#Politik in der Region

Chronologische Reihenfolge von oben nach unten: Bericht Diskussion im Karl-Bröger-Zentrum (2015), verschiedene Links zu weiteren GAYCON Berichten/ Bildergalerien (2014 - 2018)

SPD - Diskussion "Was tun gegen Homophobie?" im Karl-Bröger-Zentrum mit (von links) Carsten Träger, Ralph Hoffmann, Thomas Zeitler, Christine Burmann und Dr. Karl-Heinz Brunner.

Kanzleramt braucht Druck

Die SPD-Bundestagsfraktion lud Mitte November zur Diskussion unter dem Motto „Was tun gegen Homophobie?“ ins Nürnberger Karl-Bröger-Zentrum ein. Zahlreiche Besucher lauschten dem prominent besetzten Podium und der anschließenden Debatte. Als Ersatz für MdB Gabriela Heinrich begrüßte MdB Carsten Träger aus der Fraktion die Gäste. Neben einem umfassenden Bericht über die LGBTI-Situation in Deutschland, Europa und in anderen Staaten der Welt, wurde das Impulsreferat, eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Menschenfeindlichkeit und Homophobie präsentiert. Intoleranz zieht sich wie ein Roter Faden durch Ausländer-, Homo- und sonstige Anfeindungen. Dabei sind Bildung in Form von Information, Aufklärung und ein selbstbewusster Umgang mit der eigenen Homosexualität sowie Unterstützung durch die Politik die unerlässlichen Voraussetzungen für Akzeptanz, darüber herrschte am Podium Einigkeit.

 

Nach Aussage von Ralph Hoffmann (Vorstand Fliederlich e.V.) lässt sich die existierende Homophobie in drei Varianten teilen: Schulhofhomophobie, hier werden unter Schülern allgemeine Äußerungen wie ‚Schwuchtel‘ verwendet, die aber nur als dummer Spruch gemeint seien. Die strukturelle Homophobie bezieht sich auf die Rahmenbedingungen, welche Gesetzgeber, Landtag, Bundestag oder Stadt schaffen. Bei der persönlichen Homophobie geht es darum, wie Richter juristisch vorgehen, wenn es beispielsweise um Beschimpfungen geht. „Leider sind die Religionen Grundlage der Intoleranz geworden. Obwohl in allen Religionslehren der Mensch im Mittelpunkt steht. Sie haben sich davon entfernt und leben das nicht mehr“, so Hoffmann weiter.

In Bezug auf zahlreiche bestehende Antidiskriminierungsstudien stellt Christine Burmann (Nürnberger Menschenrechtszentrum) die Frage „Was soll denn schon passieren? Die Niederlande gehen mit dem Thema anders um. LGBTI-Themen werden in der Schule besprochen und es gibt die Gleichstellung. In der Schule haben die Kinder generell untereinander keine Probleme. Es sind immer die Erwachsenen, die Probleme mit dem Thema haben.“ Die Politik fällt die Entscheidungen und muss sich an gewisse Regeln halten. Ihre Vertreter haben sich nach objektiven Anforderungen zu richten und nicht nach ihren persönlichen Bauchgefühlen. „In Frankreich wollte die Regierung die Homo-Ehe und hat sie trotz Demonstrationen gegen einen Teil des Volkes durchgesetzt“, so Burmann weiter.

Das Karl-Bröger-Zentrum in der Nürnberger Südstadt

Für Thomas Zeitler (Mitglied des lesbisch-schwulen Pfarrkonvents in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern) ist es als schwuler Pfarrer eine besondere Herausforderung, sich der langen kirchlichen Diskriminierungs-Geschichte zu stellen. „Es ist ein Kräfteringen, etwas zu ändern. Den Widerstand auszuhalten, in der Kirche zu bleiben, um aktiv sein zu können. Mir ist bewusst, dass wir nun eine exotische Position in der Kirche haben. Aber es ist ein starkes Symbol, wenn Männer- und Frauenpaare in der Landeskirche Segnungen bekommen können.“

