Bei Eduard Stöber schätzen die Kunden nicht nur das umfangreiche Sortiment, sondern auch Fachkenntnis, Beratung und die Liebe zum Detail

Ein Leben zwischen Delikatessen und edlen Tröpfchen

 

Im altehrwürdigen Sandsteingemäuer der Mauthalle wird derzeit ein Doppeljubiläum gefeiert. 20 Jahre „Vom Fass“ Nürnberg sowie 10 Jahre Geschäftsleitung durch Eduard Stöber (55). In der nördlichen Geschäftszeile des ehemaligen Kornspeichers, an der kleinen Straße gegenüber des Kaufhofs, ist der Ladeneingang leicht zu finden. Das große Holzfass steht als Erkennungszeichen immer vor der Tür. Eigentlich hatte Eduard einen ganz anderen Beruf erlernt und wollte sich auch nicht fürs Leben festlegen, bevor er hier zum Chef wurde. Bereitwillig unterstützt er die Nürnberger Szene beispielsweise bei Tombolas und freut sich auf weitere Jahre mit seinem eingespielten Ladenteam.

 

Vor über zehn Jahren kam Eduard Stöber als Kunde in das Spezialitäten-Geschäft, das heute ihm gehört. Er war damals mit einer Unternehmensberatung selbständig. „Ich wollte im Vom Fass Wein für mich kaufen. Doch die Verkäufer waren nicht motiviert, weil sie Aushilfen aus der Zentrale und ohne Kompetenzen waren. Der Laden hatte kaum Sortiment, weil ein Chef gefehlt hat. Deshalb wollte ich die Vom Fass - Zentrale beraten und nahm Kontakt auf“, erinnert sich Eduard, der damals einen Auftrag witterte. „Ich war wegen meines ausgeprägten Sicherheitsbedürfnisses und der permanenten Kunden-Aquise sowieso genervt. Weil außerdem der Reiz, einen heruntergewirtschafteten Laden wieder auf die Beine zu bringen, in der Luft lag, fiel das Angebot der Zentrale auf fruchtbaren Boden: Wollen Sie den Laden nicht selbst machen?“ So konnte sich der einstige Unternehmensberater seit 15. September 2004 in der Praxis selbst beweisen. Nach dem Austausch der Einrichtung und einer Inventur wurde zunächst der Warenbestand ordentlich erweitert. Dann investierte Eduard in Werbung, um das neue Image auch den Kunden zu vermitteln. „Zwei Jahre habe ich gebraucht, um ein neues Kundenvertrauen aufzubauen. Heute bringe ich meinen Mitarbeitern bei, verantwortungsvolle Entscheidungen im Tagesgeschäft auch ohne Chef-Rückfrage zu treffen.“

 

Männer mit BH

Seine Kindheit hat Eduard im Haus neben dem heutigen Paradies Revue Theater verbracht. Schon vor der Nutzung als Theater waren Auftritte von Travestiekünstlern im damaligen Nachtclub Paradies üblich. „Perücken und BHs wurden auf dem hofseitigen Balkon zum Trocknen aufgehängt. Männer in Frauenkleidern, die mir über den Weg liefen, waren für mich als Kind faszinierend“, erinnert sich Eduard. Schon früh spürte er den Hang zum eigenen Geschlecht, fand diesbezüglich mehr Gefallen an seinem Cousin als an Mädchen. Mit denen spielte er lieber und fand in keine Jungenclique, obwohl er sich mit seinen Klassenkameraden gut verstand. „Meine Eltern hatten am Aufseßplatz eine Metzgerei. Während ich schon als Kind in die Welt hinaus wollte, hatte mein Vater sogar das Angebot aus Las Vegas sausen lassen, dort eine deutsche Metzgerei zu eröffnen. Ihn hättest du nie von hier fort gebracht, nicht einmal bis nach Fürth!“ Im Alter von 15 Jahren entschied sich Eduard für eine Kochausbildung im Grand Hotel. Ein heutzutage übliches Praktikum gab es noch nicht, so daß er keine Ahnung hatte, was ihn erwartete. „Es war schrecklich! Besonders der schreiende Küchenchef, der mich als Wichser bezeichnete. Zuerst wusste ich nicht, was er damit meint. Als ich es begriff, fühlte ich mich irgendwie bei dem ertappt, was ich nachts so mache“, amüsiert sich Eduard heute darüber. Doch wegen seiner Eltern hätte er nie die Ausbildung abgebrochen. „Für mich war es trotzdem der richtige Beruf. Ich wollte ja nie so ein langweiliges Leben wie meine Eltern führen. In der Gastronomie interessiert es keinen, ob du schwarz, gelb oder schwul bist. Das wurde meine neue Familie und wir halfen uns gegenseitig durch den Tag.“ Insgesamt 25 Jahre blieb Eduard in der Branche. Von Nürnberg ging er nach Wiesbaden, in die Schweiz und auch nach England. Für kurze Zeit übernahm er die familiäre Hauswirtschaft bei Graf Faber Castell. Mit 27 Jahren machte er eine zweite Ausbildung zum Konditor im Café Hindenburg in Speyer mit Meisterprüfung in Heidelberg. Seinen Wunsch nach einem eigenen Café hat er sich in all den Jahren aber nie erfüllt, schulte schließlich um zum selbständigen Unternehmensberater.

