 einen Antrag gestellt, in dem die Stadtverwaltung aufgefordert wird, gemeinsam mit den vorhandenen Einrichtungen in und für die Queer-Szene einen Masterplan zu entwickeln. „Von zentraler Bedeutung ist, dass das auf Augenhöhe geschieht und mit der Szene erarbeitet wird, nicht in Gesprächen ‚über‘ die Szene" ...

Zum vollständigen Bericht auf der DOKU-Seite

Mr & Mr GAYCON 2020: Heiko & Tomek

WAHLSIEGER: GAYCON gratuliert - Ihr habt gewählt! MR & MR GAYCON 2020 ist das Motiv mit dem Männerpaar auf dem Fürther Kirchenplatz vor der St. Michael Kirche: Heiko & Tomek (Titelbild März 2020) haben mit 28,57 % der gültigen Stimmen die Auszeichnung geholt! Der zweite Platz geht an das sommerliche Nürnberger Burggarten-Motiv mit Torsten (Titelbild September 2019) mit 15,74%. Das Motiv aus dem Volkspark Dutzendteich mit Tom & Charly (Titelbild Februar 2020) sicherte sich mit 11,66% der Stimmen den dritten Platz. Heiko & Tomek starteten von Anfang an stark durch, ab Mitte April wurde es richtig spannend, weil die Torsten-Fans deutlich zulegten. ... Zum vollständigen Bericht auf der WAHLSEITE

Maskenpflicht in Bayern: In Geschäften & ÖPNV

MASKENPFLICHT: +++ Wegen der Corona-Pandemie gilt in ganz Bayern seit 27. April 2020 bis auf weiteres eine Maskenpflicht in Geschäften, Bankfilialen und Supermärkten sowie in Bussen und Bahnen (schon an der Haltestelle) des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. Alternativ kann auch mit Schals und Halstüchern die Mund-Nasenabdeckung umgesetzt werden. Umweltfreundlich sind Masken, die nach dem Tragen mindestens bei 60 Grad gewaschen werden können. Bügeln mit Hitze und Dampf hilft ebenfalls zur Desinfektion. Die medizinischen FFP-Masken werden von dem klinischen und pflegerischen Personal allerdings dringender benötigt. +++

Lockerung

Update: +++ Die Bayerische Staatsregierung hat wegen der Corona-Krise die bislang geltende Ausgangsbeschränkung in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Man darf ab sofort wieder aus dem Haus, auch "ohne" Grund. Familienmitglieder in gerader Linie und Geschwister dürfen wieder besucht werden. Seit Freitag den 08.05. dürfen sich auch Angehörige zweier Haushalte treffen! +++ Weiterhin soll die Verbreitung des Corona-Virus gebremst und das Gesundheits-system vor dem Kollaps geschützt werden.  +++ Seit dem 11. Mai dürfen alle Läden wieder öffnen. Außerden gilt weiterhin eine Maskenpflicht in Geschäften sowie im ÖPNV. Die Außengastronomie (Biergärten & Terrasse) soll mit Auflagen ab 18. Mai öffnen dürfen. Bis 31. August bleiben Großveranstaltungen verboten +++

In the Mix Party - Café Bar Cartoon
After-Faschingszug-Party - La Bas

#TV-TIPPS

+++ 18.05. VOX 20:15 First Dates Hotel - Dating-Show // 22:10 VOX Prince Charming (5) - Gay-Dating-Show // 23:35 ARTE Involuntary - Spielfilm // 00:40 SRF1 Mit Siebzehn - Spielfilm // 02:20 KINOWELT TV Milk - Spielfilm +++ 21.05. KINOWELT TV Monster - Spielfilm +++ 22.05. ARTE 20:15 Freistatt - Spielfilm +++ 24.05. ZDF 00:25 ZDF-History: Helden der Leinwand - Doku +++

Faschingsparty - Savoy Bar
Queere Faschingsparty - Café Bar Cartoon

#CSD/ PRIDE:

Aktion: Gesichtsmasken im CSD Design

Aktion: Gesichtsmasken im CSD Nürnberg Design! Tu Dir, sechs Community-Läden und dem CSD-Verein etwas Gutes! Für mindestens 15 Euro Spende an den CSD-Förderverein kannst Du eine CSD-NBG-Gesichtsmaske erwerben. Davon gehen mindestens 5 EUR an die Läden. Achtung, die Aktion ist auf 100 Masken limitiert! +++ In diesen Nürnberger Community-Läden gibt’s die CSD-Design-Masken: Restaurant Estragon (Jakobstr. 19), Restaurant Literaturhaus (Luitpoldstr. 6), Rosegardens (Vordere Sterngasse 24), Chocolat, VomFass (Königstr. 25 – 27) und ab 26.05. auch im Café Herrlich. +++ Info: Oli & Micha vom Fachgeschäft Rosegardens haben beschlossen, den Erlös aus ihrem Laden an das Nürnberger Paradies Theater zu spenden, weil es weiterhin geschlossen bleiben muss. Dem schließt sich Michael vom Café Herrlich an. +++

Präsentation CSD Nürnberg Plakat 2020 (Foto: CSD Förderverein)

CSD Nürnberg

CSD Nürnberg Motto 2020: „Queer Europe - kein Schritt zurück!“ Deutschland und Europa ist bunt - überall in allen EU-Ländern - und das muss so bleiben und noch viel weiter wachsen! Darum gilt es weiter zu kämpfen für LGBTTIQ* hier und in Europa! +++ Update: Der CSD Nürnberg in der gewohnten Form mit Demo, Rahmenprogramm und Finale ist wegen der Corona-Krise abgesagt! Nach Alternativen wird gesucht. +++

Maskenaktion

Satirisches GAYCON Maskenaktions Collagen-Titelbild Mai 2020 +++ Corona-Krise: Aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkung pausieren die üblichen Monatstitelbilder bis auf weiteres!

Unsere GAYCON Titelbilder sollen das selbstbewusste queere Stadtleben der Frankenmetropole widerspiegeln.  Von 18 bis 99 geben wir allen queeren Paaren (Beziehung, Freunde, Kumpels etc) oder Einzelpersonen aus der Region die Möglichkeit, einmal Titelpaar/ Person des Monats zu sein und jedes Jahr im April an der MR & MISS WAHL teilzunehmen. Das Outfit passen wir immer der Jahreszeit an.

Habt Ihr Lust, mal dabei zu sein? Bewerbt Euch mit Foto per E-Mail unter info@gaycon.de, über gaycon.de Facebook oder Ihr sprecht uns persönlich an.

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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GAYCON-Aufrufe seit dem 02.05.2020

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