Dass die Stimmung innerhalb der SPD - Fraktion überwiegend positiv für die Kinderadoption bei Schwulen- und Lesbenpaaren herrscht, berichtet MdB Dr. Karl-Heinz Brunner. „Im Koalitionsvertrag mit der Union wurde aber vereinbart, dass wir entweder gemeinsam abstimmen oder uns enthalten. Andernfalls würden wir jedes Mal gegen eine Wand abstimmen. So können wir zumindest kleine Verbesserungen durchbringen. Ich habe eine Bitte an die Community: Wenn derart viel Un-Politik herrscht und kein Druck von unten kommt, bewegt sich natürlich nichts im Kanzleramt! Die Abgeordneten gewinnen dann den Eindruck, es sei doch sowieso schon alles erreicht.“ Dass die Politik ein Kuh-Handel ist und in der Demokratie immer um Kompromisse gerungen werden muss, auch bei allen anderen Themen, ergänzt hierzu Carsten Träger.

 

In der Diskussion wünschte sich Hoffmann, dass „die Parteien auch auf uns zukommen und fragen, was ist für uns gerade wichtig, und nicht dass wir ständig an der Tür kratzen müssen“. Einig waren sich alle, dass nur über die Bildung mit Information und Aufklärung über schwul-lesbisches Leben gegen Homophobie wirksam vorzugehen ist. „Warum müssen wir immer extra Programme in Schulen laufen lassen? Es gibt schon die ‚Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage‘ - Initiative“, konkretisiert Burmann. „Hier könnte man ansetzen und die teilnehmenden Schulen auffordern, auch mal was gegen Homophobie zu machen!“

 

Text/ Fotos Norbert Kiesewetter

GAYCON November 2015

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- Mit Daniel Zimmermann (36) wurde ein offen queerer Kandidat von der FDP im Landkreis Roth für die Bezirkstagswahl 2018 nominiert. Der Wahlmittelfranke bringt seine Erfahrungen aus dem Pflegebereich und soziale Betreuung ein. ...

 

 

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"Versprochen - Gebrochen?"

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"Kommunalwahl 2014"

 

 

- Nachlese zur Wahl & Vorstellung queerer Stadt- und Gemeinderatskandidaten

 

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Polit Talk im Casablanca Filmkunsttheater (Foto: GAYCON.DE)

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Das war der Polit Talk zur Kommunalwahl 2026

Über 40 Teilnehmende lauschten am ersten Februar-Sonntagnachmittag im großen Kino des Casablanca Filmkunsttheaters dem Polit Talk zur Kommunalwahl 2026. Auf dem Podium saßen die Kandidaten des Nürnberger Stadtrats mit Thia Bauer (Die Linke/ Listenplatz 11), Matti Stockmann (Die Grünen/ Listenplatz 26), Thorben Starke (SPD/ Listenplatz 21) und Theo Deinlein (CSU/ Listenplatz 15). Organisiert vom Arbeitskreis AK Queer Politik Fliederlich, welcher auch mit Klaus Pölloth und Moderation von Tiffany mit am Podium saß. Zu den Hauptthemenfeldern Bildung/ Schule, Sicherheit und Gesundheit gingen Fragen an die Politiker. Das Thema Gesundheit wurde dabei nochmal unterteilt in Projekt Trans* MVZ sowie Diskriminierungserfahrungen aus der Community in Kliniken und Praxen. Die Reihenfolge der Kandidatenbefragung entschied vorher der Würfel...