Hochzeit von Eduard und Ulrich am 28. Dezember 2001

Coming out - Brief

Seine Eltern wussten lange nicht über Eduards Gefühle für Männer Bescheid. Das Thema Sex war zu dieser Zeit ohnehin in vielen Familien ein Tabu. „Am 11. Januar 1983 um 16:00 Uhr an der roten Ampel am Westausgang des Nürnberger Hauptbahnhofes sprach mich mein späterer Lebenspartner Ulrich an. Wir schauten uns tief in die Augen“, erinnert sich Eduard an sein Kennenlernen ganz ohne Internetdating. „Wir verabredeten uns für den Abend. So musste ich meinen Eltern vorher beibringen, dass ich wahrscheinlich erst am nächsten Morgen heimkommen würde. Also schrieb ich ihnen einen Coming out - Brief, auch auf die Gefahr hin, dass sie mich rausschmeißen.“ Im großen Familiengespräch nach dem Ball zeigte sein Vater viel Verständnis und hat Eduard in seiner Situation sehr damit geholfen. Seine Stiefmutter brauchte dagegen ein Jahr, um die Nachricht zu verdauen. Seine leibliche Mutter verlor Eduard bereits im Alter von zwei Jahren. Mit enormer Ablehnung reagierte der Schwiegervater. Der fand seinen schwulen Sohn „scheiße“. Die Antipatie ging so weit, dass die Familien-Gärtnerei deshalb dem anderen Sohn übergeben wurde, der sie dann allerdings runterwirtschaftete. Doch Eduard und seine Ampel-Bekanntschaft blieben 25 Jahre zusammen. Nach etlichen beruflich bedingten Wohnortwechseln kamen sie zurück nach Franken. „In den Jahren fand eine kontroverse Entwicklung statt. Es gab mehr Trennendes als Verbindendes und das führte zum Bruch der Beziehung“, erzählt Eduard über das Scheitern nach so vielen gemeinsamen Jahren inklusive zweijähriger Scheidungszeit. Heute lebt er allein und genießt diese neue Freiheit. „Wenn sich etwas ergibt, dann ist es gut so, und wenn nicht, dann eben nicht. Völlig easy!“

 

Foto/ Text Norbert Kiesewetter

2. Foto Privat


GAYCON September 2014

Premiere am Vorabend des CSD Nürnberg

DYKE*MARCH: Einen großartigen Erfolg vermelden die Organisatorinnen vom dyke*march: Sie haben ihr Ziel für deutlich mehr lesbische Sichtbarkeit jubelnd erreicht! Zu der fränkischen Premiere am ersten August-Freitag kamen über 400 Lesben* in die Altstadt der Frankenmetropole. „Wir sind noch immer sprachlos und überwältigt von Freitag! Es war einfach der Wahnsinn! Wir waren laut! Wir waren sichtbar! Nürnberg hat uns gesehen! Nürnberg hat uns definitiv gehört!“, vermeldet „Sisterhood“, ein Gemeinschaftsprojekt der Nürnberger Lesbenstammtische, auf ihrer Homepage. Nach der offiziellen Begrüßung am Opernhaus durch das OrgaTeam und Grußworten aus Köln, stimmten die „Tinnitussis“ musikalisch auf die Premiere ein. Dann startete die bunte Menschenschar, geleitet von den „Dykes on Bikes“, rhythmisch angefeuert vom Trommelwirbel der Samba-Stimmungsmacher „Vincivi“, in Richtung Altstadt los...