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Aufatmen beim Trägerverein des queeren Zentrums (Foto: GAYCON Archiv)

COMMUNITY REGION:

Queeres Zentrum Erlangen kann weiterarbeiten

Erlangen: Mit sehr knapper Mehrheit verabschiedete der Erlanger Stadtrat den Haushalt für 2026 am vierten Januar-Donnerstag. Damit ist das Queere Zentrum in seiner Existenz gesichert, die Gelder können ausgezahlt werden. „Der Notbetrieb kann weitergehen“, so erleichtert Lukas Geyer vom Verein MakeYourTownQueer. Durch einen Antrag der SPD im Herbst konnten die geplanten weiteren Kürzungen für das Queere Zentrum zurück-genommen werden. Grüne Liste, ÖDP, KlimaListe und Linke hatten dem Antrag zugestimmt. Durch den Beschluss der Haus-haltssatzung kann nun wieder der Zuschuss von 75.000 Euro auch in diesem Jahr ausgezahlt werden. (Das ist vergleichsweise so viel wie eine Planstelle im Öffentlichen Dienst von einer Person.) Doch das Zentrum muss davon Mitarbeitende sowie alle Nebenkosten bezahlen, wie Strom, Miete, Wärme etc. Darum ist aktuell nur der Notbetrieb weiterhin möglich, der echte große Jubel vom Trägerverein MakeYourTownQueer bleibt deshalb aus....

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Neuer Rosa Panther Vorstand (Foto: RP)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Der Verein Rosa Panther startet ins neue Jahr

Bereits bei der Mitglieder-versammlung im September 2025 wurde ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Der besteht aus fünf Personen: Bernd Krauter, Timur Güler, Sven Dobke, Laura Baumann und Stefanie Warnecke. Peter Wiendl ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Am 08. Februar 2026 gibt es ein großes Treffen mit der Abteilungsleitung des Vereins im Café Fatal, wo auch die Jahresplanung 2026 festgezurrt wird. Aktuell hat der Rosa Panther 280 Mitglieder und neun Abteilungen. Davon ist die Yoga Gruppe mit den Kursen „Sanftes Yoga“ und „Dynamic Yoga“ mit fast insgesamt 70 Mitgliedern inzwischen die größte des Vereins. Aktuell planen sie ab Herbst noch einen dritten Kurs in den Wintermonaten anzubieten. Stark gewachsen ist auch die Badminton Gruppe, wo inzwischen noch ein zweiter Trainingstermin am Freitag angeboten wird...

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Rosegardens Benefiz-Aktion zugunsten des ASB Wünschewagens (Foto: Rosegardens)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Rosegardens Benefiz-Aktion

Oliver und Michael starteten am ersten Weihnachtsfeiertag 2025 mit der dritten „Rosegardens-Benefiz-Aktion“ zugunsten des „ASB Wünschewagens Franken/ Oberpfalz“ des Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. auf der Rosegardens-Facebook Präsenz. Nach insgesamt 13 Tagen plus drei Tagen Verlängerung kamen so 3.929,- Euro zusammen. Allerdings haben die beiden noch die Hoffnung, dass bei der Abholung der ersteigerten Sortiment-Posten noch spontan ein paar Euro aufgerundet werden, und sie so ihr magisches Wunschziel von 4.000,- Euro doch noch erreichen. An den 16 Tagen konnten alle per Höchstgebot verschiedene Artikel aus „Nürnbergs schönstem Laden“ für den guten Zweck ersteigern. Oliver und Michael bedanken sich an dieser Stelle bei allen beteiligten Lieferanten für deren Großzügigkeit, weil sie damit immer wieder den Grundstein für solche Aktionen legen. „Wir sind glücklich, unseren regionalen Wünschewagen und vor allem die Arbeit der ehrenamtlichen Menschen dahinter nun mit dieser Summe für weitere Fahrten unterstützen zu können“, schreiben die Rosegardens-Jungs auf Facebook. „Wünsche die oft sehr klein wirken, aber bei schwerster Krankheit doch oft unerreichbar oder unmöglich organisierbar erscheinen – und dank dem Wünschewagen so oft noch kurz vor der allerletzten Reise wahr werden.“ Die nächste Benefiz-Aktion „Hair for Care“ findet am Rosenmontag den 16. Februar 2026 im Pop-up Salon Rosegardens statt. (NK)

Das war das 1. Hobby Horsing Turnier im Nürnberger Bleiweiß Treff (Foto: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Das war das erste queere Hobby Horsing Turnier

Verpackt in einer queeren Adventsshow wurde vermutlich eine Weltpremiere vollzogen: Das erste queere Hobby Horsing Turnier am dritten Advent-Nachmittag 2025 im großen Saal des Treffs Bleiweiß in der Nürnberger Südstadt. Als Einstim-mung begann Roxy Rued zuerst mit den rund 30 Anwesenden bekannte Weihnachtslieder anzusingen, von Kling Glöckchen bis Oh Tannenbaum. Mit dem Hit von Mariah Carey „All I want for Christmas is you“ wagte sich Roxy mit Stoki auch ins Rennen und kam dabei leicht aus der Puste. Kein Wunder, denn Hobby Horsing bzw. das Steckenpferdreiten, gilt als Sportart mit Gymnastikelementen. Christine Burmann von der LSBTIQ*-Koordinierungsstelle beim Menschen-rechtsbüro der Stadt Nürnberg plant schon seit zwei Jahren ein queeres Hobby Horsing Turnier...

+++ Zum Bericht & Bildergalerie +++

TV-Tipps

+++ 23.02. BR 20:15 Uhr Der Schmidt Max auf der Suche: u.a. mit Bernhard und Ewald Sitter - Doku // 22:35 Uhr ARTE Dreißig Jahre an der Peitsche - Doku +++ 24.02. ZDF 22:15 Uhr 37 Grad: Young Sex - Wie liebt die Gen Z? - Magazin +++ 25.02. RBB 14:30 Uhr Vier kriegen ein Kind - Spielfilm +++ 27.02. BR 00:25 Uhr Supermarkt - Spielfilm +++ 28.02. ARTE 14:00 Uhr Albert Nobbs - Spielfilm // 20:15 Uhr DAS ERSTE Eurovision Song Contest 2026 - Das Deutsche Finale - Show // 23:15 Uhr 3SAT Die Mitte der Welt - Spielfilm // 23:15 Uhr ZDFNEO Wild Things - Spielfilm +++ 01.03. SAT.1 20:15 Uhr (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 - Spielfilm // 22:50 Uhr ARD ALPHA Pop Secret Stories: u.a. Heated Rivalry - Magzin // 01:00 Uhr ZDF 37 Grad: Young Sex - Wie liebt die Gen Z? - Doku // 01:10 Uhr SRF1 Lawrence von Arabien - Spielfilm +++

Schwester Ágada (Mitte) erhält den Segen in einer feierlichen Zeremonie (Fotos: GAYCON.DE)

COMMUNITY NÜRNBERG:

Von der Novizin zur SPI-Schwester

Die SPI - Abtei Bavaria zur Glückseligkeit des Südens e.V. lud zur einer bewegenden und sehr emotionalen Weihe am ersten Dezember-Samstag in den Räumen der AIDS Hilfe Nürnberg ein. Die Nürnberger Novizin Ágada beendete ihre Ausbildung, sie wurde an diesem Nikolaustag zur Schwester der Perpetuellen Indulgenz geweiht. Rund 50 Teilnehmende waren bei der Zeremonie anwesend und bildeten zusammen einen bunten Rahmen mit vielen Gesichtern aus der Community. Weil gleichzeitig das Christkindlesmarkt-Treffen des Nürnberger Lederclubs stattfand, waren auch viele Fetisch-Titelträger dabei. Mit Regenbogen-Augenbinde und gefesselten Händen führte man Ágada in den Raum. Durch Abnahme von Binde und Fesseln darf sie nun eigenständig sehen und handeln, damit ist sie zur Schwester geweiht... +++ Hier geht´s zum vollständigen Bericht mit Bildergalerie auf der INTERVIEW-Seite +++

Aktuelles Titelbild:

Februar in der Stadt (Foto: GAYCON Archiv)

+++ Hier geht´s zu den früheren Titelbildern der letzten Jahre mit Personen aus der queeren Community: MISS & MR GAYCON WAHL SEITE +++

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