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Empfang im Rathaus mit den Community Chören

RATHAUS EMPFANG: Erfolgreiche Premiere im CSD Nürnberg Rahmenprogramm. Bei wunderbarem Sommerwetter lud die Stadt Nürnberg am vierten Juli-Freitag zum Empfang in den historischen Rathausinnenhof Wolffscher Bau. Aus Anlass zum 40-jährigen Bestehen des Vereins Fliederlich e.V. – SchwuLesbisches Zentrum Nürnberg und zum Auftakt des CSD Nürnberg 2018 gelang es, bei den kommunalen Verantwortlichen das Interesse an einer solchen Veranstaltung zu setzen. Ein Rathaus-Clubbing wie in München wurde zwar nicht erreicht, aber die Community konnte in abgespeckter Form von sich überzeugen. Trotz gleichzeitig stattfindenden Bardentreffens waren an die zweihundert geladene Gäste inklusive Begleitung erschienen. ... Zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der DOKU-Seite

Terrasse Cafè Bar Cartoon

GAYCON TERRASSEN SPECIAL 2018: Jetzt in der Sommerzeit kommen Urlaubssehnsüchte hochgekrochen. Doch man muss nicht wegfahren, um Freizeitgefühle zu erleben. Unter dem Motto „Sommer in der Stadt“ stellt Euch GAYCON queere/ queer-freundliche Freiluftoasen (in alphabetischer Reihenfolge) der Frankenmetropole vor. Probiert sie einfach mal aus, unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn die schöne Terrasse gleich um die Ecke liegt?“ Selbstverständlich sind in den Szenelokalen tolerante Heteros immer willkommen! Hier geht es auf die GAYCON TERRASSEN ÜBERSICHT

#TV-TIPPS

+++ 16.08. SWR 22:45 Express Yourself - Die Tänzer der Queen of Pop - Doku // 00:00 RBB Im Namen des ... - Spielfilm +++ 17.08. ARTE 20:15 Freistatt - Spielfilm // 21:55 ARTE Debbie Harry - Atomic Blondie - Doku // 22:50 ARTE 20 Jahre Boygroup: Backstreet Boys - Doku // 00:35 ARTE Was Mann trägt - Doku // 00:50 ZDFNEO Modus - Der Mörder in uns - Spielfilm // 01:10 ARTE Hitlerjunge Salomon - Spielfilm +++ 19.08. ARTE 00:00 Leonard Bernstein - Das zerrissene Genie - Doku +++

CSD Nürnberg Party "Together" - Hirsch
CSD Nürnberg Finale - Jakobsplatz

#Partyticker

Freitag 17. August:

Würzburg: 22:00 Gay.Volution - Zauberberg

Samstag 18. August:

19:00 Karaokeabend - Fliederlich-Zentrum (Sandstr. 1) // 23:00 Große Liebe Party - Haus33 // 23:00 Rosa Matrixx - Matrixx

Sonntag 19. August:

15:00 Open Air mit DJ Romeo - Pigalle (Pfeifergasse 2a)

Montag 27. August:

18:00 Rosa Trachtennacht 1 - mit der Band "Frankenbengel" & Travestie-Show mit "Mannequins" - Papert Festzelt/ Herbstvolksfest Nürnberg (Bayernstr. 100)

Samstag 01. September:

23:00 Pinkmonkeys.Club - Haus33

Würzburg: 23:00 GayDisco - Posthalle

Montag 03. September:

18:00 Rosa Trachtennacht 2 - mit der Band MostLandStürmer & Show mit "Grand Gala der Travestie" - Papert Festzelt/ Nürnberger Herbstvolksfest (Bayernstr. 100)

+++++++ Termine an info@gaycon.de

CSD Nürnberg Demo - Königstraße
dyke*march Nürnberg - Kornmarkt

Freundschaftspaar des Monats:

GAYCON Titelmodels Kelly & Yuliyan - August 2018 - Fotoshooting Nürnberg Wöhrder See

Unsere GAYCON Titelbilder sollen das selbstbewusste queere Stadtleben der Frankenmetropole widerspiegeln.  Von 18 bis 99 geben wir in der Saison 2018/19 allen queeren Paaren (Beziehung, Freunde, Kumpels etc) oder Einzelpersonen aus der Region die Möglichkeit, einmal Titelpaar/ Person des Monats zu sein und im April 2019 an der MR & MISS WAHL teilzunehmen. Das Outfit passen wir immer der Jahreszeit an.

Habt Ihr Lust, mal dabei zu sein? Bewerbt Euch mit Foto per E-Mail unter info@gaycon.de oder über gaycon.de Facebook

Vielen Dank an meine Freunde, die sich in Form eines Inserats bzw. einer Publikation an den Gestaltungskosten für diese Website beteiligen und sie damit ermöglichen!

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GAYCON-Aufrufe seit dem 17.07.2018

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